„Die Gewalt, die sich anfangs gegen die Schiiten gerichtet hat, greift inzwischen auch auf Christen über“, erklärte der Erzbischof. Noch immer würden Dörfer angegriffen und Menschen seien gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Zugleich habe die Krise jedoch Erfahrungen ermöglicht, die viele überrascht hätten.
Zum Hintergrund: Die Angriffe gegen Stellungen der schiitischen Hisbollah im Südlibanon ziehen immer mehr auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft. Betroffen sind Muslime und Christen, da es in der Region einige christlich geprägte Dörfer gibt. Durch die Rolle der schiitischen Hisbollah im Konflikt begegnen sich die Bevölkerungsgruppen teilweise mit Misstrauen.
Rahmé zeigte sich besonders beeindruckt von der Geschichte einer vertriebenen muslimischen Familie. Sie habe große Sorge gehabt, wie sie von Christen aufgenommen würde. Ein Priester habe ihnen jedoch die Türen geöffnet und geholfen, ein neues Leben aufzubauen.
Einige Tage später habe der Priester gehört, wie die Tochter zu ihren Eltern sagte: „Es scheint, als seien die Christen freundlich und als würden sie uns wirklich mögen.“ Die Familie habe zuvor offenbar ein anderes Bild von Christen vermittelt bekommen. „Wenn Menschen in einem isolierten Umfeld aufwachsen, glauben sie letztlich jede Lüge, die ihnen erzählt wird“, sagte Rahmé.
Trotz der schwierigen Situation zeigte sich Rahmé hoffnungsvoll: „Ohne Jesus hätte ich die Situation, die der Libanon durchlebt, nicht durchgestanden. Ich habe großes Glück, denn ich habe Hoffnung.“
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