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Demokratische Republik Kongo: Gewalt greift auf bislang sichere Landesteile über

Demokratische Republik Kongo: Gewalt greift auf bislang sichere Landesteile über

29.06.2026 aktuelles
Die Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo greift in jüngster Zeit auf Regionen über, die bislang als vergleichsweise stabil galten. In der Provinz Ober-Uelle im Norden des Landes an der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik und Südsudan, hätten bewaffnete Gruppen zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. Darauf haben in der Demokratischen Republik Kongo tätige Missionare im Gespräch mit KIRCHE IN NOT (ACN) hingewiesen.

 

Nach Angaben des Comboni-Missionars Pater Claudino Gomes wurden in den vergangenen Wochen hunderte Menschen aus Dörfern im Landesinneren vertrieben. Viele hätten lange Strecken zu Fuß zurückgelegt, um die Provinzhauptstadt Isiro zu erreichen. „Die massive Ankunft von Binnenvertriebenen hat die Bevölkerung überrascht“, erklärte der Ordensmann

Verteilung von Lebensmitteln in einem kirchlichen Flüchtlingslager in der Provinz Ober-Uelle.
Die Demokratische Republik Kongo leidet seit Jahren unter bewaffneten Konflikten. Millionen Menschen gelten landesweit als Binnenvertriebene. Kirchliche Einrichtungen gehören vielerorts zu den wenigen verbliebenen Strukturen, die humanitäre Hilfe und seelsorgerische Begleitung leisten. Die Herkunft und Zusammensetzung einzelner Milizengruppen ist bis heute unbekannt.

 

Wachsende Unsicherheit im Norden

Besonders beunruhigend sei aktuell, dass sich die Gewalt offenbar über die bisher bekannten Konfliktregionen hinaus ausbreite, berichten die Missionare. Während die bewaffneten Auseinandersetzungen in der Demokratischen Republik Kongo bislang vor allem in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu im Osten des Landes stattfanden, berichten kirchliche Mitarbeiter nun von wachsender Unsicherheit auch weiter nördlich. Pater Claudino schilderte schwere Gewalttaten in mehreren Ortschaften. In einigen Dörfern seien Menschen getötet und Häuser zerstört worden.

In einem Flüchtlingslager im Norden der Demokratischen Republik Kongo.
Angesichts der Notlage hätten viele Familien in Isiro ihre Häuser geöffnet und Vertriebene aufgenommen. Auch kirchliche Einrichtungen unterstützen die Menschen. Nach Angaben der Missionare wurden Binnenvertriebene in Klöstern sowie in katholischen und protestantischen Gemeinden untergebracht.

 

„Gespenst des Hungers zeichnet sich bereits ab“

Neben Lebensmitteln und medizinischer Hilfe spiele die seelsorgerische Begleitung eine wichtige Rolle. Die Kirche spende die Sakramente, höre den Menschen zu und schaffe Räume für Gemeinschaft. Für Kinder würden Gebete, Katechesen und gemeinsame Aktivitäten organisiert.

Gleichzeitig verschärft sich nach Einschätzung der Missionare die Versorgungslage. Viele Felder könnten nicht mehr bewirtschaftet werden; Ernten seien verloren gegangen, Viehbestände zerstört und Häuser niedergebrannt worden. „Das Gespenst des Hungers zeichnet sich bereits ab“, warnte Pater Claudino.

Pater Marcelo Oliveira bei einer Taufe.
Auch aus anderen Teilen der Region erreichen KIRCHE IN NOT ähnliche Berichte. Pater Bienvenu Clemy, Comboni-Missionar in Mungbere, erklärte, Angst und Unsicherheit bestimmten inzwischen den Alltag der Menschen. „Der Großteil der Bevölkerung ist geflohen. Unsere Gemeinschaft hat jedoch beschlossen, bei den Ärmsten zu bleiben“, sagte der Priester. Viele Menschen hätten keinen Ort mehr, an den sie gehen könnten.

 

Missionare bleiben trotz Gefahr

Der in der Hauptstadt Kinshasa tätige Comboni-Missionar Pater Marcelo Oliveira bat um internationale Unterstützung. Die Kirche werde die Menschen weiterhin begleiten – auch unter schwierigen Bedingungen. „Gott verlässt sein Volk nicht; er geht an seiner Seite. Deshalb werden wir Missionare trotz Verfolgung, Leid und Schwierigkeiten weiterhin bei den Menschen bleiben“, betonte er. „Wir sind lebendige Zeichen der Gegenwart Gottes.“

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