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Venezuela: Angehende Priester als Helfer in die Erdbebenregion entsandt

Venezuela: Angehende Priester als Helfer in die Erdbebenregion entsandt

20.07.2026 aktuelles
Auch Wochen nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela benötigen hunderttausende Menschen weiterhin dringend Hilfe. KIRCHE IN NOT hat umfangreiche Soforthilfen auf den Weg gebracht. Mit den Spenden werden unter anderem Priester und Seminaristen unterstützt, die den Betroffenen materielle und seelsorgliche Hilfe leisten. Viele von ihnen wurden aus anderen Landesteilen speziell in die Erdbebenregion geschickt.

 

So auch der Seminarist Germán Jiménez aus der Diözese Petare am Rande der Hauptstadt Caracas. Seit den ersten Stunden nach dem Doppel-Erdbeben vom 24. Juni engagiert er sich gemeinsam mit seinen Mitstudenten für die Menschen in den besonders schwer betroffenen Regionen Caracas und La Guaira.

„Wir haben das Erdbeben mit großer Angst, Nervosität und Furcht erlebt“, berichtet Jiménez. Als der Alarm auf seinem Mobiltelefon einging, habe er gerade in seinem Zimmer gelernt. Wenige Stunden später bot sich den Seminaristen ein erschütterndes Bild: beschädigte Kirchen, eingestürzte Wohnhäuser und Menschen, die unter den Trümmern nach Angehörigen suchten. Gemeinsam mit den diözesanen Hilfsorganisationen und den Pfarreien begannen sie sofort, Lebensmittel, Kleidung, Matratzen und Medikamente zu verteilen.

Priesterseminarist Germán Jiménez aus Petare.
Mindestens ebenso wichtig wie die materielle Hilfe sei jedoch die persönliche Begleitung der Menschen. „Dass die Menschen uns umarmen und bei uns Trost suchen, zeigt, dass es die Aufgabe der Kirche ist, bei den Menschen zu sein“, sagt der angehende Priester. Die Kirche müsse zuhören, Hoffnung schenken und den Menschen vermitteln, dass Gott sie auch inmitten des Leids nicht verlasse. „Die Mission besteht weniger im Tun als vielmehr im Da-Sein.“

 

Menschen suchen Umarmungen und Trost

Für Jiménez ist dieser Einsatz zugleich eine prägende Erfahrung für sein künftiges Priesteramt – er steht kurz vor der Weihe. Besonders ermutige ihn die biblische Erzählung von der Stillung des Sturms durch Jesus. „Christus ist mitten im Sturm bei uns“, ist der Seminarist überzeugt. Gleichzeitig habe die Katastrophe gezeigt, wie groß die Solidarität der Menschen sei: „Diese Tragödie hat uns erkennen lassen, dass wir Venezolaner eine einzige Familie sind. Die Ersten, die den Menschen zu Hilfe eilten, waren ihre Nachbarn. Diese spontane Solidarität ist ein Zeichen der Hoffnung für unser Land.“

Verteilung von Hilfsgütern in Caracas
Die Erfahrungen von Germán Jiménez stehen beispielhaft für den Einsatz vieler Seminaristen in Venezuela. Erzbischof Raúl Biord Castillo aus Caracas entsandte sie nach Abschluss des Studienjahres bewusst in die vom Erdbeben betroffenen Regionen. Bei einem Gottesdienst bezeichnete er diesen Dienst als unverzichtbaren Teil einer „gelebten Theologie“. Neben der akademischen Ausbildung brauche es die unmittelbare Begegnung mit den leidenden Menschen, um sich auf den priesterlichen Dienst vorzubereiten.

 

Delegation von KIRCHE IN NOT hat Venezuela besucht

KIRCHE IN NOT hat unmittelbar nach der Katastrophe eine Soforthilfe von 100.000 Euro für die besonders betroffenen Regionen Caracas und La Guaira bewilligt. Die Mittel dienen der Deckung der dringendsten Bedürfnisse sowie der Unterstützung von Priestern und Seminaristen, die den Menschen in den zerstörten Gemeinden beistehen. Inzwischen hat auch eine Delegation des Hilfswerks die Erdbebengebiete besucht, um gemeinsam mit der Ortskirche weitere Hilfsmaßnahmen vorzubereiten.

Zum Abschluss richtete der angehende Priester Germán Jiménez einen Dank an alle Spender und Wohltäter: „Venezuela leidet bereits seit langer Zeit unter vielen Schwierigkeiten. Gerade jetzt bitte ich darum, dass Frieden und Ruhe in unser Land einkehren und dass die Menschen Gottes Gegenwart in dieser schweren Zeit erfahren dürfen.“

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