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Gaza: Osterhoffnung zwischen den Ruinen

Gaza: Osterhoffnung zwischen den Ruinen

Kar- und Ostertage in der kleinen christlichen Gemeinde

31.03.2026 aktuelles
Trotz anhaltender Schüsse und Unsicherheit wird die katholische Gemeinde in Gaza-Stadt die liturgischen Feierlichkeiten in der Karwoche und an den Ostertagen durchführen. Das hat der Pfarrer der Gemeinde, Pater Gabriel Romanelli, gegenüber KIRCHE IN NOT bestätigt.

 

Jedoch müsse die Gemeinde die Gefahr jeden Tag neu bewerten, weil es immer noch Beschüsse gebe. Im Ernstfall werden die Feierlichkeiten in die Kirche verlegt. Für Pater Romanelli geht es vor allem darum, in den kommenden Tagen an Jesus, sein Leiden und seine erlösende Liebe zu denken, „damit auch wir unser Leiden für die Erlösung aller und für den Frieden im Gazastreifen, in Jerusalem, den Palästinensischen Gebieten, Israel, Libanon, Iran, den Golfstaaten und dem gesamten Nahen Osten aufopfern“.

Am vergangenen Sonntag (Palmsonntag) konnte die traditionelle Prozession zumindest im Hof der Pfarrei stattfinden, obwohl an diesem Tag auf dem Dach der Kirche Granatsplitter nach Kämpfen gelandet waren.

Palmsonntag-Gottesdienst mit Pater Gabriel Romanelli. © Pfarrei Heilige Familie in Gaza
Auch an den nächsten Tagen sind die Feierlichkeiten und Traditionen vorgesehen. „Wir haben mit den Ministranten die Liturgie der gesamten Heiligen Woche vorbereitet“, sagte Pater Romanelli. Am Gründonnerstag werden zwölf Männer aus katholischen und orthodoxen Familien an der Fußwaschung teilnehmen – ein Zeichen der ökumenischen Verbundenheit. Für Karfreitag ist ein Trauerzug zum Friedhof der Gemeinde geplant.

 

Gedenken an die Verstorbenen der Pfarrei

Dieser ist auch im Gedenken an die Menschen, die im Krieg umgekommen sind, insbesondere Mitglieder der orthodoxen und katholischen Gemeinde in Gaza. Bisher sind es 60 Tote, rund 6 Prozent der Gemeinde: 23 von ihnen starben durch Bombenangriffe oder Schüsse von Scharfschützen, weitere 23 aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung und 14 durch Altersschwäche und der durch den Krieg drastisch verschärften Lebensbedingungen. Vor dem Krieg lebten etwa 1000 Christen im Gazastreifen, die meisten davon orthodox.

Frau bei der Palmsonntagsprozession in Gaza. © Pfarrei Heilige Familie in Gaza
Die Osternacht am Karsamstag soll in ihrer vollen Form gefeiert werden. Statt traditioneller Weihrauchsäckchen werden diesmal Weihwasser und wie schon an Weihnachten Pralinen an die Gemeindemitglieder verteilt. „Wir hoffen, dass das ganze Heilige Land sich am Osterfest erfreuen kann und dass der Herr uns das Ende dieses schrecklichen Krieges und die Öffnung der Grenzen gewährt, damit Medikamente geliefert werden können“, hofft der Pfarrer der Gemeinde.

 

Hoffen auf ein baldiges Kriegsende

Er beklagt, dass es immer noch schwierig sei, dass Materialien geliefert werden, die für den Wiederaufbau der Häuser notwendig wären. „Es fehlt an Glas, Holz, Zement, Kabeln, Eisen, Elektroinstallationen und Wassersystemen.“ Die Mehrheit der Menschen, die in der Pfarrei Zuflucht gesucht hatten, seien wieder in ihre Häuser – oder das, was davon übriggeblieben ist – zurückgekehrt. Durch die freigewordenen Räume könnten morgens auch wieder gemeinsamer Schulunterricht für christliche und muslimische Kinder und nachmittags Aktivitäten angeboten werden.

Helfen Sie den Menschen im Gazastreifen

Unterstützen Sie die Menschen in der Pfarrei Heilige Familie in Gaza und weitere Nothilfeprojekte in Israel und den Palästinensischen Gebieten, die KIRCHE IN NOT in Kooperation mit dem Lateinischen Patriarchat durchführt.

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