Länderbericht Eritrea
Einwohner: 4,6 Millionen
Fläche: 117 600 qkm (etwas größer als Bayern und Baden-Württemberg zusammen)
Religion:
Christen 50,5 Prozent (darunter 141 000 Katholiken)
Muslime 44,7 Prozent
sonstige 4,8 Prozent
Seit einigen Jahren verfolgt die Regierung systematisch jegliche Glaubensäußerung, und zwar in einem solchen Maße, dass das amerikanische Außenministerium das Land seit 2004 als “besonders problematisches Land (Country of Particular Concern – CPC) in Bezug” auf religiöse Freiheit führt – eine Einstufung, die es jenen Staaten vorbehält, die mit äußerst drakonischen Mitteln agieren.
In einem Erlass aus dem Jahr 2002 erkennt die Regierung offiziell ausschließlich den Islam, die Koptisch-Orthodoxe Kirche, die katholische Kirche und die Evangelisch-Lutherische Kirche Eritreas (Mitglied im Lutherischen Weltbund) an. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung gehören diesen Konfessionen an; alle übrigen Gruppierungen müssen sich registrieren lassen. Die vier genannten Gruppen sind durch den Staat dazu verpflichtet, sämtliche finanziellen Mittel und Besitztümer offenzulegen.
Nicht registrierte Gruppierungen dürfen in keiner Weise aktiv werden. Einem Antrag auf Registrierung sind eine Liste sämtlichen Besitzes, eine Mitgliederliste und persönliche Information zu den Führern beizufügen. Sämtliche Einrichtungen und Organisationen, die nicht mit den vier Hauptkonfessionen in Verbindung stehen, werden unterdrückt. Laut Human Rights Watch und anderen Quellen wurde seit dem Inkrafttreten dieses Erlasses bis Ende 2007 kein einziger Antrag auf Registrierung bewilligt.
Systematische Verfolgung
Aufgrund des Inhalts dieser Anträge weiß die Regierung jedoch über sämtliche Gruppierungen genauestens Bescheid, über ihren Besitz bis hin zu den Namen von Führern und Anhängern. Seit 2002 wird sogar in Privaträumen jegliche nicht autorisierte Religionsausübung systematisch verfolgt; die Verfolgung richtet sich besonders gegen christliche Minderheiten und fundamentalistische islamische Gruppen. In einigen Regionen sind die Behörden toleranter und gestatten private Zusammenkünfte nicht zugelassener Gruppen, während dies in anderen Landesteilen streng verboten ist.
Verschiedene Quellen weisen darauf hin, dass mindestens 2000 Menschen aus religiösen Gründen in Haft sind; dem Nachrichtendienst Compass Direct zufolge handelt es sich dabei zu 95 Prozent um Christen, vor allem von nicht anerkannten evangelischen Gruppierungen. Die Verhaftungen aus Gründen der Religion begannen im Mai 2002; die Betroffenen bleiben monate- oder jahrelang ohne formale Anklage oder Gerichtsverfahren im Gefängnis, und dies, obwohl eine Inhaftierung ohne Anklage über dreißig Tage hinaus gesetzlich verboten ist.
Häufig sitzen die so Festgenommenen unter extrem schlechten Bedingungen und ohne ärztliche Versorgung in Armeegefängnissen. Laut Amnesty International und anderen Quellen werden Menschen häufig zur Widerrufung ihres Glaubens gezwungen; ebenso häufig sind physische und psychologische Folter. Zahlreiche Gefangene werden in unterirdischen Zellen gehalten oder in Überseecontainern, die in der Sonne glutheiß werden und im Winter eisigkalt.
Unterdrückung hat zugenommen
Dass die Polizei in Häuser einbricht und ganze Familien verhaftet, weil sich die Mitglieder zum Beten getroffen haben oder im Stillen eine Trauung nach ihrer Religion feiern, ist “Normalzustand”. Die Unterdrückung hat zugenommen, seit Staatspräsident Isaias Afewerki am 5. März 2004 erklärte, die Regierung werde religiöse Bewegungen, die die Bürger “von der Einheit des eritreischen Volkes abrücken lassen und die wahre Bedeutung von Religion verzerren”, nicht mehr tolerieren.
Der Ausnahmezustand, der jetzt seit Jahren in Kraft ist, ermöglicht besonders gravierende Einschränkungen. Darüber hinaus ist seit 2005 ein Anstieg an polizeilichen Eingriffen zu beobachten sowie an Verhaftungen und Einmischung der Regierung in die Angelegenheiten der vier offiziell anerkannten Religionen. Religiöse Gruppierungen dürfen keine Zeitschriften herausgeben, nicht einmal solche rein religiösen Inhalts, und benötigen für den Druck und die Verteilung jeglicher Schriften eine Genehmigung.
Katholiken
Am 16. August 2007 befahlen die Behörden der katholischen Kirche, sämtliche Sozialeinrichtungen, von Schulen über Kliniken und Waisenhäuser bis hin zu Ausbildungszentren für Frauen, dem Ministerium für Soziales und Arbeit zu überschreiben. Als Begründung wurde ein Gesetz aus dem Jahr 1995 genannt, das für privates soziales Engagement eine besondere Genehmigung seitens der Regierung vorschreibt – eine Vorschrift, mit der die Regierung ihre systematische Einmischung in sämtliche Belange der Kirche rechtfertigt.
Klerus und Kirchenleitung widersetzten sich dieser Aufforderung strikt. Am folgenden Tag, dem 17. August, schickten vier Bischöfe einen Protestbrief. Die Kirche akzeptiert keinerlei Einmischung der Regierung in Glaubensfragen und in Fragen ihrer Organisation: So stellt beispielsweise Compass Direct fest, dass sich die Bischöfe seit Ende 2003 weigern, dem Religionsministerium vollständige Berichte über ihre kirchlichen und seelsorgerischen Aktivitäten vorzulegen; sie bestehen darauf, dass dies interne Angelegenheiten seien, über die sie nur dem Heiligen Stuhl Bericht erstatten.
Missionare des Landes verwiesen
Sie widersetzten sich auch einer im Jahr 2005 ergangenen Aufforderung an Priester und Seminaristen unter vierzig, sich zum Militärdienst zu melden; dabei verwiesen sie darauf, dass der Dienst an der Waffe “mit der Tätigkeit des Priesters nicht vereinbar” sei. In Eritrea ist der Militärdienst verpflichtend und dauert 18 Monate; allerdings können die Behörden jeden nach Belieben unbegrenzt weiter im Dienst behalten. Die drei anderen anerkannten Konfessionen – orthodoxe und evangelisch-lutherische Christen sowie Muslime – nehmen dagegen hin, dass ihr Klerus Militärdienst leisten muss.
Am 16. November 2007 wurden elf Missionare unterschiedlicher Nationalitäten – Priester und Nonnen – des Landes verwiesen, nachdem ihre Aufenthaltsgenehmigungen nicht verlängert worden waren. Die Flüchtlingsorganisation Habeshia stellte fest: Missionare “haben in diesem Land immer zu Fortschritt und Weiterentwicklung beigetragen; indem die Regierung sie des Landes verweist, begeht sie einen äußerst unzivilisierten Akt, denn sie fügt der Bevölkerung Schaden zu … Das Regime will auf diese Weise die Leitung der katholischen Kirche einschüchtern.”
Mitglieder der orthodoxen Kirche
Die Einmischung der Regierung in Angelegenheiten der orthodoxen Kirche ist äußerst gravierend. Etwa 40 Prozent der Eritreer betrachten sich als von koptisch-orthodoxer Herkunft.
Im August 2005 setzte die Regierung in offenem Verstoß gegen die internen Regeln der Kirche den Patriarchen Abune Antonios ab, nachdem er gegen die Verhaftung dreier Priester protestiert hatte, die ohne Angabe von Gründen festgehalten wurden. Die Regierung setzte einen Rechtsanwalt, Yeftehe Dimetros, als Administrator ein, obgleich nach den Regeln der eritreischen orthodoxen Kirche dieser Posten durch einen vom Patriarchen zu benennenden Bischof zu besetzen ist.
Am 5. Dezember 2006 befahl die Regierung sämtlichen orthodoxen Priestern, alle Einkünfte aus Spenden und Kollekten auf ein Regierungskonto einzuzahlen, von dem dann ihre Gehälter bezahlt würden. Die Regierung legte auch die maximale Zahl an Priestern pro Gemeinde fest; sie befahl sämtlichen überzähligen Priestern, sich in der Kaserne in Wi’a zu melden, um als Soldaten Dienst zu leisten. Die Anordnungen riefen breite Proteste hervor; am 17. Januar 2007 wurden fünfzehn an den Protesten beteiligte Priester von Dimetros‘ Büro aufgefordert, “den Mund zu halten”.
Hausarrest für den Patriarchen
Patriarch Antonios wurde erst im Januar 2006 durch eine geheime Synode unter dem Vorwurf der Ketzerei offiziell aus dem Amt entfernt. (Das Kanonische Recht der Koptisch-Orthodoxen Kirche untersagt die Wahl eines neuen Patriarchen, solange der Vorgänger am Leben ist und nicht durch die Synode wegen Ketzerei, unmoralischen Verhaltens oder schwerwiegender körperlicher oder geistiger Erkrankung des Amtes enthoben wurde.)
Noch im selben Monat adressierte der abgesetzte Patriarch einen offenen Brief an die Synode, in dem er sämtliche Vorwürfe zurückwies und eine Reihe Mitglieder der Synode sowie Beamte der Behörden und der Regierung exkommunizierte. Dem unter Hausarrest gestellten Antonios wurde offenbar in den Jahren 2006 und 2007
sogar das Empfangen der Kommunion verwehrt.
Am 20. Januar 2007 wurden ihm seine Patriarchenrobe und die Insignien gewaltsam entrissen, wie eine Gruppe Mönche auf der Webseite asmarino.com berichtet. Später wurde er an einen unbekannten Ort gebracht; Genaueres hat man seitdem nicht mehr gehört. Von offizieller Seite wird geleugnet, dass der betagte Priester – er ist über achtzig – verhaftet wurde; es heißt, er habe sich freiwillig in ein Kloster zurückgezogen.
Im April 2007 tagte die Synode, um einen neuen Patriarchen zu wählen. Offiziell wurde verlautbart, sie habe am 19. April „einstimmig” Bischof Dioskoros von Mendefera gewählt, den die Organisation Christian Solidarity Worldwide (CSW) auf ihrer Webseite www.csw.org.uk als “Überläufer” bezeichnet; er wurde “sechzehn Monate nach der illegalen Absetzung des legitimen Patriarchen” gewählt, “einer Einmischung in kirchliche Angelegenheiten seitens der eritreischen Regierung von unerhörtem, vollkommen inakzeptablem Ausmaß”.
“Dem Glauben orthodoxer Gläubiger Gewalt angetan”
Am 23. April veröffentlichte die Webseite der Opposition, www.asmarino.com, ein von den “Priestern, Mönchen, Diakonen und Gläubigen der eritreischen orthodoxen Kirche” unterzeichnetes Statement, demzufolge “die Bischöfe mit dem Hinweis, es gebe keinerlei Raum für Diskussion, aufgefordert wurden zu wählen”.
“Das eritreische Volk muss erfahren, dass den Rechten und dem Glauben von zwei Millionen Anhängern der orthodoxen Kirche in diesem Land wieder einmal ungeniert Gewalt angetan wurde. Die Regierung hat ihren Raubzug durch die Kirche, den sie bereits vor längerer Zeit begann, vollendet.” Patriarch Schenuda III., Oberhaupt der ägyptischen koptisch-orthodoxen Kirche, betrachtet noch immer Antonios als legitimes Oberhaupt der eritreischen Kirche.
Im Jahr 2004 verbot die Regierung die Medhane-Alem-Gemeinschaft, eine Erneuerungsbewegung innerhalb der koptischen Kirche, die sie seitdem unablässig verfolgt. Am 5. Januar 2007 wurden acht ihrer Mitglieder in Keren verhaftet. Menschenrechte ohne Grenzen (Human Rights Without Frontiers – HRWF) berichtet, dass sie lange verhört und aufgefordert wurden, die Namen anderer Mitglieder der Gruppe preiszugeben. Die Regierung beschuldigt diese Bewegung der “Irrlehre” und wirft ihr vor, sie wolle die orthodoxe Kirche Eritreas “zerstören”. Drei im April 2006 verhaftete Priester sitzen bereits seit etwa zwei Jahren im Gefängnis.
Auf Befehl der Regierung exkommunizierte die Koptisch-Orthodoxe Kirche im März 2006 65 führende Mitglieder der Gruppe, da diese sich weigerten, die Bewegung des Irrglaubens zu bezichtigen. Im Mai 2006 wurden drei ihrer Führer inhaftiert.
Andere christliche Konfessionen
In der schwierigsten Lage allerdings befinden sich die nicht-anerkannten christlichen Gruppierungen. Das Missionswerk Open Doors und der Nachrichtendienst Compass Direct berichteten, in den vergangenen zwei Jahren seien mindestens vier Christen an den Folgen der Folter gestorben, mit der sie im Gefängnis zum Widerruf ihres Glaubens gezwungen werden sollten.
Am 5. September 2007 starb die 33-jährige Nigsti Haile im Militärausbildungslager Wi’a. Sie war Mitglied der Rema Pentecostal Church und war achtzehn Monate zuvor mit neun weiteren Frauen in einer Kirche in Keren verhaftet worden. Am 17. Oktober 2006 starben der 23-jährige Immanuel Andegergesh und der 30jährige Kibrom Firemichel an den Folgen von Folter und Dehydrierung, denen sie im Militärlager Adi-Quala ausgesetzt wurden. Sie waren zwei Tage zuvor mit zehn weiteren Menschen verhaftet worden, weil sie an einem Gottesdienst der Rema Pentecostal Church in einem Privathaus in Asmara teilgenommen hatten.
Am 15. Februar 2007 starb der evangelische Christ Magos Solom Semere im Armeehauptquartier Adi-Nefase bei Assab. Er war seit 2001 inhaftiert, weil er Mitglied einer nicht-anerkannten protestantischen Kirche war. Open Doors zufolge wurde sein Tod “durch körperliche Folter und chronische Lungenentzündung hervorgerufen, für die ihm angemessene ärztliche Versorgung verwehrt blieb”.
Systematische Verhaftungen
Die evangelischen Christen von Kale Hiwot (Lebendiges Wort) berichteten dem Nachrichtendienst Compass Direct, dass die Behörden die Vernichtung religiöser Gruppierungen mit einer systematischen Drei-Stufen-Strategie verfolgen.
Sie beginnen mit der systematischen Verhaftung der Gläubigen, allen voran Pfarrer und Gemeindevorstände; als Grund reicht ihnen aus, dass diese sich zum Beten zusammengefunden haben. Diese Menschen bleiben dann beliebig lange in Haft, ohne dass Anklage gegen sie erhoben wird. In der zweiten Phase dringt die Polizei immer wieder in Kirchen und andere Gebäude der nun führerlosen Gruppe ein; sie konfiszieren die Schlüssel und unterbinden jegliche Tätigkeit, ohne zwischen religiöser und sozialer Arbeit zu unterscheiden. Schließlich konfiszieren sie sämtlichen Besitz der “ungesetzlichen” Kirche.
Laut Menschenrechte ohne Grenzen (HRWF) fordern die Behörden darüber hinaus große Geldsummen als Kaution, um so die Kirche auszunehmen und die Gläubigen und ihre Gemeinschaft zu schwächen. Im Mai 2006 wurde die Kaution für Solomon Mengesteab von der Full Gospel Church und für einen Herrn Yosief von der Rema Church, die gemeinsam mit 76 weiteren Christen am Weihnachtstag 2005 verhaftet worden waren, auf 150.000 Nakfa (etwa 10.000 Dollar) festgesetzt. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen in Eritrea, einem sehr armen Land, liegt unter 300 Dollar!
Einzelhaft, weil er Gast bei einer Trauung war
In Dekemhare wurde im Januar 2005 Pastor Fanuel Mihreteab von der Full Gospel Church verhaftet. Auch er kam auf Kaution frei, wofür er Grundbesitz verkaufen musste.
Die Kale-Hiwot-Bewegung leidet seit Jahren unter Verhaftungen und Beschlagnahmungen. Im September 2006 wurden in Adi-Tezlezan, etwas nördlich von Asmara, auch die Pastoren Simon Tsegay und Gebremichel Yohannes festgenommen, beide von Kale Hiwot. Im Januar 2007 kamen sie auf Kaution frei; dazu mussten sie einen Großteil ihres Besitzes verkaufen. Am 27. Mai 2007 wurden in Dekemhare, knapp vierzig Kilometer südlich von Asmara, zwanzig Anhänger von Kale Hiwot mitsamt ihren Kindern festgenommen.
Einige Tage später, am 1. Juni, wurde auch Pastor Michael Abraha festgenommen, offenbar weil auf einem von den Behörden konfiszierten Video zu sehen war, wie er eine Trauung vornahm. Er wurde über einen Monat festgehalten. Im September 2007 wurde Pastor Mussie Ezaz in Asmara festgenommen und am 1. Oktober Pastor Oqbamichael Tekle-Haimanot, der bereits 2005 zehn Monate in Einzelhaft gesessen hatte, weil er einer christlichen Trauung beigewohnt hatte. Hierzu ist anzumerken, dass dies nur einige wenige bedeutendere der vielen Gewaltakte und Verhaftungen sind, unter denen die nicht-anerkannten christlichen Gruppierungen zu leiden haben.
Im Überseecontainer inhaftiert und gefoltert
Im Oktober 2007 wurde Helen Berhane in Dänemark politisches Asyl gewährt; die eritreische Sängerin christlicher Lieder war zwei Jahre lang gefangen gehalten und gefoltert worden, bis sie schließlich freikam. BBC News zufolge war die Sängerin, die der nicht zugelassenen evangelischen Rema Church angehörte, am 13. Mai 2004 festgenommen worden, unmittelbar nachdem sie eine Kassette mit Kirchenliedern aufgenommen und in den Verkauf gegeben hatte.
Zwei Jahre lang saß sie ohne ein Gerichtsverfahren in einem Überseecontainer im Gefangenenlager Mai Serwa bei Asmara, wo man sie häufig schlug, um sie dazu zu bringen, ihrem Glauben abzuschwören. Dank einer breiten internationalen Kampagne wurde sie Ende Oktober 2006 entlassen. Unmittelbar darauf konnte sie in den Sudan fliehen, wo ihr Asyl gewährt wurde. Einige Monate später nahm Dänemark sie auf.
Am 23. Februar 2006 wurde Pastor Daniel Heilemichel von der Charismatic Word of Power Church aus seinem Haus geholt und festgenommen. Der Anfang 2006 verhaftete Pastor Iyob Berhe wurde im Oktober 2006 wegen des gravierenden Gesundheitszustands, in dem er sich aufgrund der schlechten Haftbedingungen befand, in Mendefera ins Krankenhaus eingewiesen.
Am 23. Januar 2007 verhaftete die Polizei in Asmara Pastor Habtom Tesfamichel, das Oberhaupt der dortigen Gemeinde der Full Gospel Church. Anfang Januar 2007 wurden in der Hafenstadt Assab 25 Christen verhaftet und in das Armeelager von Wi’a gebracht, wo man sie extrem unter Druck setzte, um sie dazu zu bringen, ihrem Glauben abzuschwören. Die Polizei stört häufig kirchliche Trauungen. Am 18. Februar 2007 wurden in Asmara sieben Mitglieder der orthodoxen Kirche und drei Anhänger der Full Gospel Church aus dem einfachen Grund verhaftet, weil sie einem jungvermählten Paar einen Gratulationsbesuch abstatteten.
Während des Gottesdienstes verhaftet
Am 29. April 2007 wurden in Asmara Pastor Zecharias Abraham und achtzig Anhänger der Mehrete Yesus Evangelical Presbyterian Church (MYEPC), die seit den 1940er-Jahren im Land tätig ist, während des Sonntagsgottesdienstes verhaftet, obgleich dieser vom Religionsministerium genehmigt worden war. Nach etwa einem Monat wurden sie entlassen.
Am 19. August 2007 wurden in Kahawata, einem Vorort von Asmara, zehn Mitglieder der Full Gospel Church nur deshalb verhaftet, weil sie sich in einer Wohnung zum Beten versammelt hatten. Am 12. August 2007 wurde auch der evangelische Pastor Leul Gebreab in Asmara verhaftet. Amnesty International berichtet: “Sie alle wurden allein deshalb verhaftet, weil sie friedlich ihren Glauben ausübten”; aus diesem Grund betrachtet die Organisation sie als “gewaltlose politische Gefangene”.
Am 4. Januar 2007 wurde im Armeelager Sawa die persönliche Habe der Soldaten durchsucht; dabei wurden 250 zu privatem Gebrauch verwendete Bibeln konfisziert. Die Bücher wurden verbrannt und 35 Wehrpflichtige ins Gefängnis gesteckt. Am 6. Januar 2008 brach die Polizei in Massawa gewaltsam in ein Haus ein und verhaftete 35 evangelische Christen der Faith in Christ Church, die sich dort zum Beten zusammengefunden hatten. Sie wurden am 16. Februar entlassen, nachdem man sie die ganze Zeit in Einzelhaft gehalten hatte.
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(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008. Stand: 2008)



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