Länderbericht Mexiko

Seminaristen in Mexiko.

Seminaristen in Mexiko.

Einwohner: 105 Millionen

Fläche: 1 958 201 qkm

Religion:
Christen: 96,3 Prozent (ca. 96,4 Millionen Katholiken)
Religionslose: 3,1 Prozent
Sonstige: 0,6 Prozent

Mit der Wahl des Kandidaten der Mitte-Rechts-Partei PAN erhielt Mexiko im Juli 2006 einen neuen Präsidenten. Der äußerst knappe Sieg von Jesus Calderon, der sich gegen den linken Populisten Manuel Lopez Obrador behauptet hatte, löste heftige politische Konfrontationen aus.

Während des Wahlkampfs hatten die mexikanischen Bischöfe betont, dass allen Konfessionen Religionsfreiheit zugestanden werden und die notwendigen Mittel für den Religionsunterricht an den staatlichen Schulen zur Verfügung gestellt werden müssten (Fides, 28.04.2006). Die Bischöfe unterstrichen nachdrücklich die Notwendigkeit, die Versöhnung voranzutreiben, die politischen Gegner zu respektieren und Ausbrüche von Gewalt zu verhindern (L´Osservatore
Romano, 11.-12.9.2006).

Allerdings hatte sich das politische Klima der Konfrontation so sehr aufgeheizt, dass sogar militante Aktivisten der linken Oppositionspartei PRD den Erzbischof von Mexiko-Stadt, Kardinal Noberto Rivera Carrera, angriffen, während er in der Kathedrale die Messe zelebrierte (Zenit, 06.11.2006; Radio Giornale, 06.11.2006).

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich ein Jahr später, als Aktivisten während der Messe in die Kathedrale eindrangen, die Gläubigen, die Priester und den Vorsitzenden des Kathedralkapitels, D. Ruben Avila Enriquez, angriffen und Beleidigungen gegen Papst Benedikt XVI. und Kardinal Rivera Carrera riefen (Radio Vatikan, 20.11.2007; Fides, 26.11.2007; Aciprensa, 19.11.2007).

Gleichzeitig führt die laizistische Tradition weiterhin zu Konflikten zwischen dem staatlichen und kirchlichen Bereich, wie beispielsweise, als der mexikanische Senat verkündete, er werde jedes Mitglied des Klerus, das des Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt werde, die Ausübung seiner priesterlichen Aufgaben verbieten, was ein Verstoß gegen das Gesetz über religiöse Vereinigungen und öffentliche Ausübung von Gottesdiensten ist (Zenit, 26.02.2007; Radio Vatikan, 27.02.2007).

Andererseits gab es einige Bürgerinitiativen, die Gleichberechtigung im Rahmen der Religionsfreiheit forderten und dagegen protestierten, dass Geistliche ausschließlich aufgrund ihres Standes in ihren Rechten eingeschränkt werden (Aciprensa, 25.07.2007). Was den Schutz des Lebens betrifft, so verabschiedete die gesetzgebende Versammlung des Bundesdistrikts Mexiko-Stadt am 24. April die Reform von Paragraf 144 des Strafgesetzbuches, die eine Abtreibung bis zur zwölften Schwangerschaftswoche erlaubt.

Vor der Verabschiedung dieses Gesetzes hatte die Kirche in Person des Erzbischofs von Mexiko, Kardinal Norberto Rivera Carrera, ein Dokument veröffentlicht, dem zufolge in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche jeder, der Gesetze gegen das menschliche Leben erlässt, und alle, die für die Freigabe der Abtreibung eintreten und arbeiten, mit Exkommunikation bestraft werden (Noticias Globales, 26.04.2007).

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008. Stand: 2008)

29.Jan 2010 16:00 · aktualisiert: 9.Feb 2010 12:22
KIN / S. Stein