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orthodoxe Kirche

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„Die Achtung der Minderheiten führt zum Frieden“ – diese einfache Aussage aus der Friedensbotschaft des Papstes 1989 ist wie ein Leitmotiv für das Jugendpastoralzentrum „Heiliger Johannes Paul II.“

 

Das Zentrum in Sarajewo (Bosnien und Herzegowina) folgt dieser Devise mit zahlreichen Veranstaltungen und Treffen während des ganzen Jahres.

Daumen hoch für die Botschaft Jesu: Jugendliche im Pastoralzentrum in Sarajwo.
An erster Stelle stehen geistliche Besinnungstage für die rund 300 freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer sowie für die 5000 Jugendlichen, die über das Jahr das Zentrum aufsuchen. Dort hören sie oft zum ersten Mal von der Botschaft der Liebe in dem von Krieg und Krisen, Hass und Gewalt zerrissenen Land.

 

Brücken bauen und Vorurteile abbauen

In einem ökumenischen Sommerlager für Katholiken und Orthodoxe zum Beispiel lernen sie, Vorurteile abzubauen und die nicht nur liturgischen Besonderheiten der anderen zu schätzen.

Dasselbe passiert in interreligiösen Seminaren – immer betreut von Experten, die menschliche Brücken über die religiösen Unterschiede zu bauen verstehen.

Papst Franziskus hatte 2015 während seiner Reise nach Bosnien und Herzegowina das Jugendpastoralzentrum in Sarajewo besucht.
Ein besonders emotionsreiches und verbindendes Ereignis ist das Musikfestival „Marijafest“, zu dem mehrere hundert Jugendliche kommen.

 

Achtung vor dem anderen Menschen

So wird Liebe gestiftet. Die Achtung vor dem anderen Menschen und das Bewusstsein, dass alle Kinder Gottes sind, können die Gräben überwinden. Der Glaube an Christus und seine unerschöpfliche Kraft der Liebe schenkt auch die Kraft zur Vergebung.

Wir unterstützen diese Versöhnungsarbeit des Jugendzentrums mit 25.000 Euro. Wer hilft mit 20, 50 oder 100 Euro, durch dieses Geschenk des Glaubens die Herzen der jungen Leute zu öffnen?

Am 9. November jährt sich zum dreißigsten Mal der Fall der Berliner Mauer, ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum Zusammenbruch des Kommunismus in Europa. Nicht nur für viele Menschen im Osten Deutschlands ging damit ein Traum in Erfüllung.

 

Auch engagierte Christen aller Konfessionen und zahlreiche Organisationen hatten in den Jahrzehnten zuvor unermüdlich auf diese Wende hingearbeitet. Eine von ihnen ist das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT mit seinem Gründer, dem niederländischen Prämonstratenser Pater Werenfried van Straaten (1913-2003).

Pater Werenfried van Straaten (1913-2003). © Andrzej Polec

42 Jahre auf Wende gewartet – und dafür gearbeitet

Die Ereignisse rund um den Mauerfall überraschten Pater Werenfried und sein Werk nicht. Dafür hatte sich KIRCHE IN NOT von Anfang an eingesetzt. „Nachdem wir 42 Jahre auf diese Wende gewartet haben, steht unsere Glaubwürdigkeit auf dem Spiel, wenn wir jetzt nicht mit verdoppelter Opferbereitschaft der verfolgten Kirche helfen. Auch wo sie von ihren Fesseln befreit ist, bleibt sie aller Mittel beraubt.

Ohne Priester, Rundfunkprogramme und Bücher ist die Befreiung vergeblich“, schrieb der Gründer an die Wohltäter von KIRCHE IN NOT. Die Herausforderungen, denen sich das Hilfswerk jetzt stellte, riefen die Pionierzeit in Erinnerung.

Ein Blick zurück: Auf Initiative von Papst Pius XII. hatte Pater Werenfried van Straaten 1947 eine Hilfsaktion für die heimatvertriebenen Deutschen aus dem Osten ins Leben gerufen. Die Berichte über Menschenrechtsverletzungen und die Verfolgung der Kirche im nunmehr kommunistischen Machtbereich veranlassten ihn bereits ab 1952, die Hilfe auch auf diese Länder auszudehnen. Deshalb trug sein Werk in den ersten Jahren den Namen „Ostpriesterhilfe“, ab 1969 dann auch KIRCHE IN NOT.

Eine Ordensschwester in Weißrussland in ihrem renovierungsbedürftigen Kloster.
Die Ausgangslage in den Ländern hinter dem Eisernen Vorhang war unterschiedlich. Die Sowjetunion galt als geschlossenes Gebiet. Hier konnte man nur über Radiosendungen aus dem Ausland etwas für die Verbreitung der Frohen Botschaft tun – oder durch Schmuggelei. In anderen Ländern, vor allem Polen und Jugoslawien, war mehr Hilfe möglich.

 

Eine weitere wichtige Aufgabe sah van Straaten in der Information der Öffentlichkeit. Die westliche Welt sollte erfahren, was im Osten passiert. Das war gar nicht so einfach, denn die in Politik und Kirche seit den 1950er-Jahren vorherrschende Doktrin war die einer „friedlichen Koexistenz“ mit den kommunistischen Systemen. Sehr zum Unwillen mancher Politiker und Kirchenoberen sprach Pater Werenfried in Hunderten von Predigten über die Lage der verfolgten Kirche in Osteuropa und wurde so zur Stimme der stimmlosen Unterdrückten.

Verfallene Kirche in Varna/Bulgarien.
„Gerüstet“ für den Frieden

Auch als sich die Hilfe von KIRCHE IN NOT ab den Sechzigerjahren auf weitere Weltregionen wie Lateinamerika und Afrika auszuweiten begann, war Pater Werenfried die Hilfe für Osteuropa ein Herzensanliegen. Er war beseelt von einem Wort Papst Pius XII., der einmal zu ihm gesagt hatte: „Jeder rüstet sich jetzt für den Krieg, und fast niemand denkt daran, sich vorzubereiten für den Frieden, wenn dieser plötzlich hereinbricht.“ Das wollte auch er, bereitet sein für den „Tag X“.

- Papst Pius XII
Als unter Gorbatschow mit den Schlagworten „Glasnost“ (Offenheit) und „Perestroika“ (Umgestaltung) eine neue Politik in der Sowjetunion Einzug hielt, erhöhte KIRCHE IN NOT zwischen 1987 und 1988 die Hilfen für die Sowjetrepubliken von unter einer Million Dollar auf 3,5 Millionen Dollar. Auch begann Pater Werenfried in diesen Jahren vermehrt Geld für den Priesternachwuchs in den Ostblockstaaten zu sammeln. Beides sollte sich als äußerst hilfreich für die kommenden Ereignisse erweisen.

 

Mit dem Fall der Berliner Mauer und den weiteren revolutionären Ereignissen war für KIRCHE IN NOT der „Tag X“ gekommen. Pater Werenfried und sein Werk waren bereit. Während die Hilfen vorher nur im Geheimen erfolgen konnten, war dies nun offen möglich, teilweise staatlich gewünscht und in jedem Fall absolut notwendig. Schon ab 1990 stiegen die Hilfen für Osteuropa auf über 22 Millionen US-Dollar und sollten schließlich 1994/95 nahezu 30 Millionen Dollar erreichen. Das waren über 40 Prozent aller von KIRCHE IN NOT geleisteten Hilfen weltweit. Dieses Niveau blieb bis zur Jahrtausendwende konstant.

Kinder in der Ukraine erhalten die Kinderbibel von Kirche in Not.
Humanitäre und geistliche Hilfe

Ein paar Streiflichter auf herausragende Hilfsprojekte in den Jahren nach dem Fall des Kommunismus: Während der Rumänischen Revolution im Dezember 1989 reiste er einen Tag nach der Hinrichtung des Diktatoren Ceaușescu und dessen Frau nach Bukarest. Bereits zuvor hatte er als einer der ersten Hilfslieferungen für die leidende rumänische Bevölkerung auf den Weg gebracht.

 

Eine besondere Beziehung hatte Werenfried van Straaten zur griechisch-katholischen Kirche der Ukraine. Als am 30. März 1991 ihr Oberhaupt, Myroslaw Kardinal Ljubatschiwskyj , aus dem römischen Exil in seine ukrainische Heimat zurückkehrte, durfte ihn Pater Werenfried begleiten. Bei einer heiligen Messe in L’wiw (Lemberg) machte er ein feierliches Versprechen: „Im Namen unserer Wohltäter verspreche ich Ihnen, das sie das Menschenmögliche tun werden, um Ihnen, den Bischöfen, den Priestern und Ordensschwestern, den Seminaristen und dem ganzen gläubigen Volk bei der Neu-Evangelisierung der Ukraine zu helfen.”

 

Auch diesmal hielt KIRCHE IN NOT Wort. Der Bau des großen Priesterseminars in L’wiw wurde eines der größten Projekte des Hilfswerks. Heute zählt das Priesterseminar L’wiw mit an die 200 Studenten zu den größten der Welt.

Ein Kapellenschiff auf der Wolga/Russland, das Kirche in Not finanziert hat. © Paul van Wouwe

Priesterausbildung, Klöster, Verkündigung im Fokus

Auch in den anderen osteuropäischen Staaten war die Förderung des Priesternachwuchses ein Hauptanliegen von KIRCHE IN NOT. Hinzu kam die Sorge für die kontemplativen Klöster, von denen viele unter menschenunwürdigen Bedingungen die Jahre des Kommunismus überdauert hatten oder jetzt neu gegründet wurden. In zahlreichen Ländern stand die Kirche vor dem Nichts, da ihr unter kommunistischer Herrschaft alle Gebäude genommen und keinerlei Organisationsstruktur vorhanden war. Auch in diesen Bereichen hat KIRCHE IN NOT geholfen, gerade auch in kleineren Ortskirchen wie Albanien, Bulgarien, Rumänien oder Kasachstan. Dort bilden die Katholiken eine Minderheit und haben kaum gesellschaftliche Fürsprecher.

 

Im Jahr 1991 hat KIRCHE IN NOT indirekt sogar Weltgeschichte geschrieben. Während des sogenannten August-Putsches versuchten militante Kommunisten, die Entwicklung in der Sowjetunion zu stoppen. In kollektiver Erinnerung geblieben ist die Szene, als Boris Jelzin vor dem Parlamentsgebäude auf einen Panzer kletterte und von dort aus zu den Menschen sprach. Nach dieser Rede ging er in das Parlament zurück und sagte zu den Abgeordneten: „Jetzt brauche ich ein Radio.” Er wollte so viele Menschen wie möglich erreichen, um gegen die kommunistischen Putschisten mobil zu machen.

Seminaristen vor dem neugebauten griechisch-katholischen Priesterseminar in Lwiw/Ukraine.
Zu aller Erstaunen gab der Abgeordnete Viktor Aksiutsjik bekannt, dass er die Ausstattung für ein Radio besitze. KIRCHE IN NOT hatte das Material geschmuggelt, um in Moskau eine lokale christliche Radiostation zu gründen. Jelzins Hilferuf wurde erhört: Tausende versammelten sich friedlich auf Moskaus Straßen. Selbst einige Armee-Einheiten liefen später zu Jelzin über. Am Abend des 21. August war der Putsch vorbei.

 

Aus Dankbarkeit erlaubte Jelzin am 13. Oktober 1991 die Ausstrahlung einer Sendung über die Botschaften von Fatima. Insgesamt 150 Fernseh- und 350 Rundfunksender aus der Sowjetunion stellten eine „geistliche Luftbrücke” nach Fatima her. Damit informierten sie das russische Volk direkt über die bis dahin in der Sowjetunion totgeschwiegenen Botschaften der Gottesmutter von Fatima. Die Verkündigung über die Medien, zum Beispiel beim ökumenischen Radiosender „Blagovest“ in Russland, stand auch in den folgenden Jahren im Fokus der Hilfe von KIRCHE IN NOT.

Im Studio von Radio Maria Ukraine.

Gelebte Ökumene

Ein besonderer Auftrag für den geistlichen Wiederaufbau in Osteuropa kam von höchster Stelle: 1991 trug Papst Johannes Paul II. an KIRCHE IN NOT erstmals den Gedanken heran, verstärkt den Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche zu suchen. Das fiel bei Pater Werenfried auf fruchtbaren Boden. Im Oktober 1992 reiste er mit einer Delegation erstmals nach Russland. Dort traf er Patriarch Aleksij II. und weitere orthodoxen Würdenträger. Nachdem Pater Werenfried Anfang 1993 dem Papst persönlich über seine Reise berichten konnte, wurden neben der Unterstützung für die katholischen Gemeinden auch Hilfsprojekte für die russisch-orthodoxe Kirche in die Förderung aufgenommen.

Dies geschah nicht ohne Widerstände. Pater Werenfried war jedoch überzeugt, dass „die unerlässliche Neuevangelisierung Russlands die ureigene Aufgabe unserer orthodoxen Schwesterkirche ist“: Da diese ebenso unter der Verfolgung im Kommunismus gelitten habe und bei null anfangen müsse, brauche auch sie Hilfe.

Pater Werenfried van Straaten begegnet Papst Johannes Paul II.
KIRCHE IN NOT hat in den Folgejahren auch zahlreiche orthodoxe Seminare, geistliche Schulen, Klöster und Kirchenbauten unterstützt. Bekanntestes Hilfsprojekt sind die sogenannten „Kapellenschiffe“ – umgebaute Boote, mit denen die Priester Gemeinden aufsuchten, in denen keine Kirche mehr stand. Bis heute gibt es gemeinsame Initiativen von KIRCHE IN NOT und der Russischen Orthodoxen Kirche. So wurde zum Beispiel eine Zusammenarbeit beim Wiederaufbau kriegszerstörter Kirchen in Syrien vereinbart. Ökumenische Initiativen und Tagungen widmen sich den Themen Lebensschutz oder dem Einsatz für Suchtkranke.
Vertreter von KIRCHE IN NOT und der russisch-orthodoxen Kirche bei einem gemeinsamen Besuch im Libanon.

Von Hilfsempfängern zu Helfern

Seit 1990 hat KIRCHE IN NOT die Kirche in Osteuropa mit mehr als einer halben Milliarde Euro unterstützt. Auch wenn sich die Schwerpunkte der Hilfe heute in Richtung Naher Osten und Afrika verschoben haben, sind die Christen in Osteuropa nicht vergessen. So steht zum Beispiel die kleine, bitterarme Kirche in der Ukraine an Platz vier derjenigen Länder, in denen KIRCHE IN NOT hilft.

Die Gemeinden im ehemaligen Herrschaftsgebiet des Kommunismus waren jedoch nie nur Hilfeempfänger. Schon bald nach der Wende entwickelten sich Solidaritätsaktionen zwischen den Katholiken in verschiedenen Ländern, die noch vor kurzem selbst unter Verfolgung gelitten hatten. Ein Motor dieser Unterstützung war und ist Polen. Dort befindet sich mittlerweile auch eines der 23 Nationalbüros von KIRCHE IN NOT – ebenso in der Slowakei. Das Wunder der Wende wirkt auch hier.

Aufgrund der sich zuspitzenden Lage für die Menschen in Syrien gibt KIRCHE IN NOT Deutschland eine neue Gebetskarte heraus.

 

Die Klappkarte im Format DIN A6 zeigt auf der Vorderseite die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“. Papst Franziskus hat die Ikone am 15. September, dem „Gedenktag der Schmerzen Mariens“, gesegnet.

Hoffnung auf den Wiederaufbau in Homs (Syrien).
Als Zeichen seiner Nähe und Verbundenheit wird die Ikone nun alle Diözesen Syriens besuchen. Gestaltet wurde sie vom griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die KIRCHE IN NOT zusammen mit den katholischen und orthodoxen Christen Syriens ins Leben gerufen hat.

 

Gebet für die Opfer und Betroffenen des Syrienkrieges

Ziel der Aktion ist es, den Hinterbliebenen von getöteten oder entführten Menschen geistlich beizustehen.

Der Fürbitte für die Opfer des Syrienkriegs und alle Leidenden in den Krisengebieten der Welt widmet sich auch das auf der Innenseite der Karte abgedruckte Gebet, das an die Schmerzensmutter Maria gerichtet ist. Es eignet sich sowohl für das persönliche wie das gemeinsame Gebet in der Gemeinde.

Ikone mit der seligen Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer.
„KIRCHE IN NOT verbindet von jeher materielle mit geistlicher Hilfe“, erklärte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka.

 

„Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, da viele Menschen in Syrien in neues unvorstellbares Leid gestürzt werden. Unsere Projektpartner bitten immer wieder um das Gebet. Wir wollen sie stärken und stützen, damit die Kirchen ihren Auftrag erfüllen können: Trösterin und Anlaufstelle für die leidende Bevölkerung zu sein.“

Bestellen Sie jetzt die neue Gebetskarte

Die neue Gebetskarte ist kostenlos erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
KIRCHE IN NOT intensiviert seine ökumenische Zusammenarbeit mit der russisch-orthodoxen Kirche für leidende Christen im Nahen Osten. Dies wurde beim Besuch einer Delegation des Moskauer Patriarchats in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus vereinbart.

 

So sollen weitere gemeinsame Projekte gestartet werden, zum Beispiel für Jugendliche aus Syrien und dem Irak – unabhängig von deren Konfession. Diese Projekte sollen „eine unmittelbare Frucht der Begegnung zwischen Papst und Patriarch“ sein, erklärten die Teilnehmer der ökumenischen Gesprächsrunde.

Gesprächsrunde mit Vertretern der russische-orthodoxen Kirche und KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus.
Bei ihrer ersten Begegnung im Februar 2016 auf Kuba hatten Papst Franziskus und der Moskauer Patriarch Kirill die Zusammenarbeit beider Kirchen für notleidende Christen, besonders im Nahen Osten, in den Mittelpunkt ihrer gemeinsamen Erklärung gestellt.

 

Seit mehr als 25 Jahren im Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche

KIRCHE IN NOT engagiert sich seit mehr als 25 Jahren für den Dialog mit der russisch-orthodoxen Kirche. Deshalb hatte unser Hilfswerk nach dem Treffen von Papst und Patriarch zusammen mit Vertretern aus Moskau ökumenische Initiativen für die Christen im Nahen Osten entwickelt.

Dies umfasste unter anderem die Dokumentation von zerstörten Kirchen und christlichen Privathäusern, um so die Grundlage für den Wiederaufbau zu schaffen. Auch machten beide Kirchen die Schicksale von entführten und getöteten Christen während des Syrienkriegs bekannt.

Papst Franziskus und der Moskauer Patriarch Kirill im Jahr 2016 bei ihrem Treffen auf Kuba.
„Die katholische und die russisch-orthodoxe Kirche haben viele gemeinsame Anliegen“, betonte die Direktorin der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch. „Das schmerzlichste Anliegen ist sicher die Sorge um die Christen im Nahen Osten und in anderen Ländern, in denen Christen verfolgt oder bedrängt sind.“

 

„Viele gemeinsame Anliegen“

Der Sekretär des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Stefan Igumnow, unterstrich, die neue Form der Zusammenarbeit werde möglich durch die „seit vielen Jahren bestehenden guten und fruchtbaren Beziehungen mit KIRCHE IN NOT“.

Das Hilfswerk habe die Arbeit des Moskauer Patriarchats in verschiedenen Stadien seiner Geschichte unterstützt. „Wir sind nicht nur Partner, sondern Freunde“, betonte Igumnow.

Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche und KIRCHE IN NOT einigten sich auf eine stärkere Zusammenarbeit (von links): Peter Humeniuk (Russlandreferent von KIRCHE IN NOT), Ioann Kopeykin (Prorektor des Postgraduierten-Institutes der heiligen Cyrill und Methodius in Moskau), Jekaterina Mjasdrikowa (Direktorin des Hilfsfonds „Poznanie“ des Moskauer Patriarchates), Regina Lynch (Direktorin der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT), Stefan Igumnow (Sekretär des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Stefan Igumnow), Pater Martin Barta (Geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT International).
Mit ihm war auch der Prorektor des Postgraduierten-Institutes der heiligen Cyrill und Method in Moskau, Ioann Kopeykin, sowie der Direktorin des Hilfsfonds „Poznanie“ des Moskauer Patriarchates, Jekaterina Mjasdrikowa, nach Königstein gereist. Der Fonds „Poznanie“ unterstützt syrische Kindern, die durch Explosionen schwer verletzt wurden.

 

Gemeinsame Projekte für notleidende Christen

Die Gesprächspartner waren sich einig, dass die ökumenische Zusammenarbeit nach der Begegnung der beiden Kirchenoberhäupter auf Kuba eine neue Phase erreicht habe. Nun nehme man erstmals gemeinsam Projekte für notleidende Christen in anderen Teilen der Welt in den Blick.

Laut Igumnow war es „ein Wunder, das Gott uns geschenkt hat, dass wir bereits zwei Monate nach dem Treffen unserer Kirchenoberhäupter ihrem Aufruf folgen und gemeinsam in Syrien tätig werden konnten“.

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