Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

Joh 16,33

Neuer chaldäischer Patriarch: „Christen im Irak sind das Salz der Kirche und dieses Landes“

Der neue Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, Paul III. Nona, hat bei seiner Amtseinführung am 29. Mai in Bagdad die jahrhundertelange Präsenz der Kirche im Irak und im Orient hervorgehoben. An die Gläubigen seiner Kirche gewandt sagte er: „Ihr seid das Salz der Kirche und dieses Landes. Eure Anwesenheit ist eine wahrhaftige Mission und ein Zeugnis der dauerhaften Kontinuität der Kirche in ihrem ursprünglichen Heimatland.“

In seiner Predigt, die KIRCHE IN NOT vorliegt, verschwieg Patriarch Paul III. Nona nicht die schwierige Realität, dass viele irakische Christen in den vergangenen Jahren das Land verlassen hatten. Ab 2014 hatte der Islamische Staat weite Teile Nordiraks erobert und hunderttausende Christen aus ihrer Heimat vertrieben, viele sind auf der Suche nach Sicherheit ins Ausland gezogen.

Patriarch Paul III. Nona (Mitte) bei seiner Amtseinführung.

Der Patriarch erklärte, dass sowohl jene, die in Irak verblieben sind, als auch jene in der Diaspora eine wichtige Sendung hätten. „Die Existenz und Kontinuität unserer chaldäischen Kirche sind essenziell und grundlegend für unser Fortbestehen als Kirche und als uraltes Volk mit einer tief verwurzelten Geschichte und Zivilisation.“ Diejenigen chaldäischen Christen, die im Ausland lebten, sollten ihre Anwesenheit in diesen Ländern als Sendung begreifen. „Ihr seid gesandt, um die Bedeutung und die Kraft des Glaubens in Gesellschaften neu zu bekräftigen, die allzu leicht dazu neigen, diesen zu verlieren.“

„Uraltes Volk mit tief verwurzelter Geschichte“

Der neue Patriarch kennt beide Seiten: Bis 2014 war er Erzbischof von Mossul. Er musste jedoch gemeinsam mit der chaldäischen Gemeinde fliehen, als der IS die Region eroberte. Anschließend war er mehrere Jahre der Seelsorger für die chaldäische Diaspora in Australien.

Kürzlich wurde er von der Synode der chaldäischen Kirche zum neuen Oberhaupt gewählt. Die chaldäisch-katholische Kirche ist die größte katholische Kirche Iraks und gehört zu den mit Rom verbundenen Ostkirchen. Ihr gehören etwa eine halbe Million Gläubige an, von denen viele im Ausland leben.

Junge Christen im Irak.

Die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, gratulierte dem neuen chaldäischen Patriarchen. Seine Wahl sei eine Quelle der Hoffnung und Kraft für die chaldäischen Gläubigen, die in ihrer Geschichte so oft dazu berufen waren, in Zeiten der Verfolgung und des Leidens Zeugnis für ihren christlichen Glauben abzulegen.

Seit 2014: Mehr als 500 Projekte mit über 56 Millionen Euro gefördert

KIRCHE IN NOT unterstützt die chaldäische Kirche in Irak seit vielen Jahren. Das Hilfswerk hat wesentlich dazu beigetragen, den Christen nach der Vertreibung durch den IS zur Seite zu stehen. Neben der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen im kurdischen Teil Iraks wurden auch die zerstörten Hauser in der Ninive-Ebene wiederaufgebaut.

Dieses Wiederaufbauprojekt war eines der größten Hilfsaktionen von KIRCHE IN NOT überhaupt. Seit 2014 hat das Hilfswerk über 500 Projekte in einem Gesamtumfang von über 56 Millionen Euro unterstützt. Ein aktuelles großes Projekt ist die Förderung der Katholischen Universität Erbil, an der Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam studieren sowie der Bau von Kindergärten oder pastoralen Einrichtungen.


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