Länderbericht Libyen

Sanddüne in der Sahara.

Sanddüne in der Sahara.

Einwohner:
5,87 Millionen

Fläche:
1 759 540 qkm (fünfmal größer als Deutschland)

Religion:
Muslime: 96,6 Prozent
Christen: 2,7 Prozent (darunter 155 000 Katholiken)
Sonstige: 0,7 Prozent

Dieses Land hat keine Verfassung und daher gibt es keine ausdrückliche gesetzliche Bestimmung, die die Religionsfreiheit schützt. Allerdings ist in der “Großen Grünen Charta für Menschenrechte der Dschamahirija-Ära” eine Grundlage (Art. 12) für ein gewisses Maß an religiöser Freiheit vorgesehen, und die Regierung ist den Religionen gegenüber tolerant, mit Ausnahme der fundamentalistischen Gruppen, die unterdrückt oder energisch bekämpft werden.

97 Prozent der Bevölkerung sind sunnitische Muslime. Der Islam entspricht einer Staatsreligion und ist daher in das gesellschaftliche Leben des Landes völlig integriert. Dennoch unterliegt die islamische Religion strengen Vorschriften und der Kontrolle durch die Regierung, um jedwede Einmischung in die Politik zu unterbinden.

Der katholische Klerus ist vor allem in den größeren Städten tätig, vornehmlich in Krankenhäusern, Waisenhäusern und in der Arbeit mit alten und behinderten Menschen. Die kleine anglikanische Gemeinschaft wird von einem einzigen Geistlichen in Tripolis und einem Bischof mit Sitz in Kairo geleitet.

Es existieren keine religiösen Versammlungsstätten für Hindus, Buddhisten und die Baha’i, aber die Anhänger dieser Religionen dürfen ihren Glauben in Privatwohnungen praktizieren und auf den Märkten und in ihren Fenstern ihre religiösen Symbole zeigen.

Quellen
Human Rights Watch, U.S. Department of State, Annual Report on International Religious Freedom, ed. 2009; ed. 2010, www.zenit.org, www.politicalresources.net, www.rcmlibya.org/English/Great_Green_Charter.htm

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand: 2010)

26.Aug 2009 15:47 · aktualisiert: 22.Feb 2011 11:51
KIN / S. Stein