Länderbericht Haiti
Einwohner: 8,6 Millionen
Fläche: 27 750 qkm (etwas kleiner als das Bundesland Brandenburg)
Religion:
Christen: 95,8 Prozent
Spiritisten: 2,5 Prozent
Sonstige: 1,7 Prozent
Die Verfassung von Haiti garantiert die Religionsfreiheit unter der Bedingung, dass religiöse Praktiken nicht die öffentliche Ordnung stören oder sich gegen das Gesetz richten. Die Regierung respektiert dieses Recht im Allgemeinen.
Die Überwachung der religiösen Angelegenheiten steht unter der Verantwortung des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten und Religion. In Haiti haben die Voodoo-Rituale immer noch eine starke Anhängerschaft, auch unter denjenigen, die sich selbst als Katholiken bezeichnen.
Am 21. Juli 2006 wurden in Haiti ein Franziskanermönch, Pater Cesare Humberto Flores, und ein junger Postulant nahe Port-au-Prince, wo sich ihr Konvent befindet, entführt und es wurde Lösegeld verlangt. Die Mönche wurden zwei Tage später freigelassen.
Wie Radio Vatikan berichtet, wurde trotz der Forderungen kein Lösegeld für die Feilassung gezahlt, die dank intensiver Verhandlungen erreicht wurde. Die Gruppe der Entführer wurde anscheinend durch den Druck der Regierung und auch durch verschiedene religiöse Gruppen, die in Port-au-Prince aktiv sind, überzeugt.
Hohe Kriminalitätsrate
Die Geißel der Entführungen ist in diesem Land seit langem unbesiegt, und das ist sicher kein ermutigendes Zeichen für den Präsidenten René Préval, der im Mai 2006 an die Macht kam und versprach, die Armut zu verringern und seinem Land Sicherheit zu bringen.
Haiti hat eine spezielle Polizeieinheit, um die Entführten zu befreien und weitere ähnliche Ereignisse zu vermeiden. Dennoch ist es der Regierung trotz der Präsenz von über 2000 UN-Soldaten nicht gelungen, die Sicherheit im Land wieder herzustellen.
Die haitianischen Bischöfe haben sich wiederholt besorgt über die Situation der öffentlichen Ordnung im Land geäußert. In ihrem Hirtenbrief zum Advent im Dezember 2006 haben sie den Präsidenten nicht mit ihrer Kritik verschont.
Laut der Daten, die eine Menschenrechtsorganisation zur Verfügung gestellt hat, gab es in diesem Land im Laufe des Jahres 2006 150 Entführungsfälle und über 700 Morde. Inzwischen wird die wirtschaftliche Situation im Land immer schlechter und schafft ein Klima weit verbreiteter Unsicherheit.
(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008. Stand: 2008)



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