„Rund 90 Prozent der Menschen in meiner Diözese leben in Armut. Trotzdem ist Petare zu einem Ausgangspunkt der Hilfe für die Überlebenden der Erdbebenkatastrophe geworden“, berichtet Bischof Juan Carlos Bravo Salazar gegenüber KIRCHE IN NOT. In seiner Diözese gab es keine Toten, allerdings wurden Wohngebäude sowie auch zahlreiche kirchliche Einrichtungen schwer beschädigt.
Besonders bewegt zeigte sich der Bischof von der Solidarität der Menschen in den Armenvierteln. „Die Großzügigkeit der Menschen ist überwältigend. Wir sehen Gottes Spuren in allem, was hier geschieht“, sagt Bravo. Ein Erlebnis habe ihn besonders beeindruckt: Zwei Schuhmacher brachten 50 Paar reparierte Schuhe zur Sammelstelle – als Spende für die Überlebenden der Erdbeben. Damit hätten sie auf einen großen Teil ihres Lohns verzichtet.
Neben der materiellen Hilfe begleitet die Kirche die Betroffenen auch seelsorglich. Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Familien bei, deren Angehörige unter den Trümmern begraben wurden; auch für die Helfern und das medizinische Personal sind sie da. „Wir dürfen uns nicht nur auf psychologische Hilfe beschränken. Wir müssen den Menschen auch geistlichen Beistand geben – nicht um das Leid zu verklären, sondern um es aus der Perspektive Jesu menschlich zu begleiten“, erklärt der Bischof.
Zum Schluss richtete Bischof Bravo einen besonderen Dank an alle Wohltäter und Spender: „Wir sind froh, dass wir auf Brüder und Schwestern zählen können, die uns die Hand reichen. Ich wünsche mir, dass KIRCHE IN NOT weiterhin eine Gemeinschaft bleibt, die Geschwisterlichkeit stiftet.“
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