„Vor vielen Jahren beschloss ich, nach Al-Kfour zurückzukehren, um Zeugnis davon zu geben, dass Vergebung möglich ist. Doch der aktuelle Krieg zerstört nach und nach das Vertrauen. Das Zusammenleben wird immer schwieriger“, erklärte Semaan.
Trotz dieses Schicksals entschied sich Youssef Semaan, selbst Priester zu werden – und dort als Seelsorger zu wirken, wo sein Vater entführt wurde. Für ihn war das ein bewusstes Zeichen: Gewalt sollte nicht das letzte Wort behalten. Nun erlebt er erneut, wie der Krieg Menschen aus ihrer Heimat drängt – und das gewachsene Miteinander zerstört.
Der Südlibanon ist seit Beginn der Militäroffensive in Reaktion auf den islamistischen Terrorangriff in Israel erneut zur Kampfzone geworden. Ziel sind Hisbollah-Stellungen in der Region. Aber immer mehr geraten auch zivile Ziele ins Fadenkreuz. Betroffen sind auch die Christen, von denen es verhältnismäßig viele im Südlibanon gibt.
Auch Semaan selbst musste sein Dorf aus Sicherheitsgründen verlassen. In den vergangenen Monaten konnte er zweimal zurückkehren; mit den verbliebenen Familien hält er täglich über Nachrichten Kontakt.
Trotz allem hält der Priester an der Hoffnung fest: „Wir bewahren uns die Hoffnung. Aber Hoffnung allein reicht nicht aus. Sie muss sich auf konkrete Grundlagen stützen, die es uns ermöglichen, wieder aufzubauen und weiterzuleben.“ KIRCHE IN NOT unterstützt im Libanon weiterhin pastorale und humanitäre Hilfen für Gemeinden und Familien, die von Krieg und Vertreibung betroffen sind.
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