Nach Angaben des Comboni-Missionars Pater Claudino Gomes wurden in den vergangenen Wochen hunderte Menschen aus Dörfern im Landesinneren vertrieben. Viele hätten lange Strecken zu Fuß zurückgelegt, um die Provinzhauptstadt Isiro zu erreichen. „Die massive Ankunft von Binnenvertriebenen hat die Bevölkerung überrascht“, erklärte der Ordensmann
Besonders beunruhigend sei aktuell, dass sich die Gewalt offenbar über die bisher bekannten Konfliktregionen hinaus ausbreite, berichten die Missionare. Während die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo bislang vor allem in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu im Osten des Landes stattfanden, berichten kirchliche Mitarbeiter nun von wachsender Unsicherheit auch weiter nördlich. Pater Claudino schilderte schwere Gewalttaten in mehreren Ortschaften. In einigen Dörfern seien Menschen getötet und Häuser zerstört worden.
Neben Lebensmitteln und medizinischer Hilfe spiele die seelsorgerische Begleitung eine wichtige Rolle. Die Kirche spende die Sakramente, höre den Menschen zu und schaffe Räume für Gemeinschaft. Für Kinder würden Gebete, Katechesen und gemeinsame Aktivitäten organisiert.
Gleichzeitig verschärft sich nach Einschätzung der Missionare die Versorgungslage. Viele Felder könnten nicht mehr bewirtschaftet werden; Ernten seien verloren gegangen, Viehbestände zerstört und Häuser niedergebrannt worden. „Das Gespenst des Hungers zeichnet sich bereits ab“, warnte Pater Claudino.
Der in der Hauptstadt Kinshasa tätige Comboni-Missionar Pater Marcelo Oliveira bat um internationale Unterstützung. Die Kirche werde die Menschen weiterhin begleiten – auch unter schwierigen Bedingungen. „Gott verlässt sein Volk nicht; er geht an seiner Seite. Deshalb werden wir Missionare trotz Verfolgung, Leid und Schwierigkeiten weiterhin bei den Menschen bleiben“, betonte er. „Wir sind lebendige Zeichen der Gegenwart Gottes.“
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