„Papst Leo war einer unserer Projektpartner. Wir konnten während seiner Amtszeit als Bischof von Chiclayo im Norden Perus von 2015 bis 2023 zahlreiche Projekte in seiner Diözese unterstützen“, erklärte der Generalsekretär von KIRCHE IN NOT, Philipp Ozores. Hilfen gingen in Prevosts Amtszeit unter anderem an Priesterseminaristen, Katecheten und Missionare in entlegenen Andenregionen.
Mitarbeiter und rund 1000 Wohltäter von KIRCHE IN NOT konnten die Ereignisse rund um das Konklave hautnah erleben: Sie halten sich aktuell zu einer Jubiläumswallfahrt in Rom auf. „Unser Hilfswerk freut sich darauf, seinen Dienst für die Weltkirche und die Zusammenarbeit mit Leo XIV. fortzusetzen und die Kirche dort zu stärken, wo sie verfolgt wird und am meisten Hilfe benötigt“, so Philipp Ozores abschließend.
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Auf 16 illustrierten Seiten im Format DIN A6 informiert KIRCHE IN NOT über das Leben und Wirken dieses bedeutenden Theologen und Kirchenlehrers. Thomas von Aquin prägte mit seinen Schriften die katholische Theologie nachhaltig und gilt als einer der wichtigsten Denker des Mittelalters. Seine Werke, insbesondere die „Summa theologiae“, sind bis heute von großer Bedeutung für die Glaubenslehre der Kirche.
Thomas von Aquin wurde um 1225 geboren. Er trat in den Dominikanerorden ein und studierte in Paris und Köln, wo er unter anderem von Albertus Magnus unterrichtet wurde. Seine philosophischen und theologischen Ansätze verbanden den christlichen Glauben mit dem Denken des griechischen Philosophen Aristoteles. Im Jahr 1323 wurde er von Papst Johannes XXII. heiliggesprochen und 1567 zum Kirchenlehrer erhoben.
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Die Bilder zeigen erhebliche Schäden am Gebäude. Der Altarraum ist verwüstet; ein Kreuz und andere sakrale Gegenstände wurden zerstört. Wie die lokalen Ansprechpartner berichten, haben die Truppen der Rapid Support Forces (RSF) die Kathedrale als Waffenlager genutzt.
Auch wenn der Bürgerkrieg keine religiösen Motive hat, so haben religiöse Minderheiten im Sudan Diskriminierung durch islamistische Extremisten und staatliche Stellen beklagt, wie der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von KIRCHE IN NOT dokumentiert. Vor der Einführung der Verfassung im Jahr 2019 wurde eine massive staatliche Verfolgung gegenüber Nichtmuslimen verzeichnet. Viele brachten sich im mehrheitlich christlich geprägten Südsudan in Sicherheit.
Es handelt sich aktuell wohl um die größte humanitäre Krise der Welt. Beobachter befürchten auch nach der Rückeroberung der Hauptstadt Khartum kein Ende des Konflikts. KIRCHE IN NOT steht mit Ansprechpartnern vor Ort im Kontakt, die nach wie vor unter prekären Bedingungen ausharren.
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Verwendungszweck: Sudan
Der Krieg in Sierra Leone und eine anschließende Ebola-Epidemie hätten viele seelische und körperliche Wunden hinterlassen: Rebellengruppen schlugen Menschen die Hände ab, um sie an der Teilnahme an Wahlen zu hindern. Das Militär übernahm in einem Staatsstreich die Macht. Zehntausende Menschen wurden während der elf Kriegsjähre getötet, verstümmelt oder – sogar als Kinder – zu Gräueltaten an ihren Landesleuten gezwungen.
Der Seelsorger begann sich mit beiden Männern gemeinsam zu treffen. Der Bettler machte seiner Wut Luft: „Früher konnte ich arbeiten, heute kann ich nicht einmal mehr ohne Hilfe zur Toilette gehen. Siehst Du, in was für eine Situation du mich gebracht hast?“ Der Täter sei in Tränen ausgebrochen, erzählt Pfarrer Konteh: „Er erinnerte sich nach und nach an die Umstände der Tat. Er erzählte, dass er unter Drogen gesetzt worden war. Sie sehen, auch die Täter sind traumatisiert.“
Dabei spiele auch das stabile Miteinander von Christentum und Islam in Sierra Leone eine große Rolle. Gut zwölf Prozent der acht Millionen Einwohner von Sierra Leone sind Christen, über 60 Prozent Muslime.
Das soll nun auch beim neuen Projekt in der Trauma-Seelsorge spürbar werden. Selbstverständlich werden die ausgebildeten Geistlichen sowohl für Christen als auch Muslime da sein. Um die Weiterbildung fachlich und methodisch an den neuesten Entwicklungen auszurichten, arbeitet die „Bruderschaft Katholischer Priester“ mit der US-amerikanischen Universität Boston zusammen. Später sollen auch Ordensleute und freiwillige Helfer in der Begleitung traumatisierter Menschen geschult werden, so Pfarrer Konteh: „Auf diese Weise hoffen wir, ein Leuchtfeuer der Hoffnung für eine Nation zu sein, die noch immer tiefe Wunden zu heilen versucht.“
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Verwendungszweck: Sierra Leone
Oft seien Katecheten die Träger des kirchlichen und karitativen Lebens, da Priester zahlreiche weiter entlegene und schlecht erreichbare Pfarreien betreuen müssten: „Das führt zu großer Erschöpfung und dem Gefühl, nicht alles zu schaffen.“ Einige kirchliche Mitarbeiter hätten ihren Einsatz in der Region abbrechen müssen, da ihnen die finanziellen Mittel fehlten, die sie für die Betreuung der Menschen brauchen.
Trotz dieser prekären Lage sei die Solidarität der Menschen gerade in den Pfarrgemeinden beeindruckend, so Katz: „Es gibt dort eine lebendige und aktive Kirche.“ „Kirche in Not“ unterstützt unter anderem die kirchliche Arbeit unter Migranten und in den Siedlungen der Zuckerrohrarbeiter. Außerdem finanziert das Hilfswerk Fahrzeuge für die Seelsorge in abgelegenen Gebieten. „Besonders hat mich berührt, was mir ein Pfarrer bei unserem Besuch gesagt hat“, berichtet Katz. „Unser Kommen lasse die Menschen spüren, dass sie nicht vergessen sind. Allein dieser Besuch sei schon ein Zeichen der Hoffnung.“
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Verwendungszweck: Dominikanische Republik
Der mutmaßliche Täter wurde verhaftet; die Ermittlungsbehörden stufen den Vorfall lokalen Angaben zufolge als versuchten Mord ein und haben die Ermittlungen aufgenommen.
Religiöse Minderheiten wie Christen und Hindus leiden in Pakistan unter Diskriminierung und Attacken extremistischer Muslime. In der islamischen Republik sind strikte Blasphemiegesetze in Kraft, oft kommt es zu falschen Anschuldigungen und Fällen von Lynchjustiz. Die pakistanischen Behörden gehen gegen solche Auswüchse vor; dennoch beklagen religiöse Minderheiten, dass sie nicht ausreichend geschützt sind. Diskriminierungen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, seien Alltag.
Auch gibt es nach wie vor zahlreiche Übergriffe auf Mädchen und junge Frauen, die von Extremisten entführt und zwangsverheiratet werden. Der Anteil der Christen in Pakistan liegt bei unter zwei Prozent der Gesamtbevölkerung. KIRCHE IN NOT unterstützt unter anderem den Rechtsbeistand für Christen, die falschen Anschuldigungen ausgesetzt sind.
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Verwendungszweck: Pakistan
– Pakistan: Menschenrechtsorganisation fordert „unparteiische Gerechtigkeit“
– Pakistanischer Bischof: Jüngste Gewaltwelle gegen Christen markiert Wende im interreligiösen Dialog
– Pakistan: Gläubige in Jaranwala versammeln sich vor ihrer ausgebrannten Kirche zum Gottesdienst
– Pakistan: Extremisten zerstören Kirchen
– Beiträge über Pakistan in unserer Mediathek www.katholisch.tv
Warum ein Zentrum, das speziell auf Christen zugeschnitten ist? „Wir haben unsere Identität und wollen sie bewahren. Wir wollen unsere Vision zusammen mit unseren christlichen Klienten weiterleben: im Heiligen Land in Sicherheit weiterhin leben zu können“, erklärt der Psychologe Hani.
Die Mitarbeiter gehen dafür aktiv an die Öffentlichkeit: Sie besuchen Jugendgruppen, Pfarreien, kirchliche Schulen oder Selbsthilfeeinrichtungen zum Beispiel für alleinerziehende Mütter. Die christliche Ausrichtung trage dazu bei, dass die Menschen schneller Vertrauen fassen könnten. Muslimische Ratsuchende würden dennoch nicht abgewiesen: Die Mitarbeiter stellen für sie Kontakte zu anderen Beratungsstellen her.
Der arabische Name des Zentrums „Bailasan“ bedeutet „Balsam“ und ist inspiriert von der Bibelstelle Jeremia 8,22: „Gibt es denn keinen Balsam in Gilead, ist dort kein Wundarzt? Warum schließt sich denn nicht die Wunde der Tochter, meines Volkes?“ Die Mitarbeiter wollen ein „Balsam sein für die Nöte der Menschen in einer vom Krieg zerrütteten Region“, betont das Lateinische Patriarchat von Jerusalem anlässlich der Eröffnung.
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Verwendungszweck: Heiliges Land
– Junge Christen wandern verstärkt aus
– Patriarch Pizzaballa: Kirche im Heiligen Land nicht politisch vereinnahmen
– Gaza-Stadt: Tote und Verletzte bei Beschuss von Kirchengelände
– Pfarrer von Gaza-Stadt bittet um „humanitäre Korridore“
– Krieg im Heiligen Land: Christen zwischen Angst und Solidarität
– KIRCHE IN NOT unterstützt Christen im Heiligen Land
– Gebetskarte um Frieden im Nahen Osten und weltweit
Demnach wurde am Samstag Pfarrer Stephen Echezona aus der Diözese Akwa im südnigerianischen Bundesstaat Anambra an einer Tankstelle verschleppt. Nur 24 Stunden später meldete die Diözese Owerri im benachbarten Bundesstaat Imo die Entführung von Pfarrer John Ubaechu. Auch er wurde während einer Autofahrt verschleppt. Über die Täter oder das weitere Schicksal der Entführten ist bislang nichts bekannt.
Nirgendwo auf der Welt werden mehr kirchliche Mitarbeiter verschleppt
Damit ist Nigeria das Land, in dem 2025 bislang am meisten Priester, Ordensleute und Seminaristen entführt wurden. Weltweit liegen KIRCHE IN NOT Informationen über 15 Entführungsfälle vor, davon zwölf allein in Nigeria. Sieben dieser Entführungen ereigneten sich im mehrheitlich christlich geprägten Süden des Landes.
Die nigerianische Bischofskonferenz hat mehrfach ein stärkeres staatliches Eingreifen gegen Gewalt und Kriminalität gefordert. Gleichzeitig rufen die Bischöfe ihre Gemeinden dazu auf, keine Selbstjustiz zu üben oder die Lage weiter eskalieren zu lassen.
UPDATE: Soeben erhielten wir die Nachricht, dass Pater Stephen Echezona von nigerianischen Sicherheitskräften gerettet worden ist (24. März, 16 Uhr).
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Verwendungszweck: Nigeria
Am 24. September 2016 wurde er in Würzburg seliggesprochen. Im Gespräch mit KIRCHE IN NOT blickt der Postulator in diesem Seligsprechungsverfahren, Pater Wolfgang Zürrlein CMM, zurück auf das Leben des „deutschen Maximilian Kolbe“. Das Interview führte Volker Niggewöhner von KIRCHE IN NOT.
Foto oben: Fenster im Atrium des Würzburger Piusseminars. (Pater Arnold Schmitt CMM)
Hubert – so sein Taufname – Unzeitig war der einzige Junge unter vier Mädchen in der Familie. Der Vater war im Ersten Weltkrieg in russischer Gefangenschaft, als Hubert noch ein Kind war, gestorben. Die Mutter betrieb zusammen mit den fünf Kindern eine kleine Landwirtschaft. So war Hubert der prädestinierte Erbe des Hofes. Die Mutter war eine sehr religiöse Frau und schickte auch die Kinder regelmäßig zum Gottesdienst in die Kirche, die eine halbe Stunde zu Fuß von ihrem Hof entfernt lag. In der Familie wurde bei Tisch und auch am Abend zusammen gebetet. Er fand bei der Großmutter das „Vergissmeinnicht“, ein Missionsmagazin und den Missionskalender der Mariannhiller Missionare, Zeitschriften, durch welche die Familie die Mission unterstützte.
Hubert Unzeitig war ein begabter und lernbegieriger Junge. In seinen Zeugnissen stehen nur Einsen und Zweien. Er war ehrgeizig und mit hochfliegenden Plänen im Kopf. Er war ein frommer und zurückhaltender, vielleicht sogar schüchterner Junge. Er dachte wohl daran, Priester und Missionar zu werden, aber er traute sich anfangs noch nicht, diesen Wunsch zu offenbaren, weil er wusste, welche Hoffnungen seine Mutter in ihn setzte hinsichtlich der Landwirtschaft.
Als er merkte, dass Christus selbst ihn in seine Nachfolge rief und als er im Gebet mit sich selbst ins Reine kam, offenbarte er sich der Mutter. Die war nicht wenig geschockt. Sie zweifelte an seiner Berufung; sie glaubte an ein momentanes Strohfeuer, das vielleicht wieder abflaue. Um sicher zu sein, ging sie mit dem 16-jährigen Sohn in ein nahe gelegenes Redemptoristenkloster, ein Pater dort sollte den Jungen prüfen, ob er wirklich Geistlichen Beruf habe. Als dieser bejahte, gab schließlich die Mutter schweren Herzens nach. Hubert Unzeitig besuchte dann die Spätberufenen-Schule in Reimlingen, studierte in Würzburg, wo er am 6. August 1939 auch zum Priester geweiht wurde. Am 15. August feierte er Primiz in seiner heimatlichen Pfarrkirche. Dann wurde er nach Riedegg bei Linz in Österreich versetzt. Wer aktiven Seelsorgsdienst machte, wurde zunächst noch vom Militärdienst freigestellt.
Was ist über seine priesterliche Haltung in der Zeit bekannt?
Er war ein sehr eifriger Pfarrer. Auf Burg Riedegg, die den Mariannhillern gehörte, waren damals französische Kriegsgefangene, die tagsüber auf den Bauernhöfen der Umgebung arbeiteten, während der Nacht inhaftiert. Für diese Gefangenen hielt Pater Engelmar am Sonntag die Heilige Messe, die damals noch lateinisch gelesen wurde. Für die Gefangenen war die Messe wie ein Zuhause, ein Stück Heimat in der Gefangenschaft. Pater Engelmar hielt ihnen sogar eine französische Predigt, was eigentlich nicht erlaubt war. Das zeigt, wie ernst er die Seelsorge nahm.
Das wissen wir leider nicht genau. Die Anklage lautete wegen wegen „tückischer Äußerungen und Verteidigung der Juden”. Man erzählt sich bei den Glöckelberger Heimatvertriebenen, ein Ministrant, den Engelmar getadelt hatte, habe ihn angezeigt. Er habe gesagt, „man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen” und auch die Juden in Schutz genommen. Die Verhörprotokolle seien bei der Gestapo in Linz vernichtet worden.
Pater Engelmar wurde am 3. Juni 1941 im KZ Dachau eingeliefert. Wie sah der Alltag eines Priesterhäftlings aus?
Die Häftlinge wurden um vier Uhr morgens – im Sommer sogar schon um drei Uhr – geweckt. Danach folgte der Zählappell, der bei jeder Witterung oft Stunden dauerte. Manche Häftlinge sagten: „Wir erstehen uns den Himmel.” Von sechs bis zwölf Uhr und von 13 bis 18 Uhr war Arbeitszeit, nur unterbrochen vom Essenfassen. Ab 19 Uhr wieder Zählappell und ab 21 Uhr hieß es „Licht aus” und dann Bettruhe. Für die Messe mussten die Häftlinge eigens eine Stunde früher aufstehen. Worunter die Häftlinge am Anfang besonders litten, war der Bettenbau und die Schrankordnung, bei der sie sehr schikaniert wurden, vor allem die „Neuen”. Nicht selten fanden sie nach der Kontrolle ihre Sachen und ihr Bett auf dem Boden oder gar auf der Lagerstraße vor. Und nicht zu vergessen der Morgen- und Abendappell bei Wind und Regen, bei Hitze und Sonnenschein. Manche sind einfach ohnmächtig zusammengebrochen. Oft begleitet von unflätigen Tobsuchtsanfällen, Tritten und Schlägen der SS.
Man wollte den Häftlingen jede Selbstachtung nehmen. Sie sollten sich recht- und wertlos fühlen, sich wie der letzte Dreck vorkommen. Viele haben deshalb auch ihr Leben freiwillig im elektrischen Draht beendet. Der spätere Erzbischof von Lusaka, Adam Kardinal Kozlowiecki SJ, sagte in seinen Erinnerungen: „Man wollte unsere Seele vernichten.”
In der Gedenkstätte Dachau wird als Gesamtzahl der inhaftierten Geistlichen 2720 genannt, davon waren 1780 polnische Geistliche, also fast zwei Drittel. Die deutschen Geistlichen wohnten im Block 26, wo auch eine Kapelle eingerichtet war. Es gab aber auch niederländische, belgische, französische und italienische Geistliche in anderen Blöcken. Von den Vergünstigungen, zum Beispiel Messbesuch und Kapellenbesuch, waren die Ausländer ausgeschlossen.
Haben Sie Beispiele dafür, wie man im Lager den Glauben leben konnte?
Ich weiß von Häftlingen, dass einzelne Ausländer trotz Verbots immer anwesend waren bei den Gottesdiensten. Das war nicht so genau zu kontrollieren. Es gab sogar einmal eine Priesterweihe im KZ. Karl Leisner, ein Münsteraner Diakon, wurde von einem französischen Bischof zum Priester geweiht, heute ist er seliggesprochen. Pater Kentenich hat sogar Exerzitien erteilt und die heilige Kommunion beim Morgenappell ausgeteilt – alles ohne Wissen der SS. Auf dem Trockenboden in der Plantage, also der Gärtnerei, haben mehrere Priesterhäftlinge einen kleinen Katechismus zusammengestellt, ihn auch ins Russische übersetzt und dann 12-mal mit der Hand abgeschrieben. Diese Büchlein gingen dann von Hand zu Hand unter jungen, russischen Häftlingen, obwohl jede religiöse Betätigung unter einander verboten war.
Pater Engelmar hat mit diesen Büchlein gearbeitet. So hat er, weil er ein wenig Russisch konnte, ihnen den Katechismus erklärt; alles natürlich heimlich. Das nenne ich Glauben leben im KZ, mit hohem Risiko. Man kann überall den Glauben leben. Einige der Häftlinge sind heute bereits seliggesprochen. Pfarrer Georg Häfner, auch er aus der Diözese Würzburg.
Pater Engelmar hat die russischen Gefangenen nicht nur religiös unterwiesen, sondern zum Beispiel auch bei anderen Priestern um Lebensmittel für diese jungen Russen gebettelt, wenn sie ein Paket erhalten hatten. Er hat, so berichtet Pfarrer Hermann Dümig, ein Mitgefangener aus der Diözese Würzburg, als er im Kommando „Messerschmittbaracke” auf der Nachtschicht arbeitete, lange religiöse Gespräche mit einem inhaftierten russischen Politoffizier geführt. Es ist bekannt, dass dieser russische Offizier nach Engelmars Tod zur katholischen Kirche konvertierte. Er nannte Engelmar Unzeitig einen „Heiligen”. Überlebende des KZs beschreiben Engelmar als bescheiden, zurückhaltend oder gar schüchtern, aber hilfsbereit und geistlich vorbildlich.
Gegen Kriegsende verschärften sich die ohnehin schon harten Lebensbedingungen für die inhaftierten Priester noch einmal. Die KZs im Osten mussten nach Westen verlegt werden, was zu Überbelegungen führte. Krankheiten wurden eingeschleppt. Man brauchte Pfleger für die Typhusbaracken. Freiwillige wurden gesucht. Einer von ihnen war Engelmar Unzeitig …
Pater Engelmar war einer von insgesamt 20 Freiwilligen für den Dienst in den Todesbaracken. Zehn deutsche und zehn polnische Geistliche haben sich für diese Aufgabe, die den fast sicheren Tod bedeutete, gemeldet. Nur zwei haben den Einsatz überlebt. Einer davon ist Pater Johannes Lenz, von dem wir wissen, wie es in den Baracken zuging. Pater Engelmar hatte sich freiwillig als Blockschreiber gemeldet, denn als solcher hatte er freien Zugang zu allen Räumen in seinem Block, d.h. er konnte zu allen Kranken, sie sauber machen, mit ihnen reden, ihnen vielleicht sogar die Beichte abnehmen, ihnen die Krankensalbung spenden. Da freute sich sein seeleneifriges Herz.
Sein priesterlicher Bettnachbar in Block 26, Pfarrer Josef Witthaut, sagte ihm: „Engelmar, weißt Du, dass das deinen Tod bedeuten kann?” Er lächelte nur und sagte: „Wenn es Gott will!?” Und Pater Lenz erinnerte sich: „Mitte Januar klopfte es am Fenster unseres Blocks: Pater Engelmar, schon vom Fieber gezeichnet, wollte heilige Öl für die Krankensalbung. Ich gab ihm welches und warnte ihn vor der Ansteckung. Er lächelte nur, zuckte mit den Schultern und bedankte sich fürs heilige Öl. Eine Woche später war Pater Engelmar tot.” Er hat seinen Krankendienst als Teil seiner priesterlichen Sendung und Verantwortung verstanden. Er wollte möglichst vielen der kranken Mithäftlinge, viele davon Russen, den Weg zu Gott ebnen und ihnen – soweit möglich – ein menschenwürdiges Sterben ermöglichen.
Gibt es sonst noch etwas, das man als sein Vermächtnis bezeichnen könnte?
Er hat – allerdings war das bereits im Jahr 1944 – einen Brief an seine Schwester Adelhilde geschrieben, den man als sein Vermächtnis bezeichnen könnte. In diesem Brief vom 7. Juli 1944 heißt es: „All das nimmt uns aber nicht die Gelassenheit, da wir uns alle in Gottes Hand wohl geborgen wissen. (…) Ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn. All unser Tun, unser Wollen und Können, was ist es anderes als seine Gnade, die uns trägt und leitet. Seine allmächtige Gnade hilft uns über die Schwierigkeiten hinweg.”
Dann folgt der schöne Satz: „Liebe verdoppelt die Kräfte, sie macht erfinderisch, sie macht innerlich frei und froh. Es ist wirklich in keines Menschen Herz gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. (…) Unsterblich ist das Gute und der Sieg muss Gottes bleiben, wenn es uns auch manchmal nutzlos erscheint, die Liebe zu verbreiten in der Welt.” Dann fährt er fort: „Wir sind noch, Gott sei Dank, heil und unversehrt, auch PaterLenz. Deiner im Gebet gedenkend grüßt Dich herzlichst Hubert.”
Pater Engelmar Unzeitig wird „Engel von Dachau” oder auch „Maximilian Kolbe der Deutschen” genannt. Dennoch ist er noch nicht so bekannt, wie er es verdient hätte. Woran liegt das?
Erst durch die Biografie Pater Engelmars „Eine Spur der Liebe hinterlassen”, die Pater Adalbert Balling 1984 veröffentlicht hat, wurde Pater Engelmar – selbst bei seinen nachkommenden Mitbrüdern – bekannt. Ich habe in Rom einmal den Generalrelator in der Seligsprechungskongregation gefragt, warum so wenige Deutsche, aber so viele Italiener und Spanier selig gesprochen werden. Er antwortete mir: „In Deutschland glauben viele Christen nicht mehr an Wunder, und deshalb beten sie auch nicht mehr zu den Heiligen um ein Wunder.” Ob an dieser Erklärung etwas Wahres ist, mag jeder für sich selbst beantworten.
Hier kann ich nur wiederholen, was Pater Sales Hess bei der Überführung von Engelmars Asche in unsere Kirche in der Predigt gesagt hat: „Pater Engelmar war ein Held der Caritas und des apostolischen Eifers. (…) Wir dürfen den Christen von heute das Wort Pater Engelmars zurufen: Tut Gutes; denn unsterblich ist das Gute, und der Sieg muss Gottes bleiben.” Auch für mich war Pater Engelmar ein Missionar nach dem Herzen Jesu. Sein Geist kann auch Tschechen und Deutsche wieder im Glauben verbinden und uns als Nachfahren in der Mariannhiller Gemeinschaft als Vorbild dienen.
Netzseite über Pater Engelmar Unzeitig
Institut für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien
Die Ordensfrauen betreiben in Zamora eine Schule für 300 Kinder. „Wir versuchen ihnen zu helfen, widerstandsfähiger zu werden und keine Angst zu haben“, sagt Schwester Josefina. Dazu besuchen sie auch die umliegenden Dörfer. Dort herrsche oft Terror und Angst, weiß Schwester Rosalina: „In einem Dorf war es einmal besonders schlimm. Die Familien erhielten grausame Drohungen. Eine Bande kündigte an, alle Kinder im Ort zu töten.“
Immer wieder entschieden sich auch junge Frauen für das Ordensleben – und gingen dann wieder als Helferinnen in die Orte, von wo sie einst geflüchtet seien. Es würde jedoch keine junge Frau zum Eintritt überredet, so Schwester Miriam, die als Novizenmeisterin tätig ist: „Wir bieten ihnen umfassende geistliche und psychologische Hilfe an. Wir unterstützen sie, damit sie zu einer Entscheidung kommen. Dann bilden wir sie aus, damit sie vorbereitet in die Dörfer gehen können.“ „Kirche in Not“ unterstützt regelmäßig die Ausbildung des Ordensnachwuchses der Schwestern der Heiligen Familie. Auch Oberin Josefina und Schwester Miriam konnten dank eines Stipendiums von „Kirche in Not“ studieren.
Außerdem sei es schön zu sehen, wie Schüler, die Bewohner in den Dörfern und die jungen Novizinnen menschlich wachsen, betont Oberin Schwester Josefina: „Die Möglichkeit, ein Licht- und Hoffnungsstrahl zu sein, gibt uns Kraft. Wir sind dankbar für die Aufgabe, die uns übertragen wurde: Zusammen mit den Menschen in Gewalt und Armut eine Familie zu sein.“
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In vielen afrikanischen Staaten spielen Katecheten eine zentrale Rolle im kirchlichen Leben. Die Pfarreien sind riesengroß, Dörfer oft nur schwer erreichbar. Pfarrer können die Außenstellen ihrer Gemeinden nur unregelmäßig besuchen. Hinzukommt, dass die Terroristen viele Seelsorger vertrieben haben. Umso wichtiger ist die Arbeit der Katecheten, die aus der Dorfgemeinschaft kommen, berichtet Pfarrer Edgard: „Sie vertreten den Pfarrer in den Dörfern und Vertriebenenlagern. In seiner Abwesenheit leiten sie die Gottesdienste, geben Religionsunterricht, besuchen die Kranken und Hilfsbedürftigen. Ohne Katecheten könnten wir in Burkina Faso nicht auskommen.“
Der Ausbildungsleiter hebt hervor, dass sich die angehenden Katecheten sehr bewusst seien, was auf sie zukommen kann: „Es sind Menschen, die bereit sind, ihr Leben bis zum letzten Atemzug für Christus hinzugeben.“ Die Diözesen verfügten über zu wenig Mittel, um die Katecheten zu bezahlen. Gleichzeitig sei der Dienst so aufwendig, dass vielen Katecheten zu wenig Zeit bliebe, um einer weiteren Arbeit nachzugehen oder als Bauern ihre Felder zu bestellen. „Wenn die Gemeinde ihren Katecheten mit Lebensmitteln oder anderen Dingen unterstützen kann, dann tut sie es“, berichtet der Priester. Aber angesichts der großen Not in Burkina Faso sei es jetzt oft andersherum: „Oft wird der Katechet gebeten, anderen Christen zu helfen.“
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