„Die Lage auf Kuba ist dramatisch, aber die Kirche arbeitet mutig und entschlossen weiter“, sagte Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland. „Priester, Ordensleute und Katecheten begleiten und besuchen Familien, Kranke, Gefangene und deren Angehörige und unterstützen sie auch materiell.“
Dabei hätten die Kirchenmitarbeiter selbst „fast nichts“, erklärte Ripka: „Und doch geben sie von dem Wenigen, das sie haben, weiter – sie teilen Lebensmittel, begleiten Familien, trocknen Tränen und bleiben ihren Gemeinden nahe.“ Auch Bildungsinitiativen sowie Projekte zur Wertevermittlung und schulischen Unterstützung für Kinder und Jugendliche würden fortgeführt.
Die aktuelle Notlage sei das Ergebnis mehrerer Faktoren: eine nicht funktionierende Wirtschaft, stark eingeschränkte private Initiativen, gravierender Treibstoffmangel sowie jüngste Blockade- und Restriktionsmaßnahmen. „Das öffentliche Leben ist aufgrund der aktuellen Krisen in weiten Teilen zum Erliegen gekommen; wegen Treibstoffmangels kann nicht einmal mehr der Müll abgeholt werden, die Seuchengefahr steigt“, berichtete Ripka.
Schulen seien geschlossen, Krankenhäuser könnten Patienten nur unter erschwerten Bedingungen aufnehmen, einfachste Medikamente wie Schmerz- oder Fiebermittel seien nicht erhältlich. In vielen Regionen fehle es an Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Trinkwasser und Kochmöglichkeiten.
Die kubanischen Bischöfe schrieben Ende Januar in einer gemeinsamen Erklärung: „Leider hat sich die Situation weiter verschlechtert, und Angst und Hoffnungslosigkeit haben sich vertieft.“ In den vergangenen drei Jahren hätten nahezu zwei Millionen Menschen – vor allem junge Menschen und Fachkräfte – das Land verlassen.
Auch die Seelsorge leide unter starken Einschränkungen. Die Kirche verfüge über keine eigenen Mittel und sei auf die Solidarität der Weltkirche angewiesen. Ein Bischof, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben muss, betonte gegenüber KIRCHE IN NOT: „Unsere Hoffnung ist Gott. Es gibt keine andere.“
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