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Gaza: Große Sorge um die Kinder

Gaza: Große Sorge um die Kinder

06.02.2026 aktuelles
Der Pfarrer der katholischen Pfarrei im Gazastreifen, Pater Gabriel Romanelli, hat sich mit einem dramatischen Appell an KIRCHE IN NOT gewandt. „Seit Beginn der Waffenruhe im Oktober sind rund 100 Kinder im Gazastreifen gestorben – keines natürlichen Todes“, erklärte der Geistliche. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF hatte diese Zahl kürzlich gemeldet.

 

Kälte, unhygienische Lebensbedingungen und immer wieder aufflammende Kämpfe verschlimmerten die Lage – gerade für die Kinder. „Die meisten Menschen leben in Zelten. Atemwegs- und Verdauungserkrankungen nehmen zu“, berichtete Romanelli. Medikamente seien nicht ausreichend vorhanden.

Pater Gabriel Romanelli, Pfarrer der einzigen katholischen Pfarrgemeinde im Gazastreifen (4. v. l.), mit Messdienern. © Pfarrei Heilige Familie Gaza
Weitere Sorgen macht sich der Geistliche um die Schulbildung. Vor dem Gaza-Krieg besuchten über 2200 Kinder eine der drei katholischen Schulen im Gazastreifen – bei einer Gesamtzahl von damals etwa 1000 Christen. Derzeit könnten nur 162 Kinder unterrichtet werden. „Das Hautproblem ist der Platz, weil in den Schulen vielfach noch Flüchtlinge untergebracht sind“, sagte Romanelli.

 

Nur 162 Kinder können die Schule besuchen

Seine Pfarrei habe sich deshalb dazu entschlossen, zwei noch intakte Privatschulen mit Heften, Stiften und anderen Materialien zu unterstützen, damit mehr Kinder die Chance auf Unterricht haben. Das Geld dazu kommt wie auch in anderen Bereichen vom Lateinischen Patriarchat von Jerusalem und Partnern wie KIRCHE IN NOT. „Diese Hilfe ist weiterhin unverzichtbar; denn der Bedarf ist immens“, betonte Romanelli. „Seit dem Waffenstillstand kommen zwar wieder Waren in den Gazastreifen. Doch die Menschen haben kein Geld, um sich etwas zu kaufen.“

Schulklasse in Gaza (Foto: Pfarrei Heilige Familie).
In den Räumen der Pfarrei „Heilige Familie“ leben aktuell noch 450 Menschen, rund 100 hätten sich entschieden, in ihre Wohnungen zurückzukehren. „Der Krieg ist noch nicht vorbei – auch wenn die Medien etwas anderes nahelegen“, betonte der Pfarrer. Zwar hätten die massiven Bombardierungen in Teilen des Gazastreifens nachgelassen, doch komme es weiterhin zu Angriffen, insbesondere jenseits der sogenannten „Gelben Linie“, der während des Waffenstillstands vom 10. Oktober 2025 festgelegten militärischen Grenze.

 

„Der Krieg ist noch nicht zu Ende“

„Es gibt nach wie vor Zerstörungen von Häusern, Tote und Verletzte“, berichtete Romanelli. „Es ist absolut notwendig, dass der Krieg wirklich endet. Es scheint jedoch, dass niemand auf der Welt sich wirklich und wirksam dafür einsetzt.“

Helfen Sie den Menschen im Gazastreifen

Unterstützen Sie die Menschen in der Pfarrei Heilige Familie in Gaza und weitere Nothilfeprojekte in Israel und den Palästinensischen Gebieten, die KIRCHE IN NOT in Kooperation mit dem Lateinischen Patriarchat durchführt.

Heiliges Land: Krieg ohne Ende? Abt Nikodemus Schnabel über Israel und Gaza.