Spenden
Nigeria: Mehr Christen trotz Terror

Nigeria: Mehr Christen trotz Terror

Vertriebene kehren ins Bistum Maiduguri zurück

02.03.2026 aktuelles
Nach mehr als 15 Jahren islamistischer Gewalt im Nordosten Nigerias kehren zahlreiche vertriebene Katholiken in ihre Heimatdiözese Maiduguri zurück. Zugleich stellen die Verantwortlichen fest: Trotz islamistischen Terrors und Zerstörung ist die Zahl der Gläubigen gestiegen.

 

Das berichteten Bischof Oliver Dashe Doeme und sein Weihbischof John Bakeni bei einem Besuch in der Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus. „Die Menschen kommen zu Tausenden zurück“, erklärten die beiden Bischöfe. Gemeint sind vor allem Katholiken, die in den Jahren der schlimmsten Angriffe durch die Terrormiliz Boko Haram aus ihren Dörfern und Städten fliehen mussten und nun – soweit es die Sicherheitslage zulässt – heimkehren.

John Bakeni (links), Weihbischof im Bistum Maiduguri, und Oliver Dashe Doeme, Bischof von Maiduguri (Nigeria).
Die Diözese Maiduguri im Bundesstaat Borno gilt als Ursprungsregion der Terrorgruppe Boko Haram. Seit 2009 wurden dort schätzungsweise 20 000 Menschen getötet, mehr als zwei Millionen vertrieben. Auch die katholische Kirche war und ist massiv betroffen, wie Bischof Dashe Doeme berichtete: Über 90 000 Katholiken seien vertrieben und 1000 Gläubige getötet worden. Von 279 entführten Christen seien noch immer 100 vermisst. Kämpfer von Boko Haram hätten über 200 Kirchen zerstört.

 

Kirche blieb auch unter Verfolgung präsent

Trotz dieser dramatischen Bilanz beobachten die Bischöfe eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Kirchen füllen sich wieder – und mehr noch: „Die Zahl der Katholiken in unserer Diözese ist heute höher als vor der Boko-Haram-Krise“, erklärte Bischof Dashe Doeme. Jährlich würden in der Diözese Maiduguri rund 1000 Kinder getauft, die Zahl der kirchlichen Trauungen sei gestiegen.

Viele Pilger strömen zum Wallfahrtsort Whuabazhi im Bistum Maiduguri (Nigeria). Hier hat KIRCHE IN NOT den Bau eines Pavillons finanziert.
Die Bischöfe deuten diese Entwicklung als Zeichen eines vertieften Glaubens. „Wenn die Kirche Verfolgung erlebt, wird der Glaube oft lebendiger“, sagte Bischof Doeme. Trotz Anschlägen und Unsicherheit seien die Menschen weiterhin zur heiligen Messe gekommen, Priester hätten auch in gefährlichen Zeiten die Sakramente gespendet.

 

„Wolke aus Angst und Unsicherheit“

Zwar habe sich die Sicherheitslage in Maiduguri im Vergleich zu anderen Regionen Nigerias leicht verbessert, berichtete Weihbischof Bakeni. Dennoch bleibe die Lage insgesamt angespannt. „Über unserem Land liegt eine Wolke aus Angst und Unsicherheit“, erklärte er.

Eine Delegation von KIRCHE IN NOT zusammen mit Vertretern des Bistums Maiduguri vor dem Traumatherapiezentrum der Diözese. Hier können Menschen, die von Überfällen von Terrororganisationen betroffen sind, Hilfe erfahren. Das Haus wurde mithilfe von KIRCHE IN NOT errichtet.
Täglich kämen Menschen durch Gewalt, Entführungen oder Überfälle ums Leben. Umso bemerkenswerter sei die Rückkehr vieler Gläubiger. „Normalerweise müsste eine Kirche in Zeiten der Gewalt leerer werden. Doch wir erleben das Gegenteil“, so Bakeni.

 

Dank an die Wohltäter von KIRCHE IN NOT

Die beiden Bischöfe dankten den Wohltätern von KIRCHE IN NOT für die Unterstützung beim Wiederaufbau von Kirchen, Pfarrhäusern und pastoralen Zentren: „Ohne diese Hilfe wäre die Geschichte von Maiduguri heute eine andere.“

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Nigeria für Betroffene von Terror und Gewalt:

Bischof Wilfred Chikpa Anagbe berichtet über die Lage der Christen in Nigeria | Red Wednesday 2025

Weitere Informationen