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Venezuela nach den Erdbeben: „Die Lage ist apokalyptisch“ – KIRCHE IN NOT baut Hilfe aus

Venezuela nach den Erdbeben: „Die Lage ist apokalyptisch“ – KIRCHE IN NOT baut Hilfe aus

24.07.2026 aktuelles
Nach einem Besuch in den von den Erdbeben Ende Juni betroffenen Regionen Venezuelas hat die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, die Situation als „apokalyptisch“ bezeichnet. Das Hilfswerk unterstützt die Ortskirche bereits mit Soforthilfe und bereitet weitere langfristige Hilfsmaßnahmen vor.

 

„Ich hatte nicht mit einem solchen Ausmaß der Zerstörung gerechnet“, erklärte Lynch nach ihrer Rückkehr aus Venezuela. „Wenn man überall die Trümmerberge sieht, wie schwere Baumaschinen sich durch die Schuttmassen arbeiten und wie ganze Wohnblocks unbewohnbar geworden sind, dann ist das sehr bedrückend.“

Trotz der dramatischen Lage zeigte sich die Präsidentin tief beeindruckt vom Einsatz der Kirche vor Ort. „Man erkennt, wie gut die Kirche in Venezuela organisiert ist. Überall arbeiten Freiwillige mit großem Einsatz zusammen. Es war wie in einem Bienenstock“, berichtete sie nach dem Besuch einer kirchlichen Verteilstelle für Hilfsgüter.

Regina Lynch, Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT (ACN), in einer Verteilstelle für Hilfsgüter in Caracas.
Neben der materiellen Not begegnete die Delegation von KIRCHE IN NOT auch zahlreichen Menschen, die schwer traumatisiert sind. In einem katholischen Krankenhaus in La Guaira hatten Mitarbeiter selbst Angehörige und ihre Häuser verloren. Zwei Ärzte kamen bei der Katastrophe ums Leben. KIRCHE IN NOT sagte deshalb auch Unterstützung auch bei der psychologischen und seelsorglichen Begleitung der Betroffenen zu.

 

Hilfe auch für seelische Wunden

Besonders bewegte die Delegation die Begegnung mit der 31-jährigen Gismely. Sie überlebte den Sturz aus dem zwölften Stock eines Wohnhauses, verlor jedoch ein Bein. Dank der Begleitung einer Pfarrei-Ehrenamtlichen habe sie neuen Lebensmut gefunden. „Ich weiß, dass es ohne mein Bein nicht einfach sein wird, aber mein Leben ist mehr als das“, sagte sie.

Die Zahl der Todesopfer liegt nach staatlichen Angaben mittlerweile bei über 5000. Die Mitarbeiter von KIRCHE IN NOT hatten mit einem Pfarrer gesprochen, in dessen Gemeinde 80 Prozent der Mitglieder durch die Erdbeben getötet wurden.

Verteilung von Hilfsgütern in Caracas
Im Priesterseminar von La Guaira wurden mehrere Gebäudeteile zerstört. Bischof Pablo Modesto Gonzalez Perez und seine Seminaristen überlebten nur knapp. Dennoch richtet der Bischof den Blick nach vorn: „Wir sind hier, um dieses Land wieder aufzubauen. Ich glaube, dass dies derzeit eine der wichtigsten Aufgaben der Kirche ist.“

 

„Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“

Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des Ausmaßes der Katastrophe hatte KIRCHE IN NOT eine erste Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro auf den Weg gebracht. Mit den Mitteln werden derzeit Priester, Ordensschwestern und Ehrenamtliche unterstützt, die den Überlebenden beistehen und die pastorale sowie humanitäre Hilfe koordinieren. Gleichzeitig prüft das Hilfswerk weitere Projekte, darunter den Wiederaufbau kirchlicher Einrichtungen sowie Hilfen zur Traumabewältigung. „Zum Glück gibt es die Kirche in Venezuela“, bilanzierte Regina Lynch nach ihrer Reise.

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