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Geschichte

Die Geburtsstunde unseres Hilfswerks

Im Advent 1947 schrieb der niederländische Pater Werenfried van Straaten unter dem Titel „Kein Platz in der Herberge” einen Artikel in der Zeitschrift seiner Prämonstratenser-Abtei Tongerlo (Belgien). Mit flammenden Worten rief er die Flamen in Belgien und den Niederlanden nur zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg dazu auf, den ehemaligen deutschen Kriegsgegnern, vor allem den Heimatvertriebenen, zu helfen. Es war die Geburtsstunde unseres Hilfswerks KIRCHE IN NOT.

Doch Pater Werenfrieds Mahnung, aus Weihnachten „kein Fest der Gefühlsduselei und der falschen Romantik” zu machen, und Christus damit von neuem aus unserem Leben und unserer Welt auszusperren, gilt heute wie damals. Es ist heute wie damals dazu geeignet, unsere Herzen zu bewegen und zu einem Neuanfang mit Christus zu inspirieren.

Nachfolgend dokumentieren wir Pater Werenfrieds Weihnachtsbrief im Wortlaut, in deutscher Übersetzung:

- Pater Werenfried van Straaten, 1947

„Um in dem Gedränge voranzukommen, benutzten sie Hände, Füße und Ellenbogen, denn sie wussten zu gut, dass nur die, die zuerst eintreffen, eine Unterkunft finden können. Wie es so oft passiert, so geschah es auch damals: die Reichsten und Stärksten, die auf einem Pferd oder einem Kamel ritten oder in einer schweren Karosse fuhren, verdrängten die Kleinen mit ihren mickrigen Eselchen und belegten die noch freistehenden Räume in den Herbergen. Für Maria, die Christus trug, blieb kein Platz übrig.“ – Pater Werenfried van Straaten, 1947

Beste Freunde, könnt ihr euch vorstellen, wie eine Stadt von brutalen Menschen, die nur an sich selbst denken, überrannt wird? Wisst ihr noch, als man während des Krieges die Straßenbahn-Linie 41 stürmte? Wie dann gekämpft und getreten wurde? Wie im anständigen Büroangestellten und im kleinen Spießbürger die Bestie erwachte? Wie es keinen Anstand mehr gab und keine Ritterlichkeit, als man rücksichtslos für das eigene Ich kämpfte? Ein jeder für sich selbst! So war es auch in Bethlehem. Und darum gab es in der Herberge keinen Platz für sie. Keinen Platz mehr für Christus. Und Maria wusste, dass ihre Tage erfüllt waren. Und Josef war ratlos. Doch es blieb nichts anderes übrig: Einsam und verlassen liefen sie, zwei kleine Menschen aus dem Volke, verloren inmitten der Masse …

Denken wir aber jemals daran, dass draußen Maria und Josef tausendfach durch Europa umherirren, dass sie Christus tragen, dass Christus in den Armen und Notleidenden, in den Gequälten und Kranken schreit, in allen, die Er die Geringsten der Seinen genannt hat und unter deren Ärmlichkeit Er den Glanz Seiner eigenen Person verbirgt?

Wieder wird es Weihnachten und Christus verlangt danach, von den Seinen aufgenommen zu werden. Unsichtbar wandert er auf unseren Straßen. Seid dann nicht wie die Raubtierherde von Bethlehem, wie die gleichgültigen Wirtsleute, wie die wohlhabenden Bürger in den Kammern ihrer provinziellen Selbstzufriedenheit. Öffnet eure Türen und eure Herzen einer jeden Not, die die Not Christi ist.

Ich kenne junge Menschen, die schon seit Jahren verlobt sind. Wisst ihr, was eine Verlobung ist?

Das ist ein langsames Zueinanderwachsen zweier Menschen, die eins werden müssen und die im wilden Pochen ihres Blutes den zwingenden Befehl Gottes vernehmen, Erde und Himmel zu bevölkern. Der Aufschrei ihres Fleisches ist im Wesen die Stimme Christi, die nach Leben ruft, die in neuen Seelen bestehen und wachsen will. Solche junge Menschen sind wie Maria und Josef in unseren Tagen. Doch wieder ist kein Platz in der Herberge.

Im Gedränge der Gleichgültigkeit und Ich-Süchtigen suchen sie nach einem menschenwürdigen Leben oder nach einer Unterkunft – ein paar Zimmern und einer kleinen Küche. Sie suchen voller Angst und Ratlosigkeit, ist ihr Kampf nach all den Jahren doch so hoffnungslos schwer … Aber es gibt keinen Platz für sie. ‚Jetzt ist nicht die Zeit für eine Trauung’, klingt es ihnen aus dem Munde der Selbstsüchtigen entgegen, die sogar in ihren großen Herrenhäusern über mehr Räume verfügen, als sie bewohnen können. Das ist Christi Not. Oder glaubt ihr, Christi Leben sei hier nicht in Not?

Hundert Kilometer ostwärts liegt eine Stadt in Trümmern.

Es ist fast nichts mehr davon übrig, nur ein riesenhafter Bunker, wie sie die Deutschen überall gebaut haben, um die Bevölkerung vor den Bomben zu schützen. Die übrig gebliebenen, völlig verarmten Menschen der Stadt, hausen in diesem einzigen Bunker. Tausende hocken hier beisammen. Es herrscht ein verpesteter Gestank. Jede Familie – soweit man noch von Familien sprechen kann – liegt zusammengepfercht auf einigen wenigen Quadratmetern Beton. Es gibt weder Feuer noch Wärme, es sei denn die Wärme anderer Körper, woran man sich festklammert …

Und Christus will auch in diesen Menschen leben – es sind übrigens unsere katholischen Brüder – mit Seiner lilienweißen Reinheit, Seiner Nächstenliebe und Güte. Die Hirten haben Christus in einem Stall angebetet, aber diese Leute haben noch nicht einmal einen Stall. Nach menschlichem Ermessen kann Christus dort nicht leben, weil kein Platz für ihn da ist … Das ist die Not Christi.

Ein Verurteilter wurde aus dem Gefängnis entlassen. Er hat seine Strafe verbüßt und kehrt nun zurück ins freie Leben.

Ich habe den Jungen nie getroffen, und kenne deshalb nicht den vollständigen Text dieses Dramas, worin er zwei Monate lang die Hauptrolle spielte. Doch ich weiß, dass er nirgends einen Platz finden konnte und dass für ihn überall die Türen verschlossen blieben. Nach zwei Monaten hoffnungslosen Suchens hatte er den Glauben an sein Leben verloren: er hat sich vergiftet.

Das war natürlich verkehrt! Christus, der keinen einzigen Zöllner verachtete, hätte in diesem Jungen leben können und seine Seele hätte ein Paradies der Schönheit werden können, wenn er in den zwei Monaten wenigstens irgendwo ein gutes Wort oder eine Lebensmöglichkeit gefunden hätte. Doch es war kein Platz für ihn. Das ist die Not Christi.

Eine Welt, die Jahrhundert um Jahrhundert der rücksichtslosen Eigensucht als der höchsten Weisheit gedient hat … und wieder und wieder untergegangen ist. Eine Welt der Raubtiere und der Gewalttäter. Eine Welt, in der man im Großen und im Kleinen das eigene Ich über die Liebe gestellt hat. Von Cäsar bis Napoleon, von Hitler bis Stalin und zu den amerikanischen Atomstrategen ist es immer dasselbe gewesen, und wird wohl immer so bleiben. Cäsar wurde ermordet, Napoleon starb in der Verbannung, Hitler schoss sich eine Kugel in den Kopf, Mussolini wurde gehängt…

Was folgt? Gewalt und zügellose Selbstsucht führen unfehlbar zum Untergang, das wissen wir. Wir haben es selbst miterlebt und wir tragen selbst die Folgen. Doch wie blinde Tore gehen wir den gleichen Weg weiter. Der Weg der Selbstsucht im Großen und im Kleinen. Von den Weltkonferenzen der Großen Fünf bis zu der kleinen Geldgier eines Wucherers und dem trägen Übel unserer eigenen Sünden wird die Welt von der Selbstsucht regiert. Es steht ein tragisches Wort in der Heiligen Schrift: ‚Er kam in sein eigenes Haus, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf.’ Kein Platz in der Herberge, weil ‚die Seinen’ keine Liebe hatten. Hier liegt die verborgene Wurzel von Krieg und Verwüstung. Doch wir wissen, dass Er der Friedensfürst ist, nach dem sich die Welt sehnt und den wir so bitter nötig haben. Lasst uns denn in Gottes Namen die Liebe wiederherstellen, die die Türen und Herzen für ihn öffnet! Wir Menschen gehören doch zusammen. Allesamt. Auch die Deutschen und die Kommunisten. Auch die Verlobten ohne Haus und Zukunft und die frierenden Kranken in ihrem Bunker und alle die anderen.

Nicht mit Worten, sondern mit Taten, wie der heilige Martin. Er ritt auf einem Pferd, ein Armer folgte ihm, der nichts mehr hatte. Da nahm er seinen Mantel, schnitt ihn mitten entzwei und gab die Hälfte dem Armen. Der Arme war Christus. Jeder Arme – im vollen Sinne des Wortes – ist Christus. Gebt also Kleider- und Nahrungsmittelpakete für unsere Brüder in Deutschland und fordert nicht das letzte Kilo Kohle von ihnen zurück. Stellt den Obdachlosen Räume in euren Häusern zur Verfügung, einen Platz an eurem Tisch für die Hungernden. Schenkt eure Liebe, eure Barmherzigkeit, eure Vergebung und eure Freundlichkeit allen!

Der heilige Johannes schrieb an die Christen: „Daran erkennen wir die Liebe: Er hat Sein Leben für uns gegeben; auch wir müssen unser Leben für die Brüder geben. Wenn einer also die Güter dieser Welt besitzt und seinen Bruder in Not sieht, sein Herz aber verschließt, wie bleibt in ihm dann noch die Liebe zu Gott? Kinder, lasst uns nicht mit dem Wort und mit der Zunge lieben, sondern mit der Tat und in der Wahrheit” (1 Joh 3, 16-17).

Solange wir dies nicht getan haben, bleibt unsere Tür und unser Herz für Christus geschlossen. Kein Platz für Ihn bei uns! Alle Krippen, rote Lämpchen, Gefühlsduselei und falsche Romantik können dies nicht gutmachen. Lasst uns denn in unserem Herzen und in unserer nächsten Umgebung Frieden schließen; die alten Streitigkeiten vergessen; einander mild und fest die Hände drücken; die Liebe wieder herstellen. Denn das kleine, schreiende Kind in der Krippe ist Emmanuel, der Gott-mit-uns. Und Gott ist Liebe.“

Unsere Geschichte

1913

Werenfried van Straaten wird in Mijdrecht (Niederlande) geboren. Sein eigentlicher Vorname ist Philipp.

1940

Am 25. Juli wird Pater Werenfried zum Priester geweiht.

1947

Das Hilfswerk „Ostpriesterhilfe” entsteht: Pater Werenfried unterstützt mit Hilfe der Bevölkerung Flanderns die vierzehn Millionen heimatvertriebenen Deutschen, zunächst mit Speck („Speckpater”). Er ruft zur Versöhnung mit dem „Feind von gestern” auf.

1949

Aktion „Ein Fahrzeug für Gott”: Motorisierung der ersten „Rucksackpriester”, die unter den Vertriebenen im protestantischen Gebiet der norddeutschen Diaspora Seelsorge leisten, wo es damals kaum katholische Pfarreien gab.

1950

Start der Kapellenwagenaktion: 35 gebrauchte Autobusse werden zu „fahrenden Kapellen” für die Seelsorge unter den Heimatvertriebenen und die Verteilung der Hilfsgüter umgebaut.

1951

Gründung der ersten „Festung für Gott” (Kloster) am Eisernen Vorhang.

1952

Beginn der Hilfsaktion für die verfolgte Kirche in Ostmittel- und Osteuropa: Reparatur von verfallenden Kirchen, Priesterausbildung in Riga/Lettland und Kaunas/Litauen, Bücherapostolat und Radiosendungen.

Erster Kongress „Kirche in Not“ in Königstein im Taunus. 150 Persönlichkeiten aus 18 Ländern berichten über die verfolgte Kirche hinter dem Eisernen Vorhang.

Erste Predigtaktionen von Pater Werenfried in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Pater Werenfried predigt auf dem Internationalen Eucharistischen Kongress in Barcelona. Es sind die Anfänge von KIRCHE IN NOT in Spanien.

1953

Gründung des Internationalen Bauordens mit dem Zweck, Häuser für arme Menschen sowie Kirchen zu bauen.

Pater Werenfried trifft Papst Pius XII.

1954

Ausweitung der Hilfe auf Flüchtlinge aus allen kommunistischen Ländern.

1955

Hilfe für arabische Flüchtlinge in Israel. Auf dem fünften Kongress „Kirche in Not“ weiht der Erzbischof von Köln, Kardinal Josef Frings, das „Haus der Begegnung” in Königstein im Taunus ein.

1956

Treffen mit Kardinal Mindszenty in Budapest während des Ungarn-Aufstandes und großangelegte Hilfsaktion für Ungarn.

Gründung der deutschen Sektion der Ostpriesterhilfe mit Sitz in Neu-Ulm.

1957

Treffen mit dem polnischen Kardinal Wyszynski. Hilfe für die Priesterausbildung und den Lebensunterhalt von Ordensfrauen in Polen.

Pater Werenfried reist ins Heilige Land.

1958

Gründung der Zweimonatsschrift „Echo der Liebe, die heute in sieben Sprachen in einer Auflage von 600 000 Exemplaren erscheint.

1959

Pater Werenfried reist in die Flüchtlingsgebiete in Asien und besucht Mutter Teresa im „Haus der Sterbenden” in Kalkutta.

1960

Das Buch „Sie nennen mich Speckpater” erscheint. Pater Werenfried besucht heimlich die Bischöfe Jugoslawiens und berät mit ihnen mögliche Hilfen.

1961

Hilfe für Flüchtlinge aus China, Nordkorea und Nordvietnam.

1962

Pater Werenfried nimmt als Berater am Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom teil und nimmt dort mit sechzig Bischöfen aus den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang Verbindung auf.

Papst Johannes XXIII. bittet die „Ostpriesterhilfe” um Hilfe für die Kirche in Lateinamerika.

Ein Bauprogramm für Notwohnungen in Chile wird gefördert. Erste Reise Pater Werenfrieds nach Lateinamerika.

1963

Kardinal Slipyj, das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, wird von den Sowjets nach achtzehn Jahren Haft und Zwangsarbeit freigelassen. Pater Werenfried trifft ihn in Rom.

Die Unterstützung der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche beginnt.

1964

Pater Werenfrieds Hilfswerk, in vielen Bistümern kanonisch errichtet, wird als „Pium Sodalitium” anerkannt und dem Heiligen Stuhl direkt unterstellt.

Der internationale Sitz des Werkes wird von Belgien nach Rom verlegt.

1965

Nach dem Simba-Aufstand besucht Pater Werenfried Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) und begegnet dort Mutter Hadewych, einer Schwester aus Belgien.

Es beginnen die Hilfsaktionen für die Kirche in Afrika. Reise von Pater Werenfried nach Süd-Vietnam.

1966

Gründung des Instituts „Töchter der Auferstehung” in Bukavu/Demokratische Republik Kongo durch Mutter Hadewych und Pater Werenfried. Das Institut wird als Pia Unio dem Hilfswerk angegliedert.

1967

Weihe der „Ostpriesterhilfe” an die Mutter Gottes in Fatima.

1968

Pater Werenfried besucht die Tschechoslowakei und organisiert die Hilfe während und nach dem Prager Frühling.

1969

Pater Werenfried veröffentlicht sein Buch „Wo Gott weint”.

Der Name seines Hilfswerks wird geändert in „KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe”.

Beginn der Hilfsaktion für die Kirche auf den Philippinen.

1970

Hilfe für die Opfer der Überschwemmungskatastrophe in Rumänien. Beginn der Hilfsaktion für die Kirche in Haiti.

1971

Zweite Reise Pater Werenfrieds nach Lateinamerika. Nach einem Erdbeben in Peru startet KIRCHE IN NOT eine Hilfsaktion für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen.

Kardinal Mindszenty verlässt Ungarn und trifft Pater Werenfried in Rom.

1972

Während des Völkermordes in Burundi wird Pater Werenfried verhaftet. Er entkommt und findet Asyl in der Nuntiatur. Wenige Tage später wird er des Landes verwiesen.

1973

Vierzig Bistümer in Brasilien werden mit dreihundert für die Seelsorge umgebauten LKWs unterstützt. Die Lastwagen dienen der Seelsorge im riesigen Urwaldgebiet des Amazonas.

1975

Hilfe für die Erdbebenopfer in Guatemala.

„KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe” verlegt seinen internationalen Sitz nach Königstein im Taunus/Deutschland.

1976

Das Hilfswerk unterstützt die Rettungsaktion des Schiffes Cap Anamur für die Boat-People aus Vietnam und hilft den Flüchtlingen aus Laos und Kambodscha in Thailand, auf den Philippinen und in Malaysia.

1978

Hilfe für Flüchtlinge aus Angola und Guinea.

1979

Beginn des Projektes „Kinderbibel” zum „Internationalen Jahr des Kindes”. Bis Ende des Jahres 2018 wurden über 51 Millionen Exemplare der Kinderbibel in mehr als 180 Sprachen hergestellt und verteilt.

1980

Hilfe für Christen im Libanon wird verstärkt.

1981

„Ein Schiff für Polen”: Aufruf zu einer Spendenaktion für die Kirche in Polen.

1983

Verlegung der deutschen Sektion von „KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe” von Neu-Ulm nach München.

1984

Anerkennung von „KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe” durch den Heiligen Stuhl als gesamt-kirchliche Vereinigung päpstlichen Rechts.

Die deutsche Sektion des Werkes beteiligt sich an der Vorbereitung des Gebetstags für die verfolgte Kirche, zu dem die deutschen Bischöfe damals alljährlich aufriefen.

1985

Verstärkung des Bücher-Apostolats und der Radio-Programme für Osteuropa.

1988

“KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe” erhält von der Sowjetunion die Einfuhrgenehmigung für 120 000 Bibeln. Sie werden nach Lettland verschifft und über das Priesterseminar in Riga in der Sowjetunion verteilt.

1989

Pater Werenfried reist nach Rumänien und trifft auch Bischöfe der griechisch-katholischen Kirche, die zu dieser Zeit noch im Untergrund lebt. Eine erste Hilfsaktion läuft an.

Im Frühjahr 1989 lässt das Hilfswerk über Radio in der damaligen Sowjetunion verbreiten, dass jeder, der darum bittet, eine Bibel oder andere religiöse Bücher erhalten kann. Über 400 000 Briefe gehen ein.

1990

Pater Werenfried feiert sein fünfzigjähriges Priesterjubiläum. Er predigt in Ungarn und in der (damaligen) Tschechoslowakei.

1991

Die ukrainische griechisch-katholische Kirche verlässt die Katakomben. Ihr Oberhaupt, Kardinal Lubachivsky, kehrt aus dem Exil nach L’viv (Lemberg)/Ukraine zurück. Pater Werenfried begleitet ihn und spricht vor Hunderttausenden auf dem Platz vor der Lemberger Oper. KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe unterstützt den Wiederaufbau dieser Kirche, die mit fünf bis sechs Millionen Gläubigen im Untergrund überlebt hat.

KIRCHE IN NOT organisiert eine Fernsehbrücke Fatima-Moskau. Pater Werenfried wird zum Mitglied der Sondersynode der Europäischen Bischöfe ernannt, die vom 28. November bis zum 14. Dezember 1991 unter dem Vorsitz Papst Johannes Pauls II. in Rom tagte. Pater Werenfried hält eine Ansprache vor den Synodenvätern.

1992

Beginn eines umfangreichen Hilfsprogramms für den Wiederaufbau und die Neuevangelisierung in Osteuropa: Reparatur und Bau von Kirchen und Priesterseminaren, Hilfe für Frauengemeinschaften, Verbreitung religiöser Bücher und Radioprogramme, Ausbildung von Katecheten und Laien.

Erste Reise Pater Werenfrieds nach Russland. Treffen mit dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexej II. Die Hilfe für die russisch-orthodoxe Kirche beginnt. Aufruf zur ökumenischen Rosenkranzaktion für Russland. Kapellenwagen für Kaliningrad (Königsberg).

1993

Verleihung der Plakette für Verdienste um den deutschen Osten und das Selbstbestimmungsrecht an Pater Werenfried. Pater Werenfried spricht beim Weltjugendtag in Denver/USA.

1994

Zweite Reise Pater Werenfrieds nach Russland.

1995

Ausbau und Intensivierung der Hilfe für die Kirche in der Volksrepublik China. Auszeichnung Pater Werenfrieds mit der Poverello-Medaille der Franziskaner-Universität in Steubenville/USA.

1997

Fünfzigjähriges Jubiläum von KIRCHE IN NOT/Ostpriesterhilfe.

Hilfsaktion für die Hochwasseropfer in der Tschechischen Republik und Polen.

Beginn verstärkter Hilfe für die Kirche auf Kuba.

Ernennung von Pater Werenfried zum Ehrendomherrn der griechisch-katholischen Diözese Presov/Preschau in der Slowakei.

Pater Werenfried nimmt am Familienkongress in Rio de Janeiro teil

1998

Herausgabe des „Kleinen Katholischen Katechismus ‚Ich glaube‘”.

Das erste von KIRCHE IN NOT finanzierte Kapellenschiff ist im Gebiet der Flüsse Wolga und Don zu den Gläubigen der russisch-orthodoxen Kirche unterwegs.

1999

Start der Kerzen-Aktion „Lumen Christi 2000” zum Heiligen Jahr.

2000

Ein weiteres Kapellenschiff läuft vom Stapel. Ein drittes ist in Arbeit. Pater Werenfried feiert sein sechzigjähriges Priesterjubiläum. Verleihung der Georgsplakette des Bistums Limburg.

2001

Die deutsche Sektion von KIRCHE IN NOT richtet in ihren Geschäftsräumen in München eine Kapelle ein.

2003

Pater Werenfried feiert seinen 90. Geburtstag mit einem festlichen Gottesdienst im Limburger Dom. Am 31. Januar stirbt Werenfried van Straaten in seinem Wohnort Bad Soden am Taunus.

Internationale Mitarbeiterkonferenz vom 11.–14. September in Castelgandolfo bei Rom zum Thema: „Pater Werenfried: Erbe und Mission”

2004

Die Nationalsekretariate von Deutschland, Österreich und Schweiz/Liechtenstein veranstalten in Augsburg erstmalig den Kongress „Treffpunkt Weltkirche”. Auf dem Kongress wird das Beichtmobil aus der Taufe gehoben.

Große internationale Wallfahrt nach Polen. Weihe des Werkes an die Muttergottes von Tschenstochau.

2005

KIRCHE IN NOT startet die große Aktion „Ein Glaubensbuch für Deutschland” zum Weltjugendtag in Köln. Die Biografie „Danke, Pater Werenfried” erscheint.

2006

Die Nationalsekretariate von Deutschland, Österreich, Schweiz/Liechtenstein und Südtirol veranstalten in Augsburg den II. Internationalen Kongress „Treffpunkt Weltkirche”. Der „Pater-Werenfried-Platz” wird vor dem Sitz der internationalen Zentrale in Königstein im Taunus eingeweiht.

2008

III. Internationaler Kongress „Treffpunkt Weltkirche” in Augsburg

2009

Das deutsche Büro zieht in die neuen Räume in der Lorenzonistraße 62 in München ein.

2011

4. Internationaler Kongress Treffpunkt Weltkirche in Würzburg.

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner enthüllt das Denkmal der drei „Königsteiner Kirchenväter” Bischof Maximilian Kaller, Weihbischof Adolf Kindermann und Pater Werenfried van Straaten.

KIRCHE IN NOT wird von Papst Benedikt XVI. zur Stiftung päpstlichen Rechts erhoben. Sitz der Stiftung ist der Vatikanstaat. Der Rechtsakt erfolgte durch eine eigenhändig unterschriebene Urkunde des Papstes in lateinischer Sprache.

2013

Glaubens-Tournee durch Deutschland anlässlich des 100. Geburtstags und zehnten Todestags von Pater Werenfried van Straaten. Stationen waren: Köln, Pfaffenhofen an der Roth (Gebetsstätte Marienfried), Königstein im Taunus, Eichstätt, Bad Staffelstein (Vierzehnheiligen), Hildesheim (Kloster Marienrode), Kevelaer und Lutherstadt Eisleben (Kloster Helfta).

2015

5. Internationaler Kongress „Treffpunkt Weltkirche” in Würzburg.