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Interview

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Am 6. August 2014 eroberten und zerstörten Einheiten des sogenannten „Islamischen Staates“ (IS) die christlichen Ortschaften in der irakischen Ninive-Ebene. Etwa 120 000 Christen mussten über Nacht fliehen. Viele von ihnen fanden Zuflucht in und um Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan.

 

In den folgenden drei Jahren war Erzbischof Bashar Warda, der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, für viele Vertriebene die wichtigste Anlaufstelle. Er organisierte zusammen mit KIRCHE IN NOT zahlreiche Hilfen: von der Unterbringung über die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten, bis hin zu Schulen für Flüchtlingskinder.

August 2014: Tausende geflüchtete Menschen kampieren unter freiem Himmel in Erbil (Foto: ankawa.com).
Als ab Herbst 2016 die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten die Ninive-Ebene zurückerobern konnten, kehrten zahlreiche vertriebene Christen in ihre Heimatorte zurück – auch wenn dort oftmals nur noch Ruinen standen. Zusammen mit den Ortskirchen unterstützt KIRCHE IN NOT den Wiederaufbau tatkräftig.

 

Zum fünften Jahrestag der IS-Invasion in der Ninive-Ebene sprach Maria Lozano von KIRCHE IN NOT International mit Erzbischof Warda über die damaligen Ereignisse und die anhaltenden Folgen für die Christen im Irak und im ganzen Nahen Osten.

Zerstörte Stadt im Irak.
MARIA LOZANO: Fünf Jahre sind seit den IS-Eroberungen und der dadurch ausgelösten Flüchtlingswelle vergangen. Was sind Ihre Erfahrungen aus dieser leidvollen Zeit?


ERZBISCHOF BASHAR WARDA: Wir stehen nach wie vor in einem existenziellen Kampf. Die unmittelbare Ursache ist der Angriff des IS am 6. August 2014. In einer einzigen Nacht verloren die Christen im Irak Unterkunft, Arbeit und Eigentum, Kirchen und Klöster.

Unsere Unterdrücker beraubten uns unserer Gegenwart, als sie versuchten, unsere Geschichte auszulöschen und unsere Zukunft zu zerstören. Dies war eine außergewöhnliche, aber keine einmalige Situation. Sie gehört zu den seit mehr als 1400 Jahren immer wiederkehrenden Gewaltwellen im Nahen Osten.

Baschar Warda, chaldäischer Erzbischof von Erbil/Irak.
War die IS-Invasion also nur die Spitze des Eisbergs?
Mit jeder weiteren Welle der Gewalt ist die Zahl der Christen zurückgegangen, bis heute. Wir Christen im Irak sind vom Aussterben bedroht. Was wird dann die Weltöffentlichkeit sagen? Dass wir durch eine Naturkatastrophe oder durch langsame Auswanderung ausgelöscht wurden? Dass die IS-Angriffe unerwartet kamen und uns überrascht haben?

 

Oder wird womöglich nach unserem Verschwinden die Wahrheit ans Licht kommen: dass wir im Laufe von 1400 Jahren beharrlich und stetig durch ein Glaubenssystem beseitigt worden sind, das regelmäßige und wiederkehrende Gewaltwellen gegen uns zugelassen hat?

- Baschar Warda, chaldäischer Erzbischof von Erbil/Irak.
Aber hat es in den 1400 Jahren Unterdrückung, von denen Sie sprechen, nicht auch Zeiten der Toleranz gegeben?
Es gab Zeiten relativer Toleranz. Das arabische Goldene Zeitalter wurde auf der Grundlage chaldäischer und syrischer Gelehrsamkeit errichtet. Es war christliche Gelehrsamkeit. Es hatte sich ein Stil des akademischen Dialogs entwickelt, der nur möglich war, weil eine Reihe von Kalifen Minderheiten tolerierte.

 

1400 Jahre Unterdrückung

Aber diese Augenblicke der Toleranz waren und sind eine einseitige Erfahrung. Es war und ist keine Frage der Gleichstellung. Wir Christen sollen nicht als Gleichgestellte behandelt werden; wir sollen nur toleriert oder nicht toleriert werden, je nachdem wie sehr die Herrschenden der Lehre des Dschihad folgen. Ja, die Wurzel all dessen ist die Lehre des Dschihad, die zur Rechtfertigung für Gewaltakte herangezogen wird.

Übersicht über zerstörte, beschädigte und abgebrannte Wohngebäude in der Ninive-Ebene.
Nach der Rückeroberung kehren viele irakische Christen in ihre Dörfer zurück. Wird die Lage besser?
Es gibt immer noch extremistische Gruppen, die immer größer werden, und die behaupten, das Töten von Christen und Jesiden trage zur Verbreitung des Islam bei. Das ist jedoch noch nicht alles. Nach der Verfassung des Irak sind wir zweitklassige Bürger. Wir sind denen ausgeliefert, die sich uns gegenüber überlegen erklären. Unser Menschsein gibt uns keine Rechte.

 

Christen sind im Irak Bürger zweiter Klasse

Manche sagen, die Brutalität und Gewalt des IS habe auch die islamische Welt verändert. Was meinen Sie?
Der IS hat eindeutig das Bewusstsein der Welt erschüttert, auch der islamischen Welt. Die Frage ist nun, ob der Islam eine politische Richtung bleibt, in der die Scharia die Grundlage des Zivilrechts ist und in der fast alle Aspekte des Lebens der Religion untergeordnet sind oder ob sich eine zivilisiertere und tolerantere Bewegung entwickeln wird.

Mit der Niederlage des IS ist die Idee einer Wiederherstellung des Kalifats nicht untergegangen. Diese Idee ist wiederaufgetaucht und heute in den Köpfen der muslimischen Welt fest verankert.

Prozession von Christen, die wieder in ihre Heimatstadt Karakosch zurückgekehrt sind.
Wie wird der Westen Ihrer Meinung nach darauf reagieren?
Darauf wüssten die religiösen Minderheiten im Nahen Osten nur zu gerne die Antwort. Wenn die nächste Welle der Gewalt auf uns zukommt, wird dann jemand an den westlichen Universitäten Demonstrationen organisieren und Transparente tragen, auf denen steht: „Wir sind alle Christen“? Ich spreche von der nächsten Welle der Gewalt, denn diese ist das zwangsläufige Ergebnis eines Regierungssystems, das Ungleichheit predigt und Verfolgung rechtfertigt.

 

Ein Regierungssystem, das Verfolgung rechtfertigt

Was könnte ein Ausweg aus diesem Dilemma sein?
Der Wandel muss durch eine bewusste Arbeit in der muslimischen Welt selbst herbeigeführt werden. Wir sehen kleine Anfänge davon, vielleicht in Ägypten, Jordanien, Asien, sogar Saudi-Arabien. Es bleibt sicherlich abzuwarten, ob dies wirklich aufrichtig ist.

Langsam kommt die Normalität zurück: Ein kleiner Laden in Karakosch.
Was fordern Sie von der westlichen Politik?
Wir fordern gemeinsame Anstrengungen, um die Gleichbehandlung aller Minderheiten im Irak und anderswo zu gewährleisten. Die Rolle, die christliche Gemeinschaften in islamischen Gesellschaften spielen oder gespielt haben, ist unterschätzt worden.

 

Zu verstehen, was im Irak geschehen ist, bedeutet, sich ehrlich vor Augen zu halten, was der Zweck einer christlichen und was der Zweck einer islamischen Rechts- und Gesellschaftsordnung ist – und was es bedeutet, wenn beide aufeinanderprallen. Ich verstehe, dass es sich um ein unbequemes Thema handelt. Aber für irakische Christen ist dies keine abstrakte Angelegenheit.

- Baschar Warda, chaldäischer Erzbischof von Erbil/Irak.
Ihre Zukunftsperspektive für die Christen im Irak ist sehr düster …
Seien wir ehrlich: In den Jahren bis 2003 gab es hier bis zu eineinhalb Millionen Gläubige, das waren sechs Prozent der irakischen Bevölkerung. Heute sind vielleicht nur noch 250 000 Christen übrig, vielleicht weniger. Und diejenigen von uns, die übrig sind, müssen auf das Martyrium gefasst sein.

 

Wir werden auf unserem Weg zum Aussterben nicht schweigend weitermachen. Dann kann, wenn wir eines Tages verschwunden sein sollten, niemand sagen: Wie konnte das geschehen? Die Gewalt und Diskriminierung von Unschuldigen muss ein Ende haben. Diejenigen, die sie predigen, müssen damit aufhören. Wir Christen im Irak sind bereit, Zeugnis abzulegen, ganz gleich welche Folgen das hat.

Am Ostersonntag rissen Bombenanschläge auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka mindestens 250 Menschen in den Tod, rund 500 wurden verletzt. Gleichzeitig haben die Anschläge, die auf das Konto einer islamistischen Splittergruppe gehen, eine Welle der Solidarität ausgelöst.

 

Die katholische Kirche hat haupt- und ehrenamtliche Helfer losgeschickt, um den traumatisierten Menschen zu helfen. Einer von ihnen ist Prasad Harshan aus dem Bistum Colombo.

Mit seinem „Faith Animation Team“ besucht er Überlebende und Hinterbliebene, koordiniert Hilfen und leistet geistlichen Beistand. Bei einem Sri-Lanka-Besuch sprach Stephan Baier (Zeitung „Die Tagespost“) mit dem Priester.

Gedenkstätte für die Opfer der Anschläge in Negombo.
STEPHAN BAIER: Die Terroranschläge haben die Menschen nicht nur physisch und psychisch, sondern auch in ihrem Glauben verwundet. Wie steht ihnen die Kirche bei?
PRASAD HARSHAN: 
Unser Erzbischof Malcolm Kardinal Ranjith wollte Missionare auf der Straße, um den Menschen zuzuhören und ihnen beizustehen. Damit haben wir schon vor drei Jahren begonnen. Das wurde jetzt nach dieser Tragödie zum Segen.

 

Wir sind zurzeit fünf Priester, die mit den Betroffenen der Terroranschläge arbeiten. Vor allem sind wir in Negombo tätig, wo 115 Menschen einer einzigen Pfarrei ermordet und mehr als 280 verletzt wurden. c In 30 Jahren Bürgerkrieg hatten wir nie solche Bombenattacken in Kirchen.

- Prasad Harshan, Priester aus Sri Lanka
Bringt das Glaubenszweifel und Distanz zur Kirche?
Zunächst waren die Menschen geschockt und fragten sich: Wie konnte Gott das zulassen? Wir Priester beschlossen, mit den Menschen auszuharren, auch wenn wir keine Antworten geben konnten. Wir wollten ihnen zeigen, dass Gott bei ihnen ist und bleibt.

 

Nach dem Schock kam die Wut. Insbesondere als die Menschen erfuhren, dass die Regierung vor den Anschlägen warnende Informationen erhalten hatte. Da spielten die Appelle von Kardinal Ranjith eine große Rolle. Er rief die Menschen auf, sich nicht von Emotionen, sondern vom Glauben leiten zu lassen.

Prasad Harshan, Priester aus Sri Lanka. Er kümmert sich um die Hinterbliebenen der Opfer der Anschläge vom Ostersonntag 2019 auf Sri Lanka.
Viele Katholiken auf Sri Lanka sagten mir, sie seien nach den Terroranschlägen stärker und gläubiger als zuvor.
Über Nacht war das ganze Land getauft. Es gibt ja die Taufe mit Wasser und jene mit Blut. Plötzlich wurde unserem ganzen Land die Anwesenheit der Katholiken und die besondere Art ihres Glaubens bewusst.

 

Früher sahen sich etwa 4000 Menschen die Videobotschaften des Kardinals an, jetzt sind es hunderttausende. Sie wollen hören, was er sagt. Wir hatten ein wahres Osterfest. Aber es begann mit den zerfetzten Leibern, mit dem Blut der Märtyrer.

„Terroristen wollen die ganze Welt involvieren“

Die islamistischen Attentäter haben bewusst christliche Kirchen attackiert. Dabei sind rund 70 Prozent der Einwohner Sri Lankas Buddhisten …
Es hat wohl damit zu tun, dass die katholische Kirche zwar hier im Land eine Minderheit darstellt, aber die größte religiöse Gemeinschaft in der Welt ist. Die Terroristen wollen die ganze Welt involvieren.

Albert Malcolm Kardinal Ranjith, Erzbischof von Colombo, tröstet einen Mann, der einen Angehörigen bei den Anschlägen verloren hat (Foto: Roshan Pradeep & T Sunil).
Wie haben die Attentate die Beziehung zwischen Buddhisten und Katholiken beeinflusst?
Die Buddhisten begannen untereinander darüber zu sprechen, wie bewundernswert die Katholiken seien: Warum üben sie keine Rache? Die besondere Struktur der katholischen Kirche kam uns da sehr zugute.

 

Der Kardinal hat dazu aufgerufen, keine Gewalt zu üben, die Priester haben das aufgegriffen und die Gläubigen ebenso. Jetzt bewundern auch buddhistische Mönche uns Katholiken und begegnen uns mit viel Sympathie und Respekt.

„Es muss ein Reinigungsprozess in Gang kommen“

Wie reagierten die Spitzen der islamischen Glaubensgemeinschaft in Sri Lanka auf den Terror aus ihren Reihen?
Die muslimischen Autoritäten haben erkannt, dass es ihr Fehler war, zu den Aktivitäten terroristischer Gruppen in ihren Gemeinden zu schweigen. Nicht alle Muslime sind Terroristen, aber alle Attentäter vom Ostersonntag waren Muslime. Es muss ein Reinigungsprozess in Gang kommen. Als die Untersuchungen begannen, wurden Waffen in den Moscheen gefunden. Das war schockierend für uns.

Schutz durch das Militär unmittelbar nach den Anschlägen (Foto: Roshan Pradeep & T Sunil).
Wie wurde die internationale Solidarität mit den Opfern auf Sri Lanka spürbar?
Hilfsorganisationen wie KIRCHE IN NOT haben uns hier sehr viel geholfen. Wir sind im Land eine Minderheit, aber wir wissen, dass wir einer größeren Familie angehören. Menschen, die nie in Sri Lanka waren, beten und spenden für uns.

 

So wurde die katholische Kirche zu einem Segen für alle Menschen Sri Lankas. Indem die Menschen auf die katholische Kirche blicken, hat eine innere Umkehr begonnen. Sie beginnen zu verstehen, was es bedeutet, als Christ zu leben.

Anfang Juli hatte Papst Franziskus die Metropoliten und hochrangige Geistliche der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche zu einem Treffen in den Vatikan eingeladen. Ziel sollte es sein, „über die komplexe und heikle Situation im Land“ nachzudenken.

 

Diese Begegnung war in dieser Form bislang einmalig und unterstreicht die Sorge des Papstes um das osteuropäische Land. Rund 4,5 Millionen Ukrainer gehören der griechisch-katholischen Kirche an, viele von ihnen leben im Ausland.

Tobias Lehner von KIRCHE IN NOT Deutschland hat mit Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew über das Treffen in Rom gesprochen. Dsjurach leitet die Kurie der griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine.

Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew feierte 2015 auf dem Kongress von KIRCHE IN NOT Deutschland einen Gottesdienst.
KIRCHE IN NOT: Kam die Einladung zum Treffen überraschend und was bedeutet es für Sie, dass der Papst der Ukraine nun sozusagen „oberste Priorität“ einräumt?
WEIHBISCHOF BOHDAN DSJURACH:
 Die Einladung von Papst Franziskus entspricht seiner Haltung, den notleidenden Menschen den Vorrang zu geben.

 

In seiner Ansprache zu Beginn des Treffens rief uns der Heilige Vater auf, ein offenes Herz zu haben und allen Menschen nahezubleiben, die unterdrückt sind und „die Nacht der Traurigkeit“ durchleben. Was er lehrt, lebt der Papst auch. Seit Jahren erfahren wir in der Ukraine die Nähe und Unterstützung des Papstes.

Dennoch war diese Form der Begegnung etwas ganz Neues in den Beziehungen der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche zum Heiligen Stuhl. Insofern: Ja, es war eine Überraschung.

- Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew
Worüber wurde bei dem Treffen gesprochen? Gibt es konkrete Ergebnisse?
Zunächst haben wir die politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine dargestellt, besonders vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges im Osten des Landes und der damit verbundenen humanitären Katastrophe.

 

Wir haben uns bedankt für die Initiative „Der Papst für die Ukraine“ [eine Sonderkollekte in allen Kirchen Europas, zu der Papst Franziskus im April 2016 aufgerufen hatte und bei der fast 16 Millionen Euro zusammengekommen sind; Anm. d. Red.]. Wir haben auch über neue Initiativen für notleidende Menschen gesprochen.

Seelsorge und Evangelisation als Themenschwerpunkte

Viel Zeit und Aufmerksamkeit haben wir seelsorglichen Themen gewidmet. Neben Evangelisation und Katechese ging es auch um die Seelsorge für ukrainische Auswanderer in verschiedenen Ländern. Auch die Rolle der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche im ökumenischen Dialog haben wir erörtert.

Äußerst wichtig und wertvoll war es, dass wir direkt mit dem Papst und seinen engsten Mitarbeitern unsere Meinungen austauschen, unsere Freuden, Hoffnungen und Sorgen teilen konnten.

Logo der Ukraine-Konferenz im Vatikan.
Im Osten der Ukraine tobt seit fünf Jahren Krieg, die Krim wurde von Russland annektiert, die Errichtung einer eigenständigen orthodoxen Kirche in der Ukraine hat zu gravierenden Konflikten mit der russisch-orthodoxen Kirche geführt: Was kann die griechisch-katholische Kirche dazu beitragen, das zerrissene Land zu einen?
Bei allen Schwierigkeiten, die unser Volk und die Kirchen in der Ukraine derzeit durchleben, wollen wir weiterhin Botschafter der Hoffnung, der Wahrheit und der Liebe bleiben. Dazu hat uns auch der Papst aufgerufen. Viele Spannungen gehen auf den Krieg zurück, der nicht nur mit militärischen Mitteln geführt wird.

 

Kirche als Botschafter Hoffnung

Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, braucht unsere Land Konsolidierung, innere Kraft und geistliches Unterscheidungsvermögen. Das wollen wir stärken. Unser Gebet und unsere Wachsamkeit sind die wesentlichen Elemente unseres Dienstes für das ukrainische Volk.

Brennende Häuser in der Ostukraine nach Raketenbeschuss.
Innenpolitisch ist in der Ukraine alles offen. Der neue Präsident Wolodymyr Selenskyi hat kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er in der Ostukraine Truppen abgezogen hat. Wie nimmt die ukrainische Bevölkerung diesen Schritt auf? Steigt die Hoffnung auf Frieden?
Alle Beobachter, sowohl in der Ukraine als auch im Ausland, können klar erkennen: Der Schlüssel zum Frieden in der Ukraine liegt nicht in Kiew, sondern in Moskau.

 

Einzelne Schritte können kurzfristig Entlastung bringen. Davon jedoch eine Lösung des Konflikts oder dauerhaften Frieden zu erwarten, wäre jedoch naiv. Dazu braucht es viel mehr Solidarität und Einigkeit der internationalen Gemeinschaft.

Josyf Kardinal Slipyj, früheres Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, und Pater Werenfried van Straaten, Gründer von KIRCHE IN NOT.
Vor 30 Jahren öffnete sich der Eiserne Vorhang und in der Folge endete auch die kommunistische Diktatur in der Ukraine. Die griechisch-katholische Kirche war in dieser Zeit blutig verfolgt. Seit der politischen Wende ist an vielen Orten das kirchliche Leben aufgeblüht.


Wenn Sie auf die nächsten 30 Jahre blicken: Was sind die größten Herausforderungen für die griechisch-katholische Kirche – und wie kann KIRCHE IN NOT dabei helfen?
Die Sorge um die Vertiefung des Glaubens, die Verkündigung unter den Menschen, die Christus bisher nicht begegnet sind, die Jugend- und Berufungspastoral werden unsere größten Aufgaben sein. Hinzu kommt die Bewältigung der tragischen Folgen von Krieg und Aggression, die hoffentlich mit der Hilfe Gottes eines Tages ein Ende haben werden.

- Weihbischof Bohdan Dsjurach aus Kiew
In den zurückliegenden Prüfungen haben wir uns nie verlassen gefühlt. KIRCHE IN NOT bleibt einer unserer wichtigsten Partner, die uns mit Gebet und finanzieller Hilfe immer wieder liebevoll begleiten.

 

Wir sind uns sicher, dass sich KIRCHE IN NOT als päpstliches Hilfswerk auch in Zukunft von den Worten des Papstes inspirieren lässt, der uns bei der Begegnung am 5. Juli gesagt hat: „Der leidende Bruder“ darf nicht vergessen werden.

Venezuela befindet sich in einer kriegsähnlichen Situation, ist Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo, Erzbischof der Hauptstadt Caracas überzeugt. Zum Währungsverfall, dem allgegenwärtigen Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und nahezu allen Dingen des täglichen Bedarfs kommen noch schwere Repressionen, die das Regime seine Gegner spüren lässt.

 

Auch die Kirche steht verschärft im Visier. Obwohl die Ressourcen kaum reichen, setzen sich Seelsorger und freiwillige Helfer für die notleidende Bevölkerung ein.

Vertreter von KIRCHE IN NOT haben Anfang Juli das Land besucht. Unser Hilfswerk unterstützt seit langem die kirchliche Sozial- und Pastoralarbeit in Venezuela. Pressereferentin Maria Lozano hat mit Kardinal Porras gesprochen.

Venezolanische Ordensfrauen verteilen belegte Brote an bedürftige Kinder.
MARIA LOZANO: Venezuela befindet sich zwar nicht im Krieg, aber de facto lebt es in einem Kriegszustand. Was halten Sie von dieser Einschätzung?
BALTAZAR ENRIQUE KARDINAL PORRAS CARDOZO:
 Wir befinden uns in einer beispiellosen Situation. Sie ist zwar nicht das Ergebnis eines Krieges, hat aber ähnliche Folgen. Das Regime, das Venezuela zurzeit regiert, hat das Land zerstört und einen sozialen Konflikt ausgelöst, der schlimmer wird.

 

Viele Menschen verlassen das Land

Hinzu kommt die Auswanderung vieler Venezolaner in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Die Menschen verlassen das Land wegen ihrer Armut, ihrer politischen Ideen oder wegen der herrschenden Unterdrückung. Die Wirtschaft ist praktisch zerstört, und es gibt keine Rechtssicherheit.

Dazu kommt die Arbeitslosigkeit. Die Menschen haben keine Chance, den Mindestbedarf für ihre Familien zu erwirtschaften. All das bezeichnen Fachleute als Kriegswirtschaft.

- Erzbischof Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo,
Regierung und Opposition haben sich im Juni in Oslo an einen Tisch gesetzt – ohne greifbare Ergebnisse. Demnächst sollen die Gespräche auf Barbados fortgesetzt werden. Die Skepsis ist groß. Was ist Ihre Einschätzung?
Die Regierung hat in den vergangenen 20 Jahren immer wieder zum Dialog aufgerufen, wenn sie in Schwierigkeiten war. Aber mit diesen Aufrufen wollte sie lediglich ihre Macht verlängern. Daher misstraut ein großer Teil der Bevölkerung dem Dialog. Trotzdem bietet er die Chance auszuloten, ob es einen Willen zum Wiederaufbau der Demokratie gibt.

 

Es macht mir große Sorgen, dass seit der Ausrufung von Juan Guaidó zum Interimspräsidenten Anfang des Jahres die Zahl der Verhafteten, Gefolterten, Toten und Verschwundenen zugenommen hat. An diesen Aktionen sind nicht nur hochrangige Militärs beteiligt, sondern auch Teile der Bevölkerung.

Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo, Erzbischof von Caracas/Venezuela.
Vertreter von KIRCHE IN NOT konnten bei ihrem Besuch in Venezuela feststellen, dass die Menschen vielfach kirchliche Einrichtungen aufsuchen. Kann man sagen, dass die Kirche in Venezuela für viele Menschen die letzte Hoffnung ist?
Viele öffentliche und private Einrichtungen wurden zerstört. Die Kirche ist die einzige Institution, die unversehrt geblieben ist. Das liegt an unserer Nähe zu den Menschen und an unserer Präsenz in allen Bereichen.

 

Darüber hinaus hat die Kirche den Mut, auf die Missstände dieses Regimes hinzuweisen. Viele öffentliche Stimmen äußern sich nicht mehr, weil sie Angst haben. Die Regierung hat viele Unternehmer angegriffen oder kritische Medien bedroht und geschlossen.

Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo, Erzbischof von Caracas, verteilt Suppe an.
Aufgrund ihrer deutlichen Haltung ist aber auch die Kirche Drohungen und Druck ausgesetzt. Kann man sagen, dass die venezolanische Kirche verfolgt wird?

Man kann nicht sagen, dass sie nicht verfolgt wird. Im Bildungsbereich gibt es beispielsweise viele Einschränkungen für katholische Schulen.

 

Kirche leidet unter subtilem Druck

Es scheint, als seien Hindernisse errichtet worden, damit die Kirche am Ende selbst ihre Schulen schließt. Seit Jahren leiden wir unter subtilem Druck, verbalen Drohungen und Schikanen gegen die karitativen Einrichtungen. Pfarreien werden von der Regierung, von kommunalen Räten und von regierungsfreundlichen Gruppen, den sogenannten „Colectivos“, angegriffen.

In den ärmeren Stadtvierteln von Caracas zum Beispiel stehen diese „Colectivos“ oft vor den Kirchentüren. Sie hören genau zu, was der Priester in der Predigt sagt. Wenn ihnen das nicht gefällt, beginnen die Drohungen.

Menschen strömen über die Grenzbrücke von Venezuela nach Kolumbien.
Was würde in Venezuela passieren, wenn die katholische Kirche ihr Engagement nicht fortsetzen könnte?
Für viele Menschen würde sich die Situation noch weiter verschlechtern. Weil so viele Menschen auswandern, sind wir Daheimgebliebenen emotional verwaist. Die Familien und das soziale Umfeld sind verschwunden. Es fehlt an Gemeinschaft.

 

Wir leiden auch darunter, dass es vielen von den Auswanderern weiterhin nicht gut geht. Das ist sehr traurig.

- Erzbischof Baltazar Enrique Kardinal Porras Cardozo
Was ist Ihre Botschaft an die Menschen, die die Arbeit der Kirche in Venezuela durch Organisationen wie KIRCHE IN NOT unterstützen?
Die Nähe vieler Institutionen ist für uns ein großer Trost. Insbesondere bin ich KIRCHE IN NOT zutiefst dankbar, nicht nur für die materielle Hilfe, sondern auch für den „geistlichen Gleichklang“, der sich vor allem im Gebet ausdrückt.

 

Dank der Hilfe, die wir von KIRCHE IN NOT zum Beispiel durch Mess-Stipendien erhalten, werden die Nöte der Pfarreien stark gemildert. Auf diese Weise können andere Mittel zur Stärkung der Sozialarbeit eingesetzt werden, die es uns ermöglichen, den bedürftigsten Menschen zur Seite zu stehen.

Der Franziskaner Pierbattista Pizzaballa ist Erzbischof und Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem. Er ist damit das Oberhaupt von rund einer Viertelmillion Katholiken in Israel und den Palästinensischen Gebieten.

 

Obgleich die Christen im Heiligen Land nur rund ein Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind Sie im öffentlichen Leben präsent. Gleichzeitig müssen sie mit vielfältigen Herausforderungen ringen. Das betrifft besonders die arabischen Christen, die die Mehrheit der Gemeinden stellen.

Bei seinem Besuch im Büro von KIRCHE IN NOT Deutschland in München sprachen wir mit ihm über die aktuelle Lage im Heiligen Land.

Palmsonntag-Prozession in Jerusalem.
KIRCHE IN NOT: Herr Erzbischof, wie ist die aktuelle Situation der Christen im Heiligen Land?
ERZBISCHOF PIZZABALLA:
 Es wird oft gesagt, dass es in dem Gebiet, das als Heiliges Land im engeren Sinne gilt, drei Gruppen gibt: Israelis, Palästinenser, Christen. Aber die Christen sind kein „drittes Volk“. Die Christen gehören zu dem Volk, in dem sie leben. Wir haben als Christen keine Gebietsansprüche.

 

Für einen Juden oder einen Muslim ist es niemals eine Gefahr, einen Christen zu treffen. Dennoch ist das Leben für die Christen nicht einfach: Es ist schwieriger für die Christen, eine Arbeit oder eine Wohnung zu finden. Die Lebensbedingungen sind erschwert.

Erschwerte Lebensbedingungen

Also ist die Religionsfreiheit für die Christen im Heiligen Land stark eingeschränkt?
Da muss man differenzieren. Die Freiheit der Religionsausübung ist eine Sache, die Gewissensfreiheit eine andere. Die Freiheit der Religionsausübung ist gegeben: Die Christen können ihre Gottesdienste feiern und ihr Gemeindeleben gestalten.

Gewissensfreiheit bedeutet, dass jeder Gläubige sich frei ausdrücken kann und dass sich Angehörige anderer Religionen frei entscheiden können, wenn sie Christen werden möchten. Da wird es sehr viel komplizierter.

- Erzbischof Pierbattista Pizzaballa
Im Heiligen Land spielt Politik immer eine große Rolle. Wenn man beschließt, einen bestimmten Ort zu besuchen, kann das schnell eine politische Frage werden. Ein Beispiel: Christen aus Bethlehem möchten die Grabeskirche in Jerusalem besuchen, um dort zu beten. Häufig geht das nicht, weil sie eine Genehmigung brauchen.

 

Ist das also eine Frage der Religionsfreiheit oder ist es einfach Politik und sie können die Grabeskirche nicht besuchen, weil sie Palästinenser sind? All das ist miteinander verwoben.

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa.
Vor kurzem hat die US-Regierung von Donald Trump die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegt. Rumänien ist einige Monate später diesem Beispiel gefolgt. Wie stark machen sich diese politischen Maßnahmen bemerkbar?
Im Alltag hat sich erst einmal nicht viel verändert. Dennoch ist die Verlegung der amerikanischen Botschaft eine politische Sackgasse. Alle Fragen, die Jerusalem betreffen und nicht beide Seiten – Israelis und Palästinenser – einbeziehen, sorgen für einen tiefen Riss auf politischer Ebene.

 

Genau das ist geschehen. Nach der Verlegung der amerikanischen Botschaft haben die Palästinenser jede Verbindung zur amerikanischen Regierung abgebrochen und die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensergebieten, die ohnehin nur schleppend verliefen, ganz zum Erliegen gebracht.

Verlegung der US-amerikanischen Botschaft

Die neuen Eskalationen führen dazu, dass sich junge Menschen vermehrt radikalisieren, gerade auch unter den Palästinensern. Hat dies auch Konsequenzen für die Christen?
Es gibt Palästinenser, die fundamentalistischen Bewegungen angehören. Aber es gibt auch viele, die die Gewalt ablehnen. Ein Großteil der Christen im Heiligen Land sind Palästinenser. Sie leben also unter denselben Bedingungen wie die palästinensischen Muslime.

Der religiöse Fundamentalismus stellt die Christen klar an den Rand der Gesellschaft. Wir erleben also sowohl Zusammenarbeit und Solidarität, aber auch Ausschluss und Diskriminierung.

Erzbischof Pierbattista Pizzaballa (Bildmitte) im Gespräch mit Dr. Josef Dohrenbusch, stellvertretender Vorsitzender von KIRCHE IN NOT Deutschland (links), und Pater Hermann-Josef Hubka, geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT Deutschland.
Ein weiteres Problem ist die zunehmende Abwanderung von Christen …
Die Abwanderung ist kein Massenphänomen, sonst wären die Christen längst aus dem Heiligen Land verschwunden. Es ist ein stetiges Tröpfeln. Jedes Jahr berichten mir die Priester bei meinen Besuchen in den Pfarrgemeinden: „Dieses Jahr haben wir zwei, drei Familien verloren.“

 

„Die Kirche muss versuchen, Brücken zu bauen”

Kann die Kirche in dieser verfahrenen politischen Situation etwas tun?
Die Christen machen rund ein Prozent der Bevölkerung aus. Wir können daher nicht verlangen, dasselbe politische Gewicht zu haben wie andere Gruppen.

Nun hat die Kirche aber natürlich starke weltweite Beziehungen. Hinzu kommen die Millionen christlichen Pilger aus aller Welt. Dadurch ist die Kirche im Heiligen Land sehr viel sichtbarer, als es die Zahlen vermuten lassen.

Unsere Aufgabe ist es, den Menschen zu vermitteln: Es gibt eine christliche Art, in diesem Land zu leben. Es gibt eine christliche Art, unter diesem Konflikt zu leben. Im Augenblick ist nicht die Zeit für große Gesten. Die Kirche muss versuchen, kleine Verbindungen herzustellen, kleine Brücken zu bauen.

Grenzübergang bei Bethlehem.
Der Besuch von Papst Franziskus im Jahr 2014 war eine der großen Gesten in der jüngeren Vergangenheit. Hat das die politische Situation, aber auch das Verhältnis der katholischen und orthodoxen Christen beeinflusst?
Die Papstbesuche sind wichtige Mosaiksteine auf dem Weg zum Frieden, auch wenn sie natürlich nicht die große Wende bringen können.

 

„Wichtige Mosaiksteine auf dem Weg zum Frieden”

Im Blick auf die Ökumene ist das anders: Papst Franziskus hat mit seinem Besuch an die berühmte Begegnung von Papst Paul VI. mit Patriarch Athenagoras im Jahr 1964 in Jerusalem angeknüpft.

Vor diesem Hintergrund war der Besuch von Papst Franziskus, vor allen Dingen das ökumenische Gebet in der Grabeskirche, ein entscheidender und spürbarer Wendepunkt in der Beziehung von katholischen und orthodoxen Christen.

- Erzbischof Pierbattista Pizzaballa
In Jerusalem unterstützt KIRCHE IN NOT ein interreligiöses Seminar mit dem Titel „Vergebung aufbauen, den Hass überwinden“. Daran nehmen Christen, Juden und Muslime teil. Können Sie uns kurz etwas dazu sagen?
In erster Linie bedanke ich mich bei KIRCHE IN NOT, weil das Hilfswerk viele Dinge im Heiligen Land tut. Es unterstützt viele Projekte, auch dieses Seminar, das vom „Rossing-Center“ veranstaltet wird.

 

Daniel Rossing war Jude und überzeugt, dass Jerusalem ein Ort sein muss, an dem sich alle Religionen zu Hause fühlen. Dieses Zentrum organisiert eine Fülle von Begegnungen. Viele Jugendliche, die an diesen Kursen teilgenommen haben, nehmen ihre Erfahrungen in ihre Berufe mit. So wird die Religion, die im Heiligen Land oft ein Element der Trennung ist, zu einem Element der Gemeinsamkeit.

Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerungsgruppe weltweit. Dennoch ist es kein islamischer Gottesstaat. Stattdessen legt die staatliche Ideologie „Pancasila“ („Fünf Prinzipien“) die Leitwerte des Landes fest. Die Verfassung schreibt keine bestimmte Religion vor, verpflichtet die Bürger aber zum Gottesglauben. Dennoch ist die politische Situation maßgeblich durch den Islam beeinflusst. Fundamentalistische Islamisten verzeichnen auch in Indonesien Zulauf.

 

Maria Lozano von KIRCHE IN NOT hat mit dem deutschstämmigen Jesuiten Franz Magnis-Suseno (82) über die Situation des Landes nach den Wahlen gesprochen. Magnis-Suseno lebt in der Hauptstadt Jakarta, lehrte an verschiedenen indonesischen Universitäten und gilt als profunder Kenner des Landes und der religiösen Situation.

Aschermittwoch-Gottesdienst in Indonesien (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).
Pater Magnis-Suseno, Sie leben seit 1961 in Indonesien. Wie hat sich das Land seither entwickelt?
Die auffälligste Entwicklung war die Etablierung des Islam als wichtigstem Faktor in der indonesischen Politik. Laut der Staatsideologie „Pancasila“ brauchte der Islam keine besondere Stellung einzunehmen.

All dies änderte sich mit der demokratischen Öffnung des Landes 1998. Islamische Extremisten traten an die Öffentlichkeit. Es wurden neue politische Parteien auf der Grundlage des Islam gegründet. Der Mehrheitsislam geriet unter den Druck radikaler und extremistischer Bewegungen. Sie forderten ein stärker an der Scharia orientiertes Indonesien.

Das hat sich auch in lokalen Vorschriften niedergeschlagen. Die muslimischen Organisationen wie auch die Vereinten Nationen erklärten jedoch unmissverständlich, dass die endgültige politische Organisation des Landes auf den Prinzipien von „Pancasila“ basieren sollte. Dennoch muss alles, was in Indonesien geschieht, für die Muslime annehmbar sein.

- Franz Magnis-Suseno SJ
Wie sehen Sie in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der letzten Wahlen?
Dass der Mehrheitsislam eine moderate Politik unterstützt, ist ein stabilisierender Faktor. Die Zukunft Indonesiens wird zwar vom Islam bestimmt, aber die Ergebnisse der vergangenen Wahlen lassen hoffen, dass der gemäßigte Islam eine entscheidende Rolle spielen wird.

 

Ist also die sich abzeichnende Wiederwahl von Präsident Widodo, auch bekannt als Jokowi, eine gute Nachricht für die Stabilität Indonesiens?
Die Wiederwahl Jokowis bedeutet, dass die Indonesier erwarten, dass er seine ideologisch unauffällige Linie fortsetzt. Sie erwarten, dass er weitere Schritte unternimmt, um das Wirtschaftswachstum fortzusetzen und die Armut weiter zu bekämpfen, die sich auf dem historisch niedrigsten Niveau befindet. Sie erwarten eine moderat pro-islamische Politik. Das soll der Vizepräsident, ein muslimischer Geistlicher, garantieren.

Und die religiösen Minderheiten sind zuversichtlich, dass Toleranz und Religionsfreiheit gestärkt werden. Wenn es Präsident Jokowi gelingt, sich in den Dienst des moderaten Mehrheitsislams zu stellen, wird er hoffentlich den islamistischen Radikalismus isolieren und eine demokratische Entwicklung auf Grundlage der Menschenrechte etablieren.

Franz Magnis-Suseno SJ, Jesuitenpater aus Jakarta.
Indonesien gilt, Sie haben es angesprochen, als moderat-islamisches Land. Dennoch hat ein Fall im Jahr 2017 für Aufsehen gesorgt, bei dem der Begriff „islamischer Populismus“ eine Rolle gespielt hat. Was ist damit gemeint?

Der islamische Populismus trat erstmals in Erscheinung im Zusammenhang mit dem Gouverneur von Jakarta, Basuki Chaya Purnama, bekannt als Ahok. Er ist ein Christ chinesischer Herkunft. Ein unglücklicher Kommentar von ihm wurde dahingehend manipuliert, dass er scheinbar den Koran beleidigte. Dadurch wurde seinen Feinden die gesuchte Gelegenheit geboten, Muslime gegen ihn zu mobilisieren.

 

Der Bau neuer Kirchen ist schwierig

Ahok verlor die folgenden Kommunalwahlen und wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Mit der Ernennung eines gemäßigten Islamisten zum Kandidaten für das Amt der Vizepräsidenten ist es Präsident Jokowi gelungen, den Populismus abzuschwächen. Er hat bei den jüngsten Wahlen keine Rolle mehr gespielt.

Wie leben die Christen in Indonesien?
Die Christen sind frei. Sie leben, beten und agieren ohne Schwierigkeiten als kleine Minderheit in Java, Sumatra und anderen Regionen. Sie taufen weiterhin Konvertiten aus anderen Religionen, auch aus dem Islam. Der Bau neuer Kirchen ist jedoch schwierig. Es gab auch einige Anschläge auf Kirchen sowie andere Fälle von Intoleranz.

Gottesdienst in der Kathedrale in Jakarta (Foto: KIRCHE IN NOT/Magdalena Wolnik).
Wie sehen die Beziehungen der Christen zu den anderen Religionen aus?
Die Beziehungen zwischen Katholiken und Muslimen waren noch nie so gut wie heute. Der interreligiöse Dialog ist intensiv. Vor sechzig Jahren hatten die Christen praktisch keinen Kontakt zu Muslimen, aber das begann sich ab den 1970er-Jahren zu ändern. Heute sind die Beziehungen zwischen christlichen und muslimischen Intellektuellen, den meisten Bischöfen und muslimischen Geistlichen, Pfarreien und Moscheegemeinden eng und vertrauensvoll.

 

Was ist der Grund für diese Entwicklung?
Einer der Gründe dafür ist, dass sich der moderate Mehrheitsislam auch von extremistischen Ideologien angegriffen fühlt und uns deshalb als Verbündete betrachtet. Beim interreligiösen Dialog geht es nicht um unsere jeweiligen Lehren. Es geht vielmehr um die Frage, wie die latente Intoleranz überwunden werden kann.

Wir möchten, dass die Menschen Religionen als Gnade und nicht als Bedrohung wahrnehmen, und dass Hass und Gewalt keinen Platz in der Religion haben.

KIRCHE IN NOT hat kürzlich ein Fernsehinterview mit der Ordensfrau Schwester Briege McKenna OSC aus Florida über ihre wundersame Heilung und ihre Heilungsgabe aufgezeichnet. Der Lebensverlauf der 72-jährigen Ordensschwester ist in vielfacher Hinsicht außergewöhnlich.
Schwester Briege McKenna OSC.
Mit 15 Jahren ins Kloster eingetreten
Der Lebensverlauf der 72-jährigen Ordensschwester ist in vielfacher Hinsicht außergewöhnlich: Bereits mit 13 Jahren verlor die Nordirin ihre Mutter, an ihrem 15. Geburtstag trat sie in den Orden der Klarissen ein. Mit 24 Jahren wurde sie auf wunderbare Weise von rheumatoider Arthritis geheilt. Ein halbes Jahr später empfing sie das Charisma, andere zu heilen.

Auf ihr Gebet hin sind viele Menschen weltweit von Krebs, Blindheit und anderen Leiden geheilt worden. Über ihr von Krankheit und Heilung geprägtes Leben spricht Anselm Blumberg mit der Klarissin. Das 24-minütige Interview „Zeichen und Werkzeug der Heilung“ wird in der Sendereihe „Spirit“ unter anderem zu folgenden Zeiten ausgestrahlt:

Dienstag, 1. Januar 2019, um 17:00 Uhr auf K-TV

Mittwoch, 2. Januar 2019, um 15:30 Uhr auf Bibel TV

Donnerstag, 3. Januar 2019, um 10:30 Uhr auf Bibel TV und um 21:00 Uhr auf K-TV

Freitag, 4. Januar 2019, um 9:30 Uhr auf EWTN

Die Sendung ist auch in unserer Mediathek abrufbar. Bitte geben Sie als Suchbegriff „Briege“ ein.

Eine Audio-CD oder Video-DVD der Sendung sind unentgeltlich in unserem Bestelldienst erhältlich:


KIRCHE IN NOT
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Telefon: 089 / 64 24 888 0
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„Wir lassen nicht nach mit unserem Einsatz”
Interview mit einem Erzbischof aus Venezuela über die prekäre Lage in seiner Heimat
Venezuela war einst dank des hohen Erdölexports das wohlhabendste Land Südamerikas. Heute durchleidet es eine Inflation bis zu einer Million Prozent, weite Bevölkerungsteile verelenden. Beobachter machen dafür den linksgerichteten Kurs verantwortlich, den das Land unter Präsident Hugo Chávez eingeschlagen hatte und den sein Nachfolger Nicolás Maduro fortsetzt.
Die Regierung dagegen verweist auf die verhängten Handelssanktionen aus dem Ausland und den aggressiven Kurs der USA. Die katholische Kirche Venezuelas ist nicht nur durch den Geldverfall in ihren pastoralen Möglichkeiten eingeschränkt, immer wieder kommt es auch zu staatlichen Restriktionen. Die Inflation steigt. Es fehlt an Strom und Wasser. Die Menschen können sich kaum noch Lebensmittel leisten. Wie die Kirche dennoch versucht, den notleidenden Menschen beizustehen und zur Einheit des Landes beizutragen, darüber berichtete Erzbischof Manuel Felipe Díaz Sánchez (63) bei einem Besuch bei KIRCHE IN NOT Deutschland.
Sánchez leitet seit 2008 das Erzbistum Calabozo, etwa 300 Kilometer südlich der Hauptstadt Caracas. Das Interview führte Tobias Lehner.
Menschen strömen über die Grenzbrücke von Venezuela nach Kolumbien.
Die Inflation steigt. Es fehlt an Strom und Wasser. Die Menschen können sich kaum noch Lebensmittel leisten.
„Es herrscht ein Mangel an allem”

TOBIAS LEHNER: Exzellenz, was bedeutet die Krise für die Menschen konkret?

Ein alltägliches Beispiel: Jemand geht in ein Geschäft und fragt, wie viel ein bestimmtes Lebensmittel kostet. Er holt das Geld und kommt nach einer Stunde wieder – in der Zwischenzeit ist der Preis gestiegen.
Es herrscht ein Mangel an allem. Viele Menschen ernähren sich nur noch von Reis und Bohnen. Besonders schlimm ist die Lage in den Krankenhäusern. Es fehlen Medikamente. Die Patienten müssen sie teilweise selber beschaffen und verkaufen dafür ihre letzten Wertgegenstände. Viele Menschen sehen die Auswanderung als einzige Lösung.

Es gibt immer wieder Meldungen, dass sich die Situation an der Grenze zu Kolumbien zuspitzt. Zeitweise musste der Grenzübergang geschlossen werden. Viele Menschen kommen nicht weiter, weil das Geld für die Ausreisepapiere fehlt. Was wissen Sie über die Situation dort?
Es ist vor allem die Kirche, die sich der Menschen annimmt. Das gilt auf der venezolanischen Seite, aber auch in Kolumbien, Ecuador, Peru und Chile, wohin die meisten Menschen auswandern.

„Sie teilen das Wenige, das sie haben”

Die Gemeinden an der Grenze versorgen die Menschen mit Lebensmitteln, bieten Übernachtungsmöglichkeiten oder medizinische Hilfe an. Sie teilen das Wenige, das sie haben. Wir sind sehr dankbar für diese Solidarität.

TL: Venezuela präsentiert sich als moderner sozialistischer Staat. Bringt das auch Schwierigkeiten für die Kirche mit sich?

Das politische System in Venezuela ist ein Flickenteppich aus verschiedenen Einflüssen: sozialistisch, konservativ, durchtränkt mit atheistischen und spiritistischen Vorstellungen und vielem mehr. Es gab immer wieder Versuche, die Bischöfe zu spalten, aber das ist nicht gelungen.
Gleichzeitig haben Chávez und der jetzige Präsident Nicolás Maduro alle Verträge anerkannt, die die Vorgängerregierungen mit der katholischen Kirche geschlossen hatten. Das betrifft vor allem die kirchlichen Schulen. Zehn Prozent der Schulen in Venezuela sind in kirchlicher Trägerschaft, darunter auch viele Berufsschulen. Davon hat der Staat natürlich auch etwas.

Viele Politiker zeigen sich bewusst sehr religiös. Gleichzeitig nehmen staatliche Vertreter zum Beispiel nicht mehr an Bischofsweihen teil. Es ist ein zwiespältiges Verhältnis.

TL: Wie steht es um das kirchliche Leben?

75 Prozent der Venezolaner sind Katholiken. Sie sind dem Glauben treu geblieben. Ich höre immer wieder: Die Kirche in Venezuela ist die Institution, die am meisten Glaubwürdigkeit hat.

Venezolanische Ordensfrauen verteilen belegte Brote an bedürftige Kinder.
Plakat des Präsidenten Nicolás Maduro.
Kinder und Jugendliche aus Carupano/Venezuela freuen sich über die Kinderbibel von Kirche in Not.
Bei einem Gottesdienst in Venezuela.
Kirche genießt hohe Glaubwürdigkeit

Die wirtschaftliche Misere beeinflusst natürlich auch das kirchliche Leben: Es ist zum Beispiel aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich, kirchliche Großveranstaltungen wie einen Jugendtag oder ein Familientreffen zu organisieren. Aber wo es keine Begegnung mehr gibt, gibt es auch keine kirchliche Gemeinschaft! Sehr schlimm ist auch die Situation der Priester: Viele vereinsamen, weil sie allein eine sehr große Pfarrei betreuen, oft in einer ländlichen Gegend. Sie haben nicht das Geld, um zu Treffen zu fahren oder das Lebensnotwendigste einzukaufen.
Es gab auch schon Fälle, bei denen Ordensleute das Land verlassen mussten, weil sie ihr Kloster und ihre Arbeit finanziell nicht mehr aufrechterhalten konnten.

TL: Kann die Kirche in Venezuela denn irgendetwas tun, um der Not der Menschen abzuhelfen?

Wir lassen nicht nach mit unserem Einsatz auf dem Gebiet Schule und Erziehung. Wir wollen den jungen Menschen die Möglichkeit eröffnen, dass sie eine bessere Zukunft bauen können. In einzelnen Pfarreien verteilen die Priester Medikamente, die sie aus dem Ausland bekommen.

„Solidarische Töpfe”

Eine sehr erfolgreiche Aktion sind die sogenannten „Solidarischen Töpfe“. Mit Lebensmittelspenden kochen Freiwillige in den Pfarreien für besonders arme Menschen. Diese sind sehr dankbar dafür, weil sie wissen, dass auch die kirchlichen Mittel gering sind.

TL: Was kann KIRCHE IN NOT tun, um Venezuela zu helfen?

Ich bin es nicht gewohnt zu betteln. Umso dankbarer bin ich, dass KIRCHE IN NOT uns Hilfe angeboten hat. Die Menschen brauchen Unterstützung, um Essen und Medikamente kaufen zu können.

„Mess-Stipendien sind lebensnotwendig”

Wir brauchen aber auch pastorale Unterstützung. Die Priester und Gläubigen brauchen Gelegenheiten, bei denen sie sich vernetzen und bestärken können. Es fehlen auch Bibeln und Materialien für die Katechese. Sehr wichtig ist die Versorgung der Priester. Mess-Stipendien sind für viele die einzige Einnahmequelle und lebensnotwendig.

TL: Im September waren alle venezolanischen Bischöfe bei Papst Franziskus. Wie reagiert der Papst auf die Schilderungen der Lage?

Der Papst hat wiederholt seine Solidarität mit den Menschen in Venezuela gezeigt. Er hat uns Bischöfe ermutigt, geeint für das Land einzustehen. Vertreter der Kurie, zum Beispiel der Kardinalstaatssekretär, haben sogar von einer „bedrängten Kirche“ in Venezuela gesprochen und Hilfe angeboten.
Das hat uns sehr bewegt und ermutigt. Ohne die Solidarität der Christen weltweit können wir nicht überleben!

Manuel Felipe Díaz Sánchez, Erzbischof von Calabozo (Venezuela).
KIRCHE IN NOT veröffentlicht ein TV-Interview mit dem ehemaligen deutschen Ex-Top-Manager Dr. Thomas Middelhoff über seine Hinwendung zu Gott während seiner Haft.

„Noch nie fühlte ich mich Gott so nah wie im Gefängnis“, sagt der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Bertelsmann-Konzerns und frühere Chef von KarstadtQuelle.

Als Middelhoff am 14. November 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt und noch im Gerichtssaal verhaftet wurde, brach für ihn eine Welt zusammen.

Doch die Katastrophe wurde ihm zum Segen. Rückblickend sagt Middelhoff: „Ich danke Gott, dass er mich ins Gefängnis geführt hat.“

Katastrophe wurde zum Segen

Über den tiefen Fall des einstigen Spitzenmanns der deutschen Wirtschaft unterhält sich Anselm Blumberg mit ihm.

Das 24-minütige Interview „In die offene Hand Gottes gefallen“ wird in der Sendereihe „Spirit“ unter anderem zu folgenden Zeiten ausgestrahlt:

Bibel-TV: Montag, 22. Oktober um 16:00 Uhr

EWTN: Montag, 22. Oktober um 20:30 Uhr

K-TV: Dienstag, 23. Oktober um 17:00 Uhr.

Die Sendung ist auch in unserer Mediathek online abrufbar. Bitte geben Sie den Suchbegriff „Middelhoff“ ein

Eine Audio-CD oder eine Video-DVD der Sendung ist unentgeltlich in unserem Bestelldienst erhältlich.

Dr. Thomas Middelhoff.
Am 18. Oktober treffen sich der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und Papst Franziskus im Vatikan. Bei einer Audienz wird der Politiker dem Heiligen Vater auch eine Einladung des nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un überreichen. Viele Beobachter fragen sich, ob Papst Franziskus diese annimmt und tatsächlich irgendwann nach Nordkorea reisen wird.
[BR) Doch nicht jeder in Korea würde einen Besuch des Heiligen Vaters in Nordkorea begrüßen, schreibt Johannes Klausa, Direktor des koreanischen Büros von KIRCHE IN NOT (ACN). Er erläutert die Hintergründe und die aktuellen Entwicklungen der Annäherung auf der koreanischen Halbinsel:

Im Oktober 2017 twitterte US-Präsident Donald Trump: „Zu dem Raketenmann nett zu sein, hat 25 Jahre lang nichts gebracht – warum sollte es jetzt was bringen?” Wenige Monate zuvor hatte er den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-un „kleiner Raketenmann” genannt und ihm mit „Feuer und Zorn, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat” gedroht.
Blick nach Nordkorea: Buchstaben aus Sträucherwerk bilden die koreanischen Schriftzeichen für das Wort „Einheit“.
Grenzanlagen an der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea.
Kumsusan-Palast im Pjöngjang. In dem Gebäude befindet sich das Mausoleum von Kim Il-sung und Kim Yong-il.

Ein Jahr später herrscht auf der koreanischen Halbinsel ein anderer Ton. Die beiden Staatschefs aus Nordkorea und Südkorea haben sich seit der Friedens- und Charme-Offensive während der Olympischen Winterspiele dreimal getroffen, um den Weg für Gipfeltreffen, Familienzusammenführungen und einen umfassenden politischen und kulturellen Austausch zu ebnen.

„Charme-Offensive bei Olympia”

Zudem gab es ein Gipfeltreffen von Kim und Donald Trump, der den einstigen „Raketenmann“ jetzt öffentlich als „sehr talentiert” und einen „cleveren Kerl” bezeichnet, und ihn nach den Wahlen erneut treffen möchte.

Die jüngste Entwicklung: Kim Jong-un würde einen Besuch des Heiligen Vaters in Pjöngjang „begeistert” begrüßen. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in besucht Papst Franziskus in Rom und hat eine Einladung für ihn in der Aktentasche.

Diese Entwicklungen sind aufregend, aber nicht jeder in Korea sieht darin einen Grund für begeisterten Applaus. Obwohl die Mehrheit der Koreaner, insbesondere die jüngere Generation, über diese Aussicht begeistert zu sein scheint, sind auch Stimmen zu hören, die einen Besuch des Heiligen Vaters im Norden nicht begrüßen. Manch einer glaubt nicht so recht an die Bereitschaft des „Jungen Marschalls“, mit der Politik seines Vaters und Großvaters zu brechen.

Sie bezweifeln, dass er sein nukleares Waffenarsenal aufgeben und sein Land wirklich zu Frieden und Versöhnung führen will. Ein Besuch des Papstes in Pjöngjang, so meinen sie, sähe so aus, als vergebe die katholische Kirche die Verbrechen gegen die Menschlichkeit und die Christenverfolgungen noch bevor die Täter vor Gericht gestellt worden sind. Dass in der Vergangenheit unter der brutalen Kim-Diktatur zahlreiche Verbrechen begangen worden sind, steht außer Frage.

Nach Meinung der Kritiker sollte die katholische Kirche ein Anwalt der Opfer sein und die Taten des Regimes anprangern, statt Kim dabei zu helfen, sein negatives Image aufzupolieren und ihm als Trittbrett für den Schritt auf die Weltbühne und in die Präsidentenpaläste der internationalen Gemeinschaft zu dienen.

„Kirche sollte Anwalt der Opfer sein”

Es ist nicht das erste Mal, dass Pjöngjang sich um einen Papstbesuch bemüht. In der Phase der Annäherung und der sogenannten „Sonnenschein-Politik” unter dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung Anfang des neuen Jahrtausends war Papst Johannes Paul II. – vergeblich – zu einem Besuch der „Demokratischen Republik Korea“ eingeladen worden.

Sollte sich Papst Franziskus für eine Reise nach Pjöngjang entscheiden, so wäre dies kein naiver Entschluss. Er könnte Zugeständnisse verlangen, wie beispielsweise die Einwilligung in eine permanente Präsenz von Priestern in Nordkorea.

Wenn er die Einladung annehmen sollte, so würde dies nicht ohne eine Reihe vorheriger inoffizieller Kontakte und Verhandlungen geschehen. Zu der Delegation, die Kim Jong-un persönlich getroffen hat, gehören neben dem Vorsitzenden der koreanischen Bischofskonferenz auch andere religiöse Führer.

Ein Papst-Franziskus-Comic in Südkorea.
Papst Franziskus wird in Seoul begeistert gefeiert.
Diese Muttergottesstatue hat die katholische Kirche Südkoreas im nordöstlichen Bezirk Goseong an der Grenze zu Nordkorea errichtet. Die Statue blickt in Richtung Norden und verkörpert den Wunsch nach Frieden und Einheit zwischen den getrennten Staaten Koreas.
Johannes Klausa, Direktor des koreanischen Büros von KIRCHE IN NOT in Seoul.
Die Einladung annehmen?

Erzbischof Hyginus Kim Hee-jong (Erzbistum Gwangju/Südkorea) war bereits vor einigen Jahren mit einer Delegation südkoreanischer Bischöfe und Priester in Pjöngjang. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in, selbst ein gläubiger Katholik, hat ihn zu seinem „Sondergesandten beim Heiligen Stuhl” ernannt. Andrew Kardinal Yeom Soo-jung, Erzbischof von Seoul, Präsident von KIRCHE IN NOT/ACN Korea und Apostolischer Administrator von Pjöngjang, hat kürzlich gesagt, er „warte auf den Tag”, an dem er Missionare, Priester, Mönche und Nonnen nach Nordkorea schicken könne, um dort mit ihnen gemeinsam die Sakramente zu feiern.

Frieden auf der koreanischen Halbinsel

„Ich weiß, dass Papst Franziskus sich große Sorgen um den Frieden auf der koreanischen Halbinsel macht und wiederholt für uns gebetet hat“, so der Kardinal. Deshalb wünsche er sich, dass all diese Anstrengungen zu einem Frieden auf der koreanischen Halbinsel führen werde. Katholiken sollten, unabhängig von ihren politischen Ansichten, immer darauf vertrauen, dass auch Gott aufmerksam über diese Entwicklungen wacht.

Lasst uns dafür beten, dass die bilateralen Gespräche zwischen Kim Jong-un und Papst Franziskus – sollte er denn die historische Reise nach Pjöngjang unternehmen – zu einem trilateralen Gipfel unter der Führung des Heiligen Geistes werden. Und dass der Heilige Geist Korea auf den Weg zu Frieden und Stabilität führen möge.

Die südpazifische Republik Fidschi ist ein beliebtes Reiseziel, besonders für Sporttaucher. Doch das Urlaubsparadies ist infolge des Klimawandels von der Zerstörung bedroht. Darüber berichtete Erzbischof Peter Loy Chong beim Besuch in der internationalen Zentrale von KIRCHE IN NOT in Königstein im Taunus. Chong leitet das Hauptstadtbistum Suva. Jüngst hat er die dramatischen Entwicklungen auf den Fidschi-Inseln bei einer internationalen Konferenz in Rom vorgestellt, die anlässlich des dritten Jahrestages der Veröffentlichung der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus veranstaltet wurde. Das Interview führte Maria Lozano.
Erzbischof Peter Loy Chong spricht auf einer Synode auf den Fidschi-Inseln.
Gebetsgruppe auf den Fidschi-Inseln.
Bedrohtes Paradies: ein Strand auf den Fidschi-Inseln.
Erzbischof Peter Loy Chong von den Fidschi-Inseln.
MARIA LOZANO: Sie kommen gerade von der Tagung in Rom, bei der es um den christlichen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung ging. Als Bischof aus Fidschi bekommen Sie die Folgen von Umweltverschmutzung und Klimawandel sehr deutlich zu spüren. Wie ist die Lage?

ERZBISCHOF PETER LOY CHONG: Der Wasserspiegel des Pazifischen Ozeans steigt Jahr für Jahr. In 50 Jahren werden viele Siedlungen untergangenen sein. Das können wir nicht nur Statistiken entnehmen.

Das sehen wir selbst: Früher versuchte jeder Bewohner auf den Fidschi-Inseln, sein Haus möglichst nah am Wasser zu bauen. Nicht nur das Klima, auch die Arbeitsmöglichkeiten durch den Fischfang waren besser als in den Bergregionen.

Mein Großvater zum Beispiel baute sein Häuschen 50 Meter vom Meer entfernt. Heute steht es fast schon im Wasser! In vielen Orten müssen die Häuser bereits jetzt in der Nähe von Hügeln wiederaufgebaut werden, weil das Wasser gefährlich nahekommt.

Handelt es sich bei solchen Ereignissen um Einzelfälle oder ist es auf allen Inseln so, die zur Republik Fidschi gehören?

Es handelt sich nicht um Einzelfälle. In den kommenden Jahren werden die Einwohner von 34 Küstenortschaften mit den Veränderungen konfrontiert sein, die der steigende Meeresspiegel mit sich bringt.

Die Regierung hat bereits Umsiedlungspläne gemacht. So musste ein ganzes Dorf in der Provinz Tabua, der zweitgrößten Insel von Fidschi, auf eine benachbarte Insel umgesiedelt werden. Andernorts gibt es bereits Vorbereitungen.

Papst Franziskus hat wiederholt auf die dramatischen Folgen des Klimawandels hingewiesen. Trotzdem glauben auch viele Katholiken, dass das Problem nicht so schwerwiegend ist. Was sagen Sie ihnen?

Vor kurzem habe ich an einer internationalen Erklärung von Kirchenvertretern zu diesem Thema mitgearbeitet. Im ersten Entwurf stand: „Der Klimawandel wird unsere Entwicklungsmöglichkeiten betreffen.“ Es ging um Wirtschaft und Tourismus.

Schulklasse auf den Fidschi-Inseln.
„Es geht um Leben und Tod!”

Aber diese einseitige Sicht ist falsch! Der Klimawandel bedeutet für uns nicht in erster Linie, dass wir wirtschaftliche Chancen verpassen. Es geht um unsere Nahrungsgrundlagen, unsere Zukunft. Es geht um Leben und Tod!

Immer wieder ist auch die Rede davon, dass wir lernen sollen, mit dieser Situation zu leben. Aber wir sprechen von großem Leid, vom Aussterben ganzer Regionen. Wie soll ich meinen Leuten sagen, dass sie damit leben lernen sollen?

Trotzdem ist es für einige Menschen schwierig zu verstehen, welche Rolle die Kirche im ökologischen Bereich spielen soll. Ist es nicht doch eher eine wirtschaftliche und politische Aufgabe?

Ich glaube, dass die Kirche in zwei Bereichen eine wichtige Rolle spielt. Erstens geht es um ein Problem, das einen Kern unseres Glaubens betrifft: Die Schöpfung ist ein Geschenk, das uns der Schöpfer gemacht hat – verbunden mit dem Auftrag, sie zu bewahren. Wir müssen uns als Christen fragen, ob wir uns da richtig verhalten oder nicht.

„Leben der Menschen ist ins Wanken gekommen”

Zweitens, und das betrifft mich als Bischof und Seelsorger ganz besonders: Wie können wir die Menschen in ihrem Leid begleiten und trösten? Ihr ganzes Leben, ihr Überleben ist durch die Umweltveränderungen ins Wanken gekommen.

Der Glaube lässt uns Schmerz und Todesangst in Gebet verwandeln – in die Bitte, dass Gott das Weinen seines Volkes hört. Es geht also nicht nur um Politik und Wirtschaft. Es geht um die Achtung vor der Schöpfung und darum, die Not der Menschen zu lindern.

Papst Franziskus mahnt eine „ökologische Umkehr“ an. Das klingt erstmal sehr abstrakt. Was verstehen Sie darunter?

Umkehr betrifft uns alle – auf nationaler wie auf internationaler Ebene. Unsere Inseln werden verwüstet, unsere Flüsse sind verunreinigt, unsere Wälder werden abgeholzt. Die Folgen erleben wir auf den Fidschi-Inseln ebenfalls drastisch: Die Plätze für den Fischfang, der ja bei uns Haupteinnahmequelle ist, sind immer weiter entfernt.

„Wovon sollen die Menschen künftig leben?”

Als Folgen brauchen die Menschen ein Boot, um dorthin zu gelangen. Das kostet Geld, was wiederum viele Familien weiter in die Armut treibt. Es stellt sich die Frage: Wovon sollen die Menschen künftig leben? Die „ökologische Umkehr“ muss also auch auf lokaler Ebene erfolgen.

Und sie muss eine Umkehr der Herzen sein. Wir brauchen eine Annäherung an Gott, Achtung vor der Schöpfung, einen nüchternen Blick auf die Fakten und eine Großherzigkeit gegenüber denjenigen, die unter den Folgen leiden. Mein Volk auf den Fidschi-Inseln weint. Wer wir diese Tränen trocken?

Helfen Sie den Menschen auf den Fidschi-Inseln

Die Inselwelt Ozeaniens, zu der die Republik Fidschi gehört, besteht aus über 7500 Inseln auf einer Fläche von über 70 Millionen Quadratkilometern. Glaubensverkündigung und Seelsorge angesichts weiter Entfernungen und der Vielzahl unterschiedlicher Sprachen und Kulturen stellt eine besondere Herausforderung für die Kirche dar.

KIRCHE IN NOT unterstützt die Seelsorge in diesem Gebiet zum Beispiel mit Transporthilfen, gewährt Existenzhilfen und unterstützt die religiöse Bildung.

Um weiterhin helfen zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden

Robin Mahanga ist 16 Jahre alt und besucht die zehnte Klasse der katholischen St.-Paul-Highschool in Karatschi, der größten Stadt Pakistans. Er hört gern angesagte Musik, liest Thriller und Fantasy-Romane und interessiert sich für Technik, besonders für die aktuellsten Smartphones. Es ist also alles wie bei Millionen Jugendlichen seines Alters überall auf der Welt.

Doch Robin lebt in einem Land, in dem er in ständiger Lebensgefahr schwebt: „In Pakistan bin ich wegen des islamistischen Terrors nicht in Sicherheit. Es gibt auch viele Überfälle: Mir wurde schon mal das Smartphone mit vorgehaltener Pistole aus der Hand gerissen.“ Hinzu kommt, dass Christen in Pakistan als Bürger zweiter Klasse gelten. Sie stellen nur gut zwei Prozent der Gesellschaft. „Muslime geben uns Schimpfnamen; sie essen nicht vom selben Tisch, wenn Christen dabeisitzen“, erzählt Robin.
In einem Elendsviertel in Karatschi.
Kinder vor einer Mariengrotte in Pakistan.
Kinder in einer katholischen Schule in Pakistan.

Auch die Schulbücher zeichneten ein fürchterliches Bild von den Christen. Doch die Diskriminierung ist noch nicht alles: „Ich fürchte, ich oder meine Familie könnten Opfer des Blasphemie-Gesetzes werden“, sagt Robin.

Schändung des Korans wird mit lebenslanger Haft bestraft

Das auch in Pakistan umstrittene Blasphemie-Gesetz wurde 1986 zur Zeit der islamistischen Militärdiktatur eingeführt. Es sieht bei Verstößen gegen den Islam drakonische Strafen vor: Die Schändung des Korans wird mit lebenslanger Haft bestraft, für abschätzige Bemerkungen über den Propheten Mohammed wird die Todesstrafe verhängt. Oft reichen schon vage Anschuldigungen aus, damit Verdächtige verhaftet werden. Nicht selten stehen hinter solchen Anschuldigungen persönliche Streitigkeiten.

Religiöse Minderheiten wie Christen oder Hindus werden besonders häufig der Blasphemie beschuldigt: Internationale Aufmerksamkeit erlangte der Fall der Christin Asia Bibi, die im November 2010 wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tod verurteilt wurde.

Unter anderem hatten sich Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus für die fünffache Mutter eingesetzt. Die Berufung gegen das Urteil wurde im Oktober 2014 zurückgewiesen, ein weiteres Verfahren vor dem höchsten pakistanischen Gericht wurde immer wieder vertagt und steht bis heute aus.

Robin kennt einige Beispiele, wie auch Jugendliche unter die Räder des Blasphemie-Gesetzes kommen können: „Mein Kumpel Raja wurde von seinen Mitschülern in der staatlichen Oberschule beschuldigt, er habe den Koran geschändet. Sie erzählten unsinnige Dinge darüber.“

Das habe aber die Schulleitung nicht gehindert, drastisch zu handeln: „Er musste die Schule verlassen, sonst hätte man ihn wohl umgebracht. Jetzt arbeitet er als Hilfsarbeiter in einer Fabrik. Seine Zukunft sieht nicht gut aus“, sagt Robin. Was seine eigenen Entwicklungsmöglichkeiten in Pakistan angeht, ist er sehr pessimistisch: „Eigentlich möchte ich nicht hierbleiben. Die religiöse Gewalt wird immer brutaler.“

Viele Menschen, die sich für Frieden und Gleichberechtigung eingesetzt hätten, seien ermordet worden. „Der Rest der Welt sieht uns Pakistaner doch nur als Terroristen“, stellt Robin fest. Seine Familie jedoch würde nie die Heimat verlassen.

Die jungen Frauen im Mädchenheim der Schwestern vom Guten Hirten hoffen auf Ihre Hilfe.
Robin Mahanga aus Pakistan.
Asia Bibi wurde wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tod verurteilt (Foto: British Pakistani Christian Association).
Hoffnung auf Solidarität aus dem Ausland

Und so bleibt auch er – in der Hoffnung auf Solidarität aus dem Ausland: „Ich wünsche mir, dass wir mithilfe der Christen im Westen sicherer und freier leben – und etwas über moderne Technologien lernen können“, bringt es Robin auf den Punkt, wieder ganz Sechzehnjähriger.

Immerhin kann er mit seiner Familie in einem Stadtteil von Karatschi wohnen, in dem Christen relativ sicher sind. Es ist eine Wohnsiedlung für Angestellte der indischen Küstenwache. Viele Christen arbeiten dort als Reinigungskräfte.

„Ich vertraue stets auf Gott”

Der Arbeitgeber sorgt für Sicherheitskräfte an den Eingängen. So ist ein Hauch von Normalität möglich, erzählt Robin: „Die schönste Zeit verbringe ich mit meiner kleinen Schwester – sie ist meine ganze Freude!“

Er selbst würde später gern in einer Bank arbeiten – ein gewagter Wunschtraum, wie er selbst zugibt. „Aber was auch immer geschieht: Ich vertraue stets auf Gott. Ich habe immer einen Rosenkranz bei mir. Wenn ich mich fürchte oder leide, bete ich das Vaterunser.“

Helfen Sie den Christen in Pakistan

KIRCHE IN NOT steht der verfolgten christlichen Minderheit in Pakistan bei. Unser Hilfswerk unterstützt unter anderem den Bau von Kirchen und Pfarrhäusern sowie die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Katecheten.

Außerdem leistet KIRCHE IN NOT Hilfe, wenn Christen angegriffen oder aufgrund des Blasphemie-Gesetzes beschuldigt werden. Um weiterhin helfen zu können, bittet das Hilfswerk um Spenden.

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