Pfarrer Simon Khoury hat viel zu tun: Neben der Feier der heiligen Messe hält er Trauungen, Taufen und Beerdigungen ab, besucht kranke Menschen in den Krankenhäusern und Häftlinge in den Gefängnissen.
Er bereitet Kinder auf die Erstkommunion und junge Paare auf das Sakrament der Ehe vor, erteilt Katechese und Religionsunterricht und begleitet die Gläubigen geistlich.
Oft suchen auch Muslime Rat bei ihm, insbesondere bei familiären Problemen. In den Schulen setzte sich der Priester für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften ein.
Bislang wohnt er noch nicht in Kana, weil das Pfarrhaus noch eine Baustelle ist. Er lebt derzeit im rund 30 Kilometer entfernten Ibillin.
Dank unserer Wohltäter, die 8.000 Euro gespendet haben, hat Pfarrer Khoury nun endlich ein eigenes Auto. Bislang war er auf einen geliehenen Wagen angewiesen, aber für seine vielen Aufgaben an verschiedenen Orten brauchte er dringend ein Auto.
Unsere Wohltäter haben ihn nicht im Stich gelassen, und so ist seine seelsorgliche Arbeit viel leichter geworden. Ein herzlicher Dank an alle, die geholfen haben!
Der Bischof betonte seine persönliche Verbindung zum Hilfswerk.
Als „Sohn einer Familie, die von Krieg und Vertreibung geprägt ist“, habe der Name des Gründers von KIRCHE IN NOT, Pater Werenfried van Straaten, und sein Engagement für die deutschen Heimatvertriebenen und die Christen hinter dem Eisernen Vorhang für ihn „immer einen guten Klang gehabt.“
Ausdrücklich dankte der Bischof auch für das Engagement von KIRCHE IN NOT im Bereich Glaubensverkündigung und Neuevangelisierung. Dies sei gerade heute wichtig: „Eine Kirche, die überhaupt nicht mehr aneckt, müsste sich fragen, ob sie noch in den Fußspuren Jesu unterwegs ist.“
Das Thema „Neuevangelisierung – Modewort oder Lichtblick?“ griff bei der anschließenden Veranstaltung im Kolpinghaus auch Paul Josef Kardinal Cordes auf.
Der frühere Präsident des Rates „Cor unum“ und einer der „Väter“ der Weltjugendtage, hob die Dringlichkeit eines missionarischen Aufbruchs der Kirche hervor: „,Pastoral correctnesʻ ist von der Politik in die Kirche eingedrungen.“ Selbst geweihte Hirten seien versucht, das Evangelium „auf den Zeitgeist zu verkürzen“. Die Folgen seien spürbar: So glaubten einer Umfrage zu Folge in Deutschland nur rund 16 Prozent der Katholiken an einen personalen Gott.
Dieser Entwicklung habe der heilige Papst Johannes Paul II. und seine Nachfolger die Neuevangelisierung entgegengesetzt. Große Bedeutung komme hierbei den neuen geistlichen Gemeinschaften zu. Cordes war in seinen ersten Jahren in Rom mit der Begleitung dieser Gemeinschaften betraut.
Anfängliche Skepsis sei bei ihm bald der Begeisterung gewichen: „Diese Neuaufbrüche des Glaubens sind für mich ein Zeichen, dass Gottes Geist weiter in Christi Kirche aktiv ist.“ Der Verdienst der geistlichen Gemeinschaften sei es vor allem, die ursprünglich missionarische Berufung jedes einzelnen Christen wieder zu betonen.
Unabhängig von der persönlichen Zugehörigkeit könnten alle Christen von diesen Aufbrüchen lernen, so Cordes. Dies gelte besonders im Hinblick auf eine tragende Gemeinschaft. „Wie viele Mitchristen suchen in einer zunehmend weltlich-kalten Welt die Nestwärme der Glaubensgemeinschaft.“ Gesellschaftliche Verankerung und selbst der regelmäßige Gottesdienstbesuch könnten dies oft nicht bieten, noch weniger die Angebote der Medien, „suchen sie doch ständig das Haar in der kirchlichen Suppe und machen nicht selten die Mücke zum Elefanten.“
Auch „Innerlichkeit“ durch das gemeinsame Beten und die Anbetung, sowie die „Gottverwiesenheit“ der geistlichen Gemeinschaften seien Cordes zufolge für alle Christen nachahmenswert: „Ihre Pastoral wechselt ab zwischen Erleben und Bedenken und sie verbinden etwa die Teilnahme an großen Veranstaltungen mit deren deutender Aufarbeitung.“
Solche Feste wie der Weltjugendtag seien bei aller sinnlich wahrnehmbaren Freude „glaubensgetränkt, nicht welttrunken“.
Die Gottverwiesenheit der Christen, die unter Krieg oder Verfolgung leiden, wurde beim anschließenden Podiumsgespräch deutlich. „Der christliche Glaube in Syrien hat jahrhundertealte Wurzeln. Es ist der Glaube der Märtyrer, die stand gehalten haben. Darum bleiben auch wir.“ Dies bekannte Pater Firas Lutfi aus Aleppo. Sein Franziskanerkloster ist zu einer Anlaufstelle für die notleidende Bevölkerung der zerstörten Stadt geworden.
Er sei mitten im Krieg nach Aleppo gesandt worden, so Firas. „Ein Journalist fragte mich: ,Warum gehst Du gerade jetzt dorthin?ʻ Aber die Frage muss lauten: ,Wofür gehst Du?ʻ“ Der Glaube der Menschen, besonders der Kinder, die trotz Krieg und islamistischem Terror ausharrten, hätten auch seinen Glauben neu bestärkt.
Seit dem Ende der Kämpfe in Aleppo vor zwei Jahren kümmert sich Lutfi zum Beispiel um den Aufbau von Betreuungszentren für Traumatisierte oder um Ausbildung und Versorgung von Kindern, deren Väter im Krieg gefallen seien. „Wir geben ihnen Namen und Zukunft.“ Auch erste Familien seien bereits zurückgekehrt. „Wir können sie unterbringen und versorgen – dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT, das unseren Wiederaufbau begleitet.“
Dennoch gehe der Krieg in einigen Landesteilen weiter. Auch die Gefahr des Islamismus sei nicht gebannt, auch wenn der „Islamische Staat“ weiter an Boden verliere, erklärte der Ordensmann. „Es existieren zehn verschiedene Milizen im Land.“
Diese hätten viele Kämpfer aus dem Ausland in ihren Reihen, auch aus Europa. Problematisch sei die einseitige Berichterstattung der europäischen Medien. Sie würden den Menschen eine Situation präsentieren, in der genau feststehe, wer von den Kriegsparteien gut und böse sei. Aber dies sei nicht so einfach.
Im syrischen Krieg gehe es längst nicht mehr um Demokratie und Freiheit. „Es geht um wirtschaftliche Interessen. Hier wird Geopolitik gemacht“, sagte Lufti. Diese gelte für die USA ebenso wie für die Türkei, die im Januar 2018 ein Militäroffensive auf die nordsyrische Stadt Afrin gestartet hat. „Hier geht es um die Kurdenfrage, nicht um Syrien. Aber die Kurden sind ein Teil des syrischen Volkes“, sagte Lutfi.
Generell müsse jetzt die Einheit der Nation im Vordergrund stehen: „Syrien ist wie ein Mosaik verschiedener Religionen und Ethnien. Wir haben über Jahrhunderte in Frieden gelebt. Das gilt es zu bewahren.“ Dazu gehöre auch die Zusammenarbeit mit den Muslimen, zu denen Firas gute Kontakte pflegt. Islam und Terrorismus seien nicht dasselbe.
Ein Bekenntnis, dem Father John Bakeni aus Maiduguri im Nordosten Nigerias unter Vorbehalt zustimmte: „Das größte Problem im Islam ist das Schweigen der Mehrheit zum Terrorismus, statt ihn zu verurteilen. Terror ist leider ein Aspekt des Islams.“ Er könne daher nur an die deutsche Gesellschaft appellieren, bei jedem Migranten aus islamischen Staaten dessen Hintergrund genau zu prüfen, „damit Sie nicht das durchleiden müssen, was wir in Nigeria durchmachen.“
In seinem Heimatland hat die islamistische Terrorsekte „Boko Haram“ rund 30 000 Menschen getötet und über zwei Millionen Menschen vertrieben. Bei „Boko Haram“ handle es sich um eine salafistische Gruppierung, deren Geldgeber im Dunkeln blieben, erläuterte Bakeni: „Die Spur führt in die Golfstaaten.“
Der Priester koordiniert für sein Bistum Maiduguri die Hilfe für die Binnenflüchtlinge und Überlebenden, „denn der Staat lässt uns vollkommen im Stich“. Fördergelder blieben aus oder würden durch die grassierende Korruption in die falschen Hände gelangen.
Mit Hilfe von KIRCHE IN NOT hat Bakeni ein Betreuungsprogramm für Witwen in die Wege geleitet, deren Männer durch „Boko Haram“ ums Leben gekommen sind. Auch deren Kinder erhalten jetzt Ausbildung und Versorgung. „Aber wir müssen noch mehr tun – wir haben über 5000 Witwen“, sagte Bakeni. Es handle sich um eine „handfeste humanitäre Krise“.
Auch wenn „Boko Haram“ an Boden verloren habe, nähmen jetzt islamistische Selbstmordattentate zu. „Zwei- bis dreimal in der Woche wird ein Anschlag verübt.“ Größte Herausforderung sei es jetzt, die Vertriebenen bei der Rückkehr in ihre Heimatorte zu unterstützen.
Dabei hoffe er weiterhin auf die Unterstützung von KIRCHE IN NOT, sagte Bakeni: „Es war KIRCHE IN NOT, die uns in der schwierigsten Phase unserer Geschichte wieder emporgezogen und uns neue Hoffnung gegeben hat.“
Zwar sei etwa im Nahen Osten die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mittlerweile zurückgedrängt, aber die Kämpfer würden sich nun neu organisieren oder als Einzeltäter Anschläge verüben.
Auch in afrikanischen Ländern sei der islamistische Terror Verfolgungsursache Nummer eins. Diese Verfolgung treffe allerdings nicht nur Christen. Die Extremisten machten auch vor ihren muslimischem Glaubensbrüdern keinen Halt.
„Christen in großer Bedrängnis“ gehe es darum, die Schicksale der Opfer religiöser Gewalt sichtbar zu machen – jenseits von Zahlen, erklärte Pelster: „Es kursieren unterschiedliche Angaben, wie viele Christen verfolgt sind. Das hängt auch damit zusammen, ob bereits gesellschaftliche Diskriminierung zur Verfolgung gerechnet wird oder nicht. Die Grenzen sind fließend. Statt schwer zu ermittelnder Zahlen sollten eher die betroffenen Personen im Vordergrund stehen.“
Zwei Betroffene kamen im Anschluss selbst zu Wort. Franziskanerpater Firas Lutfi lebt im syrischen Aleppo. Sein Kloster ist eine wichtige Anlaufstelle für die notleidende Bevölkerung der zerstörten Stadt, „die die UNO als gefährlichsten Ort der Welt bezeichnet hat“, so Lutfi.
Der Ordensmann schilderte einige Vorfälle, die „wir als christliche Gemeinschaft in Aleppo als direkte Verfolgung betrachten“, etwa die Entführung von Priestern und Gläubigen – darunter auch der beiden Bischöfe Mar Gregorios Yohanna und Boulos Yazigi im Jahr 2013. Seither gibt es von ihnen kein Lebenszeichen.
Auch Kirchen und Klöster, darunter sein Franziskanerkonvent, seien bombardiert worden. Als eine Bombe während des Sonntagsgottesdienstes in einer Kirche niederging, „vermischten sich die konsekrierten Hostien mit dem Blut der Verwundeten“, sagte Lutfi. „Es gab keinen Ort, an dem wir vor Verfolgung sicher waren.“
Dies habe sich Ende 2016 geändert, als der IS aus Aleppo vertrieben wurde. „Für viele Menschen war dies ein Wunder. Tatsächlich nämlich war die Stadt am 13. Mai 2016 dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht worden. Damals wurde Aleppo noch von Terroristen belagert“, sagte Lufti. Auch wenn die Waffen dort seither schwiegen, herrsche „ein Mangel an allem, was man für ein würdevolles Leben braucht.“
Der Franziskanerpater stellte anschließend zwei aktuelle Hilfsprojekte vor, die er initiiert hat: Die Behandlung traumatisierter Kinder und die Betreuung von Müttern, deren Männer im Krieg gefallen oder sie im Stich gelassen haben.
Lufti dankte KIRCHE IN NOT und allen Helfern: „Ohne aktive Nächstenliebe würde sich der Nahe Osten in ein Museum verwandeln mit alten Steinen, aber ohne die lebendigen Steine im Form von Christen.“ Firas wies auf die Worte von Papst Franziskus hin, wonach das größte Problem der leidenden Christen das Schweigen und die Gleichgültigkeit der Weltgemeinschaft sei. Dieses Schweigen gelte es zu brechen.
Eine Hoffnung, die auch Father John Bakeni aus Maiduguri im Norden Nigerias hegt: „Die Welt braucht Fakten und keine Propaganda.“ In seiner Heimat Nordnigeria lebten über 30 Millionen Christen, etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung.
Dennoch hätten sie keinerlei Ansehen und litten unter „sozialer und religiöser Gewalt“. Ihnen würden Chancen auf Bildung, Beschäftigung und der Zugang zu Staatsämtern ebenso verwehrt wie die Genehmigung für den Bau neuer Kirchen. „Die letzte Genehmigung wurde 1979 erteilt“, so Bakeni.
Auch würden immer wieder christliche Mädchen verschleppt und zwangsverheiratet. „Wenn wir dann versuchen einzugreifen, werden als nächstes unsere Kirchen niedergebrannt.“
Diese Lage sei mit dem Auftreten der Terrorsekte „Boko Haram“ im Jahr 2009 unerträglich geworden: „Wir haben seither eine Zerstörung unserer Leben, unserer Heimat, unserer Kirchen, Schulen und unserer Kultur durchlitten.“
In seiner Diözese seien allein fünftausend Kirchenmitglieder getötet und weitere fünf Millionen Menschen vertrieben worden. „Boko Haram ist die brutalste Terrororganisation der Welt“, sagte Bakeni. Sein Bistum sei plötzlich mit Unterbringung und Versorgung tausender Flüchtlinge sowie der Terror-Überlebenden konfrontiert gewesen. Dabei habe die Sorge nicht nur den Christen gegolten: „Wir waren die ersten, die Muslime versorgt haben“, erzählte Bakeni. „Viele haben uns dafür kritisiert. Aber unsere Haltung ist: Wenn du einen Bruder in Not siehst, musst du ihm helfen.“
Insgesamt hätten die zurückliegenden neun Jahre der Verfolgung nicht nur zu einem Wachstum der christlichen Gemeinden geführt, sondern auch Christen und Muslime einander nähergebracht, erklärte Bakeni: „Ich verurteile nicht den Islam, sondern den Terrorismus. Er ist der gemeinsame Feind der Menschheit.“ Er wünsche sich aber, dass auch die Muslime ihre Stimmen gegen den Terror aus den eigenen Reihen lauter erheben würden.
Jede Woche kommt es in Nigeria zu mehreren Selbstmordanschlägen. Dennoch sei „Boko Haram“ mittlerweile militärisch auf dem Rückzug. „Aber wenn die Vertriebenen in ihre Dörfer zurückkehren, stehen sie vor dem Nichts“, sagte Bakeni.
Die hohe Korruption in Nigeria lähme den Wiederaufbau; Hilfe von Seiten der Regierung bleibe aus. „Das einzige Licht in der Dunkelheit für uns war KIRCHE IN NOT“, bekannte Bakeni. Wichtig sei neben der Hilfe auch der direkte Kontakt.
„Die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT haben nicht nur Gebets- und Hilfsaktionen für Nigeria organisiert, sie haben uns besucht.“ Das sei für die verfolgten Christen ein Hoffnungssignal gewesen. „Die Zuwendung und das Interesse der Öffentlichkeit gibt uns Mut.“
Um solchen Kindern zu helfen, hatte 2001 ein italienischer Priester in Kapschagaj eine Art katholisches Zentrum gegründet. Er baute eine Kirche am Rand der 57 000-Einwohner-Stadt und erwarb einige Häuser.
Dort haben sich Schwestern niedergelassen, die Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen aufgenommen haben. Rund um das Zentrum hat sich eine katholische Gemeinde gebildet. Die Zahl der Gottesdienstbesucher, die aus der Stadt kommen, steigt.
Die Kinder erleben hier zum ersten Mal in ihrem Leben Geborgenheit, Fürsorge und ein geregeltes Leben. Sie spielen, lernen und beten gemeinsam, und manchmal machen sie auch Ausflüge.
Da das Zentrum an einem See liegt, können die Kleinen die Schönheit der Natur quasi vor der Haustür erleben. Das ist eine kostbare Erfahrung für Kinder, die oft nur Elend und Unordnung kennengelernt haben.
Manche der ehemaligen Zöglinge der Schwestern haben inzwischen selbst eine eigene Familie. Sie sind noch immer mit dem Zentrum und der Kirchengemeinde verbunden und helfen, wo sie können.
Nun konnte noch ein weiteres Haus eröffnet werden. Drei weitere Schwestern haben sich der Gemeinschaft in Kapschagaj angeschlossen und kümmern sich dort um die Kinder. Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 15.000 Euro gespendet haben, konnten Möbel und Elektrogeräte für das neue Haus angeschafft werden.
Die Schwestern schreiben uns: „Wir sind Ihnen sehr dankbar für Ihre Hilfe. Wir bemühen uns, alles für die Kinder und Jugendlichen zu tun, was uns möglich ist. Möge der Herr Sie segnen und Ihnen Seinen Frieden und Seine Freude schenken.“
Auch mit dem Gemüseanbau im Garten hatten sie kürzlich Pech: Der Mais, die Tomaten und die Zwiebeln wurden von einer Pflanzenkrankheit befallen. Die Schwestern wussten nicht, wie es weitergehen sollte, und beteten zu Gott um Hilfe.
Gott wirkt manchmal auch durch andere Menschen. Und so haben unsere Wohltäter 9.000 Euro gespendet, um den Schwestern zu helfen. Die Ordensfrauen sind überglücklich über diese Hilfe.
Sie haben uns geschrieben: „Es war eine große Überraschung, und wir haben uns sehr gefreut über den Betrag, den Sie uns geschickt haben! Wir sind sehr, sehr dankbar für die Großzügigkeit unserer Wohltäter. Darin zeigt sich die göttliche Vorsehung, die sich immer um uns kümmert.
Wir wünschen allen unseren Wohltätern Gottes reichen Segen und seine Gnaden und versichern Sie alle unserer Gebete und unserer Zuneigung und Dankbarkeit.
KIRCHE IN NOT hilft seit Jahrzehnten in Angola – zum Beispiel bei der Renovierung oder dem Neubau von Kirchen und Gemeindezentren. Unser Hilfswerk stellt Priestern und Katecheten Fahrzeuge zur Verfügung, damit diese ihre weitverzweigten Gemeinden erreichen können. Darüber hinaus unterstützt KIRCHE IN NOT auch die Kinder- und Jugendkatechese oder die Arbeit mit Suchtkranken.
Die Veranstaltung wird anschließend im nahe gelegenen Kolpinghaus (Adolph-Kolping-Str. 1) mit einem Mittagsimbiss sowie einem Vortrag und einem Podiumsgespräch fortgesetzt.
Der deutsche Kardinal Paul Josef Cordes wird dort ab 13:30 Uhr zum Thema „Neuevangelisierung – Modewort oder Lichtblick” sprechen. Er ist einer der „Väter” der Weltjugendtage und hat die karitative Arbeit der Kirche koordiniert.
In einem Podiumsgespräch ab 15:00 Uhr werden Pater Firas Lutfi OFM aus dem syrischen Aleppo und Father John Bakeni aus Maiduguri im Nordosten Nigerias über das Leben und die aktuelle Lage in ihren Heimatländern berichten.
In Syrien und Nigeria haben die Christen entsetzlich zu leiden unter Krieg und Terror. Doch trotz Anschlägen durch den IS oder Boko Haram wankt der Glaube der Menschen nicht.
Die Veranstaltung endet gegen 16:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wegen des Mittagsimbisses im Kolpinghaus bitten wir um eine formlose Anmeldung in unserem Münchner Büro.
Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für den Gottesdienst in der Stiftskirche zur Alten Kapelle brauchen Sie sich selbstverständlich nicht anzumelden.
JORGE KARDINAL UROSA: Meiner Meinung nach ist das Vorziehen der Präsidentschaftswahlen auf den 20. Mai eine Ungerechtigkeit gegenüber den politischen Rechten der venezolanischen Bürger.
Wir haben das Recht, frei und unter angemessenen Bedingungen zu wählen. Die Wahlen müssen durchführbar und demokratisch sein. Außerdem müssen die Wahlen im letzten Vierteljahr des Jahres angesetzt werden, wie dies in der Verfassung vorgesehen ist.
Zurzeit scheint die Opposition nicht sehr aktiv zu sein. Es findet vor der Wahl keine wirkliche Mobilisierung statt. Venezuela scheint unter Schock zu stehen. Ist dies so?Im vergangenen Jahr starben 140 Personen bei der Niederschlagung von Protestmärschen. Manchmal hatten die Opfer jedoch noch nicht einmal mit den Protesten zu tun.
Es gibt ein Video, in dem eine Frau eine Straße entlanggeht, ohne an den Märschen teilzunehmen; als sie sich von der Menge entfernt, hört man plötzlich einen Schuss. Tödlich getroffen fällt sie hin. Dies hat mich erschüttert.
Wir stehen unter Schock. Man könnte denken, dass sich das Böse ungehindert ausbreite und es egal sei, ob nun Kinder sterben oder jemand sich ergibt und dennoch umgebracht wird. Angesichts von so viel Leid sind die Menschen mutlos.
Die Presseerklärung der Bischofskonferenz spricht auch von einer Unrechtmäßigkeit der Wahlen …Diese Wahlen werden das Problem des sozialen Notstands nicht lösen, und deshalb sind sie nicht rechtmäßig. Man müsste diese Wahlen verschieben, da sie wirklich weder legitim noch demokratisch sind.
Ist die Kirche die einzige Einrichtung in Venezuela, die ihre Stimme erhebt?Nein. Es gibt viele Gruppen, die nicht damit einverstanden sind und das Wort ergreifen, wie zum Beispiel politische Gruppen oder die Nationalversammlung. Erstere sind sehr zersplittert und geschwächt und werden bedroht. Bei der Kirche ist die Wirkung vielleicht größer, da das Vertrauen der venezolanischen Gesellschaft in die Bischöfe stark ist.
Manche Beobachter sind der Meinung, dass die Wahlen vorgezogen wurden, da die ökonomische Lage des Landes am Ende ist. Ist dies einer der Gründe?Das weiß ich nicht. Was ich hingegen weiß, ist, dass die venezolanische Realität erbärmlich ist: Der Mangel an Medikamenten und Infusionen ist groß, einschließlich der Gesundheitsfürsorge in den Krankenhäusern, der Mangel an Lebensmitteln und die hohen Preise dafür, das Transportproblem, der Mangel an Bargeld …
Ein Kilogramm Fleisch oder Milchpulver kostet den Mindestlohn. Wer kann sich dies leisten? Wie ist es möglich, dass es in einem Land kein Geld gibt? Das zerstört jedes Wirtschaftssystem. Seitens der Bischofskonferenz von Venezuela haben wir unsere Stimme erhoben, um diesen sozialen Notstand beziehungsweise die humanitäre Krise, die in unserem Land herrscht, anzuprangern.
Es fehlt an Strom und Wasser. Niemand hat sich darum gekümmert, die Strukturen und die Instandhaltung von Systemen aufrechtzuerhalten. Es ist schrecklich, dieses Land in Trümmern zu sehen.
Ja, es gibt diesen Exodus, weil es keine Zukunft gibt. Die Situation ist dramatisch. Momentan haben praktisch alle venezolanischen Familien einen Angehörigen, der im Ausland lebt.
Dieser Exodus betrifft auch die Kirche. Zum Beispiel hier in der Erzdiözese Caracas haben schon vier ständige Diakone das Land aus familiären Gründen verlassen. Es gibt auch viele Kongregationen, die ihre Ordensschwestern außer Landes bringen, da sie keine Mittel für ihre Ernährung oder medizinische Betreuung haben.
Was wäre nötig, um Venezuela aus dieser schlimmen Lage herauszuhelfen?Es ist schwierig, diese Situation zu ändern. Wie kann es eine Veränderung geben, wenn die Regierung praktisch die ganze Staatsgewalt innehat?
Es gibt zwar die Nationalversammlung, aber sie ist praktisch außer Kraft gesetzt, so wie man auch die politischen Parteien für nichtig erklärt hat.
Andererseits könnte man sagen, dass es eine „Hypothek“ von Venezuela im internationalen geopolitischen „Spiel“ gibt. Das Land hat die Zusammenarbeit mit einigen Ländern aufgegeben und ist strategische Allianzen mit anderen eingegangen, vor allem wenn es um Bergbau und Erdöl geht.
Im Süden von Venezuela gibt es Diamantenminen, Gold und Koltan. Im Übrigen ist die Rücksichtslosigkeit gegenüber der Umwelt und die unkontrollierte Ausbeutung ein anderes, besorgniserregendes Thema.
Das Land ist Teil des internationalen geopolitischen und ökonomischen Spiels. Dies macht es noch schwieriger. Aber wir dürfen nicht aufhören, für unser Land zu beten und eine friedliche Lösung zu ersehnen.
Es ist ein wenig besser geworden. Die neue Bundesregierung hat ja kürzlich einen Beauftragten für Religionsfreiheit ernannt. Seit 2016 gibt es regelmäßige Regierungsberichte zur Lage der Religionsfreiheit. Wobei man sagen muss: Die USA tun das schon seit 20 Jahren! Auch in den Medien taucht Christenverfolgung wenigstens hin und wieder auf.
KIRCHE IN NOT tut einiges dafür, um auf die Lage der verfolgten Christen aufmerksam zu machen: Wir geben alle zwei Jahre auf internationaler Ebene einen „Religionsfreiheitsbericht“ heraus. Der deutsche Zweig von KIRCHE IN NOT veröffentlicht ebenfalls im Zweijahresturnus den Bericht „Christen in großer Bedrängnis“.
Hand in Hand mit der Information über verfolgte Christen geht auch die öffentlich sichtbare Solidarität mit verfolgten Christen: So konnte zum Beispiel KIRCHE IN NOT Italien erreichen, dass der Trevi-Brunnen in Rom und vor kurzem das Kolosseum rot angestrahlt wurden – als Zeichen der Solidarität mit verfolgten Christen.
Auch in anderen Ländern gab es solche Aktionen. Da ist die öffentliche Aufmerksamkeit natürlich groß. Und die ist auch dringend nötig.
Wo sind Brennpunkte der Christenverfolgung? Wo gab es in den vergangenen Jahren Verschlimmerungen – oder vielleicht Verbesserungen?Brennpunkt ist seit Jahren der Nahe Osten. Zu Recht haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union von einem Völkermord an den Christen des Irak durch den „Islamischen Staat“ gesprochen. Und den Christen in Syrien geht es nicht anders. Wenn eine islamistische Gruppe zurückgedrängt wird, wächst die nächste sofort nach. Das gilt auch in Afrika.
In Nigeria zum Beispiel treibt die Terrorsekte „Boko Haram“ ihr Unwesen. In Ägypten gab es in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr schwere Anschläge auf koptische Christen durch Islamisten. Die Christen in Indien wiederum leiden vermehrt unter nationalistischen Hindus. Deren Partei BJP stellt ja sogar den Premierminister.
In Asien sind nach wie vor die kommunistischen Systeme Hauptursache der Christenverfolgung – an der Spitze Nordkorea. Andernorts gibt es leichte Zeichen der Entspannung: In Vietnam gibt es nun immerhin eine katholische Universität und die Regierung hat diplomatische Beziehungen mit dem Vatikan aufgenommen.
Letzteres gilt auch für Myanmar. Ob die Lage für Christen aber deswegen besser geworden ist, das mögen andere beurteilen.
Wie schon gesagt: Grundsätzlich ist es sehr zu begrüßen. Mit dem neuen Beauftragten für Religionsfreiheit zeigt die Regierung, dass sie das Thema ernst nimmt und Handlungsbedarf sieht, auch wenn andere Länder auf diesem Gebiet schon weiter sind.
Zu hoffen bleibt, dass der Beauftragte neben den anderen Religionen auch die Religionsfreiheit der Christen seine Aufmerksamkeit widmet. Immerhin ist unser Land christlich geprägt, und Christen stellen die Bevölkerungsmehrheit.
Gibt es weitere Forderungen, die KIRCHE IN NOT an die Politiker der westlichen Welt richtet?Im Nahen Osten stehen allem Anschein nach für die westliche Welt vor allem wirtschaftliche Interessen im Vordergrund. Das geht zulasten der Bevölkerung, vor allem der christlichen Minderheit, die noch dort ausharrt.
Eine klügere Außenpolitik wäre da wünschenswert. Eins muss man aber grundsätzlich sagen: Die Interessen von Christen können nur von Regierungen vertreten werden, die ein Verständnis davon haben, was das Christentum für eine Gesellschaft bedeutet. Daran hapert es meiner Ansicht nach in den westeuropäischen Ländern ziemlich.
KIRCHE IN NOT bietet ein „Gebet für die verfolgte Kirche“ an. Es eignet sich zum persönlichen wie für das gemeinsame Gebet in der Gemeinde.
„Als die Messe zu Ende war, verließen meine Cousine, meine Mutter und ich die Kirche. Meine Mutter trug ein Kruzifix am Hals. Keine von uns war verschleiert. In den Armenvierteln tragen die muslimischen Frauen oft einen Schleier, um sich von den christlichen Frauen zu unterscheiden.
Wir sind in eine Querstraße abgebogen. Dort sahen wir einen Mann, der sich der Kirche auf einem Motorrad näherte. Als er über ein Schlagloch fuhr, fiel er hin. Meine Mutter ging schnell hin, um ihm zu helfen.
Sie fragte ihn: ‚Im Namen Jesu Christi, geht es Ihnen gut?’ Der Mann stand schnell auf und eröffnete im Handumdrehen mit einer automatischen Waffe, die er unter der Weste trug und herausholte, das Feuer gegen uns.
Als meine Cousine und ich die Waffe sahen, versteckten wir uns hinter meiner Mutter. Sie rief, wir sollten losrennen. Als sie uns noch zu beschützen versuchte, schoss ihr der Terrorist in den Arm. Wir liefen los, aber meine Mutter stolperte, und konnte nicht laufen. Als der Terrorist die Maschinenpistole herausholte, standen wir lediglich gut einen Meter von ihm entfernt. Meine Cousine und ich liefen zu einem Supermarkt. Dort versteckte uns die Verkäuferin hinter einem Kühlschrank.
Von dort aus konnten wir sehen, wie der Terrorist uns mit seinem Blick suchte. Da er uns aber nicht sehen konnte, drehte er sich in Richtung meiner Mutter um, und er schoss mehrfach.
Dies geschah innerhalb weniger Minuten. Der Terrorist ging weg, und wir liefen zu meiner Mutter. Es kamen auch viele Leute, aber keiner half ihr, obwohl sie noch am Leben war. Ich versuchte, meinen Vater anzurufen, aber vergebens. Ich konnte meinen Onkel erreichen, der sofort kam. Dann kam auch ein Krankenwagen.
Die Rettungssanitäter weigerten sich jedoch, meine Mutter im Krankenwagen mitzunehmen, ehe die Sicherheitskräfte ihre Erlaubnis erteilten. Diese aber suchten die Straßen nach dem Terroristen und nach dem anderen Schützen ab, der auf die Menschen gegenüber der Kirche geschossen hatte.
Es begann ein Schusswechsel, und die Menschen liefen davon. Meine Cousine, mein Onkel und ich blieben bei meiner Mutter. Sie schaute mich an, und sagte: ‚Hab keine Angst! Ich bin bei dir. Gehorche deinem Vater und hilf deiner Schwester!’
Als der Schusswechsel vorbei war, ging ich wieder in die Kirche, um meine jüngere Schwester Karen zu suchen. Sie ist acht Jahre alt und war noch da, weil der Kindergottesdienst noch nicht zu Ende war. Ich sah drei Bekannte, die in einer Blutlache lagen – sie waren gegenüber der Kirche getötet worden.
Als meine Mutter endlich in den Krankenwagen gebracht wurde, war sie schon tot.Heute gehe ich nicht mehr allein auf die Straße. Mein Vater begleitet mich immer. Trotz des Schmerzes, den ich in meinem Herzen spüre, weil ich meine Mutter sehr vermisse, bin ich glücklich, dass ich beim Angriff bei ihr war und weil ich nicht einmal verletzt wurde. Gott wählte sie aus, damit sie in den Himmel kommt.
Ich möchte mein Land nicht verlassen, aber ich möchte einen Weg finden, um zu studieren und etwas besser zu leben, denn unsere finanzielle Lage ist nicht gerade gut.
Mein 35-jähriger Vater ist Fahrer, hat aber keine feste Stelle. Meine Mutter verdiente das meiste Geld bei uns – sie war Krankenschwester in einer Klinik für Nephrologie (Nierenheilkunde) in Kairo. Ich möchte Fachärztin für Nephrologie werden, denn dies war der Traum meiner Mutter für mich.
Meine Botschaft an alle Menschen, die überall auf der Welt verfolgt werden: Habt keine Angst! Unser Leben liegt in Gottes Hand. Wir sollen unserem Glauben treu bleiben.“
Rund zehn Prozent der Einwohner Ägyptens sind Christen, die meisten von ihnen sind koptisch-orthodox. Gut eine Viertelmillion Katholiken leben im Land, sie gehören mehrheitlich der koptisch-katholischen Kirche an.
KIRCHE IN NOT unterstützt die christliche Minderheit Ägyptens seit vielen Jahren. Neben dem Bau und dem Unterhalt von Kirchen fördert das Hilfswerk auch Jugendprojekte und setzt sich für benachteiligte Frauen ein. Um weiter helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden
Für die Ausbildung von 39 jungen Karmeliten in der Zentralafrikanischen Republik und in Kamerun haben unsere Wohltäter im vergangenen Jahr 23.400 Euro gespendet. 27 der jungen Männer stammen aus der von Gewalt erschütterten Zentralafrikanischen Republik, die zwölf anderen aus Kamerun.
Die Karmeliten in den beiden benachbarten Ländern arbeiten bei der Ausbildung der jungen Ordensleute zusammen: Zum Theologiestudium gehen die jungen Ordensmänner aus der Zentralafrikanischen Republik nach Yaoundè, der Hauptstadt Kameruns. Das Philosophiestudium der jungen Kameruner absolvieren sie dagegen in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik.
Kurz nach Weihnachten haben elf der jungen Karmeliten, die in Bangui ausgebildet werden, zusammen mit ihrem Ausbilder Pater Federico Trinchero einen Ausflug in ein abgelegenes Dorf gemacht. Als sie dort ankamen, erfuhren sie, dass schon sehr lange kein Priester mehr in diesem Dorf war und die Leute an Weihnachten keine heilige Messe feiern konnten. Sie hatten zwar ihre kleine Kirche weihnachtlich geschmückt, aber es gab keinen Priester.
Kurzerhand beschloss Pater Federico mit „seinen“ jungen Mitbrüdern, dass sie Weihnachten nachfeiern würden. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer im ganzen Dorf und der Umgebung.
Am nächsten Tag waren alle gekommen, und Pater Federico feierte die heilige Messe für sie. Die jungen Karmeliten sangen die Gesänge der Weihnachtsliturgie, und alle waren glücklich und bewegt.
Pater Federico Trinchero erzählt: „Während der Messe dachte ich an dieses Land, das von unerschrockenen Missionaren evangelisiert wurde, aber dem noch Priester fehlen. Und ich schaute meine jungen Mitbrüder an und dachte: Wenn die ersten Apostel, die wir in unvollkommener Weise nachahmen, zu zwölft Galiläa, Judäa, Samarien, Asien, Griechenland und Italien evangelisiert haben, schaffen wir es, zumindest unser Stadtviertel in Bangui und die Provinzen Ombella-Mpoko, Nana-Mamberé, Ouham-Pendé und vielleicht auch Lobaye und Sangha-Mbaéré zu evangelisieren.“
Nach dem Ausflug kam der junge Bruder Grâce-à-Dieu zu Pater Federico, um ihm für diese Erfahrung zu danken: „Die Gläubigen in Bambio, die so glücklich über ihr verspätetes Weihnachtsfest waren, haben mich noch mehr davon überzeugt, Priester zu werden.“
Dank Ihrer Hilfe konnten er und 38 weitere junge Karmeliten weiterhin ihrer Berufung folgen. Die Karmeliten danken von Herzen dafür und beten für alle, die geholfen haben
STEFAN STEIN: Ich habe das Land zusammen mit dem Afrika-Referenten der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT, Tony Zender, besucht. Die Menschen in Malawi sind unheimlich herzlich, freundlich und offen. Sie kommen gerne auf Fremde zu.
Die malawische Landschaft ist abwechslungsreich. Es gibt weite Ebenen, die von Bergen und Hügeln eingerahmt sind. Auf diesen befinden sich häufig auch wieder Hochebenen.
Das Land ist relativ klein: Mit 118 000 Quadratkilometern hat es gerade einmal ein Drittel der Fläche der Bundesrepublik. Und davon ist auch noch ein großer Teil Wasser, denn der Malawi-See im Osten des Landes ist der drittgrößte See Afrikas. Malawi ist im Allgemeinen sehr grün, vor allem im Norden gibt es Wälder. Wir haben das Land zum Ende der Regenzeit besucht. Das heißt: Es gab immer wieder kräftige Regenschauer, besonders in der Nordhälfte.
Allerdings sagte man uns, dass die Regenmengen in diesem Jahr nicht so ergiebig ausgefallen seien wie in den vergangenen Jahren. Ausgetrocknete Maisfelder sind stumme Zeugen des Klimawandels.
Wie ist das kirchliche Leben in Malawi?Sehr lebendig und fröhlich – trotz der alltäglichen Herausforderungen der Gläubigen. Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. In diesem Umfeld hat der Glaube einen besonderen Stellenwert.
Ein Beispiel aus der Stadt Mzuzu im Norden des Landes möchte ich anführen: Dort haben wir an einem Gottesdienst teilgenommen, um 6 Uhr morgens. Da waren über 100 Gläubige zu dieser frühen Uhrzeit in der Kirche versammelt, junge und alte Menschen. Das wird man in Deutschland kaum finden.
Wie unterscheidet sich das Leben in der Stadt und auf dem Land?
Es hat mich beeindruckt, welche Wege und Strapazen die Menschen auf sich nehmen, um einen Gottesdienst am Sonntag zu besuchen. Häufig sind sie stundenlang zu Fuß unterwegs. Besonders auf dem Land ist das Engagement der Gläubigen für die Pfarrei und die Priester groß.
Auch wenn die Pfarreiangehörigen selbst nur wenig haben, so geben sie gerne und großzügig auch etwas von ihrem Essen oder ihrer Ernte an die Priester weiter, manchmal auch Hühner. Es ist ein Zeichen der Freude und Dankbarkeit. Sie wissen, dass sie dort Hilfe bekommen, wenn sie Hilfe brauchen.
Wie zeigt sich das?Wir haben eine Pfarrei besucht, die etwa 70 Kilometer von Mzuzu entfernt liegt. Die letzten 25 Kilometer führen über eine sandige Buckelpiste, für die man auch mit einem Geländewagen über eine Stunde braucht.
Hier leben zwei Priester in einem kleinen Pfarrhaus. Die vorhandene Solarzelle reicht zwar für den Ventilator oder den Fernseher, aber nicht für einen Kühlschrank. Der steht in der benachbarten Kirche.
Der Pfarrer berichtete, dass die Menschen unter anderem zu ihnen kommen, wenn sie den weiten Weg nach Hause nicht mehr gehen können und möchten. Schließlich gibt es vor allem auf dem Land viele freilebende und gefährliche Tiere, die man hierzulande nur aus Zoos kennt. Dann bieten die Priester schon einmal einen Transport auf dem Motorrad an.
Was sind die größten Herausforderungen für die Seelsorge?Das sind zum einen die großen Entfernungen innerhalb der Pfarreien. Die Priester sind oft stundenlang unterwegs, um zu den Außenstellen der Pfarrei zu gelangen. In der Regenzeit sind manche Orte komplett abgeschnitten und über Monate nicht erreichbar.
Aber auch die Katechese für die Gläubigen und die Weiterbildung für die Priester sind wichtig. Wo kein Priester vor Ort sein kann, kommt den Katecheten eine besondere Bedeutung zu, denn sie leben mit den Menschen auf den Dörfern, teilen mit ihnen ihre Freuden und Sorgen und sind wichtige Ansprechpartner.
Daher ist ihre Ausbildung, aber auch die der Priester, sehr wichtig. Im Hauptstudium des Priesterseminars in Malawi befinden sich zurzeit übrigens 140 Studenten. Auch eine Zahl, wovon deutsche Seminare nur träumen können.
Wie ist die politische Situation in Malawi?Momentan ist die Lage im Land ruhig, auch wenn der Wahlkampf für die Präsidentschafts- und Parlamentswahl im kommenden Jahr bereits langsam in die Gänge kommt. Der Präsident möchte gerne wiedergewählt werden.
Auch die Amtsinhaber in den verschiedenen Regionen des Landes haben schon ihre Ambitionen für eine Wiederwahl im staatlichen Rundfunk weitergegeben und ihre Einigkeit mit dem Präsidenten öffentlich bekundet. Die führende Partei hat einen großen Einfluss auf die Medien.
In der Bevölkerung ist vor allem der Vizepräsident angesehen. Bisher hat er jedoch noch keine offizielle Kandidatur angekündigt.
Für Sie war es die zweite Projektreise für KIRCHE IN NOT auf den afrikanischen Kontinent. Vor zwei Jahren sind Sie bereits nach Simbabwe gereist. Wie unterscheidet sich Malawi von Simbabwe beziehungsweise anderen südafrikanischen Ländern?Das ist vor allem der hohe Anteil an Muslimen in manchen Regionen. Der überwiegende Teil der Malawier ist christlich, über 80 Prozent. Etwa 15 Prozent der 16 Millionen Einwohner sind Muslime.
Im Osten des Landes sind die Zahlen genau umgekehrt: Dort sind etwa drei Viertel der Einwohner Muslime und die Christen in der Minderheit. Das Zusammenleben der beiden Religionen funktioniert im Allgemeinen, weil sowohl Christen als auch Muslime mit den alltäglichen Herausforderungen um Essen und Arbeit kämpfen müssen.
Allerdings wächst auch in Malawi der Einfluss des Islam aus dem Ausland. Es werden Moscheen gebaut, vor allem an markanten Plätzen, wie zum Beispiel auf einem Hügel in der Hauptstadt oder direkt an den Highways; selbst in ganz kleinen Dörfern.
Das Wissen der Christen über den Glauben der Muslime ist jedoch relativ gering. Hier möchten die malawischen Bischöfe in Zukunft mehr investieren, damit Christen nicht nur über den Islam und seine Traditionen, Facetten und Einflüsse Bescheid wissen, sondern auch ihren eigenen Glauben reflektieren, leben und verteidigen können.
Wie hilft KIRCHE IN NOT in Malawi?Das Hilfswerk unterstützt nicht nur Malawi, sondern auch in Sambia, dem Nachbarland, das wir zumindest kurz im Rahmen derselben Projektreise besucht haben. Alle Bischöfe, Priester, Schwestern und Gläubige sind unheimlich dankbar für die Hilfe, die KIRCHE IN NOT ermöglicht.
Das Hilfswerk ist dort sehr bekannt, denn es ist in vielen Bistümern präsent. Zum Beispiel hat KIRCHE IN NOT in der Vergangenheit die Priester bei der Anschaffung von Motorrädern oder Geländewagen unterstützt – angesichts der Entfernungen und schlechten Straßenverhältnisse eine absolut notwendige Investition.
Die Priester erhalten auch Mess-Stipendien, die KIRCHE IN NOT an sie weitergibt. Wenn also ein Wohltäter aus Deutschland beispielsweise eine Gregorianische Messreihe feiern lassen möchte und diese bei KIRCHE IN NOT in Auftrag gibt, können damit die Priester in Malawi und Sambia unterstützt werden.
Die Hilfe kommt an und fördert die Freude am katholischen Glauben und dessen Fortbestand in Malawi und Sambia.
KIRCHE IN NOT steht der Christen in Malawi und Sambia zur Seite. Zu den Projekten in den beiden Ländern zählen unter anderem die Ausbildung von Priestern, der Lebensunterhalt für Seelsorger durch Mess-Stipendien, die Schulung von Katecheten, der Bau von Kirchen und die Bereitstellung von Fahrzeugen für die Seelsorge in entlegenen Gebieten.
Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden
Jedes Jahr ist der mit zahlreichen farbigen Abbildungen ausgestattete Kalender einem anderen Thema gewidmet. Er enthält zudem auch Gebete sowie wichtige Botschaften des Papstes und der Bischöfe.
Es gibt außerdem viele Bilder, und natürlich werden die katholischen Feste und Heiligengedenktage markiert. Auf diese Weise werden die Leser durch das Kirchenjahr geführt.
Der Vorteil eines Kalenders besteht darin, dass er auch von Menschen genutzt wird, die sich keine Bücher leisten können oder aufgrund ihres Bildungsstandes eher wenig lesen. Zudem eignen sich die Heiligenbilder dazu, dass die Menschen sie, wenn der Kalender abgelaufen ist, ausschneiden und an die Wand hängen.
In diesem Jahr war dem Kalendern als besonderes Extra ein Poster des Heiligsten Herzens Jesu beigelegt, das die Gläubigen in ihren Häusern aufhängen können. Für die kubanische Bischofskonferenz ist dieser farbige Kalender ein wichtiges Mittel, den Glauben in den Familien lebendig zu erhalten. Durchschnittlich erreicht jeder dieser Kalender in einer Familie fünf Personen.
Aber er hängt nicht nur in Privathäusern oder im kirchlichen Umfeld, sondern auch in Kliniken, Krankenstationen und Behörden. Vor einigen Jahren hing er sogar in der Kulisse einer nationalen Seifenoper, die im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Dank der Hilfe unserer Wohltäter, die 30.000 Euro ermöglicht haben, konnten über 400 000 Exemplare gedruckt werden. Unzählige Menschen freuen sich nun darüber, dass sie auch im Glauben durch dieses Jahr begleitet werden.