Der Missionar, der bereits in Ägypten, im Libanon und Sudan tätig war, kritisierte insbesondere den internationalen Handel mit Waffen und Rohstoffen. Dieser trage dazu bei, Konflikte wie den im Sudan weiter anzufachen. „Als Bürger haben wir die Pflicht, von unseren Regierungen zu verlangen, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um Kriege zu beenden oder zumindest den Handel mit Waffen und Gold zu regulieren, denn genau das finanziert Kriege wie den im Sudan.“
Nach Angaben der Vereinten Nationen zählt der Bürgerkrieg im Sudan derzeit zur schwersten humanitären Krise weltweit. Auch die christliche Minderheit leidet massiv unter den Folgen. Vor Beginn der Kämpfe lebten rund eine Million Christen im Sudan.
Neben der seelsorglichen Arbeit stehe die Kirche im Sudan jedoch auch vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen. Zahlreiche katholische Schulen seien zerstört, viele Familien vertrieben worden. Pater Diego berichtete von Lehrkräften, die gefoltert oder getötet wurden.
Für die christlichen Gemeinden im Sudan seien Gebet und internationale Solidarität von großer Bedeutung, betonte Pater Diego. „Wir sind auf Gebet und Hilfe angewiesen; es gibt noch sehr viel zu tun.“ KIRCHE IN NOT unterstützt derzeit 15 Projekte im Sudan. Dabei geht es unter anderem um die Seelsorge, die Ausbildung von Priestern und Ordensleuten sowie den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen.
Im Sudan herrscht seit April 2023 Bürgerkrieg zwischen Armee (Sudanese Armed Forces, SAF) und der paramilitärischen Miliz RSF. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bislang mehr als 12 Millionen Menschen vertrieben, Millionen weitere sind von Hunger bedroht. Schätzungen gehen von bis zu 150 000 Todesopfern aus. Nachdem mehrere internationale Vermittlungsversuche gescheitert sind, ist ein Waffenstillstand derzeit nicht in Sicht.
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