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Christen im Irak haben sich gegenüber KIRCHE IN NOT sehr besorgt gezeigt angesichts der Pläne des irakischen Parlaments zu einer Justizreform. Demnach würden den 13 stimmberechtigten Mitgliedern des Bundesgerichtshofs künftig auch vier islamische Rechtsgelehrte angehören.

 

Alle Entscheidungen des höchsten irakischen Gerichts würden dann die Zustimmung von mindestens drei der islamischen Gelehrten erfordern.

Weihnachtsgottesdienst in einer Kirche in Karakosch im Norden Iraks.
„Das bedeutet voraussichtlich, dass das islamische Recht, die Scharia, immer Vorrang hat“, erklärte Professorin Muna Yako, christliche Aktivistin und Verfassungsexpertin, gegenüber KIRCHE IN NOT. Der Bundesgerichtshof ist mit dem deutschen Bundesverfassungsgericht vergleichbar: Er legt die Verfassung aus und befindet darüber, ob strittige Gesetze und Vorschriften verfassungsgemäß sind.

 

„Aktuell hoffe ich immer, dass bei einem verhandelten Fall am Bundesgerichtshof den Menschenrechten und der Demokratie Vorrang eingeräumt werden“, sagte Yako. „Wenn jedoch islamische Rechtsgelehrte im Gerichtshof Sitz und Stimme erhalten, haben wir keine Chance, dass diese Werte jemals wieder Priorität bekommen.“

Professorin Muna Yako, christliche Aktivistin und Rechtsexpertin aus dem Irak.
Es sei zu befürchten, dass sich der Irak in eine islamische Theokratie verwandle, in dem die Scharia über den staatlichen Gesetzen stehe, so Yako: „Alle Gesetze werden dann auf der Religion basieren – zum Beispiel bezüglich Kleidung und Alkohol.“

 

Religiöse Minderheiten als Bürger zweiter Klasse

Schon jetzt würden religiöse Minderheiten als Bürger zweiter Klasse behandelt, obwohl sie seit Jahrhunderten zur irakischen Gesellschaft gehören. So verbieten die aktuellen Gesetze, dass Muslime zum Christentum konvertieren – umgekehrt sei dies jedoch erlaubt. Ebenso dürfen christliche Männer keine muslimische Frau heiraten, ohne zum Islam zu konvertieren.

Louis Raphael Kardinal Sako (Zweiter von links), Patriarch der chaldäisch-katholischen Kirche, zusammen mit Geistlichen und jungen Christen in Mossul (Foto: Mr. Fadi).
„Das ist eine verfassungswidrige Diskriminierung“, stellte Yako fest. Alle Versuche, daran etwas zu ändern, würden durch den Einfluss islamischer Richter am Bundesgerichtshof zunichtegemacht.

 

„Eine verfassungswidrige Diskriminierung“

So sieht dies offenbar auch der ranghöchste irakische Geistliche, Louis Raphael Kardinal Sako, Oberhaupt der chaldäisch-katholischen Kirche. In einem Brief an den Parlamentspräsidenten zeigte er sich verwundert darüber, dass die Gesetzesänderung ausgerechnet „nach all dem Leid, das wir Christen durch Terror, Vertreibung, Plünderung, Mord und Raub unseres Eigentums erlitten haben“, vorgeschlagen werde.

Übersicht über zerstörte, beschädigte und abgebrannte Wohngebäude in der Ninive-Ebene.
Die Justizreform gefährde die Zukunft der Christen im Irak, indem das islamische Recht auch auf sie angewendet würde, zum Beispiel in Erbschaftsangelegenheiten.

 

Sollten Parlament und Regierung das neue Justizgesetz annehmen, erklärte Rechtsexpertin Muna Yako gegenüber KIRCHE IN NOT, habe sie „keine Hoffnung mehr“ für Christen, Jesiden und andere religiöse Minderheiten im Irak: „Ich befürchte, dass dann noch mehr Christen den Irak verlassen. Wir werden dann nur noch Geschichte sein.“

Am 6. August 2014 eroberten und zerstörten Einheiten des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) die christlichen Ortschaften in der irakischen Ninive-Ebene. Etwa 120 000 Christen mussten über Nacht fliehen. Viele von ihnen fanden Zuflucht in und um Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan.

 

In den folgenden drei Jahren war Erzbischof Bashar Warda, der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, für viele Vertriebene die wichtigste Anlaufstelle. Er organisierte zusammen mit KIRCHE IN NOT zahlreiche Hilfen: von der Unterbringung über die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten, bis hin zu Schulen für Flüchtlingskinder.

August 2014: Tausende geflüchtete Menschen kampieren unter freiem Himmel in Erbil (Foto: ankawa.com).
Als ab Herbst 2016 die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten die Ninive-Ebene zurückerobern konnten, kehrten zahlreiche vertriebene Christen in ihre Heimatorte zurück – auch wenn dort oftmals nur noch Ruinen standen. Zusammen mit den Ortskirchen unterstützt KIRCHE IN NOT den Wiederaufbau tatkräftig.

 

Zum fünften Jahrestag der IS-Invasion in der Ninive-Ebene sprach Maria Lozano von KIRCHE IN NOT International mit Erzbischof Warda über die damaligen Ereignisse und die anhaltenden Folgen für die Christen im Irak und im ganzen Nahen Osten.

Zerstörte Stadt im Irak.
MARIA LOZANO: Fünf Jahre sind seit den IS-Eroberungen und der dadurch ausgelösten Flüchtlingswelle vergangen. Was sind Ihre Erfahrungen aus dieser leidvollen Zeit?


ERZBISCHOF BASHAR WARDA: Wir stehen nach wie vor in einem existenziellen Kampf. Die unmittelbare Ursache ist der Angriff des IS am 6. August 2014. In einer einzigen Nacht verloren die Christen im Irak Unterkunft, Arbeit und Eigentum, Kirchen und Klöster.

Unsere Unterdrücker beraubten uns unserer Gegenwart, als sie versuchten, unsere Geschichte auszulöschen und unsere Zukunft zu zerstören. Dies war eine außergewöhnliche, aber keine einmalige Situation. Sie gehört zu den seit mehr als 1400 Jahren immer wiederkehrenden Gewaltwellen im Nahen Osten.

Baschar Warda, chaldäischer Erzbischof von Erbil/Irak.
War die IS-Invasion also nur die Spitze des Eisbergs?
Mit jeder weiteren Welle der Gewalt ist die Zahl der Christen zurückgegangen, bis heute. Wir Christen im Irak sind vom Aussterben bedroht. Was wird dann die Weltöffentlichkeit sagen? Dass wir durch eine Naturkatastrophe oder durch langsame Auswanderung ausgelöscht wurden? Dass die IS-Angriffe unerwartet kamen und uns überrascht haben?

 

Oder wird womöglich nach unserem Verschwinden die Wahrheit ans Licht kommen: dass wir im Laufe von 1400 Jahren beharrlich und stetig durch ein Glaubenssystem beseitigt worden sind, das regelmäßige und wiederkehrende Gewaltwellen gegen uns zugelassen hat?

- Baschar Warda, chaldäischer Erzbischof von Erbil/Irak.
Aber hat es in den 1400 Jahren Unterdrückung, von denen Sie sprechen, nicht auch Zeiten der Toleranz gegeben?
Es gab Zeiten relativer Toleranz. Das arabische Goldene Zeitalter wurde auf der Grundlage chaldäischer und syrischer Gelehrsamkeit errichtet. Es war christliche Gelehrsamkeit. Es hatte sich ein Stil des akademischen Dialogs entwickelt, der nur möglich war, weil eine Reihe von Kalifen Minderheiten tolerierte.

 

1400 Jahre Unterdrückung

Aber diese Augenblicke der Toleranz waren und sind eine einseitige Erfahrung. Es war und ist keine Frage der Gleichstellung. Wir Christen sollen nicht als Gleichgestellte behandelt werden; wir sollen nur toleriert oder nicht toleriert werden, je nachdem wie sehr die Herrschenden der Lehre des Dschihad folgen. Ja, die Wurzel all dessen ist die Lehre des Dschihad, die zur Rechtfertigung für Gewaltakte herangezogen wird.

Übersicht über zerstörte, beschädigte und abgebrannte Wohngebäude in der Ninive-Ebene.
Nach der Rückeroberung kehren viele irakische Christen in ihre Dörfer zurück. Wird die Lage besser?
Es gibt immer noch extremistische Gruppen, die immer größer werden, und die behaupten, das Töten von Christen und Jesiden trage zur Verbreitung des Islam bei. Das ist jedoch noch nicht alles. Nach der Verfassung des Irak sind wir zweitklassige Bürger. Wir sind denen ausgeliefert, die sich uns gegenüber überlegen erklären. Unser Menschsein gibt uns keine Rechte.

 

Christen sind im Irak Bürger zweiter Klasse

Manche sagen, die Brutalität und Gewalt des IS habe auch die islamische Welt verändert. Was meinen Sie?
Der IS hat eindeutig das Bewusstsein der Welt erschüttert, auch der islamischen Welt. Die Frage ist nun, ob der Islam eine politische Richtung bleibt, in der die Scharia die Grundlage des Zivilrechts ist und in der fast alle Aspekte des Lebens der Religion untergeordnet sind oder ob sich eine zivilisiertere und tolerantere Bewegung entwickeln wird.

Mit der Niederlage des IS ist die Idee einer Wiederherstellung des Kalifats nicht untergegangen. Diese Idee ist wiederaufgetaucht und heute in den Köpfen der muslimischen Welt fest verankert.

Prozession von Christen, die wieder in ihre Heimatstadt Karakosch zurückgekehrt sind.
Wie wird der Westen Ihrer Meinung nach darauf reagieren?
Darauf wüssten die religiösen Minderheiten im Nahen Osten nur zu gerne die Antwort. Wenn die nächste Welle der Gewalt auf uns zukommt, wird dann jemand an den westlichen Universitäten Demonstrationen organisieren und Transparente tragen, auf denen steht: „Wir sind alle Christen“? Ich spreche von der nächsten Welle der Gewalt, denn diese ist das zwangsläufige Ergebnis eines Regierungssystems, das Ungleichheit predigt und Verfolgung rechtfertigt.

 

Ein Regierungssystem, das Verfolgung rechtfertigt

Was könnte ein Ausweg aus diesem Dilemma sein?
Der Wandel muss durch eine bewusste Arbeit in der muslimischen Welt selbst herbeigeführt werden. Wir sehen kleine Anfänge davon, vielleicht in Ägypten, Jordanien, Asien, sogar Saudi-Arabien. Es bleibt sicherlich abzuwarten, ob dies wirklich aufrichtig ist.

Langsam kommt die Normalität zurück: Ein kleiner Laden in Karakosch.
Was fordern Sie von der westlichen Politik?
Wir fordern gemeinsame Anstrengungen, um die Gleichbehandlung aller Minderheiten im Irak und anderswo zu gewährleisten. Die Rolle, die christliche Gemeinschaften in islamischen Gesellschaften spielen oder gespielt haben, ist unterschätzt worden.

 

Zu verstehen, was im Irak geschehen ist, bedeutet, sich ehrlich vor Augen zu halten, was der Zweck einer christlichen und was der Zweck einer islamischen Rechts- und Gesellschaftsordnung ist – und was es bedeutet, wenn beide aufeinanderprallen. Ich verstehe, dass es sich um ein unbequemes Thema handelt. Aber für irakische Christen ist dies keine abstrakte Angelegenheit.

- Baschar Warda, chaldäischer Erzbischof von Erbil/Irak.
Ihre Zukunftsperspektive für die Christen im Irak ist sehr düster …
Seien wir ehrlich: In den Jahren bis 2003 gab es hier bis zu eineinhalb Millionen Gläubige, das waren sechs Prozent der irakischen Bevölkerung. Heute sind vielleicht nur noch 250 000 Christen übrig, vielleicht weniger. Und diejenigen von uns, die übrig sind, müssen auf das Martyrium gefasst sein.

 

Wir werden auf unserem Weg zum Aussterben nicht schweigend weitermachen. Dann kann, wenn wir eines Tages verschwunden sein sollten, niemand sagen: Wie konnte das geschehen? Die Gewalt und Diskriminierung von Unschuldigen muss ein Ende haben. Diejenigen, die sie predigen, müssen damit aufhören. Wir Christen im Irak sind bereit, Zeugnis abzulegen, ganz gleich welche Folgen das hat.

KIRCHE IN NOT hat im Rahmen seines Wiederaufbauprogramms für die vor allem von Christen bewohnten Ortschaften in der irakischen Ninive-Ebene begonnen, weitere Häuser für 41 Familien in der Stadt Bartella wieder zu errichten. Bartella liegt 23 Kilometer östlich von Mossul.

 

Über 200 Personen profitieren von diesem Projekt. Es ist die neueste Maßnahme im Aufbauprogramm von KIRCHE IN NOT. Unser Hilfswerk hat bereits die Renovierung von mehr als 2000 Häusern in der Region unterstützt.

Vor der Invasion des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) im Jahr 2014 war Bartella eine Stadt mit etwa 17 500 Einwohnern, die meisten von ihnen syrisch-orthodoxer oder syrisch-katholischer Konfession.

KIRCHE IN NOT errichtet weitere Häuser für über 40 Familien in Bartella. Das Foto entstand nach dem Wortgottesdienst in einer Kirche in Bartella, bei der jede Familie einen kleinen Olivenbaum erhalten hatte. Er soll als ein Zeichen der Hoffnung wachsen. Dr. Andrzej Halemba (5. v. r.) war als Vertreter von KIRCHE IN NOT vor Ort.
Die Menschen flüchteten in den kurdischen Teil des Irak, von dort gingen viele ins Ausland. Während dieser Zeit stellte KIRCHE IN NOT Lebensmittel, Unterkunft, Medikamente und Schulunterricht für die vertriebenen Christen bereit.

 

Wohnhäuser und Kirchen geplündert und niedergebrannt

Als die Bewohner nach der Befreiung der Stadt im Jahr 2016 zurückkehrten, fanden sie ihre Wohnhäuser beschädigt, geplündert und niedergebrannt vor. So wollten die IS-Einheiten verhindern, dass die Christen wieder zurückkehren. Weitere Häuser wurden während der Befreiung durch Luftangriffe zerstört.

Auch die Kirchen hatten die Terroreinheiten geplündert und die sakralen Gegenstände beschädigt. An einer Kirchenwand prangte die schwarze IS-Fahne.

Die syrisch-orthodoxe Kirche in Bartella. Sie wurde von IS-Kämpfern beschädigt, konnte aber mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT renoviert werden.
KIRCHE IN NOT hatte 2017 mit Vertretern der lokalen Kirchen ein Wiederaufbaukomitee für die Ninive-Ebene gegründet, um die christliche Präsenz in der Region zu stärken. Zuvor hatten Freiwillige die Schäden in den Ortschaften dokumentiert.

 

Wiederaufbau in der Ninive-Ebene geht voran

Aktuell sind bereits gut die Hälfte der Häuser renoviert und ebenfalls die Hälfte der vertriebenen Christen zurückgekehrt. Das erhoffen die Akteure nun auch für Bartella: Am 5. Juni 2019 wurde in einem feierlichen Wortgottesdienst der Wiederaufbau dieser Stadt eingeläutet.

So sah der Innenraum der syrisch-orthodoxen Kirche in Bartella aus, nachdem der IS dort geplündert und gebrandschatzt hatte.
Dr. Andrzej Halemba, Sektionsleiter für den Nahen Osten bei KIRCHE IN NOT, verglich in seiner Ansprache die irakischen Christen mit den Familien des Alten Testaments nach dem Babylonischen Exil. Deren Aufgabe sei es gewesen, Jerusalem nach seiner Zerstörung wiederaufzubauen.

 

Olivenzweige als Zeichen der Hoffnung

Anschließend segneten die Geistlichen Olivenbäume und verteilten einen an jede Familie. Die Olivenzweige symbolisieren die Hoffnung auf Frieden nach den vielen Jahren des Krieges – und dass diese Bäume, die in den Gärten der Familien gepflanzt werden, reiche Früchte tragen.

Der 6. August 2014 markiert für hunderttausende Christen im Irak eine Zeitenwende: In der Nacht vom 6. August rückten die Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) unaufhaltsam gegen ihre Städte und Dörfer in der Ninive-Ebene vor.

In Panik flohen ihre Bewohner, fanden Unterschlupf im kurdischen Teil des Irak, gingen ins Ausland. Die Stadt Mossul wurde weltweit zum Inbegriff des IS-Terrors. Das „christliche Herz“ des Irak hatte aufgehört zu schlagen.

Juli 2018: Was damals niemand für möglich gehalten hätte, ist heute Wirklichkeit: In die Trümmer kommt wieder Leben. Nach dem militärischen Sieg über den IS, werden in der Ninive-Ebene jetzt mit Putz und Ziegelsteinen Siege über den IS errungen.
Langsam kommt die Normalität zurück: Ein kleiner Laden in Karakosch.
Ein wiedereröffneter Obstladen in Karakosch.
Amjeed Tareq Hano arbeitet im Büro des Ninive-Wiederaufbaukomitees mit.
Nicht überall gibt es bereits fließendes Wasser. Daher fahren Lkws mit Wassertanks durch die Straßen, um die Menschen zu versorgen.
Zerstörte Häuser in Karakosch.

Im „Niniveh Reconstruction Comitee“ (Ninive-Wiederaufbaukomitee) in Karakosch, einer Kleinstadt 32 Kilometer südöstlich von Mossul, laufen die Fäden für den Wiederaufbau zusammen. Ins Leben gerufen hat dieses Wiederaufbaukomitee KIRCHE IN NOT zusammen mit verschiedenen christlichen Kirchen vor Ort.

Tiefe Wunden in den Herzen

Der finanzielle wie logistische Aufwand sind enorm: Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau werden auf rund 250 Millionen US-Dollar geschätzt. Der Grad der Zerstörungen ist hoch. Noch tiefer sind die Wunden in den Herzen der Bewohner.

„Als ich März 2017 zum ersten Mal nach der Befreiung wieder nach Karakosch kam, habe ich geweint, als ich die Verwüstungen sah“, erzählt Sabah Zakari. Der 60-Jährige leitet ein Team von 70 Ingenieuren, um den Wiederaufbau technisch zu koordinieren.

Es geht nicht nur darum, die Verwüstungen, die der IS hinterlassen hat, jeden Tag ein wenig mehr vergessen zu machen. Es geht vor allem darum, die Lebensgrundlagen für die Christen im Irak wiederherzustellen.

„Häuser sind nicht alles, aber ohne bewohnbare Häuser ist alles nichts“, gibt Zakari zu bedenken. Genauso wichtig sei es, Sicherheit für die Bewohner zu gewährleisten oder Arbeitsplätze zu schaffen. Aber das alles hängt damit zusammen, wie schnell der Wiederaufbau vorankommt.

Sicherheit gewährleisten, Arbeitsplätze schaffen

Und das tut er: Mitte Juli waren bereits über ein Drittel der beschädigten Häuser wieder instand gesetzt und über 40 Prozent der vertriebenen Christen wieder zurückgekehrt. „Die Mühen sind nicht umsonst“, ist Zakari überzeugt. „Es ist eine so große Freude zu erleben, wie immer mehr Leben in unsere Heimat zurückkehrt.“

Tatsächlich ist Karakosch – einst die größte christliche Stadt des Irak mit 50 000 Einwohnern – heute wieder pulsierendes Zentrum der Region: Läden haben wieder geöffnet; Händler bieten Fleisch, Gemüse und Haushaltswaren an. Autos und Fußgänger kämpfen um Vorfahrt.

Viele Menschen packen beim Wiederaufbau an, andere haben schon wieder kleinere Anstellungen gefunden. Auch in die Cafés kehrt Leben zurück: Männer spielen dort Karten oder Brettspiele. Vor kurzem hat sogar ein italienisches Restaurant geöffnet. „Die Normalität ist zu 80 Prozent wieder zurück“, sagt Zakari freudig.

Ingenieur Sabah Zakari zeigt Wiederaufbaupläne.
„Die Normalität ist zu 80 Prozent wieder zurück“

Sicher: Die Straßen sind noch übersät mit Schlaglöchern. Staatliche Hilfe gibt es so gut wie keine. Die Bewohner sind auf sich allein gestellt. Doch der Zusammenhalt ist groß: Den Ingenieuren im Wiederaufbauzentrum stehen zum Beispiel eine Gruppe junger Leute zur Seite.

Einer von ihnen ist Amjeed Tareq Hano, 28 Jahre alt. Gut gelaunt sitzt er in seinem Büro – trotz oder gerade wegen der hohen Aktenstapel auf dem Schreibtisch. „Das sind die Hilfsanträge von privaten Eigentümern, die ihre Häuser wiederaufbauen möchten“, erklärt Amjeed.

Die Unterstützung hänge davon, wie schwer die Gebäude beschädigt sind – und von zwei Bedingungen: „Die Besitzer müssen selbst im Haus wohnen und bei der Renovierung mit anpacken. So sparen wir Kosten und können mehr Menschen helfen.“

Alle müssen mit anpacken

Der junge Mann hat sich bereits ehrenamtlich engagiert, als er selbst noch Flüchtling in Ankawa war, einem Stadtteil der kurdischen Hauptstadt Erbil. Der gelernte Krankenpfleger arbeitete in den Notarztpraxen mit, die für die Vertriebenen eingerichtet worden waren.

„Ohne die Unterstützung der Kirche hätten wir damals nicht überleben können“, ist Amjeed überzeugt. „Und so ist es auch jetzt noch: Würde KIRCHE IN NOT nicht helfen, ginge hier nichts voran.“

Dass er mit seinen Eltern und fünf Geschwistern im August 2017 wieder in die Ninive-Ebene zurückgekehrt ist, bereut Amjeed nicht – auch wenn der Alltag sehr schwer sei.

Wasser vor dem Genuss abkochen

Das beginne schon bei der Wasserversorgung. Da es keine funktionierenden Leitungen mehr gibt, muss es aus Tanks abgefüllt werden. Das Wasser riecht penetrant nach Chlor. „Wir müssen es erst abkochen, ehe wir es trinken können“, erklärt Amjeed.

Ebenso schwierig sei es mit dem Strom. Die Versorgung wird durch Generatoren aufrechterhalten. Diese sind jedoch störanfällig. Manchmal gebe es einen halben Tag lang keinen Strom.

Doch all diese Widrigkeiten können Amjeed nicht entmutigen: „Natürlich ist es nach wie vor schwierig und unsicher, im Irak zu leben. Aber Heimat ist Heimat.“ Viele Freunde und Verwandte des jungen Mannes versuchen ihr Glück im Ausland, vor allem in Australien.

Viele haben den Irak verlassen

Dort gibt es eine große Auslandsgemeinde irakischer Christen. „Ich vermisse sie sehr. Sie fehlen hier im Irak.“ Schon oft hätten ihn Freunde aufgefordert, es ihnen gleich zu tun und den Irak ebenfalls zu verlassen. Doch das kommt für Amjeed nicht infrage: „Mit Gottes Hilfe will ich mein Leben in meiner Heimat, dem Irak, verbringen. Ich danke allen, die das möglich machen.“

In der irakischen Ninive-Ebene sind vor dem Osterfest über 42 Prozent der christlichen Bewohner in ihre Heimatorte zurückgekehrt. Nach Angaben des Fachreferenten für den Nahen Osten von KIRCHE IN NOT, Dr. Andrzej Halemba, sind allerdings erst knapp 3000 zerstörte Häuser wiederhergestellt, das ist etwa ein Viertel.

„Manche Gebäude sind nur notdürftig repariert“, erläuterte Halemba. „Die Situation der Menschen ist sehr schwer: Die Terroreinheiten des ,Islamischen Staatesʼ sind zwar zurückgedrängt, aber ihre Ideologie ist unter manchen Irakern noch immer lebendig.“
Die ganze Familie packt mit an, damit das Haus bald wieder bewohnbar ist (Foto: Jaco Klamer/KIRCHE IN NOT).
Salar Boudagh, Generalvikar der chaldäisch-katholischen Diözese Alkosch/Irak.
Gruppenfoto mit dem Wiederaufbau-Komitee mit den ersten Rückkehrern in die Ninive-Ebene.
Blick auf den zerstörten Ortskern von Batnaya in der Ninive-Ebene.
Christliche Rückkehrer in die Ninive-Ebene.

Auch die politische Situation in der benachbarten Kurdenregion im Nordirak und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in ihrer Heimat führten dazu, dass viele Christen „auf gepackten Koffern“ säßen, so Halemba: „Wenn wir diese erste Gruppe der Rückkehrer jetzt nicht tatkräftig unterstützen, werden sie möglicherweise ihre Orte und ihr Land ganz verlassen.“

Einer der ersten Rückkehrer ist der Priester Salar Boudagh Kajo. Er ist Generalvikar des chaldäisch-katholischen Bistums Alkosch und arbeitet im Wiederaufbau-Komitee für die Ninive-Ebene. KIRCHE IN NOT hat es zusammen mit lokalen Vertretern der katholischen und orthodoxen Kirche ins Leben gerufen.

Noch immer fühle er „tiefen Schmerz“, wenn er daran zurückdenke, als er nach drei Jahren der Flucht seine Heimat wieder betrat, sagte Kajo im Gespräch mit KIRCHE IN NOT.

Verbrannte Bibeln und liturgische Bücher

„Ich kam mit einer Gruppe Jugendlicher in Batnaya (25 Kilometer nördlich von Mossul; Anm. d. Red.) an. Ich besuchte als erstes die Kirche und sah, dass alles zerstört war. Bibeln und liturgische Bücher lagen verbrannt auf dem Boden.“ Kurz vor ihrem Rückzug hätten die IS-Kämpfer ihre Wut besonders an den Gotteshäusern ausgelassen, sagte Kajo. Nach der Kirche habe die Gruppe der Rückkehrer die zerstörten Privathäuser in Augenschein genommen: „Aber wir kamen nicht weit, weil das Dorf voller Minen war.“

Wehmütig erinnerte sich der Priester, wieviel Aufwand die Christen in den Jahren zuvor in den Unterhalt ihrer Kirchen und Häuser gesteckt hatten. „Aber ich sagte mir: ,Danke, Herr, wir konnten zwar die Bausubstanz nicht erhalten, dafür aber den Glauben der Menschen.ʼ“ Dieser Glaube habe sich in all den Schwierigkeiten bewährt, als die Christen sich rund drei Jahre in der Autonomen Region Kurdistan mit ihrer Hauptstadt Erbil aufgehalten hätten.

KIRCHE IN NOT hatte dort geholfen, Unterbringung, Versorgung und Schulbildung der Vertriebenen zu organisieren. Diese Unterstützung geht nach wie vor weiter, denn noch immer halten sich Zehntausende geflüchtete Christen im Nordirak auf. Heute zeige sich der Glaube der irakischen Christen vor allem durch Verzeihung und dem Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben, ist der Generalvikar überzeugt.

„Nachdem die Christen wieder in der Ninive-Ebene zurück waren, sind viele zu ihren muslimischen Nachbarn gegangen. Sie sagten ihnen, dass sie sich wünschten, wieder in Frieden mit ihnen zusammenzuleben. Rein menschlich ist das unmöglich, in der Logik des Glaubens schon.“

Wichtig sei, dass jetzt nach und nach alle vertriebenen Christen in ihre Heimat zurückkehren könnten, sonst setze der Exodus sich fort. Denn 2003 lebten noch 1,3 Millionen Christen im Irak. Heute sind es nach Erhebungen von KIRCHE IN NOT noch etwa 250 000.

„Die Regierung bietet keinerlei Hilfe an“

„Die Kirche ist die einzige Institution, die mit den irakischen Christen und den anderen Minderheiten zusammenarbeitet“, erklärte Kajo. „Die Regierung bietet keinerlei Hilfe an.“ KIRCHE IN NOT stellt deshalb im Rahmen des „Marshall-Plans für die Ninive-Ebene“ aktuell erneut fünf Millionen US-Dollar zur Verfügung. Damit ist der Wiederaufbau von 2000 weiteren Häusern gesichert.

So soll die Zeit überbrückt werden, bis noch mehr Akteure in den Wiederaufbau einstiegen „und endlich die Bedürftigkeit und Bedrohung der christlichen Rückkehrer erkennen“, sagte Nahost-Referent Halemba. Ziel sei es, rund 6000 Häuser wiederaufzubauen.

Christen als Friedensstifter im Nahen Osten

„Dann wäre zumindest jedes zweite Haus wieder bewohnbar und noch mehr Christen könnten zurückkommen. Andernfalls würde der Rückkehrprozess sich verlangsamen oder ganz stoppen“, erklärte Halemba.

Für Salar Boudagh Kajo gibt es keinen Zweifel, worin der Auftrag für ihn und seine Glaubensgeschwister besteht: „Es ist wichtig, dass weiterhin Christen im Irak leben. Sie haben eine moralische Verantwortung, Frieden zu schließen und die Herzen ihrer Mitbürger zu wandeln. Sie fühlen sich im Nahen Osten als Friedensstifter.“

Helfen Sie den Christen im Irak

Um den Wiederaufbau von Kirchen, Häusern, christlichen Ortschaften im Irak weiter voranzubringen und die Versorgung der Vertriebenen aufrechterhalten zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden

Erzählt Nadia Younis Butti von ihrem Elternhaus in Mossul, spricht sie zuerst von den Zitronen-, Orangen- und Feigenbäumen. Sie wuchsen üppig im riesigen Garten. Ihre Eltern, syrisch-orthodoxe Christen, hatten Haus und Grund liebevoll gepflegt. Nadias Lieblingsplatz war der Schaukelstuhl im Garten – so konnte sie sich an der blühenden Pracht erfreuen.

Doch am 17. Juli 2014 begann die Vertreibung aus dem Paradies: Die Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) hatten Mossul besetzt. Nadia erzählt: „Wehen Herzens bin ich weggegangen“ – nach Erbil, wie über hunderttausend andere Christen aus Mossul und der angrenzenden Ninive-Ebene.

Seit Sommer 2017 ist ihre Heimatstadt aus den Fängen der Islamisten befreit. Nadia ist zurückgekehrt – trotz der Gefahr, die noch überall präsent ist. „Ich habe gerade mit einem Polizisten gesprochen. Ein Kollege von ihm wurde diese Woche erschossen. Solche Morde passieren hier immer noch ständig“, sagt Nadia und seufzt.
Beschädigtes Kreuz des St.-Georg-Klosters in Mossul (Foto: Jaco Klamer/KIRCHE IN NOT).
Kinder spielen in der Heilig-Geist-Kirche in Mossul (Jaco Klamer/KIRCHE IN NOT).
Die Kirche Mor Afraim in Mossul, die vom IS zerstört wurde (Foto: Jaco Klamer/KIRCHE IN NOT).
Im Kreuzgang des St.-Georg-Klosters in Mossul (Foto: Jaco Klamer/KIRCHE IN NOT).
Nadia Younis Butti besucht ihre zerstörte Pfarrkirche in Mossul.
Nadia Younis Butti und ihr Bekannter besuchen das zerstörte St.-Georg-Kloster in Mossul (Foto: Jaco Kamer/KIRCHE IN NOT).
Weihnachten 2017: Der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako zelebrierte an den Weihnachtstagen die erste heilige Messe in Mossul seit 2014, als der IS die Stadt erobert hatte.
Wiederaufbau in der Ninive-Ebene.

Der Grund: Viele Bewohner Mossuls hätten drei Jahre lange mit dem IS kollaboriert, vor allem die sunnitischen Muslime – denn auch der IS setzt sich aus Sunniten zusammen. „Die Befreiung Mossuls geschah durch die irakische Armee, die wiederum von zahlreichen schiitischen Muslimen aus dem Iran unterstützt wird.“

„Großes Misstrauen herrscht unter den Menschen”

Die Rivalität der beiden islamischen Glaubensrichtungen führe immer wieder zu Gewalt. „In Mossul begegnen die Menschen einander mit großem Misstrauen. Sie sehen sich nicht als Verbündete.“ Und zwischen allen Stühlen: die Christen.

„Der Islamische Staat wird immer im Irak bleiben.“ Diese Worte, von unbekannter Hand auf eine Mauer gesprüht, stechen Nadia sofort ins Auge, als sie zum ersten Mal nach der Rückkehr die Klosteranlage St. Georg (Mar Gurguis) betrachtet – oder was davon noch übrig ist. Es wurde von den islamistischen Truppen schwer zerstört.

Einst war die Klosteranlage aus dem 17. Jahrhundert ein geistliches Zentrum für die Christen der Stadt. „Immer im Sommer und im Herbst fanden hier große Treffen statt“, erinnert sich Nadia. „Wir durften im Kloster übernachten und es gab neben den Gottesdiensten auch viele weitere Angebote. Ich denke voller Freude an diese sorglose Zeit zurück.“

„Das St.-Georg-Kloster war Teil unserer Identität”

Auch Nadias Bekannter Yohanna Youssef Towaya, der sie heute begleitet, teilt ihre positiven Erinnerungen: „Einst konnten sich die Christen frei in diesem Kloster versammeln. Dieser Ort war Teil unserer Identität“. Yohanna arbeitete als Professor an der Universität von Mossul, später in Karakosch.

Schweigend sehen er und Nadia sich die zusammengeschossene Kuppel von St. Georg an. Sie gehen durch die Gänge des Klosters, welche die einstige Pracht nur noch erahnen lassen. Marmorplatten sind von Wänden, Boden und Bögen gerissen.

Selbst vor dem Altar der Kirche machten die IS-Kämpfer nicht Halt: Er wurde dem Erdboden gleichgemacht. Auch Gräber und Grabsteine wurden verwüstet. In einer Nische steht eine Heiligenstatue: Sie ist enthauptet. Auf einer anderen Wand des Gotteshauses ist ein Pfeil aufgemalt. Er zeigt Richtung Mekka, diente so den Islamisten zur Orientierung für ihre Gebete. Nahe beim Eingang finden Nadia und Yohanna verwitterte Gebetbücher. Yohanna schlägt auf und rezitiert ein bekanntes Morgengebet der chaldäisch-katholischen Kirche:

Gebet in einem verlassenen Kloster

„Unser Herr und Gott, wir bitten dich um Erlösung der Unterdrückten, Befreiung der Gefangenen, Genesung der Verwundeten … Rückkehr der weit Entfernten, … Hilfe für die Bedürftigen. Handle in Deiner Güte und Barmherzigkeit jetzt und allezeit und in Ewigkeit.“ „Amen“, flüstert Nadia in dem leeren Kloster, in dem drei Jahre lang kein Gebet mehr zu hören war.

Endlich wieder Weihnachten in der Heimat feiern: Der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako zelebrierte an den Weihnachtstagen die erste heilige Messe in Mossul seit 2014, als der IS die Stadt erobert hatte.

Weihnachten 2017: Der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako zelebrierte an den Weihnachtstagen die erste heilige Messe in Mossul seit 2014, als der IS die Stadt erobert hatte. Ob in der Kirche jemals wieder die Liturgie der Mönche gefeiert wird, ist unsicher: „Die Mönche haben Zuflucht in Alkosch in der Ninive-Ebene gefunden. Dort hat der Überlieferung nach der alttestamentliche Prophet Nahum seine Weissagungen zur Zerstörung der Stadt Ninive niedergeschrieben.“

Khalil Hasan Mahammad hat mit seiner Familie Unterschlupf in der Heilig-Geist-Kirche gefunden. Er darf noch nicht in sein Heimatdorf zurückkehren (Foto: Jaco Klamer/KIRCHE IN NOT).
„Ich habe mein Haus nicht wiedererkannt”

Durch das zerstörte Mossul geht es weiter zu Nadias Elternhaus. Sie schluckt, als sie den Vorgarten betritt. Die Bäume sind verkümmert, die Rosensträucher eingegangen. Sie habe ihr Haus nicht mehr wiedererkannt, als sie es im Sommer 2017 mit ihrer Mutter zum ersten Mal wieder in Augenschein nahm, erzählt Nadia.

„Unser Hab und Gut lag überall herum. Alles war voller Staub. Die Fenster eingedrückt. Ein wunderschönes Gemälde mit Maria, Josef und dem Jesuskind, das im Wohnzimmer hing, lag zerstört im Dreck.“

Nadia ist das Haus zu groß – und es hängen zu viele schmerzliche Erinnerungen daran. So hat sie es vermietet, an eine muslimische Familie mit drei Kindern. Im Kleinen funktioniert das Zusammenleben der Religionen.

Unterschlupf in einer zerstörten Kirche

So auch in der Heilig-Geist-Kirche, der nächsten Etappe von Nadia und Yohanna. Das Gotteshaus, das in seiner markanten Form an die Arche Noah erinnert, ist zur Zufluchtsstätte für vier Familien aus Zumar im Nordirak geworden. Auch dort gab es schwere Kämpfe mit dem IS.

So haben die Bewohner aus dem zerstörten Zumar eine vorläufige Bleibe gefunden im noch mehr zerstörten Mossul. „Wegen des Krieges konnten unsere Kinder drei Jahre lang nicht zur Schule gehen“, erzählt der 36-jährige Muslim Khalil Hasan Mahammad. Derweil toben seine Kinder durch das Kirchenschiff. Jede Familie bewohnt einen Raum in der Kirche und dem anliegenden Gebäude. Wie lange die Notlösung noch andauert, weiß keiner.

„Der Krieg mit dem IS ist zwar vorbei“, erzählt Khalil, „aber jetzt haben die Kurden unser Dorf erobert und uns noch nicht erlaubt, zurückzukehren.“ So versucht sich der Familienvater zwischenzeitlich in Mossul nützlich zu machen und ein wenig Geld zu verdienen. „Ich habe zwar ein gelähmtes Bein, aber ich helfe gern mit beim Wiederaufbau zerstörter Häuser“, sagt Khalil. In der Tat: Überall sind Aufräumarbeiten im Gange.

Anders in Mor Afraim, der Pfarrkirche von Nadia. „Ich kann nicht glauben, was der IS meiner Kirche angetan hat“, flüstert sie, während sie das Gotteshaus betritt. Es hat ein ähnliches Schicksal erlitten wie das Kloster St. Georg.

Die Kirche ist ausgeraubt, beschädigt und mit Koranversen und Schmähungen beschmiert. „Hier saß ich mitten unter meinen Freunden, als die heilige Messe gefeiert wurde. In den Räumen nebenan haben wir uns nach dem Gottesdienst getroffen. Ich bin tieftraurig, wenn ich daran zurückdenke.“

„Ich bin tieftraurig, wenn ich zurückdenke“

Letztlich, so erzählt Nadia, habe bereits ab der Jahrtausendwende eine Entwicklung begonnen, die dann 2014 in die Katastrophe führte: „Viele Muslime haben sich radikalisiert. Ab 2008 wurden immer mehr Christen bedroht, entführt oder getötet.

Auch ich habe einen Brief erhalten, in dem es hieß, ich müsse die sogenannte ,Kopfsteuerʼ an die Islamisten zahlen, sonst würde ich später mit meinem Leben bezahlen.“

Ein bekannter Priester aus ihrer Umgebung sei entführt und regelrecht abgeschlachtet worden. Nicht umsonst haben die Vereinten Nationen und die Europäische Union von Völkermord an den irakischen Christen gesprochen.

Das Leid ist noch nicht zu Ende. „Der Wiederaufbau unserer Kirche wird viel Geld und Energie kosten“, sagt Nadia. „Und vor allem: Für wen bauen wir sie wieder auf? Viele Christen sind ins Ausland gegangen, andere zögern mit der Rückkehr.“

Wiederaufbau der Kirche

Nach Aussage des chaldäisch-katholischen Patriarchen Louis Raphael Sako sind erst 60 christliche Familien nach Mossul zurückgekommen. Positiver ist die Lage in den christlichen Ortschaften der Ninive-Ebene, die schon länger befreit sind: Dort sind bereits über ein Drittel der Bewohner zurück, rund 31 000 Menschen.

KIRCHE IN NOT organisiert und unterstützt zusammen mit den örtlichen Kirchen den Wiederaufbau. Ein Schritt, der jetzt auch in Mossul ansteht.

Denn Glaube und Hoffnung haben auch in Trümmern überlebt. Nadia zeigt in der Pfarrkirche nach oben: „Die Kuppel mit dem großen Bild Christi hat die Angriffe des IS relativ gut überstanden. Jesus in dieser zerstörten Kirche über mir zu sehen, erfüllt mich mit großer Freude.“

Von Jaco Klamer und Tobias Lehner

Helfen Sie den Christen im Irak

Um den Wiederaufbau von Kirchen, Häusern, christlichen Ortschaften im Irak weiter voranzubringen und die Versorgung der Vertriebenen aufrechterhalten zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden

Am Samstag, dem 24. Februar, ist das Kolosseum in Rom ab 18 Uhr in roter Farbe angestrahlt worden. Die Aktion „Colosseo rosso“ erinnert an das Blut der christlichen Märtyrer – von der Zeit der Christenverfolgung bis in die Gegenwart.

Darum wurden gleichzeitig mit dem Wahrzeichen der italienischen Hauptstadt auch die zerstörte Kirche St. Jakob im irakischen Mossul und die maronitische Kathedrale im syrischen Aleppo in rotes Licht getaucht sein. Beide Städte wurden zu Symbolen für die Bedrohung durch den islamistischen Terror und das Leid der christlichen Minderheit im Nahen Osten. Auch einer der größten Wallfahrtsorte Portugals, das Sanktuarium „Christo Rey“ in Almada, schließt sich der Aktion an. Initiator ist KIRCHE IN NOT.
Der rot angestrahlte Westminster Palace in London, in dem sich die „Houses of Parliament“ befinden (Foto: ©Weenson Oo/picture-u.net).
Die zerstörte maronitische Kirche in Aleppo/Syrien im Dezember 2016.

An der Kundgebung in Rom haben auch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sowie der Präsident des Europaparlaments, Antonio Tajani, teilgenommen.

Auch der EU-Sondergesandte für Religionsfreiheit, der Slowake Ján Figel, drückte in einer Grußbotschaft seine Unterstützung aus: „Durch Initiativen wie die Beleuchtung des Kolosseums gelingt es, die Herzen der Menschen zu öffnen, Interesse für das Thema Religionsfreiheit zu wecken und mehr Solidarität mit den Verfolgten zu zeigen.“

„Interesse für das Thema Religionsfreiheit wecken”

Was das Ausmaß der Verstöße gegen die Glaubens- und Gewissensfreiheit weltweit angeht, sei der gegenwärtige Zustand „alarmierend“, erklärt Figel: „75 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern, in denen schwere oder schwerste Verletzungen dieses Grundrechts vorkommen. Und diese Tendenz wird immer schlimmer.“

Medien und Politik würden dem Thema oft nicht genügend Aufmerksamkeit widmen: „Dieses Schweigen und diese Gleichgültigkeit helfen jenen, die solche Verbrechen begehen und fügen den Opfern noch mehr Schaden zu“, schreibt Figel.

„Nicht im Schweigen verharren”

Dem stimmt Paul Bhatti zu: „Wir dürfen angesichts dieser mutigen Personen nicht im Schweigen verharren.“ Er ist der Bruder von Shahbaz Bhatti, der in Pakistan als erster Christ das Amt des Ministers für Minderheiten bekleidete. Wegen seines Einsatzes gegen das strikte pakistanische Blasphemie-Gesetz, das faktisch jede Kritik am Islam verbietet, wurde Bhatti im März 2011 ermordet. Sein Gesicht wurde neben den Konterfeis weiterer Opfer von Christenverfolgung an die Fassade des Kolosseums projiziert. „Mein Bruder gab sein Leben nicht nur für die Rechte von Christen, sondern für die von allen Minderheiten“, sagte Paul Bhatti.

Das rot angestrahlte Kolosseum mit dem Schriftzug von KIRCHE IN NOT Deutschland.
Paul Bhatti.

Den Heldenmut dieser aktuellen Märtyrer zu betrachten, sei auch eine Ermutigung für den Glauben in der westlichen Gesellschaft, betont Magdalena Santoro. Auch ihr Bruder, Andrea Santoro, ein Missionar in der Türkei, wurde ermordet: Ein 16-jähriger Muslim erschoss ihn von hinten, als der Priester nach der Feier der heiligen Messe betete.

Während der Kundgebung vor dem Kolosseum wurde auch an Santoros Schicksal erinnert. „Mein Bruder war besorgt wegen der wenigen Christen in der Türkei, die unter einer ernsthaften Einschränkung ihrer Glaubenspraxis leiden“, sagte Magdalena Santoro.

Aber noch mehr Sorgen habe er sich um den Glaubensschwund in der westlichen Gesellschaft gemacht. „Mein Bruder sagte immer, wenn er zu Besuch in Italien war: ,Ihr wisst nicht, was ihr verliertʼ.“

Sorge um Glaubensschwund im Westen

KIRCHE IN NOT setzt sich in über 140 Ländern weltweit für verfolgte und notleidende Christen ein, informiert über die Lage der Religionsfreiheit und ruft zum Gebet für die Verfolgten auf – zum Beispiel mit der Aktion am rot erleuchteten Kolosseum.

In den vergangenen Jahren waren bereits der römische Trevi-Brunnen, die Kirche „Sacre Cœur“ in Paris, die Kathedrale von Manila sowie im Rahmen des „Red Wednesday“ mehrere Wahrzeichen Londons rot beleuchtet worden.

Beten Sie für die verfolgten Christen

KIRCHE IN NOT bietet ein „Gebet für die verfolgte Kirche“ an. Es eignet sich zum persönlichen wie für das gemeinsame Gebet in der Gemeinde.

Das Gebetsblatt ist zum Preis von zehn Cent (zzgl. Versandkosten) in unserem Bestelldienst erhältlich.

Die zehnjährige Irakerin Helda ist um Worte nicht verlegen. „Meine Hobbys sind Malen und Singen. Und ich liebe Theaterspielen. Doch mein Traum ist es, Zahnärztin zu werden, um den Menschen helfen zu können – wo auch immer das sein wird.“

Wo auch immer das sein wird: Für Helda und ihre Familie ist das seit einigen Wochen wieder ihre alte Heimat Karakosch, eine Stadt in der Ninive-Ebene, eine halbe Autostunde südöstlich von Mossul. Helda und ihre Familie – die Eltern und ein jüngerer Bruder – sind Christen, wie die meisten Bewohner hier. Und wie die meisten waren auch sie drei Jahre auf der Flucht. Helda war damals erst sieben, aber die Erinnerung an die Nacht vom 6. August 2014 hat sich in ihr Gedächtnis eingebrannt.
Flüchtlinge in der St.-Josef-Kirche in Ankawa, Erbil im August 2014. Viele von ihnen haben alles zurücklassen müssen, als sie vor den IS-Kämpfern fliehen mussten.
Zelte im Flüchtlingslager Ankawa, Irak. Bei 43 Grad eine belastende Umgebung, gerade für Kinder.
Wiederaufbau in der Ninive-Ebene.
KIRCHE IN NOT ließ im Irak Schulen in Containern errichten, damit Flüchtlingskinder wieder die Schule besuchen können.

„Die Sirenen heulten in unseren Straßen. Wir mussten so schnell wie möglich weglaufen vor dieser Hölle.“ Die Hölle, das waren die heranrückenden Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“, die das jahrhundertealte Siedlungsgebiet der Christen überrannten.

„Ich dachte, dass ich meine Freunde nie wiedersehen würde”

„Ich habe auf dem ganzen Weg geweint. Ich dachte, ich würde niemals zurückkommen in meine Stadt, in meine Schule, würde meine Freunde nie mehr wiedersehen.“ Schließlich erreichten sie das nahe Erbil – nur gut 70 Kilometer entfernt, aber als Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan ein Hort der Sicherheit. Zuerst kampierten sie unter freiem Himmel, dann im Flüchtlingslager.

„Jeden Tag waren wir traurig und hatten Angst, bis wir uns schließlich daran gewöhnt hatten“, sagt Helda. Trauer durchzieht ihr Gesicht, die kindliche Unbekümmertheit ist verschwunden. Die Flucht wurde zum dauerhaften Exil mit offenem Ende. Das Leben war hart: „Wir hätten nie gedacht, dass wir eines Tages wie Bettler dastehen.“

Dauerhaftes Exil mit offenem Ende

Für die vertriebenen Kinder wurden in Erbil mit Hilfe von KIRCHE IN NOT Schulen gebaut; Helda und ihre Familie konnte schließlich in eine kleine Wohnung umziehen. Ein neues Leben begann. Helda erinnert sich: „Ich war lange traurig und hoffte, in meine alte Schule zurückkehren zu können. Aber ich schloss auch neue Freundschaften.“

Trost und Hoffnung gab ihr und der Familie der Glaube an Gott und der starke Zusammenhalt der christlichen Gemeinde: „Wir fühlten uns nie verlassen. Wann auch immer wir uns an Gott gewendet haben, fühlten wir Freude und Vertrauen. Er ist überall bei mir.“ Helda zeigt mit Stolz ihre Bibel, Bilder von Jesus und Heiligen.

Die zehnjährige Helda aus dem Irak blickt auf ein Gebetsbildchen.
Der Glaube gibt ihnen Trost

Nach dem Sieg irakischer und kurdischer Truppen über den IS Ende 2016 keimte in den vertrieben Christen langsam wieder Hoffnung. Der Vater fuhr nach Karakosch, nahm das beschädigte Wohnhaus in Augenschein. Es konnte fürs Erste notdürftig repariert werden; Freunde und Bekannte halfen dabei.

KIRCHE IN NOT sicherte die Finanzierung. Diese wird für die christlichen Dörfer der Ninive-Ebene auf über 250 Millionen US-Dollar geschätzt. Fast 13 000 Gebäude müssen wiederaufgebaut werden, dazu kommt die am Boden liegende Infrastruktur.

Der Aufbruch hält an: Kurz vor Weihnachten, ein Jahr nach der Befreiung, konnten Helda und ihre Familie zurück. Der Traum erfüllte sich, so wie für gut ein Drittel der vertriebenen Christen. Die Freude ist groß. Sie geht wieder in ihre alte Schule, trifft die alten Freunde.
Und vor allem träumt sie wieder wortreich von einer Zukunft, die mehr bereithält als den Kampf ums Überleben. Doch noch ist nicht alles beim Alten: Die Unsicherheit bleibt. „Am liebsten möchte ich im Irak bleiben, hier bin ich zu Hause“, sagt Helda. „Aber wenn ich Fotos und Videos vom Terror sehe, möchte ich weg. Ich kann das nicht ertragen.“

Helfen Sie den Menschen im Irak

Um den Wiederaufbau der christlichen Dörfer im Irak weiter voranzutreiben und der Bevölkerung materiell wie pastoral beistehen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden.

Etwa 25 000 Christen aus der irakischen Ninive-Ebene haben das Weihnachtsfest wieder in ihrer Heimat feiern können. KIRCHE IN NOT hat ihnen die Rückkehr ermöglicht – dank Ihrer Hilfe!

„Es herrscht Aufbruchstimmung“: Diesen Eindruck konnte die Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert gewinnen, als sie die Region im August 2017 besucht hatte. Wir haben mit ihr über die aktuelle Lage gesprochen.
Zeremonie zu Beginn der Wiederaufbauarbeiten in der syrisch-katholischen Kirche von Karakosch.
Ein Mädchen aus dem Irak sagt Danke.
Endlich wieder Weihnachten in der Heimat feiern: Der chaldäische Patriarch Louis Raphael I. Sako zelebrierte an den Weihnachtstagen die erste heilige Messe in Mossul seit 2014, als der IS die Stadt erobert hatte.

Frau Fenbert, wie geht es den Christen im Irak momentan?

Es ist sicher ein Wechselbad der Gefühle, aber die Hoffnung überwiegt. In zahlreichen christlichen Dörfern sind die Bauarbeiten im vollen Gange, die Christen kehren zurück. Es gibt aber auch Orte, wo noch kaum Leben herrscht.
Die Wunden des Krieges sind tief. Auch die jüngsten Auseinandersetzungen um die Unabhängigkeit Kurdistans vom Irak sind an den Christen nicht spurlos vorübergegangen. Aber unsere Partner vor Ort berichten, dass die Lage weitgehend ruhig ist und Christen nach und nach in ihre Heimat zurückkehren.

Viele Christen halten sich nach wie vor im Kurdengebiet rund um die Stadt Erbil auf. Wie viele sind das?

Rund 90 000 Christen hausen immer noch in angemieteten Wohnungen und Behelfsunterkünften. Sie sind auf die Hilfe der Kirche angewiesen, vom Staat kommt so gut wie keine Unterstützung. KIRCHE IN NOT hat dort Schulen gebaut, wir helfen mit Lebensmitteln, Medikamenten, Kleidung. Das geht unvermindert weiter. Und jetzt kommt noch der Kraftakt beim Wiederaufbau dazu!

„Auf die Hilfe der Kirche angewiesen”

Wie hoch ist das Ausmaß der Zerstörung?

In zwölf christlichen Dörfern der Ninive-Ebene hat der „Islamische Staat“ fast 13 000 Gebäude beschädigt und 669 Gebäude komplett zerstört – Privathäuser, Kirchen, Kindergärten, Schulen …
Die Gesamtkosten für den Wiederaufbau belaufen sich auf über 250 Millionen US-Dollar. Wir sind auf die Gaben der Wohltäter angewiesen, aber auch auf breite Unterstützung von Kirche und Gesellschaft.

Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen beim Wiederaufbau?

Das Wichtigste ist die Wiederherstellung der Infrastruktur, also zum Beispiel eine stabile Stromversorgung oder sauberes Trinkwasser. Die irakischen Christen beklagen, dass der Staat zwar großen Städten wie Mossul helfend unter die Arme greift, aber die Orte der christlichen Minderheit links liegen lässt.

Darum gilt unser Augenmerk diesen „vergessenen Dörfern“. Ein großes Problem ist auch die herrschende Korruption in den Regierungsbehörden. Mit den kirchlichen Stellen haben wir dagegen sehr gute Erfahrungen gemacht. Darum arbeiten wir sowohl mit katholischen wie orthodoxen Diözesen zusammen. Die Gelder kommen wirklich dort an, wie sie hinsollen!

Was können die Wohltäter in Deutschland tun?

Die Christen aus dem Irak sagen uns immer wieder, wie wichtig ihnen die Gebete ihrer Glaubensgeschwister aus aller Welt sind. Zum anderen ist jeder Cent wichtig, damit die Christen ihre Heimat wieder aufbauen können. Wenn wir jetzt nicht helfen, brauchen wir in wenigen Jahren nicht mehr von Christen im Irak zu sprechen!

KIRCHE IN NOT bietet ein „Gebet für die verfolgte Kirche“ an. Es eignet sich zum persönlichen wie für das gemeinsame Gebet in der Gemeinde.

Das Gebetsblatt ist zum Preis von zehn Cent (zzgl. Versandkosten) in unserem Bestelldienst erhältlich oder bei:

KIRCHE IN NOT
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Fax: 089 / 64 24 888 50

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