Länderbericht Demokratische Republik Kongo

Frauen mit ihren Kindern in der Demokratischen Republik Kongo.

Frauen mit ihren Kindern in der Demokratischen Republik Kongo.

Einwohner: 67,8 Millionen

Fläche: 2 344 858 (knapp siebenmal größer als Deutschland)

Religion:
Christen: 95,4 Prozent (darunter 52,5 Prozent Katholiken)
Animisten: 2,6 Prozent
Sonstige: 2,0 Prozent

Artikel 13 der Verfassung von 2006 verbietet jegliche Form der Diskriminierung aufgrund der Religion, der familiären Herkunft oder der Überzeugung. Artikel 22 garantiert die uneingeschränkte Achtung der Religionsfreiheit mit allen damit verbundenen organisatorischen Konsequenzen, mit der Freiheit des Religionsunterrichts und der freien Religionsausübung im privaten wie im öffentlichen Bereich, vorausgesetzt dass die öffentliche Ordnung und die guten Sitten dabei respektiert werden.

Religiöse Organisationen müssen sich in einem, allerdings sehr unkomplizierten, Verfahren registrieren lassen, um in den Genuss von Steuerbefreiungen zu kommen. Doch auch nicht registrierte Gruppen können ungestört ihre Aktivitäten ausüben. In staatlichen Schulen dürfen Mitglieder religiöser Gruppen Religionsunterricht anbieten. Zwischen der Regierung und Vertretern der verschiedenen religiösen Gemeinschaften im Land finden regelmäßig Gespräche statt. Weihnachten ist ein gesetzlicher Feiertag.

Konflikt an der Ostgrenze

Noch immer ist die Lage aufgrund der anhaltenden bewaffneten Konflikte ernst, besonders in Nord-Kivu und anderen Regionen an der Ostgrenze des Landes. Es kommt zu Überfällen, Morden und Plünderungen durch einheimische Milizen oder solche, die über das Ausland eingeschleust wurden. 2011 führten Mitglieder der ugandischen Lord’s Resistance Army (LRA) Überfälle im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo (DRK), im Südsudan und der Zentralafrikanischen Republik durch.

Unter den vielen Opfern war auch die Krankenschwester und Augenspezialistin Schwester Jeanne Yegmane, ehemalige Oberin der Augustinerinnen in Dungu im Nordosten des Landes. Sie wurde im Januar 2011 ermordet.

Im Versuch, das Problem des bewaffneten Konflikts in der östlichen Grenzregion zu lösen, wurde im Juni 2012 in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nord-Kivu, ein internationales Zentrum der Sicherheitsdienste der Konferenz der Region der Großen Seen (ICGLR) eröffnet. Es soll zur Bekämpfung der bewaffneten Gruppen beitragen, die in der Region ihr Unwesen treiben. Die Mitarbeiter des Zentrums kommen aus den Mitgliedsstaaten der ICGLR (DRK, Angola, Sambia, Tansania, Burundi, Ruanda, Uganda, Zentralafrika, der Republik Kongo, Kenia und dem Sudan) und aus dem Südsudan.

Koordiniert wird die Arbeit von einem General aus Angola. Auf politischer Ebene kam es im Zusammenhang mit der umstrittenen Wahl, bei der der regierende Präsident Joseph Kabila wiedergewählt wurde, zu Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen.

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2012. Stand: 2012)

19.Aug 2009 14:09 · aktualisiert: 23.Okt 2012 15:37
KIN / S. Stein