In seiner Predigt, die KIRCHE IN NOT vorliegt, verschwieg Patriarch Paul III. Nona nicht die schwierige Realität, dass viele irakische Christen in den vergangenen Jahren das Land verlassen hatten. Ab 2014 hatte der Islamische Staat weite Teile Nordiraks erobert und hunderttausende Christen aus ihrer Heimat vertrieben, viele sind auf der Suche nach Sicherheit ins Ausland gezogen.
Der neue Patriarch kennt beide Seiten: Bis 2014 war er Erzbischof von Mossul. Er musste jedoch gemeinsam mit der chaldäischen Gemeinde fliehen, als der IS die Region eroberte. Anschließend war er mehrere Jahre der Seelsorger für die chaldäische Diaspora in Australien.
Kürzlich wurde er von der Synode der chaldäischen Kirche zum neuen Oberhaupt gewählt. Die chaldäisch-katholische Kirche ist die größte katholische Kirche Iraks und gehört zu den mit Rom verbundenen Ostkirchen. Ihr gehören etwa eine halbe Million Gläubige an, von denen viele im Ausland leben.
KIRCHE IN NOT unterstützt die chaldäische Kirche in Irak seit vielen Jahren. Das Hilfswerk hat wesentlich dazu beigetragen, den Christen nach der Vertreibung durch den IS zur Seite zu stehen. Neben der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen im kurdischen Teil Iraks wurden auch die zerstörten Hauser in der Ninive-Ebene wiederaufgebaut.
Dieses Wiederaufbauprojekt war eines der größten Hilfsaktionen von KIRCHE IN NOT überhaupt. Seit 2014 hat das Hilfswerk über 500 Projekte in einem Gesamtumfang von über 56 Millionen Euro unterstützt. Ein aktuelles großes Projekt ist die Förderung der Katholischen Universität Erbil, an der Christen, Muslime und Jesiden gemeinsam studieren sowie der Bau von Kindergärten oder pastoralen Einrichtungen.
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