Länderbericht Sri Lanka

Thomas Savundaranayagam, Bischof von Jaffna.

Thomas Savundaranayagam, Bischof von Jaffna.

Einwohner: 20,4 Millionen

Fläche: 65 610 qkm (etwas kleiner als Bayern)

Religionen:
Buddhisten: 68,0 Prozent
Hindus: 13,1 Prozent
Muslime: 9,6 Prozent
Christen: 8,8 Prozent
Sonstige: 0,5 Prozent

Der lange Bürgerkrieg, der seit 1983 Abertausenden von Menschen das Leben gekostet hatte – verschiedenen Quellen sprechen von 100 000 Opfern – endete offiziell am 18. Mai 2009. An jenem Tag wurde V. Prabhakaran im Kampf getötet. Er war der Kommandeur der LTTE-Guerrilla (Liberation Tigers of Tamil Eelam), die für die Unabhängigkeit der nördlichen und östlichen Gebiete der Insel, die von Hindu-Tamilen bewohnt waren, kämpfte. 30 Jahre dauerte der Kampf der Tamilen gegen die sri-lankische Armee. Wie in allen Bürgerkriegen wurden viele brutale Gewalttaten auf beiden Seiten begangen.

Im Mai 2010 jedoch wurde die LTTE endgültig besiegt und die letzten verbliebenen tamilischen Kämpfer flohen auf einem Schiff nach Kanada, wo sie um politisches Asyl ersuchten. Sri Lanka kann nun einen Schlussstrich unter diese Schreckenszeit ziehen. Die Katholische Kirche steht an vorderster Front, um Flüchtlingen und zivilen Opfern dieses Konfliktes zu helfen. Alle religiösen Gemeinschaften sind am Wiederaufbauprozess beteiligt.

Die Mehrheit der Bevölkerung, die aufgrund der Konflikte ihre Behausungen verlassen musste, hat nun die Wiedereingliederungs- und Flüchtlingslager wieder verlassen.

Zurzeit befinden sich noch 80 000 Menschen in den Lagern. Mitarbeiter der Caritas, die in dieser Gegend arbeiten, berichteten, dass die Lebensbedingungen immer noch sehr schwierig seien. „Extrem hohe Temperaturen bei gleichzeitigem Wassermangel machen die Situation schwierig“, sagte Pater George Sigamoney, Direktor der Caritas in Sri Lanka. „Die Aufmerksamkeit verlagert sich mehr in Richtung Wiedereingliederung, aber man muss auch weiterhin die Bedürfnisse der Menschen in den Lagern im Blick behalten. So ist zum Beispiel die Ausbildungssituation für die Kinder unzureichend.“

In der Osterbotschaft 2010 brachte die Katholische Bischofskonferenz ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass endlich ein friedliches Osterfest gefeiert werden konnte. Gleichzeitig stellten die Bischöfe von Sri Lanka fest: „Obwohl wir das Ende des Krieges gesehen haben, muss sich noch eine andere Hoffnung verwirklichen: der lange und schwierige Weg zu einem dauerhaften Frieden.“

Und sie nannten einige Herausforderungen: „die Präsenz der Flüchtlinge und Vertriebenen, die zurück nach Hause gekommen sind und größerer Fürsorge und Aufmerksamkeit bedürfen; die vielen, die es schwer haben, ihren Lebensunterhalt in Anbetracht der steigenden Preise für Konsumgüter zu verdienen; die allgemeinen Wahlen und die vielen Versprechungen.“

Weiter schrieben sie: „Obwohl jeder tagtäglich auf unterschiedliche Weise mit dem Tod konfrontiert wird, ist Ostern der Übergang zu einem neuen Leben“, und sie forderten die gesamte Bevölkerung auf, „den Weg der Gastfreundschaft und der Versöhnung zu gehen“ und sich von einem Leben „voll Hass und Verdächtigungen“ zu verabschieden.

Quellen:
AsiaNews
FIDES news agency
Radio Vatikan
United States Commission on International Religious Freedom – Annual Report, ed. 2009; ed. 2010
www.lankaenews.com
Zenit

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand: 2011)

23.Jun 2009 15:48 · aktualisiert: 29.Jun 2012 16:19
KIN / S. Stein