Länderbericht Tschechische Republik

Kirche in Tschechien.

Kirche in Tschechien.

Einwohner: 10,4 Millionen

Fläche: 78 866 qkm (etwas größer als Bayern)

Religion:
Christen: 55,9 Prozent
Religionslose: 43,8 Prozent
Sonstige: 0,3 Prozent

In Bezug auf Religionsfreiheit gibt es keine substanziellen Veränderungen. Gelegentlich gibt es Berichte über Fälle von gesellschaftlicher Diskriminierung und antisemitischen Handlungen.

Der juristische Streit über das Eigentumsrecht am Veitsdom und an den benachbarten Gebäuden in Prag wurde beigelegt. Im März 2009 hatte der Oberste Gerichtshof der Republik einen Berufungsantrag der Kirche gegen einen Entscheid des Obersten Gerichts von Prag aus dem Jahr 2008, der die Eigentümerschaft dem Staat zugesprochen hatte, zurückgewiesen.

Im Mai 2009 hatte die Kirche das Verfassungsgericht angerufen, aber am 24. Mai 2010 unterzeichneten der Erzbischof von Prag, Dominik Duka, und der Präsident der Tschechischen Republik, Václav Klaus, im Veitsdom die Vereinbarung über die gemeinsame Sorge für die Kathedrale.

Vom 26. bis zum 28. September 2009 kam Papst Benedikt XVI. zu einer apostolischen Visite nach Tschechien. Dabei wurde er von offiziellen Vertretern des Staates und der Bevölkerung herzlich empfangen. Dies ist ein Zeugnis für die guten Beziehungen zwischen dem tschechischen Staat und der Katholischen Kirche.

Zugleich setzt die Regierung ihre Bemühungen fort, die Frage des unter dem nationalsozialistischen bzw. kommunistischen Regime enteigneten Besitzes religiöser Gemeinschaften zu klären. Besonders die jüdische Gemeinschaft versucht, Eigentum, das während der nationalsozialistischen Okkupation des Landes im Zweiten Weltkrieg geraubt worden war, zurück zu bekommen. Katholiken beanspruchen Besitz, der unter dem kommunistischen Regime konfisziert worden war. Es wird erwartet, dass das Parlament zu diesem Thema abstimmen wird.

Im Mai 2009 befürwortete die Regierung eine vom Innenministerium ausgearbeitete Strategie zur Bekämpfung aller Formen des Extremismus. Diese konzentriert sich auf präventive Maßnahmen, besonders im Bereich Bildung.

Quellen
Forum 18 News Service
Human Rights Watch
Human Rights Without Frontiers
L’Osservatore Romano
OSZE
Radio Vatikan
Reuters
United States Commission on International Religious Freedom – Annual Report, ed. 2009; ed. 2010
Zenit

(Quelle: Religionsfreiheit weltweit – Bericht 2010. Stand: 2010)

9.Sep 2009 14:51 · aktualisiert: 14.Apr 2015 14:41
KIN / S. Stein