Seit dem Zusammenbruch eines brüchigen Waffenstillstands Ende Februar kommt es zu schweren Angriffen, insbesondere auf Beirut und den Süden des Landes. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden mindestens 678 Menschen getötet und 1774 verletzt, darunter zahlreiche Kinder.
Die erneute Eskalation hat eine neue Welle der Vertreibung ausgelöst. Schätzungen inländischer Beobachter zufolge sind rund eine Million Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, der Libanon hat knapp 6 Millionen Einwohner. Wie Boutros erklärte, wurden mehr als 550 Notunterkünfte eingerichtet, viele davon in Schulen, in denen über 120 000 Menschen untergekommen sind. „Über Nacht begannen die Menschen, den Südlibanon zu verlassen, während Bomben einschlugen“, berichtete Boutros.
Nach Jahren wirtschaftlicher Krise trifft die neue Gewalt das Land besonders hart. „Jedes Mal, wenn wir glauben, dass sich das Leben normalisiert, geschieht etwas, das uns wieder an den Anfang zurückwirft“, sagte Boutros. „Dieser Krieg wirft uns sogar auf null zurück.“ Viele kirchliche Partner seien erschöpft, Ressourcen knapp, Perspektiven unsicher.
Die Kirche sei im Nahen Osten ein entscheidender Stabilitätsfaktor – auch über den Libanon hinaus. Ein Zusammenbruch kirchlicher Strukturen hätte weitreichende Folgen für die gesamte Region. „Die Kirche ist für Christen eine Festung“, sagte Boutros. „Sie hilft ihnen, in ihrer Heimat zu bleiben.“
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