Spenden
Aktuelles

Aktuelles

Mehr Beiträge zu diesem Thema

Mehr Schlagworte 232 Beiträge gefunden
Beiträge anzeigen
Aufgrund der sich zuspitzenden Lage für die Menschen in Syrien gibt KIRCHE IN NOT Deutschland eine neue Gebetskarte heraus.

 

Die Klappkarte im Format DIN A6 zeigt auf der Vorderseite die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“. Papst Franziskus hat die Ikone am 15. September, dem „Gedenktag der Schmerzen Mariens“, gesegnet.

Hoffnung auf den Wiederaufbau in Homs (Syrien).
Als Zeichen seiner Nähe und Verbundenheit wird die Ikone nun alle Diözesen Syriens besuchen. Gestaltet wurde sie vom griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die KIRCHE IN NOT zusammen mit den katholischen und orthodoxen Christen Syriens ins Leben gerufen hat.

 

Gebet für die Opfer und Betroffenen des Syrienkrieges

Ziel der Aktion ist es, den Hinterbliebenen von getöteten oder entführten Menschen geistlich beizustehen.

Der Fürbitte für die Opfer des Syrienkriegs und alle Leidenden in den Krisengebieten der Welt widmet sich auch das auf der Innenseite der Karte abgedruckte Gebet, das an die Schmerzensmutter Maria gerichtet ist. Es eignet sich sowohl für das persönliche wie das gemeinsame Gebet in der Gemeinde.

Ikone mit der seligen Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer.
„KIRCHE IN NOT verbindet von jeher materielle mit geistlicher Hilfe“, erklärte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka.

 

„Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, da viele Menschen in Syrien in neues unvorstellbares Leid gestürzt werden. Unsere Projektpartner bitten immer wieder um das Gebet. Wir wollen sie stärken und stützen, damit die Kirchen ihren Auftrag erfüllen können: Trösterin und Anlaufstelle für die leidende Bevölkerung zu sein.“

Bestellen Sie jetzt die neue Gebetskarte

Die neue Gebetskarte ist kostenlos erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
„Es war nicht klug, den Truppenabzug einzuleiten. Es war klar, dass den Kurden niemand helfen würde. Jetzt werden sie alles verlieren, wie es bereits in Afrin geschehen ist.“

 

Jacques Behnan Hindo, der emeritierte syrisch-katholische Erzbischof von Hassaké-Nisibi, macht sich im Gespräch mit KIRCHE IN NOT keine Hoffnung, was die jüngste Invasion der Türkei im Nordosten Syriens angeht.

Jacques Behnan Hindo (rechts), emeritierter Erzbischof von Hassaké-Nisibi, feiert die heilige Messe.
Die Entscheidung von US-Präsident Trump, seine Truppen aus dem Nordosten Syriens abzuziehen, hat eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, von denen die türkische Offensive nur ein erstes Fanal sein könnte. Verlierer aber werden nicht nur die Kurden sein.

 

„Wir Christen werden die Konsequenzen tragen”

„Wie immer hat jede Kriegspartei ihre eigenen Interessen, aber wir Christen werden die Konsequenzen tragen“, sagt Hindo. Im Nordosten Syriens leben rund 30 000 bis 40 000 Christen verschiedener Konfessionen.

Trotz Einschränkungen waren sie unter dem Schutz kurdischer Truppen relativ sicher in der Region, die sich zwischen dem Euphrat und der Grenze zur Türkei und der irakisch-türkischen Grenze erstreckt. Die Kurden waren nicht zuletzt wichtige Partner im Kampf gegen den Terror des sogenannten „Islamischen Staates“.

In der Altstadt von Aleppo/Syrien.
Beides scheint nun unter türkischem Militärfeuer ausgelöscht. Nun, da die Kurden um ihr eigenes Überleben kämpfen, stehen die Christen wie die anderen Minderheiten, zum Beispiel die Jesiden, ohne Schutz da. Ein neuer Exodus sei vorprogrammiert, so Bischof Hindo.

 

„Ein neuer Exodus ist vorprogrammiert”

Hinzu komme jedoch noch eine weitere, weit gefährlichere Entwicklung. „Es wurde gemeldet, dass eines der Gefängnisse, in dem IS-Kämpfer festgehalten wurden, im Kampf getroffen wurde und weitgehend unbewacht ist. Die meisten von den Terroristen werden jetzt frei sein.

Das folgt einem Plan, Syrien zu zerstören – und nicht nur Syrien. Jetzt werden die Terroristen nach Europa kommen, durch die Türkei und mit der Unterstützung Saudi-Arabiens.“

Erzbischof Bashar Warda von Erbil (2. von rechts) verteilt Hilfsgüter, die KIRCHE IN NOT zur Verfügung gestellt hat.
Eine neue Flüchtlingswelle, die vor allem den Irak mit voller Härte trifft, befürchtet auch der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, der Hauptstadt der Region Kurdistan, Bashar Warda, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT.

 

Steigende Zahl von vertriebenen Menschen aus Nordsyrien

„Wir bereiten uns auf eine neue Flüchtlingswelle vor. In Erbil haben wir in den vergangenen beiden Jahren schon eine steigende Zahl von Vertriebenen aus Nordsyrien festgestellt“, schreibt Warda in einer Erklärung, die dem Hilfswerk vorliegt.

„Wir hoffen und beten, dass sich die Regierung und die internationale Gemeinschaft sich nicht abwenden, sondern uns unterstützen, den Christen und den anderen unschuldigen Menschen zu beizustehen, welche Religion sie auch haben.“

Kind in einem Flüchtlingslager.
Erschwerend kommt hinzu, dass für viele Flüchtlinge nur der Irak die nächstgelegene Zufluchtsoption darstellt. Der Libanon, der seit Ausbruch des Syrienkriegs die höchste Zahl von Flüchtlingen aus Syrien aufgenommen hat, beginnt nun Berichten zufolge mit einem verstärkten Rückführungskurs.

 

Es droht die Ausrottung des Christentums in der Region

Warda befürchtet deshalb: „Sollten Christen keine ausreichende Versorgung im Nordirak finden, werden sie den Nahen Osten ganz verlassen.“

Einmal mehr ist die Gefahr der Auslöschung des Christentums in einer seiner Ursprungsregionen zum Greifen nah. Letztlich könnte die erneute Eskalation sogar einem der Hauptziele des IS doch noch zum Erfolg verhelfen, macht Warda deutlich: „Der Ausrottung des Christentums in der Region.“

Ein Mann betet in einer zerstörten Kirche in Syrien.
Offen bleibt, ob der Plan der Türkei, eine Sicherheitszone im Nordosten Syriens einzurichten, auf die Region begrenzt bleibt.

 

„Die Menschen leiden unsäglich”

Sollte der Konflikt auch auf den Nordwesten überschwappen, wäre unter anderem Aleppo betroffen, wo derzeit rund 30 000 Christen leben. „Das könnte der Anfang vom Ende sein“, erklärt der in Aleppo ansässige armenisch-katholische Priester Mesrob Lahian gegenüber KIRCHE IN NOT.

„Die politischen Interessen sind, wie seit Beginn des Syrienkrieges, unübersichtlich. Eins aber ist Fakt: Die Menschen leiden unsäglich, manchmal noch mehr als zu Beginn des Krieges“, erklärt Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.

- Erzbischof Bashar Warda
„Unser Hilfswerk hat in den vergangenen acht Kriegsjahren immer an der Seite der syrischen Christen gestanden. Wir werden sie auch jetzt nicht verlassen, während die Politik noch diskutiert, was jetzt zu tun ist.“

 

„Nächstenliebe fragt nicht nach einem Taufschein”

Nicht vergessen werden dürfe, dass die Kirchen oft die einzigen Anlaufstellen für die kriegsgeplagte Bevölkerung sind. Lebensmittel- und Medikamentenhilfen, Beiträge für Lebenshaltungskosten und Unterbringung von Flüchtlingen komme nicht exklusiv den Christen zugute, so Ripka.

„Nächstenliebe fragt nicht nach dem Taufschein. Sie fragt nach der konkreten Not. Und die ist jetzt nochmals unermesslich gestiegen.“

KIRCHE IN NOT Deutschland gibt in der Reihe „Glaubens-Kompass“ eine neue Ausgabe über John Henry Kardinal Newman heraus, der am 13. Oktober heiliggesprochen wird.

 

Das illustrierte Faltblatt im Format DIN A6 stellt die wichtigsten Etappen der Lebensgeschichte des neuen Heiligen vor, der als einer der bedeutendsten Theologen der Neuzeit gilt.

Newmans Arbeitszimmer in dem von ihm gegründeten Oratorium in Birmingham (Foto: Katholische Kirche von England und Wales. Mazur/catholicnews.org.uk).
John Henry Newman lebte von 1801 bis 1890 in England und arbeitete zunächst als Priester und Professor in der anglikanischen Kirche. Dort galt sein Wirken der Abwehr des religiösen Liberalismus und der Erneuerung der anglikanischen Kirche.

 

Sein theologisches Denken führte ihn aber mit 44 Jahren dazu, zur römisch-katholischen Kirche zu konvertieren. In dieser Kirche sah er die Überlieferung der frühen Kirche am treuesten bewahrt.

Papst Benedikt XVI. hat John Henry Kardinal Newman seliggesprochen.
Dieser Konversion ging ein langes geistiges Ringen voraus. Papst Benedikt XVI. sprach im Rückblick auf die Seligsprechung Newmans, die er selbst am 19. September 2010 vorgenommen hatte, davon, dass „wir von den drei Bekehrungen Newmans zu lernen haben, weil sie Schritte eines geistigen Weges sind, der uns alle angeht“.

 

Drei Bekehrungen des John Henry Newman

Gemeint sind damit der Glaube an den Gott der Bibel, die Hinwendung zum Glauben der frühen Kirche und schließlich der Übertritt zur katholischen Kirche.

Von entscheidender Bedeutung war für Newman, dass er sich zeit seines Lebens von der Stimme seines Gewissens führen ließ und so der Wahrheit Schritt für Schritt näherkam.

Titelbild des Glaubens-Kompasses über John Henry Kardinal Newman.
Newman starb am 11. August 1890 in Birmingham. Schon früh setzte die Verehrung für ihn ein. Viele Menschen schätzen bis heute sein theologisches Werk als Orientierung an der Wahrheit des Glaubens. Der liturgische Gedenktag des neuen Heiligen ist der 9. Oktober.

 

In der Faltblatt-Reihe „Glaubens-Kompass“ veröffentlicht KIRCHE IN NOT Broschüren zu Themen des Glaubens. Die Informationen sollen helfen, das Glaubenswissen zu vertiefen.

Bestellen Sie jetzt den neuen Glaubens-Kompass

Der Glaubens-Kompass „John Henry Kardinal Newman“ ist kostenlos erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
In Weißrussland sind die kommunistischen Strukturen aus Sowjetzeiten noch präsent. Die Menschen sehen kaum eine Zukunftsperspektive. Viele Jugendliche versuchen, ihren Frust mit Drogen zu betäuben. Die Selbstmordrate ist hoch.

 

Die Kommission für Ehe und Familie der katholischen Bischofskonferenz hat das Jahr 2019 zum „Jahr der Familie“ erklärt, um die Familien zu unterstützen und ihnen Hoffnung zu geben.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einer Fortbildung im Rahmen des „Jahres der Familie“ in Weißrussland.
Das ganze Jahr über finden und fanden zu diesem Ziel verschiedene Aktivitäten statt, darunter Schulungen und therapeutische Hilfen für Ehepaare und Familien, Weiterbildungen und Besinnungstage für die Mitarbeiter kirchlicher Ehe- und Familienberatungsstellen, Gebetsaktionen und ein Kongress der Familienbewegungen in der Hauptstadt Minsk.
Kinder aus Weißrussland.
Wohltäter von KIRCHE IN NOT haben 7.000 Euro gespendet, um diese wertvollen Initiativen zu unterstützen. Im Namen aller Familien, die davon profitieren, herzlichen Dank!
In Pakistan werden immer mehr Mädchen aus buddhistischen und christlichen Familien entführt, zwangsverheiratet und zur Konversion zum Islam gezwungen.

 

Dies bestätigte der Erzbischof von Lahore, Sebastian Shaw, gegenüber KIRCHE IN NOT: „In jüngster Zeit hat es viele Entführungen gegeben. Die Mädchen sind etwa 14 oder 15 Jahre alt.“ Es handle sich dabei um schwere Verbrechen, die nur unzureichend geahndet würden, erklärte Shaw.

Eine Ordensfrau aus Pakistan zündet eine Kerze an.
In der Provinz Punjab, deren Hauptstadt Lahore ist, sollen lokalen Quellen zufolge innerhalb eines Jahres bis zu 700 Mädchen verschleppt worden sein.

 

Entführte Mädchen aus buddhistischen oder christlichen Familien

Erzbischof Shaw zufolge handle es sich bei den Entführern meist um verheiratete Männer. Bei den Verschleppungen gebe es eine religiöse Komponente, da die meisten der Mädchen buddhistisch oder christlich seien.

Doch dies sei nicht die ausschließliche Motivation der Täter, glaubt Shaw: „Es ist Begierde. Die Männer denken: ,Sie sieht toll aus, und ich will sie.‛“

Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore.
Da die Entführungen zunähmen, hätten er und weitere Geistliche wiederholt die Polizei alarmiert, „doch die hört überhaupt nicht zu“, berichtete der Erzbischof.

 

Daraufhin habe er sich direkt an die Regierung gewandt. „Sie haben ein Treffen zwischen mir und den Leitern der muslimischen und hinduistischen Gemeinden organisiert. Ein junger islamischer Gelehrter hat die Entführungen kritisiert und erklärt, Zwangskonversionen seien nicht erlaubt.“

Schülerinnen einer katholischen Schule in Pakistan (Foto: Magdalena Wolnik/KIRCHE IN NOT).
Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklung sieht Erzbischof Shaw die Entwicklung Pakistans positiv. Die Regierung unter Premierminister Imran Khan setze sich für Gleichheit ein. Das betreffe auch die religiösen Minderheiten.

 

In Pakistan gehören etwa 96 Prozent der Bevölkerung dem Islam an, der auch Staatsreligion ist. Das Leben der Christen, rund zwei Prozent der Pakistaner, unterliegt starken Einschränkungen. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen auf Christen.

Die Badshahi-Moschee in Lahore ist die zweitgrößte Moschee Pakistans.
Dennoch sei die Minderheit der Katholiken aktiv, berichtet Shaw. Das gelte besonders im Bildungsbereich. „Fast 60 Prozent der Einwohner sind junge Menschen. Wir verhelfen ihnen zu einer guten und qualifizierten Ausbildung“, sagte Shaw.

 

Ein weiteres Anliegen der Kirche seien Glaubensunterweisung und der interreligiöse Dialog. Hilfe erfahre die pakistanische Kirche dabei durch KIRCHE IN NOT, so der Erzbischof: „KIRCHE IN NOT‛ unterstützt uns vor allem bei pastoralen Aktivitäten. Dafür bin ich sehr dankbar. Wir freuen uns über die finanzielle Unterstützung, die Gebete und die Ermutigung.’“

Im Norden Burkina Fasos spitzt sich die Gewalt gegen Christen weiter zu. Terroristen durchkämmten dort Dorf für Dorf und stellten den christlichen Einwohner ein Ultimatum: Konversion zum Islam oder Vertreibung. Zahlreiche Christen würden auch getötet.

 

Das berichten lokale Ansprechpartner, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchten, gegenüber KIRCHE IN NOT.

Die Terroristen verfolgten einen Plan: „Sie töten einzelne Gemeindemitglieder und drohen den Hinterbliebenen an, sie würden in drei Tagen wiederkommen“, erklärten die Gesprächspartner. Fänden sie dann noch einen Christen vor, würde dieser getötet. Den Menschen bleibe nur die Flucht.

Kinder aus Burkina Faso. Sie leiden besonders unter der Gewalt im Land.
Zuletzt seien zwei schwer zugängliche Dörfer in der Provinz „Nord“ von Terroristen heimgesucht worden. Mehr als 2000 Einwohner seien von dort geflohen.

 

Die Gesprächspartner beschreiben das Vorgehen im Dorf Hitté: „Anfang September kamen 16 Männer dorthin. Sie warteten, bis die Bewohner von der Feldarbeit heimkehrten. Einige Terroristen zwangen die Menschen in die Kirche und drohten ihnen. Währenddessen brannten ihre Komplizen Häuser und Ställe nieder.“ Diese seien keine Einzelfälle, so die Gesprächspartner.

Eine Gruppe vertriebener Christen und ihrer Helfer in Titao.
Die Gewaltwelle hält seit Anfang Mai an. Damals überfielen Terroristen im Dorf Toulfé einen Gottesdienst und brachten fünf Menschen um. „Von dort aus rückten die Extremisten in das nächste Dorf vor, wo sie den Christen ebenfalls ein Ultimatum stellten“, so die anonymen Quellen.

 

Ultimatum für christliche Dorfbewohner

Viele Christen seien geflohen – aber nicht alle. „Die geblieben waren, wurden Zeugen, wie drei Menschen ermordet wurden, darunter auch ein Katechet, der die kleine Gemeinde leitete und Gebetsgruppen organisierte“, beschrieben die Gesprächspartner.

Zuflucht fänden die Dorfbewohner in nahegelegenen Ortschaften. Eine davon ist Titao, etwa 50 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Ouahigouya. 7000 Vertriebene seien allein in Titao untergekommen.

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Sie würden durch die Kirche materiell, aber auch psychologisch versorgt. Die humanitäre Situation sei angespannt. „Sie hat jedoch auch eine große Solidarität der Einwohner hervorgebracht – einschließlich der Muslime“, berichten die Quellen.

 

Humanitäre Situation ist angespannt

Ihnen ist wichtig, nicht alle Muslime vorzuverurteilen, auch nicht die Angehörigen des Nomandenvolkes der Fulani, aus dem die meisten Terroristen mutmaßlich stammen und die auch im Norden Nigerias für gewalttätige Übergriffe auf Christen verantwortlich gemacht werden.

Sie seien auch nicht die Alleinverantwortlichen, denn: „Diese Menschen werden manipuliert. Ihre Waffen stammen nicht aus Burkina Faso. Wir wissen, dass die Waffen von internationalen Unternehmen stammen, für die nur der Profit zählt“, so die anonymen Quellen.

Christen aus der Gemeinde Dablo/Burkina Faso bei einer Prozession.
Kirchenvertreter fordern seit langem ein Vorgehen gegen Waffenschmuggel und Terror. Doch die Regierung bleibt weiterhin untätig.

 

Das gelte auch für Ordnungskräfte wie die Polizei, konnten die Gesprächspartner beobachten: „Sie helfen kaum dabei, die Leichen der ermordeten Menschen aus den Dörfern abzuholen, um sie anständig zu bestatten.“ Die Angehörigen nähmen zum Teil große Gefahren und unmenschliche Bedingungen auf sich, um ihren Toten die letzte Ehre zu erweisen.

In den Straßen von Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos.
Die Gefahr von Vergeltungsakten sei hoch, erklären die Gesprächspartner, denn die Menschen würden die Täter oft kennen, da sie aus der gleichen Gegend stammen. Die Menschen hätten alles verloren – auch die Ernte. Nun drohe eine Hungersnot. „Bitte beten Sie dafür und helfen Sie, dass der Friede zurückkehrt“, appellieren die Ansprechpartner aus Burkina Faso an die Öffentlichkeit.

 

In Burkina Faso bekennt sich rund ein Viertel der über 18 Millionen Einwohner zum christlichen Glauben. Über die Hälfte der Bevölkerung sind Muslime. Nachdem das Zusammenleben weitgehend ohne Zwischenfälle verlief, kommt es seit 2015 vermehrt zu islamistischen Attentaten. Beobachter vermuten, es solle ein Krieg zwischen den Religionen geschürt werden.

Am 15. September wurde in Rom und in zahlreichen christlichen Kirchen Syriens der im Syrienkrieg getöteten Christen gedacht und ein Zeichen des Trostes für die Hinterbliebenen gesetzt. Im Vatikan segnete Papst Franziskus eine Ikone, auf der die „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ zu sehen ist.

 

Gestaltet wurde sie von dem griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch aus Homs speziell für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die KIRCHE IN NOT gemeinsam mit den katholischen und orthodoxen Christen in Syrien auf den Weg gebracht hat.

Ziel der Aktion ist es, den syrischen Christen materiell und geistlich beizustehen – besonders den Menschen, deren Angehörige im Krieg getötet oder entführt worden sind.

Papst segnet die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“. Neben dem Papst: Mauro Kardinal Piacenza, Präsident von KIRCHE IN NOT.
Bei der Segnung in Rom war auch der internationale Präsident von KIRCHE IN NOT, Mauro Kardinal Piacenza, der Ikonen-Künstler sowie Mitarbeiter des Hilfswerks anwesend. Papst Franziskus setzte mit der Segnung seine Unterstützung für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“ fort.

 

Bereits am 15. August hatte der Heilige Vater beim Angelusgebet 6000 Rosenkränze gesegnet, die von christlichen Kunsthandwerkern aus Bethlehem und Damaskus hergestellt wurden. Im Dezember 2018 hatte der Papst beim Angelusgebet eine große Kerze entzündet und damit seine Teilnahme an der Gebetskampagne „Kerzen für den Frieden in Syrien“ ausgedrückt.

Der griechisch-orthodoxe Priester Spiridon Kabbasch beim Schreiben der Ikone.
„Der Heilige Vater hat erneut seine liebende Nähe zu den Menschen in einer Weltregion gezeigt, wo viele Tränen getrocknet werden müssen. Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärte Mauro Kardinal Piacenza nach der Segnung. Diesen Menschen beizustehen, wisse sich KIRCHE IN NOT weiterhin verpflichtet.

 

Zeichen der Anteilnahme und des Trostes

Die vom Papst gesegneten Rosenkränze wurden am 15. September als Zeichen der besonderen Nähe des Papstes bei Gottesdiensten in katholischen und orthodoxen Kirchen Syriens an Hinterbliebene von Kriegsopfern verteilt.

Auch ein aus dem Heiligen Land stammendes Kreuz aus Olivenholz und Bibeln in arabischer Sprache, die von KIRCHE IN NOT gestiftet wurden, haben die Angehörigen als äußeres Zeichen der Anteilnahme und des Trostes erhalten.

Ein Priester verteilt in der melkitischen griechisch-katholischen Kathedrale in Homs die vom Papst gesegneten Rosenkränze an Angehörige von Kriegsopfern.
Neben den Gottesdiensten fanden an diesem Tag auch zahlreiche Prozessionen statt, bei denen hunderte Gläubige für ihre getöteten und entführten Mitchristen und ihre Familien gebetet haben. Die neue Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ wird in den kommenden Wochen in allen 34 Diözesen Syriens zu Gast sein.
„Lange dämmerte das Thema Christenverfolgung unter der Decke des Verschweigens dahin. Endlich ist es gelungen, das Thema wieder ,aufzuwecken‛. Dafür danke ich KIRCHE IN NOT.“ Dieses Resümee zog Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier anlässlich des Solidaritätstags für verfolgte Christen am 15. September in Augsburg.

 

Zur Veranstaltung im Haus St. Ulrich war der eritreische Priester Mussie Zerai angereist. Er informierte über die Lage in seinem Heimatland. Es sei kein Zufall, dass immer mehr Flüchtlinge aus Eritrea Zuflucht in Europa suchen.

Von links: Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier, der eritreisch-katholische Priester Mussie Zerai und KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer Florian Ripka beim Solidaritätstag.
Das Land ist seit über 20 Jahren eine kommunistische Diktatur. Vor allem der Wehrdienst, der für Männer und Frauen gleichermaßen gilt, ist eine Form organisierter Sklaverei“, erklärte Zerai.

 

„Wehrdienst in Eritrea ist Form moderner Sklaverei”

Der Sold betrage umgerechnet nur etwa 15 Euro pro Monat, die Bedingungen seien miserabel. Auch sei nicht absehbar, wie lange der Wehrdienst dauert. „Den jungen Leuten werden so ihre besten Jahre genommen“, beklagte Zerai.

Auch die Versuche der Kirche, den Menschen beizustehen und ihre Situation zu lindern, würden vom Regime systematisch blockiert. „Besonders die katholische Kirche steht im Visier, weil sie sich am meisten sozial engagiert“, sagte Mussie.

Podiumsgespräch mit dem Priester Mussie Zerai (Mitte) über die Situation der Christen in Eritrea.
In Eritrea sind die katholischen Christen eine kleine Minderheit von höchstens 170 000 Gläubigen bei rund sechs Millionen Einwohnern. In jüngster Zeit gehe die Regierung verstärkt gegen katholische Einrichtungen vor, erzählte Zerai: „Im Juni und Juli dieses Jahres wurden 29 kirchliche Krankenhäuser vom Militär gewaltsam geschlossen. Jetzt sind die katholischen Schulen dran: Acht von ihnen sind bereits geschlossen.“

 

Eritreische Regierung geht gegen katholische Einrichtungen vor

Basis für dieses rigide Vorgehen sei ein Gesetz aus dem Jahr 1995, mit dem sich der Staat als einziger Träger im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen definiert. Wegen des Krieges mit Äthiopien und der nachfolgenden politischen Unsicherheit sei dieses Gesetz bislang selten angewandt worden.

Dass es jetzt so rabiat umgesetzt werde, hängt laut Zerai auch mit dem Engagement der katholischen Kirche im Demokratisierungs- und Versöhnungsprozess zusammen. „Die Bischöfe haben sich in einem Hirtenbrief klar dazu geäußert – dann begannen die Übergriffe“, erklärte der Priester.

Blick in den gut gefüllten Saal im Haus St. Ulrich in Augsburg.
Die Schließung der Schulen und Krankenhäuser sei ein großer Schaden für die Ordensgemeinschaften, die diese Einrichtungen mehrheitlich betrieben und nun vor dem Ruin stünden.

 

Der Schaden für die Religionsfreiheit sei aber noch größer: „Die Regierung betont, es herrsche Religionsfreiheit. Aber sobald die Kirche die Sakristei verlässt, geht die Regierung gegen sie vor.“ Doch auch was die Feier der Gottesdienste angeht, habe es schon Repressalien gegeben: So habe das Regime der katholischen Kirche verboten, Gedenkmessen für ertrunkene Flüchtlinge zu feiern.

- Mussie Zerai, Priester der eritreisch-katholischen Kirche
Doch nicht nur die katholische Kirche sei betroffen, erklärte Zerai. Auch die orthodoxe Kirche und die Muslime würden immer wieder in ihrer Tätigkeit eingeschränkt. Noch schlimmer treffe es die Angehörigen der staatlich nicht anerkannten Freikirchen.

 

„Schon wenn sich zwei oder drei Menschen versammeln, gelten sie als verdächtig.“ Nicht selten komme es vor, dass in Eritrea Menschen ohne Anklage verschwinden, so Zerai. Es gäbe eine Reihe von Straflagern, über die kaum etwas nach außen dringe.

Mütter mit Kindern aus Eritrea.
Die UN-Menschenrechtskommission habe der eritreischen Regierung „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ attestiert. Zerai appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, den Druck auf sein Heimatland zu erhöhen. Er selbst kann seit 2003 nicht mehr nach Eritrea – die Einreise ist ihm verweigert, denn sein eritreischer Pass wurde eingezogen.

 

Mussie Zerai darf nicht in sein Heimatland einreisen

Zerai betreut darum die Arbeit der eritreischen Gemeinden in Europa. „Mir fehlt die Heimat. Aber dort wie im Ausland versuchen wir die Eritreer im Glauben zu stärken. KIRCHE IN NOT war in den entscheidenden Momenten bei uns“, erklärte Zerai.

Vortrag von Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.
Im zweiten Teil der Veranstaltung informierte Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, über aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung. 2019 sei eines der blutigsten Jahre für Christen weltweit.

 

2019 – blutiges Jahr für Christen

Diese habe sich durch die Bombenanschläge auf christliche Gottesdienst in Sri Lanka am Ostersonntag, die weiter zunehmende Gewalt auf Minderheiten in Nigeria, Attacken im Süden der Philippinen und weitere Anschläge auf Christen und andere religiöse Minderheiten gezeigt.

„KIRCHE IN NOT versucht seit über 70 Jahren, den leidenden Christen zur Seite zu stehen und Trost zu spenden. Das ist eine wichtige Aufgabe der Kirche“, erklärte Ripka. Dieser Beistand umfasse nicht nur finanzielle, sondern auch geistliche Hilfe.

Den Abschluss des Solidaritätstages bildete eine Kreuzwegandacht im Augsburger Dom. Von links: Georgios Vlantis, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern, Äbtissin Gertrud Pesch, Abtei Oberschönfeld, Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier, Mussie Zerai, Priester der eritreisch-katholischen Kirche, Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.
Als aktuelles Beispiel führte Ripka ein Projekt von KIRCHE IN NOT gemeinsam mit katholischen und orthodoxen Kirchen in Syrien an. Dort werden Gottesdienste für Hinterbliebene von Kriegsopfern abgehalten. Als Zeichen der besonderen Nähe erhalten die Angehörigen einen von Papst Franziskus gesegneten Rosenkranz.

 

Großzügige Hilfe von KIRCHE IN NOT in Syrien

In den kommenden Wochen wird auch eine vom Pontifex gesegnete Ikone auf Rundreise durch alle christlichen Kirchen Syriens gehen. Weiter gingen auch die materiellen, pastoralen und psychologischen Hilfen, erklärte Ripka. „Dank der Großherzigkeit unserer Wohltäter konnten wir allein in Syrien seit 2001 über 36 Millionen Euro einsetzen und 850 Projekte fördern.“

Seinen Abschluss fand der Gebetstag mit dem traditionellen Kreuzweg für die verfolgte Kirche im Augsburger Dom.

Immer mehr Menschen in Afrika müssen ihre Heimat verlassen, da in zahlreichen Ländern des Kontinents blutige Konflikte und Terror zunehmen.

 

Besonders die Christen litten unter dem Konflikt mit den Fulani-Stämmen in den westafrikanischen Staaten Nigeria und Burkina Faso, zumal auch die Terrormiliz „Boko Haram“ in beiden Ländern noch nicht unter Kontrolle sei. Darauf weist die Leiterin der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, hin.

Die Anwältin und Autorin Ewelina Ochab ergriff im September 2017 nach einer von KIRCHE IN NOT veranstalteten internationalen Konferenz in Rom die Initiative, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf Verletzungen der Religionsfreiheit zu lenken.

August 2014: Tausende geflüchtete Menschen kampieren unter freiem Himmel in Erbil (Foto: ankawa.com).
„Vor allem im Norden und Osten Burkina Fasos kommen Terroristen in Dörfer und zwingen Christen zur Flucht. Das verbreitet immer mehr Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung“, berichtet sie. Das sei insofern bedauerlich, da Burkina Faso in der Vergangenheit für das gute Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen bekannt gewesen sei. „Dieses Verhältnis sei nun vergiftet“, sagt Lynch.

 

Jeden Tag kommen 37 000 Flüchtlinge weltweit hinzu

Auch in anderen Regionen seien Christen immer wieder Bedrohungen durch Dschihadisten ausgesetzt, wie zum Beispiel im Niger oder in Kamerun. „Aber wir müssen den Menschen immer wieder vor Augen halten, dass nicht alle Muslime Extremisten sind“, so die Vertreterin von KIRCHE IN NOT.

Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR) müssen pro Tag im Schnitt 37 000 Menschen weltweit ihre Habseligkeiten zusammenpacken und ihre Heimat verlassen. Nicht alle Flüchtlingsdramen sind in den Medien hierzulande präsent.

Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des Priesterseminars des Bistums Bangassou/Zentralafrikanische Republik (Foto: Fundación Bangassou).
„Im Nordwesten Ugandas leben über 1,2 Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan. Hinzu kommen Geflüchtete, die in der Hauptstadtregion um Kampala leben. Vor allem viele junge Menschen sind traumatisiert, weil sie eigene Verletzungen erlitten haben oder die Ermordung ihrer Eltern mit ansehen mussten“, berichtet Lynch.

 

Kirche als erste Anlaufstelle für Hilfsangebote

Weitere Beispiele sind Tansania, wo riesige Flüchtlingslager mit bis zu 150 000 Menschen entstanden sind, oder Äthiopien, wo immer mehr Menschen aus Eritrea Zuflucht suchen.

Von staatlicher Seite kommt in den genannten Ländern meist keine Hilfe, Versorgungsstrukturen müssen oft erst mühsam aufgebaut werden. Doch die Kirche ist immer schon vor Ort. „In vielen Ländern bietet die Kirche Erstanlaufstellen und Camps für Flüchtlinge, die von KIRCHE IN NOT unterstützt werden“, erklärt Lynch.

Verteilung von Lebensmitteln an Mütter mit Kindern.
Durch den Kontakt zu den Projektpartnern vor Ort habe man einen guten Überblick über die Lage und könne dort helfen, wo es notwendig ist.

 

Materielle, psychologische und pastorale Hilfe

„Dabei geht es um grundlegende Dinge zum Leben, wie zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung oder Hygienebedarf), psychologische Hilfe, aber auch das Angebot pastoraler Hilfe wie Unterstützung beim Bau von Kirchen und Gebetsräumen in zerstörten Dörfern oder den Kontakt zu einem Priester.“

Neben der praktischen Hilfe durch Spenden sei aber auch das Gebet für die Christen in Not wichtig, um sich mit ihnen zu verbinden und auf diese Weise Solidarität auszudrücken, so Lynch.

Unser Hilfswerk ruft auch in diesem Jahr weltweit alle Kinder auf, an der Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ teilzunehmen. Die Initiative widmet sich in diesem Jahr dem Thema Mission, denn Papst Franziskus hat für Oktober einen außerordentlichen Monat der Weltmission ausgerufen hat.

 

Deshalb soll mit den Kindern insbesondere für Missionare und neue missionarische Berufungen gebetet werden. Auch in diesem Jahr findet die Gebetsaktion am 18. Oktober statt.

Rosenkranzgebet in Sri Lanka.
„Der Oktober gilt in der kirchlichen Tradition als ,Rosenkranzmonat‘. Am 18. Oktober wird auch das Fest des Evangelisten Lukas begangen. Er hat als einziger Evangelist die Kindheitsgeschichte Jesu überliefert und war der Tradition nach eng mit der Gottesmutter Maria verbunden“, erklärt Pater Martin Barta, der Geistliche Assistent von KIRCHE IN NOT International.

 

„Eine weltkirchliche Gebetsaktion”

Am 18. Oktober soll um 9.00 Uhr – oder zu einer anderen passenden Uhrzeit – gemeinsam mit Kindergruppen auf der ganzen Welt der Rosenkranz gebetet werden.

„Jedes Jahr erreichen uns Rückmeldungen aus aller Welt, wie die Kinder den Gebetstag begangen haben“, freut sich Barta. „Er ist wirklich zu einer weltkirchlichen Gebetsaktion geworden, die nicht nur die Herzen der Kinder, sondern auch der Erwachsenen bewegt.“

Kinder aus Uganda haben bei der Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ mitgemacht.
Die Gestaltung variiert dabei: Einige Teilnehmer beten den gesamten Rosenkranz, einige nur einen Teil. Andere verbinden das Gebet mit einer Katechese zum Rosenkranzgebet, kurzen Lesungen und kindgerechten Liedern.

 

Andere laden Kinder neben dem Gebet zum Malen der Rosenkranzgeheimnisse ein. An manchen Orten unterbrechen Lehrer den Unterricht, um mit den Kindern zu beten.

- Heiliger Pater Pio
Der Ursprung der Aktion entstand 2005 in der venezolanischen Hauptstadt Caracas, als mehrere Kinder den Rosenkranz für ihre Familien und den Frieden in der Welt beteten. Getreu der Verheißung des heiligen Pater Pio – „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern.“ – soll das Vertrauen in die Kraft des kindlichen Gebetes gestärkt werden.
Unser Hilfswerk unterstützt die katholische Kirche auf Sri Lanka, um den Opfern der Terroranschläge vom Ostersonntag beizustehen. Islamistische Selbstmordattentäter hatten im April dieses Jahres in drei christlichen Kirchen und drei Hotels fast 300 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 500 Personen verwundet. Allein in der Kirche von Negombo kamen über 150 Menschen ums Leben.

 

Die Anwältin und Autorin Ewelina Ochab ergriff im September 2017 nach einer von KIRCHE IN NOT veranstalteten internationalen Konferenz in Rom die Initiative, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf Verletzungen der Religionsfreiheit zu lenken.

Gedenkstätte für die Anschlagsopfer in Negombo.
Eine große Welle der Solidarität im Land und der sri-lankischen Diaspora im Ausland sowie Soforthilfen von Teilen der Regierung haben es ermöglicht, die beiden durch den Anschlag zerstörten katholischen Kirchen im Erzbistum Colombo rasch wiederherzustellen.

 

Viele Familien stehen vor dem Nichts

Den betroffenen Familien wurde sofort mit medizinischer und materieller Unterstützung geholfen. Viele haben nicht nur einen Angehörigen verloren, sondern auch den Alleinverdiener der Familie. So stehen sie materiell vor dem Nichts.

Nun macht sich die katholische Kirche Sri Lankas daran, langfristige Hilfen für den Heilungsprozess und die psychosoziale Betreuung der Überlebenden und ihrer Familien nach dem Trauma bereitzustellen. KIRCHE IN NOT finanziert dieses Projekt.

Plakate vor der Kirche St. Sebastian in Negombo erinnern an die Opfer der Bombenanschläge.
Viele Menschen haben die Anschläge unmittelbar erlebt und sind schwer traumatisiert. Einige haben alle Familienmitglieder verloren, andere kümmern sich noch um zum Teil schwer verletzte Verwandte.

 

Besondere Therapie-Programme für Kinder

Für ihre Betreuung hat das Erzbistum Colombo ein Team aus 40 zertifizierten Trauma-Therapeuten aufgestellt. Sie betreuen trauernde, verwundete und andere schwer traumatisierte Menschen psychologisch. Geplant sind darüber hinaus spezielle Therapieprogramme für Kinder, Familien und alleinstehende Menschen. Mehr als 2000 Menschen sollen davon profitieren.

Ein großer Teil der von KIRCHE IN NOT bereitgestellten Förderung geht in die Ausbildung von 300 Beratern und Sozialhelfern – auch in der Jugendarbeit –, damit sie traumatisierte Menschen erkennen und ihnen zielgerichtet beistehen können.

„Der neue Gedenktag für die Opfer religiöser Verfolgung ist ein wichtiger Schritt, um verfolgten Christen künftig mehr Gehör zu verschaffen“, resümiert Dr. Thomas Heine-Geldern.

 

Der Geschäftsführende Präsident von KIRCHE IN NOT zeigt sich zufrieden, dass 2019 der 22. August erstmals als „Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben“ begangen werden kann. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte im Mai eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Die Anwältin und Autorin Ewelina Ochab ergriff im September 2017 nach einer von KIRCHE IN NOT veranstalteten internationalen Konferenz in Rom die Initiative, um die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf Verletzungen der Religionsfreiheit zu lenken.

Trauer und Entsetzen bei der Beisetzung der Opfer eines Anschlags auf eine Kirche am 12. Mai in Burkina Faso.
Albert Malcolm Kardinal Ranjith, Erzbischof von Colombo, tröstet einen Mann, der einen Angehörigen bei den Anschlägen an Ostern 2019 in Sri Lanka verloren hat (Foto: Roshan Pradeep & T Sunil).
Seitdem sprach sie auf vielen Konferenzen, um ein Netzwerk aus Unterstützern zu bilden. Der Resolutionsvorschlag wurde schließlich von Polen in die UN-Vollversammlung eingebracht. Die USA, Kanada, Brasilien, Ägypten, Irak, Jordanien, Nigeria und Pakistan hatten den Vorschlag unterstützt. „Es war ein langer Prozess mit vielen Beteiligten, aber KIRCHE IN NOT war die Inspiration dafür“, sagte Ochab.

 

„Christen am stärksten verfolgt”

„Als Organisation, die sich seit über 70 Jahren für notleidende Christen einsetzt, freuen wir uns von KIRCHE IN NOT sehr, dass die Vereinten Nationen diesen Tag anerkannt haben. Das war ein überfälliger Schritt“, sagte Heine-Geldern. „Allen Glaubensgemeinschaften widerfährt regelmäßig Gewalt. Doch internationale Berichte zur Religionsfreiheit bestätigen leider immer wieder, dass Christen am stärksten verfolgt werden.“

Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT.(Foto: Wlodzimierz Redzioch).
Allein in den letzten fünf Jahren habe es zwei Fälle von Völkermord an religiösen Minderheiten gegeben: im Irak und in Syrien durch die Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ an Christen, Jesiden und anderen religiösen Gruppen sowie an der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar. Hinzu kämen die systematisch organisierten Gräueltaten, denen zunehmend insbesondere Christen in Afrika zum Opfer fallen, so Heine-Geldern.

 

Völkermord an religiösen Minderheiten

Der Präsident von KIRCHE IN NOT sieht den neuen Gedenktag als wichtigen Meilenstein, der aber nur ein erster Schritt sein dürfe: „Der 22. August darf nicht Selbstzweck sein, sondern muss einen Prozess anstoßen, der die internationale Gemeinschaft zu einem koordinierten Aktionsplan bewegt, um religiöse Verfolgung zu beenden und künftig zu verhindern.

- Dr. Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von KIRCHE IN NOT.
Es ist eigentlich die Pflicht der Vereinten Nationen, der Regierungen und politischen Akteure dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Geltung zu verschaffen. Dem symbolischen Tag müssen jetzt Taten folgen.“
Eine von Boko Haram zerstörte Kirche in Nigeria.
Ein notwendiges Instrument sei unter anderem die Einrichtung einer UN-Plattform, um den Austausch mit Vertretern der verfolgten religiösen Gruppen zu fördern, erklärte Heine-Geldern. Zudem müssten die Vereinten Nationen auf die Einrichtung eines internationalen Tribunals für Gewaltakte hinarbeiten, die sich gegen Gläubige richten.

Beiträge zu diesem Thema

Gebetskarte für Syrien

Gebetskarte für Syrien

16.10.2019 aktuelles
Syrien: Der Anfang vom Ende?

Syrien: Der Anfang vom Ende?

14.10.2019 aktuelles
„Den Leidenden Trost spenden”

„Den Leidenden Trost spenden”

16.09.2019 aktuelles
Flüchtlingsdramen abseits der Medien

Flüchtlingsdramen abseits der Medien

16.09.2019 aktuelles
Kinder beten für den Frieden

Kinder beten für den Frieden

13.09.2019 aktuelles
Hohe Auszeichnung für KIRCHE IN NOT

Hohe Auszeichnung für KIRCHE IN NOT

21.08.2019 aktuelles
„Beendet die Gewaltwelle!”

„Beendet die Gewaltwelle!”

05.08.2019 aktuelles
Hoffnung und Tragik eng beieinander

Hoffnung und Tragik eng beieinander

24.07.2019 aktuelles
Novene zum Heiligen Geist

Novene zum Heiligen Geist

25.06.2019 aktuelles
Gebet für Sri Lanka

Gebet für Sri Lanka

25.06.2019 aktuelles
Syrien: Hauptsache zu Hause

Syrien: Hauptsache zu Hause

17.12.2018 aktuelles
Indien: Ausbildung für angehende Priester

Indien: Ausbildung für angehende Priester

07.12.2018 hilfsprojekt
Sorge um die Familie von Asia Bibi

Sorge um die Familie von Asia Bibi

30.11.2018 aktuelles
Das Weihnachtswunder von Aleppo

Das Weihnachtswunder von Aleppo

23.11.2018 aktuelles
Ukraine: Existenzhilfe für Karmelitinnen

Ukraine: Existenzhilfe für Karmelitinnen

05.10.2018 hilfsprojekt
Brasilien: Fahrzeug für die Seelsorge

Brasilien: Fahrzeug für die Seelsorge

03.09.2018 hilfsprojekt
Ghana: Bau einer Dorfkapelle

Ghana: Bau einer Dorfkapelle

03.09.2018 hilfsprojekt
Nigeria: Priester in ihrem Dienst stärken

Nigeria: Priester in ihrem Dienst stärken

07.07.2018 hilfsprojekt
Droht ein Völkermord in Nigeria?

Droht ein Völkermord in Nigeria?

29.06.2018 aktuelles
Peru: Existenzhilfe für Ordensschwestern

Peru: Existenzhilfe für Ordensschwestern

27.06.2018 hilfsprojekt
Algerien: Ein Auto für die Seelsorge

Algerien: Ein Auto für die Seelsorge

07.05.2018 hilfsprojekt
Bangladesch: Eine Kapelle für ein Dorf

Bangladesch: Eine Kapelle für ein Dorf

07.05.2018 hilfsprojekt
Libanon: Hilfe für eine Suppenküche

Libanon: Hilfe für eine Suppenküche

19.04.2018 hilfsprojekt
Programm an den Kar- und Ostertagen

Programm an den Kar- und Ostertagen

27.03.2018 aktuelles
Christen in Damaskus haben Todesangst

Christen in Damaskus haben Todesangst

07.03.2018 aktuelles
Seelsorge im Dschungel

Seelsorge im Dschungel

05.02.2018 aktuelles
Paraguay: Ein Boot für die Seelsorge

Paraguay: Ein Boot für die Seelsorge

05.02.2018 hilfsprojekt