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KIRCHE IN NOT (ACN) freut sich über die Wahl von Robert Francis Kardinal Prevost zum neuen Papst Leo XIV.

 

„Papst Leo war einer unserer Projektpartner. Wir konnten während seiner Amtszeit als Bischof von Chiclayo im Norden Perus von 2015 bis 2023 zahlreiche Projekte in seiner Diözese unterstützen“, erklärte der Generalsekretär von KIRCHE IN NOT, Philipp Ozores. Hilfen gingen in Prevosts Amtszeit unter anderem an Priesterseminaristen, Katecheten und Missionare in entlegenen Andenregionen.

 

Philipp Ozores, Generalsekretär von KIRCHE IN NOT (ACN) International.
Leo XIV. sei der achte Papst seit Gründung von KIRCHE IN NOT im Jahr 1947, sagte Ozores. „Wir werden uns in Einheit mit dem neuen Papst weiterhin für die arme, notleidende und verfolgte Kirche einsetzen.“ KIRCHE IN NOT wurde 2011 von Papst Benedikt XVI. zur Päpstlichen Stiftung erhoben. Auch Papst Franziskus hatte mehrfach seine Unterstützung für die Arbeit des Hilfswerks zum Ausdruck gebracht, nicht zuletzt durch private Spenden für Hilfsprojekte im Irak.

 

Mitarbeiter und rund 1000 Wohltäter von KIRCHE IN NOT konnten die Ereignisse rund um das Konklave hautnah erleben: Sie halten sich aktuell zu einer Jubiläumswallfahrt in Rom auf. „Unser Hilfswerk freut sich darauf, seinen Dienst für die Weltkirche und die Zusammenarbeit mit Leo XIV. fortzusetzen und die Kirche dort zu stärken, wo sie verfolgt wird und am meisten Hilfe benötigt“, so Philipp Ozores abschließend.

Der deutsche Zweig von „Kirche in Not“ hat zur Wahl des neuen Papstes ein Gebet veröffentlicht. Es kann abgerufen werden unter: www.kirche-in-not.de

Unterstützen Sie die Arbeit von „Kirche in Not“ für verfolgte und notleidende Christen weltweit mit Ihrer Spende: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

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Katholische Kirche in Peru - Pfad der Hoffnung

KIRCHE IN NOT (ACN) veröffentlicht eine neue Ausgabe der Reihe „Glaubens-Kompass“, die sich dem heiligen Thomas von Aquin (1225–1274) widmet.

Auf 16 illustrierten Seiten im Format DIN A6 informiert KIRCHE IN NOT über das Leben und Wirken dieses bedeutenden Theologen und Kirchenlehrers. Thomas von Aquin prägte mit seinen Schriften die katholische Theologie nachhaltig und gilt als einer der wichtigsten Denker des Mittelalters. Seine Werke, insbesondere die „Summa theologiae“, sind bis heute von großer Bedeutung für die Glaubenslehre der Kirche.

 

Thomas von Aquin wurde um 1225 geboren. Er trat in den Dominikanerorden ein und studierte in Paris und Köln, wo er unter anderem von Albertus Magnus unterrichtet wurde. Seine philosophischen und theologischen Ansätze verbanden den christlichen Glauben mit dem Denken des griechischen Philosophen Aristoteles. Im Jahr 1323 wurde er von Papst Johannes XXII. heiliggesprochen und 1567 zum Kirchenlehrer erhoben.

 

Titelbild des „Glaubens-Kompasses“ über den heiligen Thomas von Aquin.
Der neue Glaubens-Kompass „Thomas von Aquin“ ist kostenlos erhältlich und eignet sich zur Auslage in Kirchen und Pfarreien. Bestellungen sind möglich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT unter: www.kirche-in-not.de/shop oder unter Angabe der Artikelnummer 10400 bei:

 

KIRCHE IN NOT, Lorenzonistraße 62, 81545 München, Telefon: 089 / 64 24 88 80,
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

Freundschaft mit Gott bei Thomas von Aquin

Zum Gedenken an den am Ostermontag verstorbenen Papst Franziskus gibt KIRCHE IN NOT eine Trauer- und Gebetskarte heraus. Die Karte enthält einen kurzen Überblick über die wichtigsten Stationen im Leben Jorge Mario Bergoglios zur Betrachtung sowie ein Fürbitte-Gebet zum Gedenken und zur Gestaltung von Gebetszeiten in den Anliegen des heimgegangenen Heiligen Vaters.
Titelseite der Gebetskarte zum Andenken an Papst Franziskus © Kirche in Not
Das vierseitige Faltblatt im Format DIN A6 kann von Pfarreien, Gebetsgruppen und Einzelpersonen unentgeltlich auf www.kirche-in-not.de/shop und im Münchner Büro von KIRCHE IN NOT bestellt werden:

 

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Nach der Rückeroberung der sudanesischen Hauptstadt Khartum durch Regierungstruppen haben lokale Quellen KIRCHE IN NOT  (ACN) ein Video geschickt. Es zeigt den Zustand der Kathedrale St. Matthäus, eines geistlichen Zentrums der katholischen Christen im Sudan.

 

Die Bilder zeigen erhebliche Schäden am Gebäude. Der Altarraum ist verwüstet; ein Kreuz und andere sakrale Gegenstände wurden zerstört. Wie die lokalen Ansprechpartner berichten, haben die Truppen der Rapid Support Forces (RSF) die Kathedrale als Waffenlager genutzt.

Der verwüstete Altarraum der Kathedrale St. Matthäus in Khartum. © Kirche in Not
Die kleine christliche Gemeinde im Sudan, deren Anteil vor dem Krieg bei unter fünf Prozent der 43 Millionen Einwohner lag, habe sich weiter dezimiert, so die lokalen Quellen, die aus Sicherheitsgründen anonym bleiben müssen. Viele Christen seien geflohen. Gerade die Menschen in der Hauptstadt Khartum hätten in den vergangenen beiden Jahren enorm gelitten. Die katholische Gemeinde dort zählte vor dem Krieg wenige hundert Gläubige.

 

Größte humanitäre Krise der Welt

 

Auch wenn der Bürgerkrieg keine religiösen Motive hat, so haben religiöse Minderheiten im Sudan Diskriminierung durch islamistische Extremisten und staatliche Stellen beklagt, wie der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von KIRCHE IN NOT dokumentiert. Vor der Einführung der Verfassung im Jahr 2019 wurde eine massive staatliche Verfolgung gegenüber Nichtmuslimen verzeichnet. Viele brachten sich im mehrheitlich christlich geprägten Südsudan in Sicherheit.

Frauen bei einer heiligen Messe in Khartum (Archivbild). © Kirche in Not
Der aktuelle Bürgerkrieg hatte im April 2023 begonnen. Auslöser war ein Machtkampf zwischen Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und seinem früheren Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo, der die RSF-Miliz befehligt. In dem Krieg wurden zehntausende Menschen getötet, mehr als zwölf Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

 

Es handelt sich aktuell wohl um die größte humanitäre Krise der Welt. Beobachter befürchten auch nach der Rückeroberung der Hauptstadt Khartum kein Ende des Konflikts. KIRCHE IN NOT steht mit Ansprechpartnern vor Ort im Kontakt, die nach wie vor unter prekären Bedingungen ausharren.

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Verwendungszweck: Sudan

Sudan: Leidensweg der verfolgten Christen

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KIRCHE IN NOT (ACN) unterstützt in Sierra Leone die Ausbildung von 150 Priestern, um traumatisierte Menschen zu begleiten. Die Seelsorger sollen zu offiziellen „Beauftragten für Versöhnung, Heilung, sozialen Wandel und Zusammenhalt“ werden, so Pfarrer Peter Konteh, langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT und Vorsitzender der „Bruderschaft Katholischer Priester“ in Sierra Leone.
Pfarrer Peter Konteh, Vorsitzender der „Bruderschaft Katholischer Priester“ in Sierra Leone. © Kirche in Not
Für das westafrikanische Land an der Atlantikküste ist die Trauma-Bewältigung ein beherrschendes Thema: Überall sind noch die Folgen des Bürgerkriegs spürbar, der von 1991 bis 2002 andauerte. Das gilt auch für Konteh, wie er berichtet: „Ich lag eines Tages im Bett und schlief. Da hörte ich Explosionen. Ich sprang auf, weckte einen Priesterkollegen in meinem Haus und rief ihm zu: ,Wir müssen fliehen!’“ Doch der Priester beruhigte ihn: „Wir sind nicht mehr in Sierra Leone, sondern in den USA. Was Du hörst, ist das Feuerwerk zum Nationalfeiertag am 4. Juli.“ Da war der Krieg schon einige Jahre her. „Da merkte ich, dass ich nach wie vor traumatisiert bin“, erzählt Pfarrer Konteh.

 

Viele körperliche und seelische Wunden

 

Der Krieg in Sierra Leone und eine anschließende Ebola-Epidemie hätten viele seelische und körperliche Wunden hinterlassen: Rebellengruppen schlugen Menschen die Hände ab, um sie an der Teilnahme an Wahlen zu hindern. Das Militär übernahm in einem Staatsstreich die Macht. Zehntausende Menschen wurden während der elf Kriegsjähre getötet, verstümmelt oder – sogar als Kinder – zu Gräueltaten an ihren Landesleuten gezwungen.

Verstümmelte junge Männer in einer kirchlichen Einrichtung in Sierra Leone. © Kirche in Not
Welche Folgen das hat, verdeutlicht Pfarrer Konteh mit einem persönlichen Erlebnis: „An der Tür vor unserer Kathedralkirche saß immer ein Bettler. Auch er war während des Krieges verstümmelt worden. Eines Tages kam ein gut angezogener Mann und wollte dem Bettler eine Spende zustecken. Aber der weigerte sich, das Geld anzunehmen. Es stellte sich heraus: Der Bettler hatte den Mann wiedererkannt. Er war es, der ihm die Hände abgehackt hatte.“

 

Aus Wut wird Versöhnung

 

Der Seelsorger begann sich mit beiden Männern gemeinsam zu treffen. Der Bettler machte seiner Wut Luft: „Früher konnte ich arbeiten, heute kann ich nicht einmal mehr ohne Hilfe zur Toilette gehen. Siehst Du, in was für eine Situation du mich gebracht hast?“ Der Täter sei in Tränen ausgebrochen, erzählt Pfarrer Konteh: „Er erinnerte sich nach und nach an die Umstände der Tat. Er erzählte, dass er unter Drogen gesetzt worden war. Sie sehen, auch die Täter sind traumatisiert.“

In einer Kirche in Sierra Leone. © Kirche in Not
Nach acht Sitzungen habe der verstümmelte Mann schließlich erklärt, er könne seinen Peiniger jetzt besser verstehen und habe begonnen, ihm zu verzeihen. „Doch das reichte dem ehemaligen Kämpfer nicht“, berichtet der Priester. „Er wollte wissen, wie er sein Verbrechen wieder gut machen könne.“ Natürlich könnten die Taten nicht rückgängig gemacht werden, aber es würde aus diesen Begegnungen Wahrheit, Verständnis, Verantwortung und auch nach und nach Heilung entstehen.

 

Enge Zusammenarbeit von Christen und Muslimen

 

Dabei spiele auch das stabile Miteinander von Christentum und Islam in Sierra Leone eine große Rolle. Gut zwölf Prozent der acht Millionen Einwohner von Sierra Leone sind Christen, über 60 Prozent Muslime.

Armut in Sierra Leone (Foto: Ilona Budzbon/KIRCHE IN NOT)
Anders als in zahlreichen afrikanischen Staaten ist das Zusammenleben weitgehend konfliktfrei. „Einige unserer afrikanischen Nachbarn finden es seltsam, wenn Christen ihre muslimischen Freunde in der Moschee besuchen, aber für uns ist das normal“, berichtet Pfarrer Konteh. Eine gemeinsame Kommission stünde zur Verfügung, wenn es Streit zwischen Muslimen und Christen gebe. Fast die Hälfte der Priester in Sierra Leone seien Konvertiten, viele hätten durch die Schule Kontakt zum christlichen Glauben bekommen. Nach wie vor genieße die Kirche hohes Ansehen in der gesamten Bevölkerung: „Wir geben den Menschen nicht nur Brot zu essen; sie wissen, dass sie uns vertrauen können.“

 

Das soll nun auch beim neuen Projekt in der Trauma-Seelsorge spürbar werden. Selbstverständlich werden die ausgebildeten Geistlichen sowohl für Christen als auch Muslime da sein. Um die Weiterbildung fachlich und methodisch an den neuesten Entwicklungen auszurichten, arbeitet die „Bruderschaft Katholischer Priester“ mit der US-amerikanischen Universität Boston zusammen. Später sollen auch Ordensleute und freiwillige Helfer in der Begleitung traumatisierter Menschen geschult werden, so Pfarrer Konteh: „Auf diese Weise hoffen wir, ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine Nation zu sein, die noch immer tiefe Wunden zu heilen versucht.“

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Verwendungszweck: Sierra Leone

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KIRCHE IN NOT-Film über den Bürgerkrieg in Sierra Leone: "Die Kraft der Vergebung"

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Im Westen der Dominikanischen Republik wirkt sich die Krise im Nachbarland Haiti immer negativer aus. „Die Lage ist dort sehr gefährlich“, berichtete die Projektleiterin von KIRCHE IN NOT (ACN) für Mittelamerika, Veronica Katz, nach einer Reise in die Region. Es gebe zahlreiche Straßenkontrollen, das Militär sei überall präsent. Die Regierung der Dominikanischen Republik schiebe zahlreiche Haitianer ab, dennoch halte der Flüchtlingsstrom weiter an. „Die meisten Abschiebungen finden nachts statt, aber wir konnten sie auch tagsüber beobachten“, sagte Katz.
Veronica Katz, Projektleiterin von „Kirche in Not“ (ACN) für Mittelamerika. © Kirche in Not
Die große Zahl von Migranten stelle auch die lokalen Pfarrgemeinden vor große Herausforderungen. Sie versuchten sich um die Menschen aus Haiti zu kümmern, das stoße aber an personelle und auch sprachliche Grenzen, stellte Katz fest: „Viele Haitianer sprechen Französisch oder Haitianisch-Kreolisch. Es gibt nicht viele kirchliche Mitarbeiter, die beide Sprachen beherrschen.“

 

„Erschöpfung und das Gefühl, nicht alles zu schaffen“

 

Oft seien Katecheten die Träger des kirchlichen und karitativen Lebens, da Priester zahlreiche weiter entlegene und schlecht erreichbare Pfarreien betreuen müssten: „Das führt zu großer Erschöpfung und dem Gefühl, nicht alles zu schaffen.“ Einige kirchliche Mitarbeiter hätten ihren Einsatz in der Region abbrechen müssen, da ihnen die finanziellen Mittel fehlten, die sie für die Betreuung der Menschen brauchen.

Eine Frau umarmt einen Seelsorger in einer Pfarrei in Azua im Südwesten der Dominikanischen Republik. © Kirche in Not
Hinzu komme, dass der Westen der Dominikanischen Republik im Gegensatz zu den touristisch erschlossenen Landesteilen wirtschaftlich und sozial abgehängt seien: „Die Region wird von der Regierung ziemlich vernachlässigt“, stellte die Projektleiterin fest. Viele Bewohner arbeiteten in den Zuckerrohrplantagen, die Bedingungen dort seien sehr hart. Sekten versuchten mit allerlei Versprechen oder finanziellen Zuwendungen Menschen zu gewinnen.

 

Lebendige Kirche

 

Trotz dieser prekären Lage sei die Solidarität der Menschen gerade in den Pfarrgemeinden beeindruckend, so Katz: „Es gibt dort eine lebendige und aktive Kirche.“ „Kirche in Not“ unterstützt unter anderem die kirchliche Arbeit unter Migranten und in den Siedlungen der Zuckerrohrarbeiter. Außerdem finanziert das Hilfswerk Fahrzeuge für die Seelsorge in abgelegenen Gebieten. „Besonders hat mich berührt, was mir ein Pfarrer bei unserem Besuch gesagt hat“, berichtet Katz. „Unser Kommen lasse die Menschen spüren, dass sie nicht vergessen sind. Allein dieser Besuch sei schon ein Zeichen der Hoffnung.“

Sonne, Strand, Palmen, blaues Meer – die Dominikanische Republik ist ein beliebtes Ziel bei Touristen. Doch das Alltagsleben der Einwohner sieht anders aus.
Über 90 Prozent der rund 11,1 Millionen Einwohner der Dominikanischen Republik sind katholische Christen. Die anhaltende soziale und politische Krise im Nachbarland Haiti, wo in einigen Landesteilen bewaffnete Banden auf dem Vormarsch sind, verschärft auch die Situation vor Ort.
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Verwendungszweck: Dominikanische Republik

Flüchtlingsdrama in der Dominikanischen Republik

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Der 22-jährige Christ Waqas Masih aus Sheikhupura in der Provinz Punjab im Nordosten Pakistans soll von seinem Arbeitgeber angegriffen und verletzt worden sein. Der Vorfall ereignete sich bereits am 22. März, wie aus Berichten von Familienangehörigen hervorgeht, die KIRCHE IN NOT  (ACN) vorliegen.
Junger Christ in Pakistan (Symbolbild). © Kirche in Not
Demnach soll Masih, der in einer Papierfabrik arbeitet, sich zunächst geweigert haben, der Aufforderung seines Chefs Folge zu leisten, zum Islam zu konvertieren. Anschließend habe ihn dieser der Blasphemie beschuldigt und tätlich angegriffen, nachdem eine Seite des Korans im Müll aufgefunden wurde. Der junge Christ erlitt schwere Nackenverletzungen; er wird in einem Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Lahore behandelt.

 

Diskriminierung und Schikanen sind für religiöse Minderheiten Alltag

Der mutmaßliche Täter wurde verhaftet; die Ermittlungsbehörden stufen den Vorfall lokalen Angaben zufolge als versuchten Mord ein und haben die Ermittlungen aufgenommen.

Der Fall von Asia Bibi (Bild) wurde weltbekannt. Sie wurde auch der Blasphemie beschuldigt, aber später freigesprochen. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Kanada.
Kapuzinerpater Lazar Aslam hatte Mashi im Krankenhaus besucht; er teilte KIRCHE IN NOT mit: „Der Angriff ist ein schockierender Beleg für die Herausforderungen, vor denen religiöse Minderheiten in Pakistan stehen. Falsche Blasphemievorwürfe und Schikanen sind zu einem beunruhigenden Trend geworden.“ Der Ordensmann rief dazu auf, für das Opfer zu beten und „das Bewusstsein für die Situation marginalisierter Gruppen in Pakistan zu schärfen, damit ihre Stimmen gehört und ihre Rechte geschützt werden.“

 

Religiöse Minderheiten wie Christen und Hindus leiden in Pakistan unter Diskriminierung und Attacken extremistischer Muslime. In der islamischen Republik sind strikte Blasphemiegesetze in Kraft, oft kommt es zu falschen Anschuldigungen und Fällen von Lynchjustiz. Die pakistanischen Behörden gehen gegen solche Auswüchse vor; dennoch beklagen religiöse Minderheiten, dass sie nicht ausreichend geschützt sind. Diskriminierungen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, seien Alltag.

Kapuzinerpater Lazar Aslam betet mit Familienangehörigen am Krankenbett von Waqas Masih. © Kirche in Not

Einsatz für Rechtsbeistand

Auch gibt es nach wie vor zahlreiche Übergriffe auf Mädchen und junge Frauen, die von Extremisten entführt und zwangsverheiratet werden. Der Anteil der Christen in Pakistan liegt bei unter zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. KIRCHE IN NOT unterstützt unter anderem den Rechtsbeistand für Christen, die falschen Anschuldigungen ausgesetzt sind.

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Verwendungszweck: Pakistan

Märtyrer unserer Zeit: Hoffnung für verfolgte Christen in Pakistan

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KIRCHE IN NOT  (ACN) fördert in Kooperation mit dem Lateinischen Patriarchat von Jerusalem das Beratungszentrum „Bailasan“ in Bethlehem. Es richtet sich gezielt an Christen, die unter psychischen Belastungen und Traumata leiden. Das Zentrum ist in einem ehemaligen Kloster untergebracht; „Kirche in Not“ hat die Renovierungskosten mitfinanziert. Die Arbeiten wurden von Christen durchgeführt, die derzeit durch den Rückgang der Pilger arbeitslos geworden sind.
Mitarbeiter des Beratungszentrums „Bailasan“. © Kirche in Not
Obwohl sich die Kämpfe auf den Gaza-Streifen konzentrierten, nähmen auch unter der christlichen Minderheit im Westjordanland die psychischen Belastungen zu, erklärt der Psychologe Albert Khader Hani: „Der Krieg wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Wir sind mit verschiedenen Problemen konfrontiert, darunter Flucht und Gewalt.“ In einer Umfrage zu Beginn des Gaza-Krieges hatten bereits 60 Prozent von über 300 befragten Christen angegeben, psychologische und seelsorgerische Hilfe zu benötigen. Heute dürfte dieser Wert weit höher sein.

 

Vorurteile überwinden

 

Warum ein Zentrum, das speziell auf Christen zugeschnitten ist? „Wir haben unsere Identität und wollen sie bewahren. Wir wollen unsere Vision zusammen mit unseren christlichen Klienten weiterleben: im Heiligen Land in Sicherheit weiterhin leben zu können“, erklärt der Psychologe Hani.

Graffito an der Grenzmauer in Bethlehem mit der Aufschrift „Jesus weinte“ (Symbolbild). © Kirche in Not
Neben den kulturellen Besonderheiten gelte es auch Stigmatisierungen und Vorurteile zu überwinden, erklärt Schwester Lorena Cecilia, die ebenfalls im neuen Zentrum beschäftigt ist: „Manche Menschen fürchten sich, hierher zu kommen. Sie haben Angst, über ihre Probleme zu sprechen. Sie wollen nicht mit psychischen Krankheiten in Verbindung gebracht werden.“ Die Arbeit sei nicht leicht, aber langsam gelinge es, die Menschen mehr für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren.

 

Balsam für die Nöte der Menschen

Die Mitarbeiter gehen dafür aktiv an die Öffentlichkeit: Sie besuchen Jugendgruppen, Pfarreien, kirchliche Schulen oder Selbsthilfeeinrichtungen zum Beispiel für alleinerziehende Mütter. Die christliche Ausrichtung trage dazu bei, dass die Menschen schneller Vertrauen fassen könnten. Muslimische Ratsuchende würden dennoch nicht abgewiesen: Die Mitarbeiter stellen für sie Kontakte zu anderen Beratungsstellen her.

Blick von einer Kirche auf Teile des Westjordanlands.
„Aktuell haben wir es vor allem mit Menschen zu tun, deren Familienangehörige bereits ins Ausland gegangen sind. Die Menschen fühlen sich zerrrissen und es fällt ihnen schwer, ihr alltägliches Leben zu führen“, erklärt Schwester Lorena. „Physisch sind sie hier im Heiligen Land, aber ihre Gedanken drehen sich nur ums Auswandern.“

 

Der arabische Name des Zentrums „Bailasan“ bedeutet „Balsam“ und ist inspiriert von der Bibelstelle Jeremia 8,22: „Gibt es denn keinen Balsam in Gilead, ist dort kein Wundarzt? Warum schließt sich denn nicht die Wunde der Tochter, meines Volkes?“ Die Mitarbeiter wollen ein „Balsam sein für die Nöte der Menschen in einer vom Krieg zerrütteten Region“, betont das Lateinische Patriarchat von Jerusalem anlässlich der Eröffnung.

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Verwendungszweck: Heiliges Land

Wege zum Frieden im Heiligen Land? (mit Abt Nikodemus Schnabel)

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Am vergangenen Wochenende sind in Nigeria zwei weitere Priester entführt worden. Das geht aus Berichten hervor, die KIRCHE IN NOT (ACN) vorliegen.

Demnach wurde am Samstag Pfarrer Stephen Echezona aus der Diözese Akwa im südnigerianischen Bundesstaat Anambra an einer Tankstelle verschleppt. Nur 24 Stunden später meldete die Diözese Owerri im benachbarten Bundesstaat Imo die Entführung von Pfarrer John Ubaechu. Auch er wurde während einer Autofahrt verschleppt. Über die Täter oder das weitere Schicksal der Entführten ist bislang nichts bekannt.

Der entführte Priester Stephen Echezona aus dem Bistum Akwa. © Kirche in Not
Mit den beiden jüngsten Fällen steigt die Zahl der in diesem Jahr entführten kirchlichen Mitarbeiter in Nigeria auf zwölf an. Zwei von ihnen – Pfarrer Sylvester Okechukwu aus dem Bundestaat Kaduna und der Priesterseminarist Andrew Peter aus dem Bundesstaat Edo – wurden im März getötet.

 

Nirgendwo auf der Welt werden mehr kirchliche Mitarbeiter verschleppt

 

Damit ist Nigeria das Land, in dem 2025 bislang am meisten Priester, Ordensleute und Seminaristen entführt wurden. Weltweit liegen KIRCHE IN NOT Informationen über 15 Entführungsfälle vor, davon zwölf allein in Nigeria. Sieben dieser Entführungen ereigneten sich im mehrheitlich christlich geprägten Süden des Landes.

Pfarrer John Ubaechu wurde in der Diözese Owerr verschleppt. © Kirche in Not
Die Sicherheitslage in Nigeria ist komplex: Während im Norden und im sogenannten Middle Belt („Mittlerer Gürtel“) islamistischer Terror sowie ethnische und soziokulturelle Spannungen die Hauptursachen für die Gewalt sind, zeichnen im Süden oft kriminelle Banden für die Entführungen verantwortlich. Sie wollen damit Lösegeld erpressen.

 

Die nigerianische Bischofskonferenz hat mehrfach ein stärkeres staatliches Eingreifen gegen Gewalt und Kriminalität gefordert. Gleichzeitig rufen die Bischöfe ihre Gemeinden dazu auf, keine Selbstjustiz zu üben oder die Lage weiter eskalieren zu lassen.

 

UPDATE: Soeben erhielten wir die Nachricht, dass Pater Stephen Echezona von nigerianischen Sicherheitskräften gerettet worden ist (24. März, 16 Uhr).

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Verwendungszweck: Nigeria

„Gegen Mächte und Gewalten – geistlicher Kampf in Nigeria“ (mit Bischof Oliver Dashe Doeme)

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Am 1. März 1911 wurde der als „Engel von Dachau“ bekannt gewordene Pater Engelmar Unzeitig in Greifendorf im Schönhengstgau geboren. Sein selbstloser Einsatz in den Typhusbaracken des Konzentrationslagers Dachau ließen ihn in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs zu einem Apostel der Nächstenliebe werden.

 

Am 24. September 2016 wurde er in Würzburg seliggesprochen. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT blickt der Postulator in diesem Seligsprechungsverfahren, Pater Wolfgang Zürrlein CMM, zurück auf das Leben des „deutschen Maximilian Kolbe“. Das Interview führte Volker Niggewöhner von KIRCHE IN NOT.

 

Foto oben: Fenster im Atrium des Würzburger Piusseminars. (Pater Arnold Schmitt CMM)

Pater Wolfgang Zürrlein CMM
Herr Pater Zürrlein, was muss man über die Herkunft, das Elternhaus und den Charakter, zum besseren Verständnis des späteren Märtyrers, wissen?

Hubert – so sein Taufname – Unzeitig war der einzige Junge unter vier Mädchen in der Familie. Der Vater war im Ersten Weltkrieg in russischer Gefangenschaft, als Hubert noch ein Kind war, gestorben. Die Mutter betrieb zusammen mit den fünf Kindern eine kleine Landwirtschaft. So war Hubert der prädestinierte Erbe des Hofes. Die Mutter war eine sehr religiöse Frau und schickte auch die Kinder regelmäßig zum Gottesdienst in die Kirche, die eine halbe Stunde zu Fuß von ihrem Hof entfernt lag. In der Familie wurde bei Tisch und auch am Abend zusammen gebetet. Er fand bei der Großmutter das „Vergissmeinnicht“, ein Missionsmagazin und den Missionskalender der Mariannhiller Missionare, Zeitschriften, durch welche die Familie die Mission unterstützte.

 

Hubert Unzeitig war ein begabter und lernbegieriger Junge. In seinen Zeugnissen stehen nur Einsen und Zweien. Er war ehrgeizig und mit hochfliegenden Plänen im Kopf. Er war ein frommer und zurückhaltender, vielleicht sogar schüchterner Junge. Er dachte wohl daran, Priester und Missionar zu werden, aber er traute sich anfangs noch nicht, diesen Wunsch zu offenbaren, weil er wusste, welche Hoffnungen seine Mutter in ihn setzte hinsichtlich der Landwirtschaft.

Der Schönhengstgau liegt in Böhmen und Mähren und war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs die größte deutsche Sprachinsel der Tschechoslowakei.
Warum wurde er dennoch Priester?

Als er merkte, dass Christus selbst ihn in seine Nachfolge rief und als er im Gebet mit sich selbst ins Reine kam, offenbarte er sich der Mutter. Die war nicht wenig geschockt. Sie zweifelte an seiner Berufung; sie glaubte an ein momentanes Strohfeuer, das vielleicht wieder abflaue. Um sicher zu sein, ging sie mit dem 16-jährigen Sohn in ein nahe gelegenes Redemptoristenkloster, ein Pater dort sollte den Jungen prüfen, ob er wirklich Geistlichen Beruf habe. Als dieser bejahte, gab schließlich die Mutter schweren Herzens nach. Hubert Unzeitig besuchte dann die Spätberufenen-Schule in Reimlingen, studierte in Würzburg, wo er am 6. August 1939 auch zum Priester geweiht wurde. Am 15. August feierte er Primiz in seiner heimatlichen Pfarrkirche. Dann wurde er nach Riedegg bei Linz in Österreich versetzt. Wer aktiven Seelsorgsdienst machte, wurde zunächst noch vom Militärdienst freigestellt.

 

Was ist über seine priesterliche Haltung in der Zeit bekannt?

Er war ein sehr eifriger Pfarrer. Auf Burg Riedegg, die den Mariannhillern gehörte, waren damals französische Kriegsgefangene, die tagsüber auf den Bauernhöfen der Umgebung arbeiteten, während der Nacht inhaftiert. Für diese Gefangenen hielt Pater Engelmar am Sonntag die Heilige Messe, die damals noch lateinisch gelesen wurde. Für die Gefangenen war die Messe wie ein Zuhause, ein Stück Heimat in der Gefangenschaft. Pater Engelmar hielt ihnen sogar eine französische Predigt, was eigentlich nicht erlaubt war. Das zeigt, wie ernst er die Seelsorge nahm.

Schloss Riedegg in der Nähe von Gallneukirchen Oberösterreich (wikipedia, gemeinfrei).
Am 21. April 1941 wurde Pater Engelmar Unzeitig von der Gestapo im Pfarrhaus verhaftet. Wie kam es dazu?

Das wissen wir leider nicht genau. Die Anklage lautete wegen wegen „tückischer Äußerungen und Verteidigung der Juden”. Man erzählt sich bei den Glöckelberger Heimatvertriebenen, ein Ministrant, den Engelmar getadelt hatte, habe ihn angezeigt. Er habe gesagt, „man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen” und auch die Juden in Schutz genommen. Die Verhörprotokolle seien bei der Gestapo in Linz vernichtet worden.

 

Pater Engelmar wurde am 3. Juni 1941 im KZ Dachau eingeliefert. Wie sah der Alltag eines Priesterhäftlings aus?

Die Häftlinge wurden um vier Uhr morgens – im Sommer sogar schon um drei Uhr – geweckt. Danach folgte der Zählappell, der bei jeder Witterung oft Stunden dauerte. Manche Häftlinge sagten: „Wir erstehen uns den Himmel.” Von sechs bis zwölf Uhr und von 13 bis 18 Uhr war Arbeitszeit, nur unterbrochen vom Essenfassen. Ab 19 Uhr wieder Zählappell und ab 21 Uhr hieß es „Licht aus” und dann Bettruhe. Für die Messe mussten die Häftlinge eigens eine Stunde früher aufstehen. Worunter die Häftlinge am Anfang besonders litten, war der Bettenbau und die Schrankordnung, bei der sie sehr schikaniert wurden, vor allem die „Neuen”. Nicht selten fanden sie nach der Kontrolle ihre Sachen und ihr Bett auf dem Boden oder gar auf der Lagerstraße vor. Und nicht zu vergessen der Morgen- und Abendappell bei Wind und Regen, bei Hitze und Sonnenschein. Manche sind einfach ohnmächtig zusammengebrochen. Oft begleitet von unflätigen Tobsuchtsanfällen, Tritten und Schlägen der SS.

 

Man wollte den Häftlingen jede Selbstachtung nehmen. Sie sollten sich recht- und wertlos fühlen, sich wie der letzte Dreck vorkommen. Viele haben deshalb auch ihr Leben freiwillig im elektrischen Draht beendet. Der spätere Erzbischof von Lusaka, Adam Kardinal Kozlowiecki SJ, sagte in seinen Erinnerungen: „Man wollte unsere Seele vernichten.”

Pater Engelmar Unzeitig CMM
Man hat das KZ Dachau auch „das größte Kloster der Welt” genannt, denn dort gab es wegen der vielen inhaftierten Geistlichen eigene „Priesterblöcke”. Wie viele Geistliche waren dort insgesamt eingesperrt?

In der Gedenkstätte Dachau wird als Gesamtzahl der inhaftierten Geistlichen 2720 genannt, davon waren 1780 polnische Geistliche, also fast zwei Drittel. Die deutschen Geistlichen wohnten im Block 26, wo auch eine Kapelle eingerichtet war. Es gab aber auch niederländische, belgische, französische und italienische Geistliche in anderen Blöcken. Von den Vergünstigungen, zum Beispiel Messbesuch und Kapellenbesuch, waren die Ausländer ausgeschlossen.

Priesterweihe und Exerzitien im Konzentrationslager

 

Haben Sie Beispiele dafür, wie man im Lager den Glauben leben konnte?

Ich weiß von Häftlingen, dass einzelne Ausländer trotz Verbots immer anwesend waren bei den Gottesdiensten. Das war nicht so genau zu kontrollieren. Es gab sogar einmal eine Priesterweihe im KZ. Karl Leisner, ein Münsteraner Diakon, wurde von einem französischen Bischof zum Priester geweiht, heute ist er seliggesprochen. Pater Kentenich hat sogar Exerzitien erteilt und die heilige Kommunion beim Morgenappell ausgeteilt – alles ohne Wissen der SS. Auf dem Trockenboden in der Plantage, also der Gärtnerei, haben mehrere Priesterhäftlinge einen kleinen Katechismus zusammengestellt, ihn auch ins Russische übersetzt und dann 12-mal mit der Hand abgeschrieben. Diese Büchlein gingen dann von Hand zu Hand unter jungen, russischen Häftlingen, obwohl jede religiöse Betätigung unter einander verboten war.

 

Pater Engelmar hat mit diesen Büchlein gearbeitet. So hat er, weil er ein wenig Russisch konnte, ihnen den Katechismus erklärt; alles natürlich heimlich. Das nenne ich Glauben leben im KZ, mit hohem Risiko. Man kann überall den Glauben leben. Einige der Häftlinge sind heute bereits seliggesprochen. Pfarrer Georg Häfner, auch er aus der Diözese Würzburg.

Dachau, Konzentrationslager Schutzhaftlager Dachau.- Häftlinge Töpfe tragend (Bundesarchiv, Bild 152-23-27A / CC-BY-SA 3.0).
Was ist über das Verhalten Pater Engelmars seinen Mithäftlingen gegenüber bekannt?

Pater Engelmar hat die russischen Gefangenen nicht nur religiös unterwiesen, sondern zum Beispiel auch bei anderen Priestern um Lebensmittel für diese jungen Russen gebettelt, wenn sie ein Paket erhalten hatten. Er hat, so berichtet Pfarrer Hermann Dümig, ein Mitgefangener aus der Diözese Würzburg, als er im Kommando „Messerschmittbaracke” auf der Nachtschicht arbeitete, lange religiöse Gespräche mit einem inhaftierten russischen Politoffizier geführt. Es ist bekannt, dass dieser russische Offizier nach Engelmars Tod zur katholischen Kirche konvertierte. Er nannte Engelmar Unzeitig einen „Heiligen”. Überlebende des KZs beschreiben Engelmar als bescheiden, zurückhaltend oder gar schüchtern, aber hilfsbereit und geistlich vorbildlich.

 

Gegen Kriegsende verschärften sich die ohnehin schon harten Lebensbedingungen für die inhaftierten Priester noch einmal. Die KZs im Osten mussten nach Westen verlegt werden, was zu Überbelegungen führte. Krankheiten wurden eingeschleppt. Man brauchte Pfleger für die Typhusbaracken. Freiwillige wurden gesucht. Einer von ihnen war Engelmar Unzeitig …

Pater Engelmar war einer von insgesamt 20 Freiwilligen für den Dienst in den Todesbaracken. Zehn deutsche und zehn polnische Geistliche haben sich für diese Aufgabe, die den fast sicheren Tod bedeutete, gemeldet. Nur zwei haben den Einsatz überlebt. Einer davon ist Pater Johannes Lenz, von dem wir wissen, wie es in den Baracken zuging. Pater Engelmar hatte sich freiwillig als Blockschreiber gemeldet, denn als solcher hatte er freien Zugang zu allen Räumen in seinem Block, d.h. er konnte zu allen Kranken, sie sauber machen, mit ihnen reden, ihnen vielleicht sogar die Beichte abnehmen, ihnen die Krankensalbung spenden. Da freute sich sein seeleneifriges Herz.

 

Sein priesterlicher Bettnachbar in Block 26, Pfarrer Josef Witthaut, sagte ihm: „Engelmar, weißt Du, dass das deinen Tod bedeuten kann?” Er lächelte nur und sagte: „Wenn es Gott will!?” Und Pater Lenz erinnerte sich: „Mitte Januar klopfte es am Fenster unseres Blocks: Pater Engelmar, schon vom Fieber gezeichnet, wollte heilige Öl für die Krankensalbung. Ich gab ihm welches und warnte ihn vor der Ansteckung. Er lächelte nur, zuckte mit den Schultern und bedankte sich fürs heilige Öl. Eine Woche später war Pater Engelmar tot.” Er hat seinen Krankendienst als Teil seiner priesterlichen Sendung und Verantwortung verstanden. Er wollte möglichst vielen der kranken Mithäftlinge, viele davon Russen, den Weg zu Gott ebnen und ihnen – soweit möglich – ein menschenwürdiges Sterben ermöglichen.

Foto (IKLK-Archiv) : Lagerkapelle im KZ Dachau (1944)

„Ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn”


Gibt es sonst noch etwas, das man als sein Vermächtnis bezeichnen könnte?

Er hat – allerdings war das bereits im Jahr 1944 – einen Brief an seine Schwester Adelhilde geschrieben, den man als sein Vermächtnis bezeichnen könnte. In diesem Brief vom 7. Juli 1944 heißt es: „All das nimmt uns aber nicht die Gelassenheit, da wir uns alle in Gottes Hand wohl geborgen wissen. (…) Ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn. All unser Tun, unser Wollen und Können, was ist es anderes als seine Gnade, die uns trägt und leitet. Seine allmächtige Gnade hilft uns über die Schwierigkeiten hinweg.”

 

Dann folgt der schöne Satz: „Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, sie macht innerlich frei und froh. Es ist wirklich in keines Menschen Herz gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (…) Unsterblich ist das Gute und der Sieg muss Gottes bleiben, wenn es uns auch manchmal nutzlos erscheint, die Liebe zu verbreiten in der Welt.” Dann fährt er fort: „Wir sind noch, Gott sei Dank, heil und unversehrt, auch PaterLenz. Deiner im Gebet gedenkend grüßt Dich herzlichst Hubert.”

 

Pater Engelmar Unzeitig wird „Engel von Dachau” oder auch „Maximilian Kolbe der Deutschen” genannt. Dennoch ist er noch nicht so bekannt, wie er es verdient hätte. Woran liegt das?

Erst durch die Biografie Pater Engelmars „Eine Spur der Liebe hinterlassen”, die Pater Adalbert Balling 1984 veröffentlicht hat, wurde Pater Engelmar – selbst bei seinen nachkommenden Mitbrüdern – bekannt. Ich habe in Rom einmal den Generalrelator in der Seligsprechungskongregation gefragt, warum so wenige Deutsche, aber so viele Italiener und Spanier selig gesprochen werden. Er antwortete mir: „In Deutschland glauben viele Christen nicht mehr an Wunder, und deshalb beten sie auch nicht mehr zu den Heiligen um ein Wunder.” Ob an dieser Erklärung etwas Wahres ist, mag jeder für sich selbst beantworten.

Gedenkgottesdienst für die 2.500 Sudetendeutschen, die in das KZ Dachau in Folge des Münchener Abkommens von 1938 verbracht wurden (2018) – Quelle: www.engelmarunzeitig.de
Was ist aus Ihrer Sicht die Botschaft Pater Unzeitigs in unserer Zeit?

Hier kann ich nur wiederholen, was Pater Sales Hess bei der Überführung von Engelmars Asche in unsere Kirche in der Predigt gesagt hat: „Pater Engelmar war ein Held der Caritas und des apostolischen Eifers. (…) Wir dürfen den Christen von heute das Wort Pater Engelmars zurufen: Tut Gutes; denn unsterblich ist das Gute, und der Sieg muss Gottes bleiben.” Auch für mich war Pater Engelmar ein Missionar nach dem Herzen Jesu. Sein Geist kann auch Tschechen und Deutsche wieder im Glauben verbinden und uns als Nachfahren in der Mariannhiller Gemeinschaft als Vorbild dienen.

- Seliger Pater Engelmar Unzeitig CMM
Die Stadt Zamora im zentralmexikanischen Bundesstaat Michoacán hat eine der höchsten Mordraten des Landes. Gewalt, Kriminalität und Straßenkämpfe sind dort Alltag. „Ein Kind aus unserer Schule musste mit ansehen, wie sein Vater getötet wurde“, berichtet Schwester Rosalina KIRCHE IN NOT (ACN). „Ein anderes Mal wurde eine Mutter vor ihrem Haus erschossen – vor den Augen ihrer drei Kinder.“
Eine Ordensschwester bringt Frauen in einem Dorf im Umland von Zamora die Kommunion.
Solche Geschichten sind keine Einzelfälle. Zu den Aufgaben der Arbeiterinnen-Schwestern von der Heiligen Familie (Hermanas Operarias de la Sagrada Familia) gehöre leider immer wieder das Überbringen von Todesnachrichten, erzählt Oberin Schwester Josefina: „Das Schwierigste ist es, einem Kind zu sagen, dass sein Vater ermordet wurde.“

 

Grausame Drohungen

 

Die Ordensfrauen betreiben in Zamora eine Schule für 300 Kinder. „Wir versuchen ihnen zu helfen, widerstandsfähiger zu werden und keine Angst zu haben“, sagt Schwester Josefina. Dazu besuchen sie auch die umliegenden Dörfer. Dort herrsche oft Terror und Angst, weiß Schwester Rosalina: „In einem Dorf war es einmal besonders schlimm. Die Familien erhielten grausame Drohungen. Eine Bande kündigte an, alle Kinder im Ort zu töten.“

Junge Ordensfrauen bereiten eine Mahlzeit zu.
Immer wieder kämen aus diesen Dörfern junge Frauen, die aus schwierigen Verhältnissen stammen oder häusliche Gewalt erlebt hätten, und suchten Zuflucht im Kloster. „Wenn sie ankommen, bieten wir ihnen menschliche und psychologische Hilfe an, damit sie heilen, vergeben und sich von all dem mitgebrachten Schmerz erholen können. Wir sind zu 100 Prozent für sie da“, erzählt Schwester Miriam.

 

Geistliche und psychologische Begleitung

 

Immer wieder entschieden sich auch junge Frauen für das Ordensleben – und gingen dann wieder als Helferinnen in die Orte, von wo sie einst geflüchtet seien. Es würde jedoch keine junge Frau zum Eintritt überredet, so Schwester Miriam, die als Novizenmeisterin tätig ist: „Wir bieten ihnen umfassende geistliche und psychologische Hilfe an. Wir unterstützen sie, damit sie zu einer Entscheidung kommen. Dann bilden wir sie aus, damit sie vorbereitet in die Dörfer gehen können.“ „Kirche in Not“ unterstützt regelmäßig die Ausbildung des Ordensnachwuchses der Schwestern der Heiligen Familie. Auch Oberin Josefina und Schwester Miriam konnten dank eines Stipendiums von „Kirche in Not“ studieren.

- Schwester Rosalina S.F.B.
Warum bleiben die Schwestern trotz der ständigen Gefahren, was hält sie aufrecht? Schwester Rosalina erklärt: „Wir wollen nicht weglaufen. Wir wollen diejenigen begleiten, die leiden. Wir lassen sie nicht im Stich.“ Kraft und Mut gebe ihr und ihren Mitschwestern das Gebet: „Gerade auch unsere älteren Mitschwestern, die krank oder gebrechlich sind, beten bei unseren Einsätzen unablässig für uns.“

 

Außerdem sei es schön zu sehen, wie Schüler, die Bewohner in den Dörfern und die jungen Novizinnen menschlich wachsen, betont Oberin Schwester Josefina: „Die Möglichkeit, ein Licht- und Hoffnungsstrahl zu sein, gibt uns Kraft. Wir sind dankbar für die Aufgabe, die uns übertragen wurde: Zusammen mit den Menschen in Gewalt und Armut eine Familie zu sein.“

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Das westafrikanische Burkina Faso ist eines der Epizentren des Islamismus in der Sahelzone. Nahezu die Hälfte des Landes wird von Terrorgruppen kontrolliert. Zwei Millionen Menschen sind UN-Angaben zufolge auf der Flucht. Terror und Gewalt treffen alle Bevölkerungsgruppen. Beobachter stellen jedoch auch gezielte Attacken auf christliche Bewohner fest, die rund ein Viertel der Einwohner Burkina Fasos ausmachen.
Burkina Faso: Angehende Katecheten feiern Gottesdienst in ihrem Ausbildungszentrum.
In dieser dramatischen Situation sind es häufig engagierte Gläubige, die als Katecheten das kirchliche Leben aufrechterhalten, Hilfen koordinieren und der Nächstenliebe ein Gesicht geben – oft um den Preis des eigenen Lebens. „Die Katecheten zahlen den höchsten Preis in diesem Terrorkrieg – unter ihnen gibt es mehr Märtyrer als unter den Priestern“, berichtet Edgard Ouedraogo KIRCHE IN NOT. Der Priester leitet ein Ausbildungszentrum für Katecheten in der Diözese Kaya im Nordosten von Burkina Faso. Für ihn steht fest: „Unsere Katecheten sind die Helden der Kirche.“

 

Ohne Katechten geht nichts

 

In vielen afrikanischen Staaten spielen Katecheten eine zentrale Rolle im kirchlichen Leben. Die Pfarreien sind riesengroß, Dörfer oft nur schwer erreichbar. Pfarrer können die Außenstellen ihrer Gemeinden nur unregelmäßig besuchen. Hinzukommt, dass die Terroristen viele Seelsorger vertrieben haben. Umso wichtiger ist die Arbeit der Katecheten, die aus der Dorfgemeinschaft kommen, berichtet Pfarrer Edgard: „Sie vertreten den Pfarrer in den Dörfern und Vertriebenenlagern. In seiner Abwesenheit leiten sie die Gottesdienste, geben Religionsunterricht, besuchen die Kranken und Hilfsbedürftigen. Ohne Katecheten könnten wir in Burkina Faso nicht auskommen.“

Flüchtlinge im Bistum Kaya (Burkina Faso).
Auf diesen anspruchsvollen Dienst werden die Katecheten intensiv vorbereitet. Die Ausbildung dauert vier Jahre. In dieser Zeit leben die angehenden Katecheten und ihre Familien mit anderen Bewerbern zusammen. Der Alltag ist wie in einem Priesterseminar von Stundengebet, heiliger Messe, Anbetung, Vorlesungen und praktischen Einheiten geprägt. „Oft durchlaufen die Frauen die gleiche Ausbildung wie ihre Ehemänner. Dann bekommen sie später den Auftrag, die Nachbargemeinde zu betreuen“, erklärt Pfarrer Edgard.

 

„Katecheten sind bereit, ihr Leben hinzugeben“

 

Der Ausbildungsleiter hebt hervor, dass sich die angehenden Katecheten sehr bewusst seien, was auf sie zukommen kann: „Es sind Menschen, die bereit sind, ihr Leben bis zum letzten Atemzug für Christus hinzugeben.“ Die Diözesen verfügten über zu wenig Mittel, um die Katecheten zu bezahlen. Gleichzeitig sei der Dienst so aufwendig, dass vielen Katecheten zu wenig Zeit bliebe, um einer weiteren Arbeit nachzugehen oder als Bauern ihre Felder zu bestellen. „Wenn die Gemeinde ihren Katecheten mit Lebensmitteln oder anderen Dingen unterstützen kann, dann tut sie es“, berichtet der Priester. Aber angesichts der großen Not in Burkina Faso sei es jetzt oft andersherum: „Oft wird der Katechet gebeten, anderen Christen zu helfen.“

Ein Katechet mit seiner Familie
Damit dies möglich ist, springt KIRCHE IN NOT ein und übernimmt nicht nur Ausbildungskosten für angehende Katecheten, sondern auch die Schulgebühren für deren Kinder oder die Versorgung mit Lebensmitteln. Das sei überlebenswichtig, betont Pfarrer Edgard: „Ohne diese Hilfen wären wir mit einer noch größeren Nahrungsmittelkrise konfrontiert, die Situation wäre noch katastrophaler.“ Die Präsenz und der Einsatz der Katecheten sicherten nicht nur das kirchliche Leben in Burkina Faso: „Wenn die Kirche nicht missionarisch ist, verliert sie ihre Daseinsberechtigung. Durch die Arbeit der Katecheten können wir den Menschen die Barmherzigkeit Gottes zeigen.“

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Burkina Faso: Starker Glaube trotz großer Armut