„Wenn sich die Weltkirche nicht um diese Gemeinden kümmert, könnten sie dasselbe Schicksal erleiden wie die Christen im Heiligen Land“, sagte Pfarrer Maroun Youssef Ghafari. Viele Menschen hätten Angst, ihre Heimat dauerhaft zu verlieren.
Die christlichen Dörfer liegen in einer Region, die überwiegend von schiitischen Muslimen bewohnt wird. Orte wie Alma Sha’b, Qlayaa oder Mardsch Uyun gehören zu den wenigen christlich geprägten Gemeinden im Grenzgebiet zu Israel. In der Region befinden auch Hochburgen der islamistischen Hisbollah, die Israel seit Beginn des Gaza-Krieges wiederholt angegriffen hat. Im Zuge der Eskalation im Iran kam es erneute zu intensiven Gefechten.
„Wir unterstützen sie in dieser Entscheidung. Wir werden bleiben – trotz des Krieges“, sagte der Priester. Bereits zuvor hatten die Gemeinden schwere Schäden erlitten. Nach Angaben des Geistlichen wurden etwa 90 Prozent der Häuser in Alma Sha’b seit 2024 zerstört.
Die neuerliche Eskalation hat auch das Leben von Pfarrer Ghafari persönlich erschüttert. Am 8. März wurde sein Bruder Sami bei einem Luftangriff getötet. Er hielt sich im Garten seines Hauses auf, als die Rakete einschlug. „Einen Menschen zu verlieren, der sein Dorf liebte und nichts mit dem Konflikt zu tun hatte – und dazu noch meinen eigenen Bruder –, hat mich und meine Gemeinde in tiefste Trauer gestürzt“, sagte der Priester. „Der Krieg bringt nichts als Zerstörung, Tod und Vertreibung.“ Trotz des Verlustes will er seine Gemeinde nicht verlassen. „Als Priester bleibe ich bei den Menschen“, erklärte Ghafari.
Pfarrer Ghafari warnte, dass die christliche Präsenz im Süden des Libanon weiter schrumpfen könnte. Heute gebe es dort noch etwa 15 christliche Dörfer. Christen hätten „nichts mit diesem Krieg zu tun“, betonte der Priester. Sie stünden vielmehr für eine „Kultur des Lebens, des Dialogs und des Friedens“.
Der Priester dankte KIRCHE IN NOT, das die christlichen Gemeinden in der Region unterstützt, aktuell vor allem mit Lebensmitteln, Medikamenten und weiteren Nothilfen. „Im Namen unserer Pfarrei und besonders der Armen – jener, die Jesus am nächsten sind – danke ich allen, die uns helfen“, sagte Ghafari. Zugleich rief er zum Gebet für Frieden auf.
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