Taybeh, das biblische Ephraim, liegt östlich von Ramallah und gilt als die letzte mehrheitlich von Christen bewohnte Ortschaft im Westjordanland. Einst lebten dort bis zu 15 000 Menschen. Nach Angaben des Priesters sind die Bewohner seit Jahren Angriffen und Einschüchterungen durch israelische Siedler ausgesetzt. Dazu gehörten Brandstiftungen auf landwirtschaftliche Flächen, beschädigte Fahrzeuge und Mauern einer alten Kirche sowie Drohungen und Hassparolen.
Anlass für besondere Sorge ist nach Worten von Pfarrer Fawadleh eine Entscheidung der israelischen Regierung vom 8. Februar 2026, mit der zivile und administrative Zuständigkeiten im Westjordanland stärker unter israelische Kontrolle gestellt werden.
Der Priester befürchtet, dass dadurch der Ausbau von Siedlungen erleichtert werde und Siedler mehr Land erwerben könnten: „Mit der neuen Entscheidung wird der Druck wachsen.“ Die Bewohner seien schutzlos, beklagte Fawadleh. „Die Gewalt schafft ein Klima der Angst und Unsicherheit.“
Trotzdem ermutigt der Priester die Christen, nach Möglichkeit zu bleiben. Die christliche Präsenz in Taybeh sei ein lebendiges Zeugnis des Glaubens im Land, in dem das Christentum entstanden sei. „Zu bleiben ist oft ein Akt des Glaubens und der Hoffnung“, betonte er. Gleichzeitig seien konkrete Hilfen notwendig, etwa durch Arbeitsplätze, Unterstützung für junge Menschen und eine stärkere Solidarität innerhalb der Pfarrei.
An Christen weltweit richtet der Priester einen eindringlichen Appell: „Taybeh ist nicht nur ein Dorf. Es ist ein lebendiges Zeichen der christlichen Präsenz im Heiligen Land.“ Die Gläubigen weltweit sollten für die Christen der Region beten und sie auch konkret unterstützen, damit diese Gemeinschaft „nicht nur eine Erinnerung der Vergangenheit“ werde.
Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende – schnell und einfach online!