Länderbericht Kamerun

Priesteramtskandidaten aus dem Seminar in Bertoua.

Priesteramtskandidaten aus dem Seminar in Bertoua.

Einwohner: 17,2 Millionen

Fläche: 475 442 qkm (fast so groß wie Deutschland, Österreich und Schweiz zusammen)

Religion:
Christen: 54,2 Prozent
Animisten: 23,7 Prozent
Muslime: 21,2 Prozent
sonstige: 0,9 Prozent

Die Präambel der Verfassung von 1976 (1996 revidiert) garantiert die Religionsfreiheit und den säkularen Staat.

Das Land ist allgemein durch ein hohes Maß an religiöser Toleranz gekennzeichnet. Islam-Zentren und christliche Kirchen existieren auf dem Staatsgebiet nebeneinander; lediglich aus den Nordprovinzen wurde von Spannungen zwischen Volksgruppen berichtet, die sowohl religiös als auch ethnisch begründet sind.

Etwa 40 Prozent der Bevölkerung sind Christen (gleichmäßig auf Protestanten und Katholiken verteilt), etwa 20 Prozent sind Muslime, und die verbleibenden 40 Prozent sind Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen. Hexerei ist eine nach dem Strafgesetz zu ahndende Straftat.

Religiöse Gruppierungen müssen sich registrieren lassen

Religiöse Gruppierungen müssen sich beim Ministerium für Territoriale Verwaltung und Dezentralisierung (MINATD) eintragen lassen. Ohne Registrierung tätig zu werden ist illegal; jedoch sind keine Strafen oder Sanktionen festgesetzt. Aufgrund von Bürokratie kann die Registrierung mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Trotz der Liberalisierung von Funk und Fernsehen gemäß eines Beschlusses aus dem Jahr 2000 ist die Freiheit der Medien aufgrund der Langsamkeit der Behörden bei der Ausstellung von Zulassungen noch recht instabil. So operieren zahlreiche Radiosender ohne Lizenz; auch Radio Veritas verfügt bisher nur über eine provisorische Zulassung.

Am 28. Februar 2006 taten sich Christen und Muslime zu einer Protestveranstaltung gegen Gewalt zusammen. Christen, Muslime und Bürgerorganisationen vereinten sich in einer großen landesweiten Kampagne, um der Bevölkerung bewusst zu machen, dass man sich gegen Gewalt zur Wehr setzen muss.

Diese Kampagne wurde von der nationalen Kommission “Frieden und Gerechtigkeit” der Katholischen Bischofskonferenz, dem Rat der Protestantischen Kirchen von Kamerun (CEPCA), dem Ökumenischen Friedensdienst (SEP), dem Obersten Islamrat von Kamerun (Conseil Supérieur islamique du Cameroun – CSIS) und einer säkularen NRO unterstützt.

Jährliche Aktionen zur Osterwoche

Die Initiative war Teil der Aktionen zur Osterwoche, die die christlichen Kirchen Kameruns alljährlich während der Fastenzeit organisieren. Das für 2006 gewählte Thema lautete “Traditionelle Einflussträger als treibende Kraft im Kampf gegen Gewalt und für den Frieden in Kamerun”.

Die Woche begann mit einem Forum, das vom 24. bis 26. Februar in Ebolowa, Südkamerun, abgehalten wurde. Dreihundert Dorfvorsteher nahmen daran teil und sprachen über die Rolle des traditionellen Führers als Förderer einer Kultur der Gewaltlosigkeit. Ein weiteres intensiv diskutiertes Thema war die Gewalt gegen Frauen.

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2008. Stand: 2008)

28.Okt 2009 14:00 · aktualisiert: 9.Feb 2010 11:34
KIN / S. Stein