Der griechisch-melkitische Erzbischof von Sidon, Elie Bechara Haddad, beschrieb die angespannte Atmosphäre mit den Worten: „Raketen fliegen über unsere Köpfe hinweg.“ Seine Diözese sei aktuell nicht direkt getroffen worden, aber viele Flüchtlinge würden bereits in öffentlichen Schulen und Pfarrzentren aufgenommen und betreut.
Auch weiter südlich berichtete der griechisch-melkitische Erzbischof von Tyros, Georges Iskandar, gegenüber KIRCHE IN NOT, dass kirchliche Einrichtungen bereits Flüchtlinge aufnehmen. Er schätze, dass rund 800 christliche Familien in seiner Diözese bald Hilfe benötigen könnten, sollten die Kampfhandlungen anhalten.
Seine Aufgabe als Erzbischof sehe er in dieser Situation darin, den Menschen nahe zu sein, ihr Leid zu hören, mit ihnen zu beten. „Ich muss sie daran erinnern, dass ihre Würde vor Gott gewahrt ist und dass die christliche Hoffnung nicht auf Machtverhältnissen, sondern auf dem Glauben an den Herrn der Geschichte gründet, der Frieden für sein Volk will.“
Im vorwiegend christlich besiedelten Bekaa-Tal entwickelt sich die Krise nach Ansicht des maronitischen Ortsbischofs Hanna Rahmé ähnlich wie bereits im Krieg von 2024. Er berichtete, dass muslimische und christliche Familien aus Baalbek erneut in Deir el-Ahmar Zuflucht suchen. Auch dort seien öffentliche Schulen und Kirchenzentren wie beispielsweise die St.-Nohra-Schule geöffnet worden, um vertriebene Familien aufzunehmen. Trotz äußerst begrenzter Mittel betonte Bischof Rahmé, die Kirche werde die Bedürftigen nicht im Stich lassen: „Sie gehören zu uns; wir werden uns mit unseren Möglichkeiten um sie kümmern.“
Mehrere Diözesen haben gegenüber KIRCHE IN NOT angekündigt, dass sie bei einer weiteren Eskalation auf internationale Hilfe für die Versorgung der Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Notfallpaketen und Existenzhilfe angewiesen sein dürften. KIRCHE IN NOT hat Bereitschaft zur Hilfe signalisiert und bittet seine Unterstützer um Gebet für den Frieden im Libanon und im gesamten Nahen Osten.
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