Besonders dramatisch sei die Lage in der Region rund um die Städte Bukavu und Goma an der Grenze zu Ruanda. Die Rebellengruppe M23 habe ihre Kontrolle in den vergangenen Jahren immer weiter ausgedehnt. Die Bevölkerung leide massiv unter den Folgen der Gewalt. „Die Bergleute können keine Erze mehr abbauen, und die Landwirtschaft ist aufgrund der unsicheren Lage zum Erliegen gekommen“, erklärte der Generalvikar. Die M23 kontrolliere inzwischen viele Rohstoff-Minen und vertreibe vielerorts die einheimische Bevölkerung.
Zugleich berichtete der Generalvikar von wachsender Not und Isolation der Bevölkerung. Viele Seminaristen könnten wegen der unsicheren Lage ihre Familien seit Monaten nicht besuchen. Die Kirche versuche deshalb, die angehenden Priester mit Kleidung, Hygieneartikeln und Schulmaterial zu unterstützen. Auch die allgemeine Versorgungslage verschlechtere sich zunehmend. Zusätzlich belasten immer wieder Gesundheitskrisen wie Ebola-Ausbrüche Teile der Demokratischen Republik Kongo und verschärfen die ohnehin fragile humanitäre Lage.
Seit Jahrzehnten kämpfen in der Demokratischen Republik Kongo militante Gruppen um die Kontrolle über Rohstoffe wie Gold und Coltan, das unter anderem für Smartphones und Batterien benötigt wird. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden durch die Konflikte in der Region Millionen Menschen vertrieben. UN-Experten werfen Ruanda die Unterstützung der M23-Miliz vor; Ruanda weist diese Vorwürfe zurück.
Der von KIRCHE IN NOT herausgegebene Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ spricht von „brutalen Massakern“ und sieht die Demokratische Republik Kongo unter den Ländern, in denen schwere religiöse Verfolgung herrscht – obgleich rund 95 Prozent der Einwohner Christen sind.
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