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Weihnachten in Gaza: „Der Friede ist noch nicht eingekehrt“

Weihnachten in Gaza: „Der Friede ist noch nicht eingekehrt“

Ein Pfarrer und sein Team versuchen, die Hoffnung am Leben zu halten

23.12.2025 aktuelles
In einer Weihnachtsbotschaft an das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) hat der Pfarrer der katholischen Gemeinde „Heilige Familie“ in Gaza-Stadt, Pater Gabriel Romanelli, auf die fehlende Friedensperspektive und die desaströse humanitäre Situation hingewiesen. „Die Menschen in Gaza sehen kein klares Zeichen, dass der Frieden kommt“, beklagte der Geistliche mit Blick auf die brüchige Waffenruhe.

 

In den Räumen seiner Pfarrei halten sich nach wie vor 450 Menschen auf; die meisten von ihnen haben im Krieg ihr Zuhause verloren. Zwar sei die Lage etwas besser als vor anderthalb Monaten, als die Waffenruhe begann, „aber das bedeutet nicht, dass die Dinge gut sind“, erklärte Romanelli. „Viele Menschen sagen, dass der Krieg enden wird, aber er ist noch nicht zu Ende. Der Friede ist noch nicht eingekehrt.“

Pater Gabriel Romanelli bei einem Adventsgottesdienst. © Pfarrei Heilige Familie Gaza
„Uns fehlt alles“

 

Die größte Sorge des Geistlichen gilt der humanitären Lage: „Uns fehlt alles.“ Großer Mangel herrsche aktuell an Trinkwasser. Lastwägen mit sauberem Wasser kämen zwar in die Stadtviertel, aber es reiche nicht für alle. Hinzu komme, dass heftige Regenfälle den Boden in Schlamm verwandelt hätten; die Seuchengefahr sei dadurch gestiegen.

Auch Medikamente für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck seien knapp. Außerdem sei es inzwischen auch in Gaza kalt geworden: „Die Menschen benötigen dringend Winterkleidung.“ Die meisten Menschen hätten ihr Zuhause verloren und suchten nun Zuflucht.

Gläubige bei einem Gottesdienst in Gaza (Archivbild). © Pfarrei Heilige Familie Gaza
„Wir helfen weiterhin, aber es reicht nicht“

 

Pater Romanelli und seine Mitarbeiter setzen in dieser angespannten Situation ihre Arbeit fort. Sie verteilen nicht nur Hilfsgüter an die Menschen, die in den Räumen der Pfarrei leben, sondern auch an Nachbarn und Menschen in anderen Stadtvierteln. „Seit Ausbruch des Krieges haben wir Tausenden von Familien geholfen. Wir helfen weiterhin, aber es reicht nicht“, zeigte sich der Pfarrer besorgt. „Wir versuchen ständig, die Flamme der Hoffnung am Brennen zu halten“, erklärte Romanelli mit Blick auf die bevorstehenden Festtage.

 

Er bedankte sich bei den Spendern von „Kirche in Not“, das über das Lateinische Patriarchat von Jerusalem die Gemeinde in Gaza unterstützt. „Bitte geben Sie uns weiterhin spirituelle, moralische und materielle Unterstützung. Gott segne Sie – und frohe Weihnachten aus Gaza“, schloss der Geistliche seine Botschaft.

2: Pater Gabriel Romanelli mit Menschen, die in seiner Pfarrei Zuflucht gesucht haben. © Pfarrei Heilige Familie Gaza
Unterstützen Sie die Menschen in der Pfarrei Heilige Familie in Gaza und weitere Nothilfeprojekte in Israel und den Palästinensischen Gebieten, die „Kirche in Not“ in Kooperation mit dem Lateinischen Patriarchat durchführt – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Heiliges Land

Heiliges Land: Krieg ohne Ende? Abt Nikodemus Schnabel über Israel und Gaza.