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„Lange dämmerte das Thema Christenverfolgung unter der Decke des Verschweigens dahin. Endlich ist es gelungen, das Thema wieder ,aufzuwecken‛. Dafür danke ich KIRCHE IN NOT.“ Dieses Resümee zog Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier anlässlich des Solidaritätstags für verfolgte Christen am 15. September in Augsburg.

 

Zur Veranstaltung im Haus St. Ulrich war der eritreische Priester Mussie Zerai angereist. Er informierte über die Lage in seinem Heimatland. Es sei kein Zufall, dass immer mehr Flüchtlinge aus Eritrea Zuflucht in Europa suchen.

Von links: Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier, der eritreisch-katholische Priester Mussie Zerai und KIRCHE-IN-NOT-Deutschland-Geschäftsführer Florian Ripka beim Solidaritätstag.
Das Land ist seit über 20 Jahren eine kommunistische Diktatur. Vor allem der Wehrdienst, der für Männer und Frauen gleichermaßen gilt, ist eine Form organisierter Sklaverei“, erklärte Zerai.

 

„Wehrdienst in Eritrea ist Form moderner Sklaverei”

Der Sold betrage umgerechnet nur etwa 15 Euro pro Monat, die Bedingungen seien miserabel. Auch sei nicht absehbar, wie lange der Wehrdienst dauert. „Den jungen Leuten werden so ihre besten Jahre genommen“, beklagte Zerai.

Auch die Versuche der Kirche, den Menschen beizustehen und ihre Situation zu lindern, würden vom Regime systematisch blockiert. „Besonders die katholische Kirche steht im Visier, weil sie sich am meisten sozial engagiert“, sagte Mussie.

Podiumsgespräch mit dem Priester Mussie Zerai (Mitte) über die Situation der Christen in Eritrea.
In Eritrea sind die katholischen Christen eine kleine Minderheit von höchstens 170 000 Gläubigen bei rund sechs Millionen Einwohnern. In jüngster Zeit gehe die Regierung verstärkt gegen katholische Einrichtungen vor, erzählte Zerai: „Im Juni und Juli dieses Jahres wurden 29 kirchliche Krankenhäuser vom Militär gewaltsam geschlossen. Jetzt sind die katholischen Schulen dran: Acht von ihnen sind bereits geschlossen.“

 

Eritreische Regierung geht gegen katholische Einrichtungen vor

Basis für dieses rigide Vorgehen sei ein Gesetz aus dem Jahr 1995, mit dem sich der Staat als einziger Träger im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen definiert. Wegen des Krieges mit Äthiopien und der nachfolgenden politischen Unsicherheit sei dieses Gesetz bislang selten angewandt worden.

Dass es jetzt so rabiat umgesetzt werde, hängt laut Zerai auch mit dem Engagement der katholischen Kirche im Demokratisierungs- und Versöhnungsprozess zusammen. „Die Bischöfe haben sich in einem Hirtenbrief klar dazu geäußert – dann begannen die Übergriffe“, erklärte der Priester.

Blick in den gut gefüllten Saal im Haus St. Ulrich in Augsburg.
Die Schließung der Schulen und Krankenhäuser sei ein großer Schaden für die Ordensgemeinschaften, die diese Einrichtungen mehrheitlich betrieben und nun vor dem Ruin stünden.

 

Der Schaden für die Religionsfreiheit sei aber noch größer: „Die Regierung betont, es herrsche Religionsfreiheit. Aber sobald die Kirche die Sakristei verlässt, geht die Regierung gegen sie vor.“ Doch auch was die Feier der Gottesdienste angeht, habe es schon Repressalien gegeben: So habe das Regime der katholischen Kirche verboten, Gedenkmessen für ertrunkene Flüchtlinge zu feiern.

- Mussie Zerai, Priester der eritreisch-katholischen Kirche
Doch nicht nur die katholische Kirche sei betroffen, erklärte Zerai. Auch die orthodoxe Kirche und die Muslime würden immer wieder in ihrer Tätigkeit eingeschränkt. Noch schlimmer treffe es die Angehörigen der staatlich nicht anerkannten Freikirchen.

 

„Schon wenn sich zwei oder drei Menschen versammeln, gelten sie als verdächtig.“ Nicht selten komme es vor, dass in Eritrea Menschen ohne Anklage verschwinden, so Zerai. Es gäbe eine Reihe von Straflagern, über die kaum etwas nach außen dringe.

Mütter mit Kindern aus Eritrea.
Die UN-Menschenrechtskommission habe der eritreischen Regierung „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ attestiert. Zerai appellierte an die internationale Staatengemeinschaft, den Druck auf sein Heimatland zu erhöhen. Er selbst kann seit 2003 nicht mehr nach Eritrea – die Einreise ist ihm verweigert, denn sein eritreischer Pass wurde eingezogen.

 

Mussie Zerai darf nicht in sein Heimatland einreisen

Zerai betreut darum die Arbeit der eritreischen Gemeinden in Europa. „Mir fehlt die Heimat. Aber dort wie im Ausland versuchen wir die Eritreer im Glauben zu stärken. KIRCHE IN NOT war in den entscheidenden Momenten bei uns“, erklärte Zerai.

Vortrag von Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.
Im zweiten Teil der Veranstaltung informierte Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, über aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung. 2019 sei eines der blutigsten Jahre für Christen weltweit.

 

2019 – blutiges Jahr für Christen

Diese habe sich durch die Bombenanschläge auf christliche Gottesdienst in Sri Lanka am Ostersonntag, die weiter zunehmende Gewalt auf Minderheiten in Nigeria, Attacken im Süden der Philippinen und weitere Anschläge auf Christen und andere religiöse Minderheiten gezeigt.

„KIRCHE IN NOT versucht seit über 70 Jahren, den leidenden Christen zur Seite zu stehen und Trost zu spenden. Das ist eine wichtige Aufgabe der Kirche“, erklärte Ripka. Dieser Beistand umfasse nicht nur finanzielle, sondern auch geistliche Hilfe.

Den Abschluss des Solidaritätstages bildete eine Kreuzwegandacht im Augsburger Dom. Von links: Georgios Vlantis, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Bayern, Äbtissin Gertrud Pesch, Abtei Oberschönfeld, Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier, Mussie Zerai, Priester der eritreisch-katholischen Kirche, Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.
Als aktuelles Beispiel führte Ripka ein Projekt von KIRCHE IN NOT gemeinsam mit katholischen und orthodoxen Kirchen in Syrien an. Dort werden Gottesdienste für Hinterbliebene von Kriegsopfern abgehalten. Als Zeichen der besonderen Nähe erhalten die Angehörigen einen von Papst Franziskus gesegneten Rosenkranz.

 

Großzügige Hilfe von KIRCHE IN NOT in Syrien

In den kommenden Wochen wird auch eine vom Pontifex gesegnete Ikone auf Rundreise durch alle christlichen Kirchen Syriens gehen. Weiter gingen auch die materiellen, pastoralen und psychologischen Hilfen, erklärte Ripka. „Dank der Großherzigkeit unserer Wohltäter konnten wir allein in Syrien seit 2001 über 36 Millionen Euro einsetzen und 850 Projekte fördern.“

Seinen Abschluss fand der Gebetstag mit dem traditionellen Kreuzweg für die verfolgte Kirche im Augsburger Dom.

Für den 27. und 28. November laden wir Sie zu zwei Veranstaltungen im Rhein-Main-Gebiet ein. Mit beiden Abenden möchten wir auf die Themen Religionsfreiheit und Christenverfolgung aufmerksam machen.

Im Rahmen eines Begegnungsabends am Dienstag, 27. November, in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus sprechen dazu der Leiter des Friedenszentrums im pakistanischen Lahore, Pater James Channan, und der Vorsitzende des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland, Simon Jacob.

Außerdem wird Berthold Pelster, Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT Deutschland, den neuen Bericht über die weltweite Religionsfreiheit vorstellen und zusammenfassen, der Ende November in Rom offiziell vorgestellt wird.
Die katholische Westminster-Kathedrale wurde anlässlich des „Red Wednesday“ rot angestrahlt (Foto: Weenson Oo/picture-u.net).
Gruppenfoto mit dem Wiederaufbau-Komitee mit den ersten Rückkehrern in die Ninive-Ebene.

Alle zwei Jahre gibt unser Hilfswerk den Bericht „Religionsfreiheit weltweit” heraus. Er nimmt die Situation in über 190 Ländern unter die Lupe, dokumentiert Verstöße gegen dieses Grundrecht und schildert Hoffnungzeichen.

Begegnungsabend in Königstein im Taunus

Der Begegnungsabend beginnt mit einem Gottesdienst um 18:00 Uhr in der Hauskapelle in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus (Bischof-Kindermann-Straße 23, 61462 Königstein im Taunus). Ende der Veranstaltung ist gegen 21:15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Anmeldung bitte bis spätestens 20. November im Büro von KIRCHE IN NOT in München – entweder telefonisch unter: 089 – 64 24 88 80 oder per E-Mail.

Am darauffolgenden Mittwoch, 28. November, gibt es in Mainz eine Deutschland-Premiere. Erstmals wird hierzulande eine Kirche in rot angestrahlt, um so auf die Situation verfolgter Christen weltweit aufmerksam zu machen.

Das Kolosseum und der Konstantinsbogen wurden rot angestrahlt, um auf die Lage verfolgter Christen aufmerksam zu machen.
Pater James Channan, Leiter des Friedensbüros in Lahore, setzt sich in Pakistan für Versöhnung ein.
Rot angestrahlte Christoph-Kirche in Mainz

In der Vergangenheit wurden bereits Kirchen und Sehenswürdigkeiten in anderen Städten (zum Beispiel in Rom, London, Rio de Janeiro) rot beleuchtet. Diese von KIRCHE IN NOT initiierte Aktion trägt den Namen „Roter Mittwoch” („Red Wednesday”). Die Kirche, die am Mittwoch, dem 28. November, angestrahlt wird, ist die Kirchenruine St. Christoph in der Mainzer Innenstadt (Hintere Christofsgasse 3, 55116 Mainz).

Unter Mitwirkung von KIRCHE IN NOT laden um 19:00 Uhr die katholische City-Seelsorge Mainz, der Familienkreis Sankt Bernhard und Pax Christi zu einer ökumenischen Gebetsstunde in der Apsis-Kapelle der Kirche ein.

Bei dieser Veranstaltung werden auch Pater James Channan aus Pakistan und der Vorsitzende des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland, Simon Jacob, sprechen.

Die Sitzplätze in der Kapelle sind beschränkt. Das Gebet wird auch ins Freie übertragen. Allerdings gibt es jedoch dort keine Sitzmöglichkeit. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Seit Anfang Oktober läuft in den deutschen Kinos der Film „Fatima – das letzte Geheimnis“. Die Pater-Werenfried-van-Straaten-Stiftung, die von KIRCHE IN NOT verwaltet wird, hat die deutsche Fassung des Films unterstützt.

Am Samstag, 24. November 2018, laden wir Sie zu einem besonderen Nachmittag in das Kino „Rio-Filmpalast” in München ein.

Der Historiker und Fatima-Experte Dr. h. c. Michael Hesemann wird vor der Vorführung des Films „Fatima – das letzte Geheimnis“ mit einem Vortrag thematisch einführen. Der Beginn des Vortrags ist um 13:00 Uhr, anschließend wird der Film gezeigt. Ende der Veranstaltung im Kinosaal ist gegen 16:00 Uhr.

Spielfilm mit Dokumentation-Passagen

Basierend auf den Erscheinungen der Gottesmutter Maria im Jahr 1917 in dem portugiesischen Ort Fatima und weltgeschichtlichen Fakten schildert der Kinofilm die Auswirkungen der Botschaften von Fatima auf das 20. Jahrhundert und die Zukunft.

Eingebettet in den Spielfilm sind dokumentarische Passagen, in denen namhafte Experten, Historiker und Bischöfe zu Wort kommen.

Die Veranstaltung ist leider ausverkauft.
Am Sonntag, 16. September, veranstaltet unser Hilfswerk einen Solidaritätstag für verfolgte Christen in Augsburg. Im Mittelpunkt des Tages stehen die Situation der Christen im Irak sowie weitere aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung in anderen Teilen der Welt.

Eingeladen ist unter anderem der irakische Priester Father Georges Jahola aus Karakosch in der Ninive-Ebene im Nordirak. Er kümmert sich dort um die Christen, die nach ihrer Flucht vor dem Terror des „Islamischen Staats“ in die Ninive-Ebene zurückkehren. KIRCHE IN NOT unterstützt maßgeblich den Wiederaufbau in dieser Region.

Der syrische-katholische Priester wird bei der Veranstaltung im Haus St. Ulrich über die aktuelle Lage der Christen in seiner Heimat und den Stand der Dinge beim Wiederaufbau berichten.

Vortrag über Christenverfolgung

Nach einer kurzen Pause spricht Berthold Pelster, Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT Deutschland, zum Thema „Christen in großer Bedrängnis – Aktuelle Brennpunkte”. KIRCHE IN NOT hat im Sommer eine Dokumentation über Christenverfolgung herausgegeben, die Berthold Pelster redaktionell betreut hat.

Zum Abschluss des Solidaritätstages lädt das Hilfswerk um 18:00 Uhr zu einem „Kreuzweg für die verfolgte Kirche“ in den Augsburger Dom. Er wird geleitet vom Bischofsvikar Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier.

Die Veranstaltung beginnt um 15:00 Uhr im Haus St. Ulrich in der Nähe der St.-Ulrich-Kirche (Kappelberg 1, 86150 Augsburg). Ende des Solidaritätstages ist voraussichtlich gegen 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„KIRCHE IN NOT ist eine der größten Anwältinnen der verfolgten Christen weltweit.“
Dies stellte der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt beim Begegnungstag von rund 200 Freunden und Wohltätern des Hilfswerks in der Domstadt fest. In der Stiftskirche zur „Alten Kapelle“ beklagte Voderholzer, dass die steigende Zahl der verfolgten Christen zu wenig Beachtung fände – in der weltlichen, aber bisweilen auch in der kirchlichen Öffentlichkeit.

Die Tatsache, dass in Deutschland Religionsfreiheit herrsche, dürfe nicht den Blick dafür verstellen, dass viele Christen weltweit ihren Glauben nicht frei leben könnten. „Reden Sie der Christenheit ins Gewissen“, rief Voderholzer die Mitarbeiter und Wohltäter von KIRCHE IN NOT auf.
Bischof Rudolf Voderholzer und die Konzelebranten der heiligen Messe.
Karin Maria Fenbert im Gespräch mit Father John Bakeni und Pater Firas Lutfi.
Die Ehrengäste beim Begegnungstag (v. l.) mit KIRCHE-IN-NOT-Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert: Pater Firas Lutfi OFM aus Aleppo (Syrien), Father John Bakeni aus Maiduguri in Nigeria, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Dr. Paul Josef Kardinal Cordes.
Blick in die Reihen der Teilnehmer im Kolpinghaus.

Der Bischof betonte seine persönliche Verbindung zum Hilfswerk.

Als „Sohn einer Familie, die von Krieg und Vertreibung geprägt ist“, habe der Name des Gründers von KIRCHE IN NOT, Pater Werenfried van Straaten, und sein Engagement für die deutschen Heimatvertriebenen und die Christen hinter dem Eisernen Vorhang für ihn „immer einen guten Klang gehabt.“

Ausdrücklich dankte der Bischof auch für das Engagement von KIRCHE IN NOT im Bereich Glaubensverkündigung und Neuevangelisierung. Dies sei gerade heute wichtig: „Eine Kirche, die überhaupt nicht mehr aneckt, müsste sich fragen, ob sie noch in den Fußspuren Jesu unterwegs ist.“

„,Pastoral correctnesʻ ist in die Kirche eingedrungen“

Das Thema „Neuevangelisierung – Modewort oder Lichtblick?“ griff bei der anschließenden Veranstaltung im Kolpinghaus auch Paul Josef Kardinal Cordes auf.

Der frühere Präsident des Rates „Cor unum“ und einer der „Väter“ der Weltjugendtage, hob die Dringlichkeit eines missionarischen Aufbruchs der Kirche hervor: „,Pastoral correctnesʻ ist von der Politik in die Kirche eingedrungen.“ Selbst geweihte Hirten seien versucht, das Evangelium „auf den Zeitgeist zu verkürzen“. Die Folgen seien spürbar: So glaubten einer Umfrage zu Folge in Deutschland nur rund 16 Prozent der Katholiken an einen personalen Gott.

Dieser Entwicklung habe der heilige Papst Johannes Paul II. und seine Nachfolger die Neuevangelisierung entgegengesetzt. Große Bedeutung komme hierbei den neuen geistlichen Gemeinschaften zu. Cordes war in seinen ersten Jahren in Rom mit der Begleitung dieser Gemeinschaften betraut.

Anfängliche Skepsis sei bei ihm bald der Begeisterung gewichen: „Diese Neuaufbrüche des Glaubens sind für mich ein Zeichen, dass Gottes Geist weiter in Christi Kirche aktiv ist.“ Der Verdienst der geistlichen Gemeinschaften sei es vor allem, die ursprünglich missionarische Berufung jedes einzelnen Christen wieder zu betonen.

„Viele suchen Nestwärme der Glaubensgemeinschaft”

Unabhängig von der persönlichen Zugehörigkeit könnten alle Christen von diesen Aufbrüchen lernen, so Cordes. Dies gelte besonders im Hinblick auf eine tragende Gemeinschaft. „Wie viele Mitchristen suchen in einer zunehmend weltlich-kalten Welt die Nestwärme der Glaubensgemeinschaft.“ Gesellschaftliche Verankerung und selbst der regelmäßige Gottesdienstbesuch könnten dies oft nicht bieten, noch weniger die Angebote der Medien, „suchen sie doch ständig das Haar in der kirchlichen Suppe und machen nicht selten die Mücke zum Elefanten.“

Auch „Innerlichkeit“ durch das gemeinsame Beten und die Anbetung, sowie die „Gottverwiesenheit“ der geistlichen Gemeinschaften seien Cordes zufolge für alle Christen nachahmenswert: „Ihre Pastoral wechselt ab zwischen Erleben und Bedenken und sie verbinden etwa die Teilnahme an großen Veranstaltungen mit deren deutender Aufarbeitung.“

Solche Feste wie der Weltjugendtag seien bei aller sinnlich wahrnehmbaren Freude „glaubensgetränkt, nicht welttrunken“.

Einseitiges Bild über Kriegsparteien in Syrien

Die Gottverwiesenheit der Christen, die unter Krieg oder Verfolgung leiden, wurde beim anschließenden Podiumsgespräch deutlich. „Der christliche Glaube in Syrien hat jahrhundertealte Wurzeln. Es ist der Glaube der Märtyrer, die stand gehalten haben. Darum bleiben auch wir.“ Dies bekannte Pater Firas Lutfi aus Aleppo. Sein Franziskanerkloster ist zu einer Anlaufstelle für die notleidende Bevölkerung der zerstörten Stadt geworden.

Er sei mitten im Krieg nach Aleppo gesandt worden, so Firas. „Ein Journalist fragte mich: ,Warum gehst Du gerade jetzt dorthin?ʻ Aber die Frage muss lauten: ,Wofür gehst Du?ʻ“ Der Glaube der Menschen, besonders der Kinder, die trotz Krieg und islamistischem Terror ausharrten, hätten auch seinen Glauben neu bestärkt.

Seit dem Ende der Kämpfe in Aleppo vor zwei Jahren kümmert sich Lutfi zum Beispiel um den Aufbau von Betreuungszentren für Traumatisierte oder um Ausbildung und Versorgung von Kindern, deren Väter im Krieg gefallen seien. „Wir geben ihnen Namen und Zukunft.“ Auch erste Familien seien bereits zurückgekehrt. „Wir können sie unterbringen und versorgen – dank der Hilfe von KIRCHE IN NOT, das unseren Wiederaufbau begleitet.“

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei der Predigt in der Stiftskirche zur Alten Kapelle in Regensburg.
„Gefahr des Islamismus in Syrien nicht gebannt”

Dennoch gehe der Krieg in einigen Landesteilen weiter. Auch die Gefahr des Islamismus sei nicht gebannt, auch wenn der „Islamische Staat“ weiter an Boden verliere, erklärte der Ordensmann. „Es existieren zehn verschiedene Milizen im Land.“

Diese hätten viele Kämpfer aus dem Ausland in ihren Reihen, auch aus Europa. Problematisch sei die einseitige Berichterstattung der europäischen Medien. Sie würden den Menschen eine Situation präsentieren, in der genau feststehe, wer von den Kriegsparteien gut und böse sei. Aber dies sei nicht so einfach.

Im syrischen Krieg gehe es längst nicht mehr um Demokratie und Freiheit. „Es geht um wirtschaftliche Interessen. Hier wird Geopolitik gemacht“, sagte Lufti. Diese gelte für die USA ebenso wie für die Türkei, die im Januar 2018 ein Militäroffensive auf die nordsyrische Stadt Afrin gestartet hat. „Hier geht es um die Kurdenfrage, nicht um Syrien. Aber die Kurden sind ein Teil des syrischen Volkes“, sagte Lutfi.

Generell müsse jetzt die Einheit der Nation im Vordergrund stehen: „Syrien ist wie ein Mosaik verschiedener Religionen und Ethnien. Wir haben über Jahrhunderte in Frieden gelebt. Das gilt es zu bewahren.“ Dazu gehöre auch die Zusammenarbeit mit den Muslimen, zu denen Firas gute Kontakte pflegt. Islam und Terrorismus seien nicht dasselbe.

„Größtes Problem im Islam ist das Schweigen der Mehrheit“

Ein Bekenntnis, dem Father John Bakeni aus Maiduguri im Nordosten Nigerias unter Vorbehalt zustimmte: „Das größte Problem im Islam ist das Schweigen der Mehrheit zum Terrorismus, statt ihn zu verurteilen. Terror ist leider ein Aspekt des Islams.“ Er könne daher nur an die deutsche Gesellschaft appellieren, bei jedem Migranten aus islamischen Staaten dessen Hintergrund genau zu prüfen, „damit Sie nicht das durchleiden müssen, was wir in Nigeria durchmachen.“

In seinem Heimatland hat die islamistische Terrorsekte „Boko Haram“ rund 30 000 Menschen getötet und über zwei Millionen Menschen vertrieben. Bei „Boko Haram“ handle es sich um eine salafistische Gruppierung, deren Geldgeber im Dunkeln blieben, erläuterte Bakeni: „Die Spur führt in die Golfstaaten.“

Der Priester koordiniert für sein Bistum Maiduguri die Hilfe für die Binnenflüchtlinge und Überlebenden, „denn der Staat lässt uns vollkommen im Stich“. Fördergelder blieben aus oder würden durch die grassierende Korruption in die falschen Hände gelangen.

Mit Hilfe von KIRCHE IN NOT hat Bakeni ein Betreuungsprogramm für Witwen in die Wege geleitet, deren Männer durch „Boko Haram“ ums Leben gekommen sind. Auch deren Kinder erhalten jetzt Ausbildung und Versorgung. „Aber wir müssen noch mehr tun – wir haben über 5000 Witwen“, sagte Bakeni. Es handle sich um eine „handfeste humanitäre Krise“.

„Zwei- bis dreimal in der Woche wird ein Anschlag verübt“

Auch wenn „Boko Haram“ an Boden verloren habe, nähmen jetzt islamistische Selbstmordattentate zu. „Zwei- bis dreimal in der Woche wird ein Anschlag verübt.“ Größte Herausforderung sei es jetzt, die Vertriebenen bei der Rückkehr in ihre Heimatorte zu unterstützen.

Dabei hoffe er weiterhin auf die Unterstützung von KIRCHE IN NOT, sagte Bakeni: „Es war KIRCHE IN NOT, die uns in der schwierigsten Phase unserer Geschichte wieder emporgezogen und uns neue Hoffnung gegeben hat.“

Am Samstag, 2. Juni, lädt KIRCHE IN NOT zu einem Begegnungstag für Freunde und Wohltäter des Hilfswerks nach Regensburg ein.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Samstag nach Fronleichnam stehen die Themen Neuevangelisierung in Europa und die Christenverfolgung in Nigeria und Syrien. Priester aus dem Nordosten Nigerias und aus dem syrischen Aleppo werden darüber aus erster Hand berichten.

Der Begegnungstag beginnt um 11:00 Uhr mit einem Pontifikalamt in der Stiftskirche zur Alten Kapelle (Alter Kornmarkt, 93047 Regensburg). Der Gottesdienst wird vom Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer geleitet.

Die Veranstaltung wird anschließend im nahe gelegenen Kolpinghaus (Adolph-Kolping-Str. 1) mit einem Mittagsimbiss sowie einem Vortrag und einem Podiumsgespräch fortgesetzt.

Internationale Gäste und Berichte aus erster Hand

Der deutsche Kardinal Paul Josef Cordes wird dort ab 13:30 Uhr zum Thema „Neuevangelisierung – Modewort oder Lichtblick” sprechen. Er ist einer der „Väter” der Weltjugendtage und hat die karitative Arbeit der Kirche koordiniert.

In einem Podiumsgespräch ab 15:00 Uhr werden Pater Firas Lutfi OFM aus dem syrischen Aleppo und Father John Bakeni aus Maiduguri im Nordosten Nigerias über das Leben und die aktuelle Lage in ihren Heimatländern berichten.

In Syrien und Nigeria haben die Christen entsetzlich zu leiden unter Krieg und Terror. Doch trotz Anschlägen durch den IS oder Boko Haram wankt der Glaube der Menschen nicht.

Die Veranstaltung endet gegen 16:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wegen des Mittagsimbisses im Kolpinghaus bitten wir um eine formlose Anmeldung in unserem Münchner Büro.

Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für den Gottesdienst in der Stiftskirche zur Alten Kapelle brauchen Sie sich selbstverständlich nicht anzumelden.

KIRCHE IN NOT lädt am Samstag, den 27. Januar, zum Jahrgedächtnis des „Speckpaters“ Werenfried van Straaten nach Köln ein.
Pater Werenfried hatte nach dem Zweiten Weltkrieg von Belgien aus Hilfslieferungen für die deutschen Heimatvertriebenen organisiert. Da diese Hilfe zunächst vor allem aus Naturalien bestand, erhielt er den Spitznamen „Speckpater“.
Aus der von ihm gegründeten „Ostpriesterhilfe“ ging später KIRCHE IN NOT hervor, das heute weltweit in über 140 Ländern pastorale Hilfsprojekte umsetzt. Pater Werenfried starb am 31. Januar 2003.
Joachim Kardinal Meisner war 2016 zum letzten Mal Podiumsgast während des Pater-Werenfried-Jahresgedenkens.
Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo.
Priester aus Nigeria vor einer brandgeschwärzten Marienstatue.

Ein besonderes Gedenken in diesem Jahr gilt auch dem im Juli 2017 verstorbenen früheren Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner, den eine enge Freundschaft mit dem Gründer von KIRCHE IN NOT verband. Die Gedenkfeier findet daher traditionell in Köln statt; Meisner hatte dabei regelmäßig gepredigt und war Gesprächsgast.

Der Gedenk- und Begegnungstag beginnt um 11:00 Uhr mit einer heiligen Messe im Kölner Dom mit Erzbischof Matthew Ma-Oso Ndaggoso aus Kaduna/Nigeria und Erzbischof Joseph Tobji aus Aleppo/Syrien.
ie Predigt hält Bischofsvikar Monsignore Dr. Markus Hofmann aus Köln. Anschließend wird das Programm ab 13:30 Uhr im Maternushaus der Erzdiözese mit Podiumsgesprächen fortgesetzt.

Veranstaltung beginnt mit einem Gottesdienst im Kölner Dom

In der ersten Gesprächsrunde geht es um die Situation verfolgter Christen im Nahen Osten und Afrika. Erzbischof Ndaggoso wird dabei über die aktuelle Bedrohungslage durch die islamistische Terrorsekte „Boko Haram“ berichten. Sie gehört zu den gefährlichsten Terrororganisationen weltweit.

Fast täglich kommt es im Nordosten Nigerias zu Anschlägen; auch Kinder werden zu Selbstmordattentaten gezwungen. Über zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht. Trotz dieser Verfolgung blüht der Glaube der Christen in Nigeria.

Im nordsyrischen Aleppo ist der sogenannte „Islamische Staat“ weitgehend zurückgedrängt, der Krieg hält jedoch nach wie vor an. Dennoch beginnen die Menschen mit dem Wiederaufbau. Große Bedeutung haben dabei die christlichen Kirchen.

Der „Speckpater“ Werenfried van Straaten mit einem Ferkel.
Aleppo: Weihnachtsgottesdienst in einer Kirchenruine

Der maronitische Erzbischof Joseph Tobji wird über die Hilfe für die notleidende Bevölkerung, Weihnachtsgottesdienste in zerbombten Kirchenruinen und die aktuellen Entwicklungen in Syrien berichten. Ein besonderes Highlight ist im Anschluss an die Gesprächsrunde geplant: eine Live-Schaltung zu einer Kindergruppe in einer christlichen Schule in Aleppo.

Im zweiten Podiumsgespräch des Nachmittags steht ab 15:30 Uhr das brandaktuelle Thema der Rolle der Christen in politischen und gesellschaftlichen Debatten im Mittelpunkt. Unter der Überschrift „Ist unser Salz schal geworden?“ diskutieren die Publizistin Birgit Kelle, Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Werner Münch und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Norbert Geis.

Die Veranstaltung im Maternushaus, nicht weit vom Dom in der Kardinal-Frings-Straße 1-3, endet gegen 17:00 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die beiden Podiumsgespräche werden auch für Fernsehsendungen von KIRCHE IN NOT aufgezeichnet.

Wegen des Mittagsimbisses im Maternushaus bitten wir um eine formlose Anmeldung in unserem Münchner Büro. Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie eine E-Mail. Für den Gottesdienst im Dom brauchen Sie sich selbstverständlich nicht anzumelden.