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Zum ersten Mal spürte der junge Syrer Fadi Mora den Ruf Gottes gegen Ende seines Tourismusstudiums an einer kirchlichen Hochschule in Aleppo. Das war im Jahr 2010, noch vor dem Krieg.

 

„Das war eine wichtige Zeit in meinem Leben“, erzählt Fadi. „Vielleicht hatte Gott bereits daran gearbeitet, mich auf den Eintritt ins Priesterseminar vorzubereiten: Ich habe nämlich damals ein bisschen Französisch gelernt.“ Das Theologiestudium erfolgt nämlich ausschließlich in französischer Sprache – und zwar in der Küstenstadt Kasslik im Libanon. In Syrien gibt es derzeit kein Priesterseminar.

Fadi Mora (links) und Bischof Joseph Tobji.
Fadi stammt aus einer maronitisch-katholischen Familie. Der Glaube spielte immer eine entscheidende Rolle. „Die Familie war der erste grundlegende Ort für meinen Weg“, ist er überzeugt.

 

Seine Eltern waren Anfang der 2000er-Jahre aus Venezuela, wohin es sie aus beruflichen Gründen verschlagen hatte, nach Syrien zurückgekehrt, um ihren Kindern eine gute Ausbildung in der Heimat zu ermöglichen.

Nach dem Abschluss seines Studiums war für Fadi aus dem Ruf Gottes ein Drängen geworden. „Ich konnte nicht mehr widerstehen“, sagt er lächelnd. So ging er zu seinem Bischof. Der riet dem jungen Mann, zuerst seinen Militärdienst zu absolvieren und danach wiederzukommen.

Die Eltern von Fadi Mora.
Das war unumgänglich, denn Fadi fehlte das Geld, um sich aus den militärischen Verpflichtungen freizukaufen. Auch heute müssen junge Männer, die sich dem Dienst an der Waffe verweigert haben und nach Syrien zurückkehren, mindestens 8.000 US-Dollar zahlen.

 

Vor dem Krieg dauerte der Militärdienst 18 Monate bis zwei Jahre. Mit Kriegsausbruch wurde daraus eine unbestimmte, quälend lange und lebensgefährliche Zeit. So auch für Fadi. Sein Militärdienst begann im Dezember 2010 – nur vier Monate, bevor der Syrienkrieg begann.

Acht Jahre Militärdienst

Als er eingezogen wurde, hoffte er, bald fertig zu sein und ins Priesterseminar eintreten zu können. Der Krieg macht daraus acht Jahre. Die traumatischen Eindrücke dieser Zeit lassen sich nur erahnen. Fadi spricht wenig darüber, aber umso mehr über den Tag seiner Entlassung: „Am 31. Dezember 2018 endete meine Zeit beim Militär. Ich glaube, ich wurde nach diesen acht Jahren wiedergeboren!“

Maronitischer Gottesdienst in Damaskus.
Einer seiner ersten Wege nach der Rückkehr führte ihn wieder zum Bischof der katholisch-maronitischen Diözese in Aleppo. Der hieß nun Joseph Tobji, ein ehemaliger Jugendseelsorger. Er empfing den „neugeborenen“ ehemaligen Soldaten mit offenen Armen.

„Wir beten in unserer Diözese jeden Tag um geistliche Berufungen“, erklärt Tobji. „Es ist deshalb eine große Freude für uns alle, eine neue Berufung anzunehmen. Unsere Gebete sind erhört worden.“

Not des Krieges überall gegenwärtig

Der junge Bischof betreibt bei seiner Bischofskirche ein Zentrum, in dem notleidende Einwohner versorgt werden. Seine Kathedrale wurde Ende 2016 von Granaten schwer verwüstet und befindet sich derzeit mit Hilfe von KIRCHE IN NOT im Wiederaufbau.

Die Not des Krieges ist überall gegenwärtig. Dennoch betont Tobji: „Es gibt auch hoffnungsvolle Nachrichten: Ich habe gerade eine neue Pfarrei gegründet. Darüber hinaus haben wir jetzt mit Fadi einen angehenden Priester bekommen. Wir müssen über diese positiven Dinge sprechen, um die Hoffnung am Leben zu erhalten“.

Fadi (Bildmitte) mit Freunden aus der Pfarrrei.
Diese Hoffnung ist für Fadi zur Realität geworden: „Das Wort des Herrn, das ich empfangen habe, ist auch im Krieg nie verstummt.“ Mittlerweile hat Fadi mit der Vorbereitung auf den priesterlichen Dienst begonnen – eine schwierige Entscheidung, nicht nur angesichts der fehlenden Mittel für das Studium.

 

„Die jungen Seminaristen leben in einer überwiegend muslimischen Gesellschaft, die ihre Entscheidung nicht versteht“, erklärt Dr. Andrzej Halemba, der bei KIRCHE IN NOT für die Nahost-Hilfen zuständig ist. Unser Hilfswerk hat im vergangenen Jahr rund 14 000 Seminaristen weltweit unterstützt.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo. Die Kirche wird derzeit mit Hilfe von KIRCHE IN NOT renoviert.
„Ohne das Gebet und die materielle Hilfe könnten Seminaristen wie Fadi ihrer Berufung nicht folgen“, ist Halemba überzeugt. „Es geht darum, diese Berufungen zu schützen und wachsen zu lassen, damit sie reiche Frucht bringen.“

 

Und für Fadis Bischof Joseph Tobji ist diese Berufung ein österliches Zeichen: „Das Weizenkorn, das der Herr gesät hat, hat auch den Krieg überdauert und ist jetzt aufgekeimt. Jetzt werden wir gute Bedingungen schaffen, damit es im Schoß der Kirche reifen kann.“

Mexiko ist ein Land der Gegensätze: Einige Gebiete sind beliebte Urlaubsziele, zugleich ist das Land jedoch Opfer eines blutigen Drogenkrieges und Schauplatz von Entführungen, Erpressungen, Raubüberfällen und Morden. Auch die katholische Kirche ist davon betroffen: In keinem anderen Land der Welt werden Jahr für Jahr so viele katholische Priester ermordet wie in Mexiko.

2017 waren es vier Priester. Zwei von ihnen wurden Opfer eines Entführungsversuchs, die zwei anderen starben bei Bombenangriffen auf die Kathedrale von Mexiko-Stadt beziehungsweise auf die Büros der Mexikanischen Bischofskonferenz.
Taufe in Mexiko.
Gottesdienst in Mexiko.
Gottesdienst unter freiem Himmel in Mexiko.
Kapuziner-Klarissen aus Mexiko.

Hinzu kommen Hunderte Drohungen und Erpressungen, die Priester und Bischöfe erleiden. Allein in 2017 waren es 884 Fälle. In 80 Prozent der Fälle von ermordeten Priestern wurde Folter angewendet. Von 1990 bis 2017 wurden ein Kardinal, 47 Priester, ein Diakon, vier Ordensleute, neun Laien im Dienst der Kirche und eine katholischen Journalistin ermordet.

Aufstrebendes Schwellenland und große Armut

Auch wirtschaftlich ist Mexiko ein Land mit großen Gegensätzen: So ist es einerseits ein aufstrebendes Schwellenland, andererseits lebt fast die Hälfte der Bevölkerung in Armut.

In einigen extrem armen Gebieten des Landes mit indigener Bevölkerung sind 18 Jesuitenpatres tätig. Sie verkünden die Frohe Botschaft unter den Ärmsten der Armen und sind dabei selbst arm. Die Gläubigen teilen mit ihnen ihre kargen Speisen, aber damit können sie nicht ihren gesamten Lebensunterhalt bestreiten.

Daher sind sie dankbar für Mess-Stipendien im Wert von 14.490 Euro, die Wohltäter von KIRCHE IN NOT ihnen gespendet haben.

„Mit ihrer Hilfe gesegnet, können wir weiterhin das Evangelium verkünden und diesem Volk Gottes besser dienen, das zwar des materiellen Wohlstandes entbehrt, dafür aber eine erstaunliche geistliche Kraft hat, die die ganze Kirche nährt“, schreibt Pater José Francisco Magaña Aviña, der Provinzial der Jesuiten in Mexiko.

Helfen Sie der Kirche in Mexiko

KIRCHE IN NOT steht den lebendigen, aber armen katholischen Gemeinden Mexikos zur Seite.

Unser Hilfswerk fördert die Arbeit der Klöster, unterstützt mit Mess-Stipendien den Lebensunterhalt der Priester und die Ausbildung von Seminaristen und stellt Fahrzeuge für die Seelsorge in entlegenen Gebieten zur Verfügung. Außerdem unterhält KIRCHE IN NOT ein eigenes Länderbüro in Mexiko-Stadt.

Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden.

In Kana in Galiläa wirkte Jesus sein erstes Wunder, als er bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelte.

Den Ort Kana gibt es auch heute noch. Er liegt zwischen dem See Genezareth und Nazareth im Norden Israels. Heute leben dort 20 000 Muslime und 3000 Christen.
Der Priester Simon Khoury dankt den Wohltätern für das Fahrzeug.

Pfarrer Simon Khoury hat viel zu tun: Neben der Feier der heiligen Messe hält er Trauungen, Taufen und Beerdigungen ab, besucht kranke Menschen in den Krankenhäusern und Häftlinge in den Gefängnissen.

Er bereitet Kinder auf die Erstkommunion und junge Paare auf das Sakrament der Ehe vor, erteilt Katechese und Religionsunterricht und begleitet die Gläubigen geistlich.

Oft suchen auch Muslime Rat bei ihm, insbesondere bei familiären Problemen. In den Schulen setzte sich der Priester für ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Religionsgemeinschaften ein.

Vielfältige Aufgaben

Bislang wohnt er noch nicht in Kana, weil das Pfarrhaus noch eine Baustelle ist. Er lebt derzeit im rund 30 Kilometer entfernten Ibillin.

Dank unserer Wohltäter, die 8.000 Euro gespendet haben, hat Pfarrer Khoury nun endlich ein eigenes Auto. Bislang war er auf einen geliehenen Wagen angewiesen, aber für seine vielen Aufgaben an verschiedenen Orten brauchte er dringend ein Auto.

Unsere Wohltäter haben ihn nicht im Stich gelassen, und so ist seine seelsorgliche Arbeit viel leichter geworden. Ein herzlicher Dank an alle, die geholfen haben!

Die 26 Priester der Diözese Wabag sind dankbar für die 2025 Mess-Stipendien unserer Wohltäter. Bischof Arnold Orowae hatte uns um Hilfe gebeten, denn die Diözese ist arm, und die Priester müssen neben ihrem priesterlichen Dienst noch durch landwirtschaftliche Arbeit zu ihrem Lebensunterhalt beitragen.

Dabei betreuen die Priester riesige Pfarreien mit zahlreichen Außenstationen im nur schwer zugänglichen Bergland. Die Straßen, auf denen sie weite Wege zurücklegen müssen, sind oft kaum passierbar. Dennoch betreuen sie die 75 000 Gläubigen der Diözese unermüdlich.
Bischof Arnold Orowae feiert mit vielen Priestern einen Gottesdienst.
Prozession in Papua-Neuguinea.
Bei einem Gottesdienst in Papua-Neuguinea.

Sie besuchen kranke Menschen, beraten und begleiten Familien, besuchen die Außenstationen, um die Sakramente zu spenden, erteilen Religionsunterricht und feiern die heilige Messe in Schulen. Außerdem veranstalten sie Besinnungstage für Jugendliche, Kinder, Ministranten und Katecheten.

Seit dem von Papst Franziskus ausgerufenen „Jahr der Barmherzigkeit” im Jahr 2016 ist auch die Zahl derjenigen gestiegen, die das Sakrament der Buße empfangen wollen. So verbringen die Priester auch viel Zeit mit Beichtehören.

Priester sind unermüdlich unterwegs

Ebenfalls wird die eucharistische Anbetung vielerorts stärker gepflegt. Die Feiertage werden festlich begangen. So wird das Patronatsfest der jeweiligen Pfarrei mit einer Novene vorbereitet. Im Rosenkranzmonat Oktober gibt es Prozessionen in allen Ortschaften, in denen es eine Kapelle gibt. Die Priester sind also unermüdlich unterwegs.

Die Mess-Stipendien unserer Wohltäter sind den Priestern eine unschätzbare Hilfe. Obwohl eine heilige Messe nicht „bezahlt“ werden kann, hat es in der Kirche eine lange Tradition, Priestern für die Feier der heiligen Messe in einer bestimmten Intention, beispielsweise für einen Verstorbenen, eine Gabe zu spenden.

Sie ist keine reine „Vergütung“, sondern ein Zeichen der Liebe und der Dankbarkeit seitens der Gläubigen.

Bischof Arnold Orowae schreibt uns: „Alle meine Priester sind glücklich über die Mess-Stipendien, die sie erhalten haben, und feiern die heilige Messe mit Freude in den Anliegen derjenigen, die sie gestiftet haben.“

Mehr als eine Hilfe für den Lebensunterhalt

Die Mess-Stipendien kommen nicht nur dem jeweiligen Priester selbst für seinen Lebensunterhalt zugute, sondern sie helfen ihm auch dabei, für einige der Bedürfnisse seiner Pfarrei aufzukommen. Beispielsweise kann er mit dem Geld Hostien und Messwein kaufen oder dafür sorgen, dass die Kapellen in den abgelegenen Dörfern würdiger ausgestattet oder besser erhalten werden.

In Mexiko werden Priester überdurchschnittlich Opfer von Bedrohungen und Morden
2017 war ein schwarzes Jahr für die katholische Kirche Mexikos: Vier Priester fielen Mordanschlägen zum Opfer, 884 Mal wurden Geistliche erpresst oder bedroht.

Und diese Mordserie setzt sich fort: Anfang Februar waren bei einem Überfall im Süden Mexikos zwei Priester erschossen worden. „Obwohl hier kein Krieg herrscht, ist Mexiko zum neunten Mal in Folge das Land, in dem die meisten Geistlichen ermordet wurden“, sagte der Priester und Journalist Sergio Omar Sotelo Aguilar gegenüber KIRCHE IN NOT. Aguilar ist Mitglied der St.-Paulus-Gesellschaft, die sich besonders der katholischen Medienarbeit verschrieben hat.
Gottesdienst in Mexiko
Sergio Omar Sotelo Aguilar, Priester und Journalist aus Mexiko. (links)
Kapuziner-Klarissen aus Mexiko.
Taufe in Mexiko.

Als Leiter des katholischen Multimedia-Zentrums hat er gerade ein Buch „Tragödie und Feuerprobe der Priester in Mexiko“ veröffentlicht. Darin werden über 60 Schicksale von getöteten Priestern, einem Diakon, Ordensleuten und Laien geschildert, die zwischen 1990 und 2017 Anschlägen zum Opfer fielen.

Darunter auch Juan Jesús Kardinal Posadas Ocampo, der 1993 zusammen mit sechs weiteren Personen bei einer Schießerei am Flughafen seiner Bischofsstadt Guadalajara starb. Der Attentäter wurde festgenommen und verurteilt.

„Tragödie und Feuerprobe der Priester in Mexiko“

Die eigentlichen Auftraggeber blieben jedoch im Dunkeln. Im Verdacht stand eines der größten Drogenkartelle des Landes. Ocampo hatte sich wiederholt gegen die organisierte Kriminalität und Drogenhandel ausgesprochen.

Aguilar zufolge stehen die Drogenkartelle hinter den meisten Mordfällen. „Einen Priester zu töten, statuiert ein Exempel. Es stellt eine Machtdemonstration der Verbrechergruppen dar.“ Dabei gingen die Banden nach einer perfiden Methode vor, „die von Verleumdung zu Erpressung, von Entführung zu Folter, von Menschenraub zu Ermordung reicht.“

In vielen Fällen würden Morde an Geistlichen im Nachhinein „gerechtfertigt“ und Gerüchte über Medien gestreut, so Aguilar: „Gelegentlich beschuldigen sie die Opfer als Alkoholiker oder sogar Kinderschänder.“

Oft mache sich auch der Staat diese Argumentation zu eigen. Die organisierte Kriminalität sei noch mächtiger geworden, seit sie mit Richtern, Politikern, Polizei und Sicherheitskreisen Bündnisse eingegangen ist, zeigt sich Aguilar überzeugt. „Sie verursacht eine Fäulnis quer durch die Gesellschaft.“

Die Kathedrale in Mexiko-Stadt.
„Fäulnis quer durch die Gesellschaft“

Priester und kirchliche Mitarbeiter seien Zielscheibe einer „regelrechten Religionsverfolgung“. Sie gelten neben Journalisten als Meinungsführer, die sich dem Treiben der kriminellen Banden entgegensetzen.

Aber die Bandenbrutalität träfe nicht nur einzelne Personen, sondern auch ganze Pfarrgemeinden: Es sei bereits vorgekommen, dass Christen unter dem Druck der Banden in andere Regionen gezogen seien und sich dadurch ganze Gemeinden aufgelöst hätten, so Aguilar.

„Religionsfreiheit im Land ist ausgehöhlt”

Er zieht den Schluss: „In Mexiko ist die Religionsfreiheit ausgehöhlt“ – und das in einem Land, in dem fast 80 Prozent der Einwohner Katholiken sind.

Die Bischofskonferenz hat deshalb einen Aufruf an die mexikanischen Bundes- und die Regionalregierungen gerichtet, „damit garantiert wird, dass die Seelsorge auch dort ausgeübt werden kann, in denen die Gewalt unkontrolliert weiter wächst“, so Aguilar. „Wir können angesichts des Blutvergießens tausender Mexikaner nicht weiter schweigen!“

Helfen Sie der Kirche in Mexiko

KIRCHE IN NOT steht den lebendigen, aber armen katholischen Gemeinden Mexikos zur Seite.

Unser Hilfswerk fördert die Arbeit der Klöster, unterstützt mit Mess-Stipendien den Lebensunterhalt der Priester und die Ausbildung von Seminaristen und stellt Fahrzeuge für die Seelsorge in entlegenen Gebieten zur Verfügung.Außerdem unterhält KIRCHE IN NOT ein eigenes Länderbüro in Mexiko-Stadt.

Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden