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„Beendet die Gewaltwelle!”

„Beendet die Gewaltwelle!”

Bischof aus Burkina Faso appelliert an die internationale Gemeinschaft

05.08.2019 aktuelles
„Die Waffen der Terrormilizen werden nicht in Afrika produziert. Sie haben mehr Ausrüstung als das staatliche Militär. Sie könnten nichts ausrichten, wenn sie nicht vom Ausland unterstützt würden.“

 

Dies stellte Bischof Laurent Birfuoré Diabiré aus Dori in Burkina Faso gegenüber KIRCHE IN NOT fest. In dem westafrikanischen Land nehmen terroristische Übergriffe rapide zu. Ins Visier gerät immer mehr auch die christliche Minderheit des Landes, die rund ein Viertel der Bevölkerung ausmacht.

Trauer und Entsetzen bei der Beisetzung der Opfer eines Anschlags auf eine Kirche am 12. Mai in Burkina Faso.
Ende Juni sei es im Nachbarbistum Ouahigouya zu einem weiteren Überfall gekommen, berichtete Diabiré. Schauplatz war eine christliche Versammlung im Dorf Bani. „Die Fundamentalisten sind gekommen und haben den Teilnehmern befohlen, sich auf den Boden zu legen“, so der Bischof.

 

„Alle wurden durchsucht. Vier Bewohner trugen Kreuze. Sie wurden getötet, weil sie Christen waren.“ Nach der Exekution hätten die Terroristen auch die übrigen Bewohner bedroht: Wer nicht zum Islam konvertiere, würde das gleiche Schicksal erleiden.

Bereits fünf Attacken auf Christen in diesem Jahr: 20 Tote

Dies war bereits die fünfte Attacke gegen Christen in diesem Jahr; dabei verloren mindestens 20 Menschen ihr Leben – unter ihnen auch zwei katholische und ein protestantischer Geistlicher. Auch in seinem Bistum Dori sei am 17. März der Priester Joël Yougbaré entführt worden, so Diabiré. Seitdem gebe es kein Lebenszeichen mehr von ihm.

Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso).
Die Gewaltwelle in Burkina Faso dauere bereits seit 2015 an, erklärte der Bischof: „Früher kam es ausschließlich an den Grenzen zu Mali und Niger zu Übergriffen. Allmählich dringen die Terroristen immer mehr ins Land vor.“ Neben Militär, Behörden und Zivilbevölkerung richte sich nun ihr Fokus immer mehr auf Gottesdienste und christliche Einrichtungen.

 

Terroristen immer mehr ins Land vor

„Ich habe den Eindruck, dass sie einen Konflikt zwischen den Religionen auslösen wollen“, sagte der Bischof. Denn in Burkina Faso funktionierte bislang das Zusammenleben der Religionen reibungsfrei – auf allen Ebenen. So sind in zahlreichen Familien einige Mitglieder Christen, andere Muslime.

Christen aus der Gemeinde Dablo/Burkina Faso bei einer Prozession.
Burkina Faso liegt auf dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen auf Platz 183 von 189 und gilt damit als eines der ärmsten Länder der Welt. Es sei auch die grassierende Not im Land, die gerade die jungen Menschen in die Fänge der Extremisten treibe, glaubt Bischof Diabiré.

 

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt

„Am Anfang dachte man, dass die Extremisten alle Ausländer wären. Aber mittlerweile wird klar, dass einige von ihnen aus Burkina Faso kommen“, so der 53-Jährige. Ein Teil der Extremisten hätte jedoch noch eine weitere Motivation: „Sie betrachten diese terroristische Bewegung einfach als Ausdruck ihres Glaubens.“

- Bischof Laurent Dabiré aus Dori (Burkina Faso)
Die Angst in den christlichen Gemeinden nehme derweil weiter zu, so Diabiré. Er habe bereits zwei Pfarreien schließen müssen, um Priester und Ordensleute zu schützen. Manche Gebiete seien zu gefährlich, um Menschen von außerhalb dorthin zu entsenden.

 

Angst in den christlichen Gemeinden nimmt zu

Angesichts des Leids sei es sehr schmerzlich, dass niemand die christlichen Gemeinden beschütze – und der Terror ausländische Unterstützer habe, erklärte der Bischof. „Deshalb möchte ich mich an die internationale Gemeinschaft wenden: Wer die Macht hat, etwas zu tun, möge diese Gewaltwelle beenden!“

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