Immer mehr Christen würden aufgrund der aktuellen Lage das Land verlassen, stellte Mourad fest und warnte: „Die Kirche in Syrien stirbt. Es gibt keine Freiheit, weder religiöse Freiheit noch irgendeine andere.“ Die Kirche in Syrien versuche seit Jahren, die Abwanderung zu verhindern – auch dank Hilfe aus dem Ausland. Dies stoße jedoch an Grenzen, erklärte der Erzbischof im Hinblick auf die nach wie vor unklare Lage nach dem Sturz des Assad-Regimes: „Es ist nicht möglich, eine Migrationswelle einzudämmen, ohne zuvor ein klar definiertes Regierungssystem und ein solides Sicherheitssystem zu etablieren.“
Die Kirche gehe dabei mit gutem Beispiel voran: So würden zum Beispiel in Aleppo Christen ausgebildet um „eine politische Rolle zu übernehmen, wenn sich die Gelegenheit ergibt“, erklärte Mourad. Es sei „unerträglich“, dass sich die Christen in Syrien nach wie vor wie Fremde fühlten, obwohl sie seit Jahrhunderten Bürger des Landes seien.
An dem fünftägigen Ereignis beteiligen sich die Assyrische Kirche des Ostens, die chaldäische, syrisch-katholische und syrisch-orthodoxe Kirche. Das Programm umfasst Gebete, Prozessionen, Musik, Sport und kulturelle Veranstaltungen. Ziel ist es, die Einheit der Christen im Irak sichtbar zu machen und Hoffnung für die Zukunft zu geben.
Der IS kontrollierte von 2014 bis 2017 Teile der Ninive-Ebene. Mehr als 120.000 Christen mussten fliehen. Mit Hilfe von KIRCHE IN NOT (ACN) konnten viele nach der Befreiung in ihre Heimatstädte zurückkehren.
Erzbischof Warda würdigte besonders die Jugend, die das Festival mitgestaltet hat: „Ihre Zusammenarbeit ist ein sichtbares Zeichen für eine neue Zukunft. Was sie verbindet – ihr Glaube an Christus – ist stärker als alles, was sie trennt.“
Das Festival wird als entscheidend für die Zukunft des Christentums im Land angesehen und soll künftig jährlich stattfinden. Mit Blick auf die dramatisch gesunkene Zahl der Christen im Irak sieht Warda darin auch eine Botschaft an die Weltkirche: „Wir sind noch hier. Wir sind eins in Christus. Eine kleine und verwundete Kirche zeigt der Welt die Kraft der Einheit und den Mut des Glaubens.“
Wie die Polizei mitteilt, seien die Täter, die bislang noch nicht ermittelt werden konnten, über ein Fenster in das Pfarrhaus eingedrungen. Sie hätten Pfarrer Amadu zunächst einen Schlag auf den Kopf versetzt; laut Autopsiebericht ist der Geistliche erwürgt worden. Die Tat ereignete sich nur einen Tag vor der geplanten Abschiedsmesse des Seelsorgers, der in eine andere Pfarrei wechseln sollte.
Pfarrer Amadu war ein Projektpartner von KIRCHE IN NOT (ACN); unser Hilfswerk hatte unter anderem den Bau des Pfarrhauses in Kenema unterstützt und ihn bei einer Projektreise im Jahr 2022 besucht. „Damals war die Gemeinde so begeistert, dass Pfarrer Amadu bald in das neue Pfarrhaus einziehen würde“, schildert Ulrich Kny, Projektleiter von KIRCHE IN NOT, seine Eindrücke.
In Sierra Leone sind verschiedenen Schätzungen zufolge 20 Prozent der acht Millionen Einwohner Christen; die Bevölkerungsmehrheit gehört dem Islam oder Naturreligionen an. Die interreligiösen Beziehungen in dem Land gelten als ausgezeichnet. Umso mehr zeigten sich auch Angehörige anderer Religionen geschockt über den jüngsten Mord. In einer Erklärung teilte der Interreligiöse Rat von Sierra Leone mit: „Pfarrer Amadu war ein Mann des Friedens, des Mitgefühls und des unerschütterlichen Engagements.“ Sein Tod sei ein schwerer Schlag für das soziale Gefüge in Sierra Leone. „Wir trauern um einen Diener Gottes, dessen Leben der Förderung der Einheit, Hoffnung und der moralischen Führung gewidmet war“, heißt es in der Erklärung.
Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, war kürzlich vor Ort, hat Projektpartner besucht und Gemeinden kennengelernt. Im Interview spricht er über Eindrücke, Herausforderungen und Hilfe für die katholische Minderheit.
Florian Ripka: Wir haben alle Bischöfe des Landes gesprochen. Unser Schwerpunkt lag besonders auf Regionen, in denen die katholische Minderheit lebt. So waren wir zum Beispiel in der Erzdiözese Vrhbosna, also der Gegend um die Hauptstadt Sarajewo, auch in Mostar und Banja Luka. Dort sieht man sehr deutlich, wie groß die Herausforderungen noch sind.
Wie sieht die Lage der Katholiken aktuell aus?
Die katholische Gemeinschaft ist im Vergleich zu früher stark geschrumpft. Vor allem junge Leute sind ausgewandert – häufig nach Kroatien oder in andere EU-Länder – weil sie dort bessere berufliche Perspektiven und eine sichere Zukunft sehen. In vielen Dörfern stehen Häuser leer, es gibt kaum Arbeit, die Infrastruktur ist teils immer noch vom Krieg gezeichnet. Die Gemeinden überaltern.
Die Gründe für die Auswanderung sind vielfältig: Die Inflation ist hoch, eine Familie braucht zum Überleben gut das Dreifache des Durchschnittslohns, auch Dinge des täglichen Bedarfs sind teuer. Aber was mich beeindruckt: Trotz all dieser Schwierigkeiten gibt es einen starken Zusammenhalt, ein sehr lebendiges kirchliches Leben und Menschen, die sagen: „Wir wollen hierbleiben.“
Es gibt noch „Nachwehen“ der kommunistischen Zeit. Damals hat das jugoslawische Regime viele kirchliche Gebäude enteignet, die teilweise immer noch nicht zurückgegeben wurden. Dann prägen nach wie vor ethnische Spannungen das Land, die auch entlang von religiösen Zugehörigkeiten verlaufen. Die katholischen Kroaten sind die kleinste Gruppe nach den muslimischen Bosniaken und den orthodoxen Serben. Das wirkt sich auch politisch aus, obwohl die Regierung versucht, jeder Ethnie ihren Platz einzuräumen. Dennoch sind Katholiken oft unterrepräsentiert und ihre Belange fallen unter den Tisch. Oft blockieren sich auch die Ethnien gegenseitig, und das führt zu Stillstand.
Welche Probleme sind Ihnen vor Ort am häufigsten begegnet?
Neben der wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit ist es das Gefühl vieler Menschen, vergessen zu sein. Sie sagen: „Die Welt kümmert sich nicht um uns.“ Diese Kombination – wirtschaftlich schwierig und politisch kompliziert – macht es schwer, eine sichere Zukunft zu planen. Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur materiell helfen, sondern ganz klar signalisieren: Wir sind da, wir hören zu und wir stehen an eurer Seite. Es gibt gerade auch unter der Jugend den Wunsch, die Zukunft des Landes mitzugestalten.
Es geht um zweierlei: praktische Unterstützung – vor allem beim Aufbau von pastoralen Zentren, die überregional genutzt werden – und um geistliche Stärkung. Projekte für Kinder und Jugendliche, Sommerfreizeiten, Katechese, Begegnungsveranstaltungen: Das alles gibt den Menschen Mut, zu bleiben. Und es ist unglaublich wertvoll, wenn Spender in Deutschland erfahren, was mit ihrer Unterstützung konkret passiert.
Gab es Begegnungen, die Sie persönlich besonders berührt haben?
Ja, einige. Zum Beispiel habe ich mit Geistlichen aus Banja Luka gesprochen, die sich aufopferungsvoll um ihre sehr kleine Gemeinde kümmern. Die ethnischen Säuberungen im Balkankrieg waren in dieser Region sehr drastisch, sodass es heute kaum mehr Katholiken gibt. Es ist dem Bischof wichtig, dass die wenigen, die geblieben sind, seelsorglich betreut werden – auch wenn nur fünf Gläubige die heilige Messe besuchen.
Ganz anders ist es in Mostar, wo die Katholiken eine Mehrheit bilden. Hier sind die Kirchen voll, sonntags gibt es mehrere Gottesdienste. Es gibt viele junge Familien, die trotz desolater Wirtschaftslage aus dem Ausland wieder zurückkehren, weil sie hier noch gelebte christliche Werte vorfinden. Dafür nehmen sie auch finanzielle Nachteile in Kauf.
Ich wünsche mir einerseits, dass die Menschen ihren authentischen Glauben beibehalten. Andererseits hoffe ich, dass die tiefen Gräben, die in der Vergangenheit gerissen wurden, überwunden werden. Wir müssen sie und alle unterstützen, die für den Frieden kämpfen. Ich traue es nur der katholischen Kirche zu, hier etwas zu bewegen. Unser Auftrag ist es, sie dazu zu befähigen.
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Verwendungszweck: Bosnien und Herzegowina
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Wie würden Sie die aktuelle Lage in ihrem Exarchat beschreiben?
Sie wird immer dramatischer. Drohnen machen jeden Ort unsicher, auch für Zivilisten. Entlang der Frontlinie schlafen Menschen nachts im Freien aus Angst vor Angriffen. Ich habe Familien getroffen, die nur knapp Bombenexplosionen entkommen sind. Solche Erlebnisse erschüttern zutiefst.
Welche Veränderungen hat der Krieg für Ihre Kirche gebracht?
Vor der Invasion hatten wir mehr als 80 Pfarreien, heute sind nur noch 37 aktiv. Die übrigen sind geschlossen, besetzt oder zerstört. Die Gesetze der Besatzungsregierung verbieten jede Zugehörigkeit sowohl zur griechisch-katholischen als auch zur römisch-katholischen Kirche. Alle Kirchen dort sind geschlossen. Es ist verboten, sie zu besuchen.
Wie sieht die seelsorgliche Arbeit konkret aus?
Wir haben 53 Priester, acht Ordensfrauen und mehrere Familien- und Caritaszentren. Wir begleiten vor allem Menschen, die durch den Krieg traumatisiert sind: Kinder, die das Lesen oder Sprechen verlernt haben, Mütter gefallener Soldaten, Menschen, die alles verloren haben. KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt uns mit Schulungen für Seelsorger, um psychische Wunden zu heilen, und mit humanitärer Hilfe: Lebensmittel, Hygieneartikel, warme Zufluchtsorte im Winter.
Was gibt Ihnen Hoffnung in dieser Situation?
Dass Gott stärker ist als das Böse. Wir sehen das Leben durch die Brille des Paradieses: Früher oder später wird alles enden – und das Ende heißt Paradies. Jeder Tag ist eine Chance, einen Schritt in diese Richtung zu machen.
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Verwendungszweck: Ukraine
„Der jüngste Anschlag im Kongo war gezielt gegen Christen und den christlichen Glauben gerichtet. Die Täter verfolgen eine gezielte christenfeindliche Agenda. Unschuldige Menschen haben sich Samstagnacht in der katholischen Pfarrkirche zum Gebet versammelt. Jetzt sind viele von ihnen tot, darunter Frauen und Kinder. Andere wurden verschleppt, Häuser zerstört, Menschen für immer traumatisiert. Das ist Christenverfolgung im 21. Jahrhundert.
Internationalen Medienberichten zufolge haben in der Nacht des 26. Juli islamistische Rebellen einen Gottesdienst in der Kirche von Komanda in der nordöstlichen Provinz Ituri überfallen und dabei zahlreiche Menschen getötet. Anschließend hätten die Täter in umliegenden Häusern und Geschäften Feuer gelegt. Wie Zeugen berichten, sollen auch mehrere Christen entführt worden sein. Sicherheitskräfte und Militär seien erst eingetroffen, als der Angriff bereits vorbei gewesen sei, heißt es. Zu den Todesopfern gibt es unterschiedliche Angaben: Erste Berichte sprachen von mindestens 20 Getöteten, kongolesische Medien berichteten von 43 Todesopfern.
Das jüngste Massaker ereignete sich wenige Tage nach dem Waffenstillstandsabkommen der kongolesischen Regierung mit einer weiteren der zahlreichen im Land aktiven Rebellengruppen, der sogenannten M23-Gruppe. Diese wird von Ruanda aus unterstützt. Sie hatte im Osten der Demokratischen Republik Kongo zahlreiche Gebiete eingenommen, besonders in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu. Zahlreiche Menschen waren in Regionen wie Ituri weiter im Norden geflüchtet, wo nun der islamistische Angriff stattfand.
Um auf die Bedeutung der Religion in der Menschenrechtsdebatte aufmerksam zu machen, veröffentlicht KIRCHE IN NOT im Herbst die Neuauflage des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“. Darin wird die Menschenrechts-Situation in über 190 Ländern analysiert. Weitere Informationen: www.religionsfreiheit-weltweit.de.
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„Wir sind tief traurig und geschockt. Erneut wurde ein ziviles Ziel in Mitleidenschaft gezogen. Über 500 Menschen harren in den Räumen der einzigen katholischen Pfarrei in Gaza aus. Sie ist seit Beginn des Krieges vor eineinhalb Jahren ein Ort der Zuflucht für unschuldige Menschen geworden, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen. Sie alle leiden unter dem Hamas-Terror und unter dem Krieg.
Diese Tragödie muss endlich aufhören. So hat es auch der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Kardinal Pizzaballa mehrfach gefordert. Wir sind mit ihm und seinen Mitarbeitern in enger Abstimmung, um die Hilfe für Gaza und die anderen Teile des Heiligen Landes zu koordinieren. Auch im Westjordanland erleben wir, wie die Christen immer mehr unter Druck geraten. Die Hilfe muss gerade jetzt umso entschiedener weitergehen.
Pfarrei wurde schon zum zweiten Mal getroffen
Wie das Lateinische Patriarchat von Jerusalem meldet, wurden bei dem Angriff vom Donnerstag Kirche und Gebäude der Pfarrei in Gaza-Stadt beschädigt. Zeugen sprachen von der Explosion einer Granate oder vom Beschuss durch einen Panzer. „Vatican News“ teilte mit, dass es sich bei den Toten um den 60-jährigen Hausmeister der Pfarrei, eine 84-jährige Frau und eine weitere 70-Jährige handle. Das israelische Militär gab mehreren Medien zufolge an, es habe sich um ein Versehen gehandelt, es würden keine kirchlichen Ziele ins Visier genommen. Die Verantwortlichen kündigten eine Untersuchung an. Schon im Dezember 2023 waren zwei Frauen, die auf dem Kirchengelände Schutz gesucht hatten, von Scharfschützen erschossen worden.
– Lage der Christen im Westjordanland
– Schulunterricht unter Beschuss
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– Gaza-Stadt: Tote und Verletzte bei Beschuss von Kirchengelände
– Pfarrer von Gaza-Stadt bittet um „humanitäre Korridore“
– Krieg im Heiligen Land: Christen zwischen Angst und Solidarität
– KIRCHE IN NOT unterstützt Christen im Heiligen Land
– Gebetskarte um Frieden im Nahen Osten und weltweit
Viele Syrer seien mit der neuen Regierung zufrieden, dennoch herrsche Angst: „Für die Islamisten gilt: Wenn ein Sunnit nicht auf ihrer Linie ist, wird er als Gotteslästerer betrachtet, und auf Blasphemie steht der Tod.“
Trotz der angespannten Lage könne aktuell nicht von einer Christenverfolgung in Syrien gesprochen werden, machte Mourad deutlich. Gottesdienste oder Prozessionen könnten ungehindert stattfinden. Dennoch gebe es regional sehr unterschiedliche Regelungen und niemand wolle das Missfallen der neuen Verantwortlichen erregen. Das wirke sich auch auf die kirchliche Arbeit aus, machte Mourad an einem Beispiel deutlich: „Wir veranstalten im Sommer normalerweise Ferienlager an der syrischen Küste, Mädchen und Jungen gemeinsam. Dieses Jahr verzichten wir darauf, weil wir Angst vor der Reaktion der neuen Behörden in diesen Regionen haben.“
Einen wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung erhofft sich Mourad durch die Entscheidung der USA und der EU, ihre Sanktionen gegen Syrien weitgehend aufzuheben. Es sei noch zu früh, um Veränderungen festzustellen: „Aber ich bin überzeugt, dass mit einer besseren wirtschaftlichen Perspektive auch der Hunger nach Gewalt und Rache abnimmt und so allen eine bessere Zukunft eröffnet“, erklärte der Erzbischof. Die Kirche im Land leiste dazu ihren Anteil, indem sie den Bau von Wohnungen, Krankenhäusern und Schulen vorantreibe – unterstützt von Hilfswerken wie KIRCHE IN NOT.
Unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Syrien für die verarmte Bevölkerung mit Ihrer Spende – online unter www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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Die kirchlichen Einrichtungen im Norden Mosambiks seien am Ende ihrer Kapazitäten. Pater Kwiriwi mahnte dringend mehr Hilfe und Aufmerksamkeit für die humanitäre Situation in Mosambik an: „Das Elend kann nicht allein durch die Bemühungen der Diözese überwunden werden. Die Diözese Pemba braucht Hilfe, damit die Menschen Nahrung und Unterkunft haben.“
Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen zufolge sind bisher mehr als 5000 Menschen getötet worden, über eine Million Menschen sind auf der Flucht. „Kirche in Not“ unterstützt die lokale Diözese Pemba seit Beginn des Konflikts, insbesondere durch Nothilfe für Vertriebene.
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Das westafrikanische Burkina Faso ist eines der Epizentren des Islamismus in der Sahelzone. Nahezu die Hälfte des Landes wird von Terrorgruppen kontrolliert. Terror und Gewalt treffen alle Bevölkerungsgruppen. Beobachter stellen jedoch auch gezielte Attacken auf christliche Bewohner fest, die rund ein Viertel der Einwohner des Landes ausmachen.
KIRCHE IN NOT unterstützt in Burkina Faso neben der Ausbildung und der Arbeit von Katecheten unter anderem katholische Schulen, kirchliche Flüchtlingslager und die seelsorgerische Begleitung von traumatisierten Menschen.
Das Dorf Baasmere, zur Diözese Dori gehörend, ist Teil der Pfarrei Aribinda im Norden von Burkina Faso. Die kleine katholische Gemeinde zählt etwa 150 bis 200 Mitglieder. Der Katechet erklärte sich dazu bereit, KIRCHE IN NOT seine Geschichte bei einem Besuch des Hilfswerks in Burkina Faso zu erzählen. Seine Frau bleibt dem Gespräch fern – die Wunden des Erlebten schmerzen noch zu sehr.
„Es kamen Männer in mein Haus und forderten mich auf, nicht mehr zu beten und keine religiösen Veranstaltungen mehr zu organisieren“, berichtet Mathieu. „Wenn du weitermachst, wird dir etwas Schlimmes passieren“, drohten sie. „Natürlich hatte ich Angst“, gesteht der Katechet und fünffache Vater, „aber ich dachte: Ich kann nicht aufhören, Gottes Wort zu verkünden. Also machte ich weiter.“
Am Samstag vor Pfingsten kehrte seine Frau zurück, damit sie den Feiertag gemeinsam verbringen konnten. Es war der 20. Mai 2018. Um die Mittagszeit drangen zwölf bewaffnete Männer in Mathieus Haus ein. Sie fragten ihn: „Was tust du noch hier?“ Er antwortete: „Ich bin Katechet, ich erfülle meine Aufgabe.“ Daraufhin zwangen sie ihn zu Boden, verbanden ihm die Augen, und fesselten ihn. Sie zerrten ihn hinaus und setzten ihn zwischen zwei Terroristen auf ein Motorrad.
„Ich dachte, ich würde sterben“, erinnert sich Mathieu. Mit verbundenen Augen konnte er nicht bemerken, dass auch seine Frau Pauline gefangen genommen worden war. „Erst nach der ersten Nacht, als sie mir die Augenbinde abnahmen und die Fesseln lösten, wurde mir klar, dass sie bei mir war; es war schrecklich“, erzählt Mathieu.
Die Entführer verbrannten die wenigen Habseligkeiten, die Mathieu und Pauline bei sich trugen, gaben ihnen neue Namen und muslimische Kleidung. „In der ganzen Zeit hörte ich nie auf zu beten“, betont er. „Das Gebet war in diesen Momenten mein einziger Halt. Wir fühlten uns nicht von Gott verlassen, das Rosenkranzgebet gab uns Kraft.“
Trotz des Terror-Risikos beschloss Mathieu, wieder in sein Dorf zurückzukehren: Es war nichts mehr übrig, alles war zerstört worden. Doch in der Asche seines Hauses entdeckte er zwei Dinge: seinen Personalausweis und die Bibel.
Als der Bischof ihm nahelegte, nach all dem, was er erlitten hatte, sich vorzeitig zur Ruhe zu setzen, erwiderte Mathieu: „Ich will nicht ruhen, ich möchte meinem Volk dienen. Man muss bezeugen, wem man folgt und Gott die Treue halten.”
Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Burkina Faso und den Einsatz für Terrorbetroffene mit Ihrer Spende:
Daran erinnerte die Geschäftsführende Präsidentin von KIRCHE IN NOT, Regina Lynch, anlässlich der Wahl von Robert Francis Kardinal Prevost zum Oberhaupt der katholischen Kirche: „Ich freue mich, dass ein Missionar mit über 20 Jahren Erfahrungen in der Verbreitung des Evangeliums unser neuer Papst ist. Wir sind stolz darauf, dass wir seine Arbeit in Peru unterstützen konnten.“
In einem Brief an das Hilfswerk bedankte sich der damalige Bischof Prevost für die gute Zusammenarbeit „insbesondere in den ärmsten Gebieten unserer Diözesen“ und bat: „Gott segne die Arbeit von KIRCHE IN NOT.“
Der Augustinerpater Robert Francis Prevost war ab den 1980er Jahren in Peru tätig, unterbrochen durch seine Tätigkeit als Generaloberer seines Ordens von 2001-2013. Nach seiner Bischofsweihe 2014 leitete er das Bistum Chiclayo im Norden Perus, von 2020 bis 2021 als Apostolischer Administrator auch die weiter südlich gelegene Diözese Callao. 2023 wurde Prevost zum Präfekten des vatikanischen Dikasteriums für die Bischöfe und Präsidenten der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika ernannt. Im September 2023 nahm ihn Papst Franziskus in das Kardinalskollegium auf; am 8. Mai 2025 wurde Prevost zum Papst gewählt und nahm den Namen Leo XIV. an.
Unterstützen Sie die Arbeit von „Kirche in Not“ für verfolgte und notleidende Christen weltweit mit Ihrer Spende: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
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