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Die Ukraine ist nicht nur politisch in einer angespannten Situation. Auch die Gesellschaft droht „auszubluten“, denn viele Menschen wandern aus. Die Geburtenrate sinkt dramatisch; die Zahl der Abtreibungen bleibt hoch.

 

Die Kirche in der Ukraine setzt sich für den Lebensschutz ein und versucht, jungen Menschen Mut zu machen für ein verantwortungsvolles Familienleben.

Magda Kaczmarek von KIRCHE IN NOT (rechts) im Gespräch mit zwei ukrainischen Priestern.
Ende Oktober 2019 hat die römisch-katholische Kirche der Ukraine einen Familienkongress veranstaltet. Die Osteuropa-Referentin von KIRCHE IN NOT, Magda Kaczmarek, war dabei. Im Interview mit Thomas Oswald erzählt sie über ihre Erfahrungen.

 

„Perspektivlosigkeit führt zur Entzweiung der Familien”

THOMAS OSWALD: Frau Kaczmarek, was ist Ihr Gesamteindruck Ihrer jüngsten Ukraine-Reise?
MAGDA KACZMAREK: Die Ukraine ist ein schönes und gastfreundliches Land. Es ist aber auch von 70 Jahren Kommunismus gekennzeichnet. Das spiegelt sich in den Schwierigkeiten wider, denen junge Menschen begegnen, die sich eine berufliche Zukunft aufbauen oder eine Familie gründen wollen.

Viele Ukrainer denken, dass ihr Land keine Zukunft hat. Die gut ausgebildeten jungen Leute wandern aus, andere verzweifeln. Die Perspektivlosigkeit führt zu Alkoholismus und zur Entzweiung der Familien.

Fast zwei Drittel der Kinder in Ukraine wachsen ohne Vater auf.
Woran lässt sich das festmachen?
65 Prozent der Kinder wachsen ohne Vater auf. Jeden Tag werden in der Ukraine 300 Abtreibungen durchgeführt. Dabei ist die Ukraine ein Land, das über zu wenig Kinder verfügt, um den Generationenwechsel sicherzustellen.

 

Der Apostolische Nuntius in der Ukraine, Erzbischof Claudio Gugerotti, hat das Problem zusammengefasst: Es fehlt an Hoffnung in der Gesellschaft und an Liebe in den Familien.

Während des Kongresses nahmen rund 10 000 Menschen an einem „Marsch für das Leben“ teil. An der Spitze der Demonstration heißt es auf einem Plakat: Eine Familie ist stark mit Gott.
Was tut die Kirche in dieser Situation?
Die Kirche in der Ukraine ist sich bewusst, dass über die politischen Schwierigkeiten hinaus die Verteidigung der Familie das oberste Anliegen sein muss. Die römisch-katholische Kirche hat den Familienkongress in Winnyzja, einer Stadt auf halber Strecke zwischen Kiew und Lemberg, organisiert.

- Erzbischof Claudio Gugerotti, Apostolische Nuntius in der Ukraine
Dort haben Eltern gesprochen, die sich im Gemeindeleben organisieren. Sie haben viele Kinder. Das ist in der Ukraine außergewöhnlich.

 

Ich glaube, dass das Engagement dieser Menschen zeigt: Die Zukunft der Kirche liegt in der mit Gott vereinten Familie, in der Gebete, Katechese, die Liturgie, Feste, gemeinsame Mahlzeiten in den Familien und so weiter eine Rolle spielen.

Ukrainische Jugendliche auf dem Weltjugendtag in Krakau.
Dennoch: Die Zahl dieser Familien ist gering. Wie könnte ihr Beispiel für eine geistliche Wiedergeburt in der Ukraine sorgen?
Ein Schlüssel sind meiner Meinung nach die geistlichen Bewegungen. Viele Familien gehören Gemeinschaften wie dem Neokatechumenalen Weg, den „Familien von Nazareth“ oder der Bewegung „Hauskirche“ an, um nur einige zu nennen. Diese Gemeinschaften sind dynamische Orte, die auch auf die Umwelt ausstrahlen.

 

„Missionarische Impulse in geistlichen Bewegungen”

Papst Franziskus hat das einmal so formuliert: Wir leben in Zeiten, in denen Christen ihren missionarischen Impuls innerhalb dieser Bewegungen wiedererlangen können, wie in den frühen Tagen des Christentums.

Klerus von morgen: Studenten am Priesterseminar in der ukrainischen Hauptstadt Kiew.
Wie stellt sich die Situation in der katholischen Kirche in der Ukraine dar?
Die katholische Kirche in der Ukraine besteht aus der griechisch-katholischen und der römisch-katholischen Kirche. Die katholische Kirche ist nach der kommunistischen Verfolgung wieder zu neuem Leben erwacht. Es ist überraschend zu sehen, wie jung ihr Klerus ist.

 

Kirche in der Ukraine braucht unsere Unterstützung

Die römisch-katholische Kirche kümmert sich auch stark um die Menschen in den Kriegsgebieten in der Ostukraine. Es gibt zum Beispiel ein christliches Zentrum, in dem geflüchtete Menschen materielle und geistliche Hilfe erhalten.

Für ihre Arbeit und den Wiederaufbau braucht die katholische Kirche in der Ukraine unsere ganze Unterstützung. Deshalb gehört die Ukraine auch zu den Ländern, die KIRCHE IN NOT besonders fördert.

Helfen Sie der Kirche in der Ukraine

Um die Arbeit der katholischen Minderheit in der Ukraine weiterhin fördern zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
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KIRCHE IN NOT Deutschland gibt einen neuen „Glaubens-Kompass” über das Prager Jesuskind heraus. Das zehnseitige Faltblatt im DIN-A6-Format informiert über die Geschichte und die Verehrung des weltbekannten Gnadenbildes, dem zahlreiche Gebetserhörungen zugeschrieben werden.

 

Die kleine Statue des Prager Jesuskindes steht auf einem Seitenaltar der Kirche „Maria vom Sieg“ auf der Prager Kleinseite und wird jährlich von Hunderttausenden Pilgern aus der ganzen Welt besucht.

Ein Junge aus Pakistan mit einer Kopie der Heiligenfigur.
Nachbildungen des Gnadenbildes befinden sich in vielen katholischen Kirchen auf allen Kontinenten. 2009 wurde die aus dem 16. Jahrhundert stammende Statue des in königliche Gewänder gekleideten Jesusknaben von Papst Benedikt XVI. bei seiner Reise in die Tschechische Republik feierlich gekrönt.

 

Das Prager Jesuskind wurde von zahlreichen Heiligen verehrt, zum Beispiel von der heiligen Edith Stein, die es sowohl in einem ihrer letzten Briefe vor ihrem Tod als auch unmittelbar vor ihrer Ermordung in der Gaskammer im Konzentrationslager Auschwitz erwähnte.

Jugendliche aus Syrien halten ein Bild mit dem Prager Jesuskind.
Der Glaubens-Kompass informiert über weltweite Verbreitung des Prager Jesuskindes und enthält Informationen zur Wallfahrt und zwei Gebete.

 

In der Faltblatt-Reihe „Glaubens-Kompass“ veröffentlicht KIRCHE IN NOT Broschüren zu Themen des Glaubens. Die Informationen sollen helfen, das Glaubenswissen zu vertiefen.

Bestellen Sie jetzt den neuen Glaubens-Kompass

Der Glaubens-Kompass „Prager Jesuskind“ ist kostenlos erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
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Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
KIRCHE IN NOT ist entsetzt über einen erneuten Anschlag auf eine Kirche in Burkina Faso. „Wir stehen fassungslos vor diesem blutigen Beginn der Adventszeit“, erklärte Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.

 

„Wieder wurden Christen an einem zeitlich neuralgischen Punkt, nämlich zu Beginn des Kirchenjahres, getroffen. Was wir schon bei den schrecklichen Osteranschlägen im April 2019 auf Sri Lanka gesehen haben, setzt sich fort: Terroristen wählen bewusst Tage und Orte, die Christen heilig sind“, sagte Ripka.

Nach dem Anschlag auf eine Kirche in Negombo (Sri Lanka) am Ostertag 2019 (Foto: Roshan Pradeep & T. Sunil).
Medienangaben zufolge haben Angreifer am ersten Adventssonntag einen Gottesdienst im Ort Hantoukoura im Osten des Landes gestürmt. 14 Gläubige seien dabei getötet worden, so lokale Behörden.

 

„Vatican News“ zufolge habe der Anschlag der protestantischen Gemeinde gegolten. Auch der Pastor und Kinder seien unter den Ermordeten. Der Ort Hantoukoura befindet sich in der Provinz Komondjari nahe der Grenze zu Niger.

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Burkina Faso werde seit vier Jahren mit Terror überzogen, so Ripka. „Unsere Projektpartner richten immer wieder Appelle an die internationale Gemeinschaft, die Gewaltwelle zu beenden und die Lieferung von Waffen und Terrorfinanzierung aus dem Ausland einzudämmen. Nichts ist passiert! Die Christen in Burkina Faso bezahlen weiter mit ihrem Leben.“

 

2019: eines der blutigsten Jahre für Christen Burkina Fasos

2019 war eines der bislang blutigsten für die Christen Burkina Fasos. Im Mai hatten Attentäter einen katholischen Gottesdienst in der Gemeinde Dablo gestürmt und dabei den Gemeindepriester und weitere Gläubige getötet.

Ein spanischstämmiger Salesianer-Missionar kam Mitte Februar bei einer Attacke ums Leben. Ein weiterer katholischer Priester wurde an der Grenze zu Mali verschleppt. Ende April hatte bereits ein Anschlag auf eine protestantische Gemeinde im Norden des Landes stattgefunden.

Vertriebene Christen in Burkina Faso.
Als Urheber der Gewaltakte werden von den lokalen Behörden und Kirchenvertretern islamistische Söldnerbanden benannt, die seit 2015 über die Nachbarländer vordringen. Die anhaltenden Attacken auf Christen dienten als Vorwand, um das Land zu spalten, vermuten die lokalen Partner von KIRCHE IN NOT.

 

Bislang gutes Zusammenleben der Religionen

Bislang habe das Zusammenleben der Religionen ohne größere Zwischenfälle funktioniert. In Burkina Faso sind rund ein Viertel der Bevölkerung Christen, über die Hälfte muslimisch. Etwa 20 Prozent gehören Stammesreligionen an, so der Bericht „Religionsfreiheit weltweit“ von KIRCHE IN NOT.

Der erneute Angriff sei ein Weckruf, betonte Ripka: „Wir haben es in der Hand, die Friedensarbeit und den pastoralen Einsatz der Kirche zu stärken, damit die Menschen in einem Advent der Angst und Trauer die Solidarität von Christen auf der ganzen Welt spüren.“

Bitte helfen Sie

Um den pastoralen Einsatz der katholischen Minderheit in Burkina Faso weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Burkina Faso

Am 10. Dezember erhält Äthiopiens Präsident Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis. Damit wird vor allem sein Einsatz für den Friedensschluss mit dem Nachbarland Eritrea gewürdigt – eine sensationelle Wende im Verhältnis der jahrzehntelang verfeindeten Staaten.

 

Im eigenen Land aber sind im Oktober schwere Unruhen ausgebrochen, die sich auch gegen den Präsidenten richten. Dabei sind Polizeiangaben zufolge mindestens 67 Menschen ums Leben gekommen. Auslöser waren schwelende ethnische Konflikte in der Oromia-Region rund um die Hauptstadt Addis Abeba.

Petros Berga, katholischer Priester aus der Erzdiözese Addis Abeba.
Die ist ein Konflikt, in dem auch religiöser Fundamentalismus eine Rolle spielt und der sich auch gegen Christen richtet, findet der Priester Petros Berga aus der Erzdiözese Addis Abeba.

 

In Äthiopien sind rund 60 Prozent der Einwohner Christen. Die meisten gehören der orthodoxen Kirche an, die Zahl der Katholiken liegt bei maximal einer Million Menschen, etwa einem Prozent der Bevölkerung.

Berga ist ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT. Amélie de La Hougue hat mit ihm gesprochen.

Eine Moschee in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba (Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT).
AMÉLIE DE LA HOUGUE: Wie hat sich die Situation in Addis Abeba und im Land entwickelt?

 

PETROS BERGA: Die Lage ist sehr unbeständig. Es gibt in einigen Regionen ethnische Probleme. Aber das wahre Problem kommt aus dem Nahen Osten. Ein ethnisch-religiöser Aktivist namens Jawar Mohammed ist zu einer ernsthaften Bedrohung für die Christen in Äthiopien geworden. In mehreren Orten wurden bereits Kirchen, Priester und Gläubige attackiert. Mohammed wird mutmaßlich illegal aus dem Nahen Osten finanziert.

Er hat einen eigenen Fernsehsender und ein großes Netzwerk in den sozialen Medien. Die Zahl seiner Anhänger ist groß. Die Aktivisten benutzen die Jugendlichen in der Oromo-Region als Instrument, um Konflikte zu schüren. Die Jugendlichen erhalten sogar kostenlose Mobiltelefone, gespendet aus den Golfstaaten.

Bereits Kirchen, Priester und Gläubige attackiert

Wie entwickeln sich die Demonstrationen?

Langsam verebbt die Protestwelle. Die weitere Entwicklung ist jedoch ungewiss. Radikale Politiker und selbsternannte Aktivisten rufen zur Gewalt auf. Sowohl die Regionalverwaltung als auch die Regierung greifen kaum ein, selbst wenn Menschen angegriffen, vertrieben, ausgeraubt, bedroht oder belästigt werden. Am Stadtrand von Addis Abeba haben Anhänger von Jawar Mohammed Anwohner angegriffen.

Dorthin sind in den vergangenen Jahren viele Menschen im Zuge der städtebaulichen Entwicklung ausgesiedelt. Ihre Lage, vor allem die der Jugendlichen, ist von Arbeits- und Hoffnungslosigkeit geprägt. Jetzt sind sie auch noch der Gewalt ausgesetzt. Das macht es für uns als Kirche noch dringender, den Jugendlichen in den Außenbezirken beizustehen.

Katechese für Kinder im Apostolischen Vikariat Nekemte (Äthiopien).
Die Medien haben von ethnischen und religiösen Konflikten als Auslöser der Gewalt gesprochen. Stimmen Sie dem zu?

 

Die Gewalt richtet sich derzeit gegen Christen, vor allem gegen die orthodoxe Kirche. Hauptakteure sind der genannte Jawar Mohammed und Dawed Ibsa, Anführer der sogenannten Oromo-Befreiungsfront. Beide sind Muslime und gehören der Volksgruppe der Oromo an. Sie nutzen die ethnische Zugehörigkeit, um die Jugendlichen zu mobilisieren.

Aber die Angriffe haben eher eine religiöse als eine ethnische Dimension. Die traditionelle Form des Islam in Äthiopien ist vom Sufismus geprägt. Er zeichnet sich durch Toleranz und eine hohe Integrationsfähigkeit gegenüber den Stammeskulturen aus. Diese Form des Islam wird nun durch militantere und fundamentalistische Strömungen ersetzt.

 

Haben Sie Hoffnung, dass sich die Situation verbessern wird?

Die Äthiopier verschiedener Religionen und Ethnien leben seit Jahrhunderten Seite an Seite. Ich bin zuversichtlich, dass die gemeinsamen Werte sie in dieser schwierigen Situation zusammenhalten werden.

Gottesdienst unter freiem Himmel bei Dhadim (Äthiopien).
Was ist die Rolle und die Botschaft der katholischen Kirche in diesem Konflikt?

 

Die katholische Kirche ist zwar eine Minderheit, spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Förderung des friedlichen Zusammenlebens. Der Erzbischof von Addis Abeba, Berhaneyesus Demerew Kardinal Souraphiel, wurde vom Premierminister zum Vorsitzenden der Nationalen Kommission für Frieden und Versöhnung ernannt.

Wir organisieren Workshops zu Friedensarbeit und Dialog. Als Minderheitskirche, die der Gesellschaft ohne ethnische oder religiöse Unterscheidung dient, ist die katholische Kirche am besten in der Lage, eine Rolle bei der Vermittlungsarbeit zu spielen.

Bitte helfen Sie den bedrängten Christen in Äthiopien!

Um die Friedensarbeit und den pastoralen Einsatz für die katholische Minderheit in Äthiopien weiterhin unterstützen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

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Verwendungszweck: Äthiopien

KIRCHE IN NOT Deutschland veröffentlicht in der Reihe „Glaubens-Kompass“ eine neue Ausgabe über den heiligen Nikolaus von Myra, dessen Gedenktag am 6. Dezember begangen wird.

 

Das illustrierte Faltblatt im Format DIN A6 stellt Legenden aus dem Leben des Heiligen vor, berichtet vom historischen Kontext und zeigt, warum viele Berufszweige auf Nikolaus als Schutzpatron vertrauen.

Schokoladen-Nikoläuse (Foto: pixabay).
Außerdem wird erklärt, warum sich Menschen in vielen Teilen der Welt heutzutage an den Weihnachtstagen beschenken und was dieser Brauch mit Nikolaus zu tun.

 

Mit dem „Glaubens-Kompass“ über den heiligen Nikolaus möchte KIRCHE IN NOT Kinder und Erwachsene auf die bevorstehende Adventszeit und das Weihnachtsfest vorbereiten sowie auf das vorbildliche Leben des Heiligen aufmerksam machen.

Titelbild des Glaubens-Kompasses über den heiligen Nikolaus von Myra.
Das kleine Faltblatt eignet sich zum Verteilen an Schulkinder oder in der Pfarrei und kann in größeren Mengen bestellt werden.

 

In der Faltblatt-Reihe „Glaubens-Kompass“ veröffentlicht KIRCHE IN NOT Broschüren zu Themen des Glaubens. Die Informationen sollen helfen, das Glaubenswissen zu vertiefen.

Bestellen Sie jetzt den neuen Glaubens-Kompass

Der Glaubens-Kompass „Nikolaus von Myra“ ist kostenlos erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
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Die Situation der Christen in Syrien und in Ägypten stand im Zentrum eines „Abends der Zeugen“, den KIRCHE IN NOT Deutschland am 22. November im Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main veranstaltete.

 

Erzbischof Joseph Tobji aus Aleppo (Syrien) sowie der koptische Erzdiakon Mina Ghattas berichteten über die herausfordernde Lage der Christen in Syrien und in Ägypten.

Erzbischof Joseph Tobji (rechts) berichtete beim „Abend der Zeugen“ über die Lage der Christen in Syrien. Links: Daniele Piccini von KIRCHE IN NOT.
Der maronitisch-katholische Erzbischof aus Aleppo fasste die Situation in seiner Gemeinde so zusammen: „Als wir verstanden haben, dass die Bomben keinen Teil der Stadt verschonen, haben wir uns unserem Schicksal ergeben.“

 

Die Sorge um die einfachsten Dinge des Alltags wie Strom und Wasser, der Einsatz um Hinterbliebene von Kriegsopfern und körperlich versehrte Menschen mache den Alltag zu einer ständigen Tortur. „Hier kennt man den wahrhaftigen Tod“, sagte Tobji.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo. Die Kirche wird derzeit wiederhergerichtet.
Neben Not, islamistischem Terror und der Frage nach dem „Warum“ habe er aber auch ermutigende Erfahrungen gemacht, so Tobji: Christen, die sich neu dem Glauben zugewandt haben, Menschen, die sich für ihre notleidenden Nachbarn engagieren oder pastorale Initiativen, die auch im Bombenhagel nicht eingestellt wurden. „Wir haben persönlich erfahren, dass alles vergeht. Nur Gott bleibt!“

 

Die über 100 Teilnehmer im Kaiserdom rief der Erzbischof auf, weiterhin für die Menschen in Syrien zu beten und ihnen zu helfen – zumal niemand wisse, wie sich die Lage im Norden des Landes entwickle.

Über 100 Gäste sind der Einladung von KIRCHE IN NOT in den Frankfurter Dom gefolgt. Er war im Innenraum rot beleuchtet. Die Farbe symbolisiert das Blut, das Märtyrer für ihren Glauben vergossen haben.
Den koptischen Christen Ägypten lieh Erzdiakon Mina Ghattas aus Wiesbaden seine Stimme. Die Kopten seien die letzte große christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten, würden aber von ihren Mitmenschen oft wie Bürger zweiter Klasse behandelt.

 

Kirchen in Ägypten niedergebrannt

Die Regierungsbehörden seien zum Beispiel von Anhängern der Muslimbrüder durchsetzt, auch gebe es widersprüchliche Aussagen führender islamischer Gelehrter zum Umgang mit den Christen. Immer wieder werden Anschläge auf sie verübt, so Ghattas.

„Vor kurzem wurden in Oberägypten zwei Kirchen niedergebrannt. Offiziell heißt es, es sei keine Brandstiftung gewesen.“ Auch den koptischen Christen gebe der Glaube und die weltweit erfahrende Gemeinschaft große Kraft.

Der koptische Erzdiakon Mina Ghattas berichtete über die Situation der Christen in Ägypten.
Diese Verbundenheit im Gebet und der Hilfe stellte auch Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, in seiner Ansprache heraus: „Sie zeigen mit Ihrer Teilnahme: Die verfolgten und notleidenden Christen sind nicht vergessen. Sie haben einen Platz in unseren Gedanken und unseren Gebeten!“

 

Lage für Christen in Südostasien hat sich verschlimmert

KIRCHE IN NOT erreichten beinahe täglich erschütternde Nachrichten: Christen litten unter einem fundamentalistischen Islamismus, aber auch unter autoritären Regimen und nationalistischen Bewegungen.

Dies gelte zum Beispiel für Südostasien, wo sich die Lage für Christen am meisten verschlimmert habe, so Ripka. Zu diesem Ergebnis komme der Bericht „Verfolgt und vergessen?“, den KIRCHE IN NOT Anfang November herausgebracht habe.

Im Altarraum war die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ aufgestellt. Das Original wurde von Papst Franziskus gesegnet und wird durch alle Diözesen Syriens gereicht.
Zum „Abend der Zeugen“ war der Innenraum des Frankfurter Kaiserdoms rot angestrahlt getaucht. Die rote Farbe symbolisiert das Blut der christlichen Märtyrer, die wegen ihres Glaubens getötet wurden.

 

Innenraum des Doms rot angestrahlt

Für diese bedrängten Glaubensgeschwister beteten die Anwesenden unter Leitung von Pater Martin Barta, dem Geistlichen Assistent von KIRCHE IN NOT International. Eine Gesangsgruppe von Mitarbeitern und Freunden des Hilfswerks umrahmte die Gebetsstunde musikalisch.

Die rot beleuchtete St-Mary’s-Kathedrale in Sydney.
Der „Abend der Zeugen“ in Frankfurt war Teil einer weltweiten Gebetsakation, die KIRCHE IN NOT ins Leben gerufen hat. Unter dem Namen „Rote Woche“ („Red Week“) macht das Hilfswerk auf die weltweite Christenverfolgung aufmerksam. Dazu werden öffentliche Gebäude rot beleuchtet.

 

Aktion „Rote Woche” von KIRCHE IN NOT

So wurden in diesem Jahr zum Beispiel 120 Gebäude in Großbritannien in rotes Licht getaucht, auf den Philippinen über 2000 Pfarrkirchen sowie die Kathedralen von Melbourne und Sydney in Australien.

Folgen werden am 27. November der Wiener Stephansdom und öffentliche Gebäude in der österreichischen Hauptstadt. Auch in Deutschland fanden in diesem Jahr bereits „Abend der Zeugen“ in München, Berlin, Neumarkt in der Oberpfalz und an weiteren Orten statt, bei denen Gebäude öffentlichkeitswirksam rot angestrahlt wurden.

Bitte helfen Sie

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„Die Achtung der Minderheiten führt zum Frieden“ – diese einfache Aussage aus der Friedensbotschaft des Papstes 1989 ist wie ein Leitmotiv für das Jugendpastoralzentrum „Heiliger Johannes Paul II.“

 

Das Zentrum in Sarajewo (Bosnien und Herzegowina) folgt dieser Devise mit zahlreichen Veranstaltungen und Treffen während des ganzen Jahres.

Daumen hoch für die Botschaft Jesu: Jugendliche im Pastoralzentrum in Sarajwo.
An erster Stelle stehen geistliche Besinnungstage für die rund 300 freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer sowie für die 5000 Jugendlichen, die über das Jahr das Zentrum aufsuchen. Dort hören sie oft zum ersten Mal von der Botschaft der Liebe in dem von Krieg und Krisen, Hass und Gewalt zerrissenen Land.

 

Brücken bauen und Vorurteile abbauen

In einem ökumenischen Sommerlager für Katholiken und Orthodoxe zum Beispiel lernen sie, Vorurteile abzubauen und die nicht nur liturgischen Besonderheiten der anderen zu schätzen.

Dasselbe passiert in interreligiösen Seminaren – immer betreut von Experten, die menschliche Brücken über die religiösen Unterschiede zu bauen verstehen.

Papst Franziskus hatte 2015 während seiner Reise nach Bosnien und Herzegowina das Jugendpastoralzentrum in Sarajewo besucht.
Ein besonders emotionsreiches und verbindendes Ereignis ist das Musikfestival „Marijafest“, zu dem mehrere hundert Jugendliche kommen.

 

Achtung vor dem anderen Menschen

So wird Liebe gestiftet. Die Achtung vor dem anderen Menschen und das Bewusstsein, dass alle Kinder Gottes sind, können die Gräben überwinden. Der Glaube an Christus und seine unerschöpfliche Kraft der Liebe schenkt auch die Kraft zur Vergebung.

Wir unterstützen diese Versöhnungsarbeit des Jugendzentrums mit 25.000 Euro. Wer hilft mit 20, 50 oder 100 Euro, durch dieses Geschenk des Glaubens die Herzen der jungen Leute zu öffnen?

Noch immer warten mehrere Zehntausend christliche Flüchtlinge darauf, in ihre Heimatorte in der Ninive-Ebene im Nordirak zurückkehren zu können.

 

Das berichtete der syrisch-katholische Priester Georges Jahola aus Karakosch (Irak) in einem Gottesdienst in Neumarkt in der Oberpfalz.

Der syrisch-katholische Priester Georges Jahola aus Karakosch im Irak berichtete über die Situation der Christen in seinem Land.
Für diese Aktion waren das Münster St. Johannes und das Neumarkter Rathaus rot angestrahlt worden. Die Farbe symbolisiert das Blut unzähliger Menschen weltweit, die wegen ihrer Religion Gewalt erleiden, verfolgt oder gar getötet werden.

 

Initiator dieser Aktion war der Ökumenische Arbeitskreis Religionsfreiheit, der schon seit Jahren auf die Lage verfolgter Christen aufmerksam macht. Diesmal wurde er unterstützt von KIRCHE IN NOT.

Die Münsterkirche St. Johannes in Neumarkt.
Rund 300 Gläubige waren dem Aufruf gefolgt. In einem Schweigemarsch zogen sie von der evangelischen Christuskirche zum katholischen Münster. Domkapitular Norbert Winner leitete dort einen Gottesdienst, in dem auch Georges Jahola über die Lage der Christen im Irak sprach.

 

Im Sommer 2014 waren rund 90 000 Christen durch islamistische Kämpfer des IS aus ihrer Heimat in der Ninive-Ebene vertrieben worden. Zwar sei der IS militärisch inzwischen besiegt, doch in den christlichen Gebieten habe er schwere Verwüstungen hinterlassen, so Jahola.

Alle Wohnhäuser der Christen seien vom IS geplündert, viele Häuser in Brand gesteckt oder dem Erdboden gleichgemacht worden.

Die Münsterkirche St. Johannes in Neumarkt wurde rot angestrahlt. Die Farbe symbolisiert das Blut, das Märtyrer für den christlichen Glauben vergossen haben.

Seit 2017 werden diese Häuser auch mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT wiederaufgebaut. Georges Jahola leitet diese Arbeiten in Karakosch. Früher war sie die größte christliche Stadt im ganzen Irak.

 

Viele Christen haben noch Angst vor einer Rückkehr

Immerhin sind inzwischen die Hälfte der christliche Flüchtlinge in die Ninive-Ebene zurückgekehrt. Die anderen Flüchtlinge halten sich noch in der nahegelegenen kurdischen Region des Iraks auf. Viele von ihnen trauen der Lage nicht, haben Angst vor einer Rückkehr des IS oder ihre Häuser sind einfach noch nicht wieder bewohnbar.

Ansprache von Berthold Pelster.
Viele Christen im Irak „sind müde von den endlosen Konflikten und der andauernden Verfolgung“, so Jahola. Sie spielten mit dem Gedanken, den Irak zu verlassen. Die Zahl der Christen im Irak sei von früher einmal 1,5 Millionen drastisch geschrumpft auf heute vielleicht noch 200 000 oder weniger.

Wolle man das vollständige Verschwinden des Christentums im Irak verhindern, müsse dringend gehandelt werden.

Die Märtyrer nicht im Stich lassen

Berthold Pelster von KIRCHE IN NOT machte in einer kurzen Ansprache die geistliche Dimension dieser Verfolgungssituation im Irak deutlich. Eine Kirche, die ihre Märtyrer im Stich lasse, so Pelster, verhalte sich nicht nur unsolidarisch gegenüber ihren Gläubigen in Not, sondern verrate zugleich ihren Herrn Jesus Christus, der das Haupt der ganzen Kirche und aller ihrer Glieder sei.

Bei einem bewaffneten und vermutlich gezielten Überfall auf ein Auto eines Priesters sind in Syrien der Geistliche und dessen mitgereister Vater getötet worden. Ein weiterer Mitfahrer wurde verletzt, einem vierten Insassen gelang die Flucht.

 

Wie der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Marayati, gegenüber KIRCHE IN NOT berichtete, waren die vier Männer auf dem Weg in die Stadt Deir ez-Zor. Sie liegt rund 350 Kilometer östlich von Aleppo. Derzeit werden hier Häuser und auch die armenisch-katholische Kirche wieder aufgebaut.

Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan bei einer Veranstaltung in seiner Pfarrei. Er wurde am 11. November 2019 kaltblütig in einem Auto in Syrien erschossen.
Kurz vor ihrem Ziel seien die Reisenden von zwei bewaffneten Personen auf einem Motorrad überholt worden, die sofort das Feuer eröffnet hätten. Pfarrer Hovsep Hanna Bedoyan (43) wurde so schwer verletzt, dass er auf dem Weg zum Krankenhaus starb. Sein Vater war sofort tot.

 

Priester starb auf dem Weg ins Krankenhaus

Die Untersuchungen des Vorfalls seien noch im Gange. Daher wisse man noch nicht, wer sie getötet habe, so der Erzbischof. Offenbar habe sich der IS aber zu dem Überfall bekannt.

„Sicher ist, dass Pfarrer Hovsep einen Priesterkragen trug und daher erkennbar war, ebenso sein Auto, das auf dem Heck die Aufschrift ,Armenisch-katholische Kirche‘ trug.“

Boutros Marayati, armenisch-katholischer Erzbischof von Aleppo.
So könne man davon ausgehen, dass der Geistliche wegen seines Priesteramts und aufgrund seines Beitrags zur Wiederherstellung der christlichen Präsenz in Deir ez-Zor getötet worden sei, vermutet Erzbischof Marayati.

 

Die Stadt im Osten Syriens ist seit Beginn des Krieges besonders umkämpft. Der IS eroberte Deir ez-Zor im Jahr 2014, erst drei Jahre später konnten syrische Streitkräfte die IS-Kämpfer vertreiben.

Blick auf ein zerstörtes Stadtviertel von Aleppo.
Der armenisch-katholische Priester Hovsep Hanna Bedoyan wurde in der Stadt Kamischli (Qamishli) im Nordosten Syriens beigesetzt. Die Stadt liegt in der Grenzregion zur Türkei und zum Irak. Hier komme es aufgrund der Kämpfe zwischen Türken und Kurden derzeit zu schweren Spannungen, sagt Erzbischof Marayati.

 

„Die Situation ist chaotisch”

„Die Situation ist chaotisch. Es sind Türken, Kurden, Amerikaner und Russen vor Ort. Die Christen haben große Angst. Bei jedem Gewaltausbruch entscheiden sich viele Familien für eine Auswanderung.“

Vor dem Krieg hätten 5000 armenische Katholiken in der Stadt gelebt, heute seien es nur noch etwa 2000. Von den einst fünf Kirchen seien noch zwei geöffnet.

Kinder aus Syrien bitten um Frieden in ihrem Heimatland.
Erzbischof Marayati appellierte im Gespräch mit KIRCHE IN NOT an die internationale Gemeinschaft: „Wir bitten nur darum, dass dieser Krieg aufhört. Aber das kann nicht geschehen, wenn Sie weiterhin den Terroristen helfen und Waffen nach Syrien schicken.“

 

An die Christen in der Welt gewandt sagte er: „Ich bitte Sie: Beten Sie für uns und unser Volk! Wir durchleben eine extrem schwierige Zeit.“

Bitte helfen Sie

Um weiterhin der notleidenden Bevölkerung in Syrien helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder direkt online oder auf folgendes Spendenkonto:

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Verwendungszweck: Syrien

KIRCHE IN NOT Deutschland lädt am Freitag, 22. November, um 18 Uhr in den Kaiserdom St. Bartholomäus in Frankfurt am Main zu einem „Abend der Zeugen“ ein.

 

Dabei berichten Gäste in persönlichen Zeugnissen über die oft prekäre und unsichere Lage der Christen in Syrien und in Ägypten.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo. Die Kirche wird derzeit mit Hilfe von KIRCHE IN NOT renoviert.
Eingeladen sind der maronitisch-katholische Erzbischof aus Aleppo in Syrien, Joseph Tobji, sowie Minha Ghattas, Erzdiakon der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland.

 

Neben den Berichten über das Leben der Christen in Syrien und Ägypten wird der Abend auch mit Gebeten, Kreuzweg-Stationen und Liedern begleitet.

Während der Veranstaltung im Dom wird das Gotteshaus innen auch rot beleuchtet sein. Die Farbe symbolisiert das Blut, das die Märtyrer für ihren Glauben vergossen haben.

Kreuz in der zerstörten koptischen Kirche in Luxor (Ägypten).
Nach dieser Veranstaltung im Kaiserdom laden wir zu einem Imbiss und zur persönlichen Begegnung in den Pfarrsaal der Domgemeinde ein.

 

Sie erleichtern uns die Planung, wenn Sie sich formlos bei uns im Büro anmelden. Sie können uns anrufen unter der Telefon-Nummer 089 – 6424 8880 oder auch eine kurze E-Mail senden an: info@kirche-in-not.de.

Geben Sie diesen Termin gerne an Personen in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis weiter.

KIRCHE IN NOT Deutschland feiert ein kleines Jubiläum: Vor 15 Jahren starteten die TV-Reihen „Spirit“ und „Weitblick“ auf den christlichen Fernsehsendern Bibel TV, EWTN und K-TV. Im TV-Studio in München-Harlaching produzierten Talk-Formaten informiert das Hilfswerk über die Weltkirche und gibt Impulse für ein christliches Leben. – Ein Beitrag von Volker Niggewöhner

 

In der Reihe „Weltblick“ wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Erörterung der geistigen Hintergründe gelegt, die für die weltweit zu beobachtende Christenverfolgung verantwortlich sind. „Das Besondere an dieser Sendung ist, dass wir nicht nur über ein Land sprechen, sondern die Betroffenen für sich selbst sprechen lassen“, so Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland. Dies mache die Informationen authentisch und lebendig. „Wir wollen Stimme der Stimmlosen sein. Das Zeugnis der verfolgten Christen kann uns hierzulande stärken“, so Ripka.

Aufzeichnung im Fernsehstudio von „Kirche in Not“ Deutschland.
Das Gesprächsformat „Spirit“ möchte Impulse geben für einen christlichen Lebensstil und zur Neuevangelisierung Europas beitragen. Hier geben Menschen, die jahrelang auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens waren und teils auf verschlungenen Wegen zu Christus fanden, ihr Lebenszeugnis ab. Ebenso berichten Priester, Ordensleute und Missionare über ihre Berufungsgeschichte. Außerdem stehen spirituelle Themen im Mittelpunkt.

 

Weltkirche und christliche Spiritualität stehen im Mittelpunkt

Zu den Höhepunkten der vergangenen Jahre zählt Produzent Ripka zwei Bekehrungserlebnisse. „Der ehemalige deutsche Top-Manager Thomas Middelhoff war bei uns zu Gast und berichtete in unserer Sendung, wie er im Gefängnis zu Christus zurückfand.“ Ebenfalls im Gefängnis bekehrt hat sich Torsten Hartung. Der ehemalige Chef einer der größten europäischen Autoschieber-Banden wurde wegen Mordes zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. In den Jahren seiner Einzelhaft begegnete ihm Gott und verwandelte ihn.

 

Heute leitet Hartung ein „Haus der Barmherzigkeit“ für ehemalige jugendliche Strafgefangene. KIRCHE IN NOT unterstützt diese Einrichtung. „Solche starken Zeugnisse sind sehr wertvoll für unsere Zuschauer“, sagt Florian Ripka. „Sie geben ihnen Kraft, im eigenen Alltag immer wieder neu im Glauben anzufangen und christlich zu leben.“

Moderator Berthold Pelster im Gespräch mit Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri in Nigeria.
Im Laufe der Jahre hat KIRCHE IN NOT seine Medienpräsenz konsequent vergrößert. Seit 2014 laufen nach der Fertigstellung eines TV-Studios der mit dem Hilfswerk verbundenen Pater-Werenfried-van-Straaten-Stiftung in München insgesamt fünf weiteren Sendungen auf den christlichen Fernsehsendern. Hinzu kommen weitere Formate, die speziell für die sozialen Medien konzipiert wurden.

 

Ebenfalls vor 15 Jahren startete KIRCHE IN NOT seine Radioreihe „Weltkirche aktuell“, die auf dem katholischen Sender Radio Horeb und den deutschsprachigen Sendern der Radio-Maria-Familie zu hören ist und Einblicke in die Weltkirche verschafft.

Moderator Volker Niggewöhner im Radio-Studio von „Kirche in Not“.
Die internationale Medienarbeit von KIRCHE IN NOT gehört zum Grundcharisma des Hilfswerks. Schon der Gründer von KIRCHE IN NOT, der niederländische Prämonstratenser Werenfried van Straaten (1913-2003), verstand es als begeisternder Prediger auch die modernen Medien wirkungsvoll zu nutzen und war ein gern gesehener und gefragter Gesprächsgast.

 

Der Gründer war ein Pionier der katholischen Medienarbeit

Der „Speckpater“ erkannte die Zeichen der Zeit und begann, die katholische Medienarbeit weltweit zu unterstützen. Der Aufbau von Radio- und Fernsehsendern in Afrika, Asien und Lateinamerika entsprang dabei oft einer seelsorglichen Notwendigkeit. In weit entlegenen der Regionen Welt, wo die Gläubigen selten einen Priester zu Gesicht bekommen, sind Radio und Fernsehen wichtige Instrumente der Verkündigung und Seelsorge.

Pater Werenfried van Straaten, der Gründer von „Kirche in Not“, bei einem Fernsehinterview.
Seinen untrüglichen Instinkt bewies Pater Werenfried auch bei der Gründung des „Catholic Radio and Television Network“ (CRTN), das 1987 damit begann, katholische und orthodoxe Radioprogramme für Russland zu produzieren. 1989 startete CRTN den russischsprachigen Radiosender „Radio Blagovest“, der noch vor der politischen Wende in Europa von Monte Carlo aus religiöse Programme in die Sowjetunion ausstrahlte.

 

Christlicher Radiosender schreibt Weltgeschichte

Nach Jahrzehnten der Unterdrückung konnten viele Russen so erstmals wieder etwas über Gottes Liebe und das Evangelium hören. In den Jahren des politischen Umbruchs sollte der christliche Radiosender sogar Weltgeschichte schreiben: Als im August 1991 kommunistische Putschisten versuchten, Präsident Boris Jelzin zu stürzen, konnte dank der mittlerweile in Russland eingelagerten Sendetechnik von „Radio Blagovest“ Jelzin zum Volk sprechen und so eine Eskalation verhindern. Der Putschversuch war gescheitert.

Als Dank für die friedliche Revolution und den Fall des Kommunismus initiierte KIRCHE IN NOT zusammen mit katholischen wie orthodoxen Kirchenvertretern und mehr als 150 russischen Fernseh- und Radiosendern am 13. Oktober 1991 eine Live-Übertragung der Wallfahrtsfeierlichkeiten aus Fatima. 40 Millionen Menschen in Russland konnten die Übertragung mitverfolgen. Ein Meilenstein in der Geschichte der Medienarbeit von KIRCHE IN NOT.

Mitarbeiter einer katholischen Radiostation in Tansania, die „Kirche in Not“ unterstützt.
Auch CRTN hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Bis heute wurden über 250 Dokumentarfilme über die Arbeit der katholischen Kirche in verschiedenen Ländern produziert. Auf der Internetplattform des Netzwerks werden nicht nur die unter eigener Regie produzierten Filme angeboten, sondern auch Produkte anderer Organisationen. Dadurch wird die Medienarbeit von Christen in Entwicklungsländern unterstützt. Mancherorts verfügt die Kirche zwar über Sendezeiten in Medien, aber die Finanzmittel für eigene Programme sind knapp. CRTN liefert hier geeignetes Material.

 

Ein weltweites katholisches Netzwerk

Was die Zukunft anbelangt, sieht Florian Ripka die Entwicklung der Medienwelt zwiespältig. „Das Aufkommen der sozialen Medien hat das ganze Medienverhalten der Menschen geändert, leider nicht immer zum Vorteil“, so Ripka. Andererseits seien Facebook & Co. eine Riesenchance für die Verkündigung. „Erstmals in der Menschheitsgeschichte ist es möglich, das Wort Gottes zu fast allen Menschen zu bringen.“ Gerade heute, wo überall auf der Welt die menschlichen Wertvorstellungen zunehmend von Medien geprägt seien, müsse die Kirche diese Möglichkeit dankbar annehmen und mutig nutzen.

Dreharbeiten von CRTN in Nigeria.
Das bedeutet auch ein Angebot auf der Höhe der Zeit: Vor kurzem ist die neue und vollkommen überarbeitete Homepage von „Kirche in Not“ Deutschland online gegangenen. Eine überarbeitete und moderne Mediathek wird demnächst folgen.

 

Auch in Zukunft wird „Kirche in Not“ durch seine Medienarbeit die Frohe Botschaft verkünden und sieht sich dabei in der Tradition des Gründers Werenfried van Straaten, erklärt Florian Ripka. „Pater Werenfried verstand unser Medienapostolat als seelsorglichen Dienst und als unerlässliche Bedingung für den Fortbestand unseres Werkes.

 

Die Unterstützung der katholischen Medienarbeit weltweit und der eigene Medieneinsatz zur Evangelisierung wird darum weiterhin zu unseren Tätigkeitsfeldern gehören.“

 

Volker Niggewöhner (2019)

Weitere Informationen

KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: info@kirche-in-not.de
Der Countdown bis zum Ende des Christentums in Teilen des Nahen Osten tickt immer lauter – und kann nur gestoppt werden, wenn die internationale Gemeinschaft jetzt handelt.

 

Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bericht „Verfolgt und vergessen?“ von KIRCHE IN NOT. Er wurde vom britischen Nationalbüro des weltweiten päpstlichen Hilfswerks erstellt und liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

Der Bericht umfasst den Zeitraum von 2017 bis 2019 und stellt die Entwicklung der Christenverfolgung in zahlreichen Weltregionen vor. Was die Entwicklung für die einzelnen Christen bedeutet, wird anhand zahlreicher Fallbeispiele und kurzer Länderberichte illustriert.

Titelseite des neuen Berichts „Verfolgt und vergessen?”.
Ein zentraler Befund von „Verfolgt und Vergessen?“: In den Ländern des Nahen Ostens ist nach dem militärischen Sieg über den sogenannten „Islamischen Staat“ der Völkermord an Christen und anderen Minderheiten gestoppt.

 

Zahl der Christen im Irak um bis zu 90 Prozent gesunken

Allerdings hält der Exodus der Christen aus der Region weiterhin an – die Angst vor einem Wiederaufflammen des Terrors ist zu groß. Die jüngsten Meldungen aus dem Nordosten Syriens zeigen, wie real diese Angst ist.

Vor dem Jahr 2003 gab es im Irak noch rund 1,5 Millionen Christen. Bis Mitte 2019 ist die Zahl auf deutlich unter 150 000 gefallen – ein Rückgang von bis zu 90 Prozent innerhalb nur einer Generation. Auch in Syrien ist die Anzahl der Christen seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 um zwei Drittel zurückgegangen.

Junge aus der irakischen Ninive-Ebene entzündet eine Kerze (© Manweel Banna/KIRCHE IN NOT).
Der Bericht von KIRCHE IN NOT hebt hervor, dass die Weltöffentlichkeit in den vergangenen Jahren dem Thema Christenverfolgung mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat. Ursachen waren neben dem Genozid im Irak unter anderem das Schicksal von Asia Bibi in Pakistan. Die Christin war wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt und nach Jahren der Einzelhaft im Oktober 2018 freigesprochen worden.

 

Mehr Aufmerksamkeit, aber Hilfen stocken

Die für Christen wie andere religiöse Minderheiten erforderlichen Hilfen wurden von der internationalen Gemeinschaft jedoch zu wenig gewährt, so der Bericht. Für den Wiederaufbau im Irak seien zum Beispiel von den USA umfangreiche Mittel zugesagt worden, die Auszahlung jedoch stockte.

KIRCHE IN NOT und weitere Organisationen setzen sich für die Wiederbesiedelung christlicher Dörfer in der Ninive-Ebene ein. Dort ist mittlerweile rund die Hälfte der ehemaligen Bewohner zurückgekehrt.

Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri in Nigeria in einer durch Boko Haram zerstörten Kirche.
„Verfolgt und Vergessen?“ arbeitet ebenfalls heraus, dass sich in zahlreichen asiatischen Ländern die Situation für Christen und anderer religiöse Minderheiten deutlich verschärft hat. Die Anschläge am Ostersonntag auf Sri Lanka mit über 250 Toten und mehr als 500 Verletzen haben dies gezeigt.

 

Neben islamistischen Gruppen sind ein zunehmender Nationalismus und autoritäre Regime für das gewaltsame Vorgehen gegenüber Christen verantwortlich. In Indien sind allein 2017 über 450 antichristliche Überfälle gemeldet worden, die meist auf das Konto von nationalistischen Hindus gehen.

Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland (links), überreichte den Bericht an die Bundestagsabgeordneten Prof. Heribert Hirte (Mitte) und Michael Donth.
Auch in China hat sich trotz eines vorläufigen Übereinkommens mit dem Vatikan Lage für Gläubige verschärft. Die kommunistische Regierung geht rigoros gegen religiöse Aktivitäten vor, die nicht staatlich genehmigt sind.

Bestellen Sie den neuen Bericht „Verfolgt und vergessen?“

Der Bericht „Verfolgt und Vergessen?“ ist für ein Euro (zuzüglich Versandkosten) erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
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