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Irak: KIRCHE IN NOT begrüßt Regierungsvorhaben zur Rückkehr christlicher Familien

Irak: KIRCHE IN NOT begrüßt Regierungsvorhaben zur Rückkehr christlicher Familien

30.07.2026 aktuelles
KIRCHE IN NOT hat die Ankündigung der irakischen Regierung begrüßt, die Rückkehr christlicher Familien gezielt fördern zu wollen. Nach Angaben des seit Mai amtierenden irakischen Premierministers Ali al-Zaidi sollen Christen künftig unter anderem bevorzugt in ein staatliches Wohnbauprogramm aufgenommen werden.

 

„Wir freuen uns sehr über die Worte des Premierministers. Seine Botschaft entspricht der langjährigen Unterstützung unserer Wohltäter für die christliche Gemeinschaft im Irak“, erklärte Marco Mencaglia, Leiter der Projektabteilung von KIRCHE IN NOT (ACN) am Sitz des Hilfswerks in Königstein im Taunus.

Seit Jahrzehnten unterstützt KIRCHE IN NOT die Christen im Irak. Nach der Vertreibung durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Jahr 2014 finanzierte das Hilfswerk gemeinsam mit der Ortskirche den Wiederaufbau zerstörter Häuser in der Ninive-Ebene. Das als „Marshallplan“ bekannt gewordene Hilfsprogramm ermöglichte tausenden christlichen Familien die Rückkehr in ihre Heimat. Es war das bislang größte Hilfsprojekt in der fast 80-jährigen Geschichte von KIRCHE IN NOT.

Marco Mencaglia, Projektdirektor von KIRCHE IN NOT.
Darüber hinaus fördert das Hilfswerk bis heute den Wiederaufbau von Wohnhäusern, die Förderung kirchlicher Bildungsprojekte, die Ausbildung von Priestern sowie pastorale und soziale Hilfsprogramme. Ein weiteres Großprojekt ist die Hilfe für die Katholische Universität in Erbil, in der Angehörige verschiedener Religionen gemeinsam studieren.

 

Christen als „wesentlicher Teil der irakischen Gesellschaft“

„Dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT konnten tausende Menschen zurückkehren. Auch das Projekt der Katholischen Universität in Erbil trägt dazu bei, die christliche Präsenz im Land zu bewahren. Wir hoffen, dass die zusätzlichen Anreize der Regierung dazu beitragen werden, eine starke christliche Präsenz im Irak zu sichern“, sagte Mencaglia.

Premierminister al-Zaidi hatte Mitte Juli bei einem Treffen mit dem neu gewählten Patriarchen der chaldäischen Kirche, Paul III. Nona, die Rückkehr christlicher Familien zur „nationalen und staatlichen Priorität“ erklärt. Christen seien „ein aktiver Bestandteil, ein wesentlicher Teil der irakischen Gesellschaft“ und ein wichtiger Partner beim Aufbau des Landes.

Studenten der Katholischen Universität Erbil danken KIRCHE IN NOT für die erhaltenen Stipendien.
An dem Gespräch nahm auch der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, teil. Nach seinen Worten habe der Regierungschef die Kirche ausdrücklich ermutigt, sich weiterhin im Bildungs- und Gesundheitswesen einzubringen. Zugleich habe er Unternehmer aus der christlichen Diaspora aufgerufen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort zu investieren. Die Kirche habe diese Signale positiv aufgenommen.

 

Gemeinsam an einer besseren Zukunft des Landes mitwirken

Nach Angaben der Kirche betreiben die christlichen Konfessionen neben der Katholischen Universität Erbil derzeit 18 Schulen im Irak. Patriarch Paul III. Nona habe bei seinem Treffen mit dem Ministerpräsidenten die Bereitschaft der Kirche bekräftigt, gemeinsam an einer besseren Zukunft des Landes mitzuwirken.

Vor rund 25 Jahren lebten noch etwa 1,5 Millionen Christen im Irak. Heute sind es infolge von Krieg, Terror und Auswanderung weniger als 300 000. Besonders die Eroberung weiter Teile Nordiraks durch den sogenannten „Islamischen Staat“ im Jahr 2014 führte zu einer massiven Vertreibung der christlichen Bevölkerung.

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