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Christen zwischen Gehen und Erdulden

Christen zwischen Gehen und Erdulden

KIRCHE IN NOT veröffentlicht neuen Bericht zur Christenverfolgung

07.11.2019 aktuelles
Der Countdown bis zum Ende des Christentums in Teilen des Nahen Osten tickt immer lauter – und kann nur gestoppt werden, wenn die internationale Gemeinschaft jetzt handelt.

 

Zu diesem Ergebnis kommt der neue Bericht „Verfolgt und vergessen?“ von KIRCHE IN NOT. Er wurde vom britischen Nationalbüro des weltweiten päpstlichen Hilfswerks erstellt und liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

Der Bericht umfasst den Zeitraum von 2017 bis 2019 und stellt die Entwicklung der Christenverfolgung in zahlreichen Weltregionen vor. Was die Entwicklung für die einzelnen Christen bedeutet, wird anhand zahlreicher Fallbeispiele und kurzer Länderberichte illustriert.

 

Ein zentraler Befund von „Verfolgt und vergessen?“: In den Ländern des Nahen Ostens ist nach dem militärischen Sieg über den sogenannten „Islamischen Staat“ der Völkermord an Christen und anderen Minderheiten gestoppt.

Titelseite des neuen Berichts „Verfolgt und vergessen?”.
Allerdings hält der Exodus der Christen aus der Region weiterhin an – die Angst vor einem Wiederaufflammen des Terrors ist zu groß. Die jüngsten Meldungen aus dem Nordosten Syriens zeigen, wie real diese Angst ist.

 

Zahl der Christen im Irak um bis zu 90 Prozent gesunken

Vor dem Jahr 2003 gab es im Irak noch rund 1,5 Millionen Christen. Bis Mitte 2019 ist die Zahl auf deutlich unter 150 000 gefallen – ein Rückgang von bis zu 90 Prozent innerhalb nur einer Generation. Auch in Syrien ist die Anzahl der Christen seit Beginn des Krieges im Jahr 2011 um zwei Drittel zurückgegangen.

Junge aus der irakischen Ninive-Ebene entzündet eine Kerze (© Manweel Banna/KIRCHE IN NOT).
Der Bericht von KIRCHE IN NOT hebt hervor, dass die Weltöffentlichkeit in den vergangenen Jahren dem Thema Christenverfolgung mehr Aufmerksamkeit geschenkt hat. Ursachen waren neben dem Genozid im Irak unter anderem das Schicksal von Asia Bibi in Pakistan. Die Christin war wegen angeblicher Blasphemie zum Tod verurteilt und nach Jahren der Einzelhaft im Oktober 2018 freigesprochen worden.

 

Mehr Aufmerksamkeit, aber Hilfen stocken

Die für Christen wie andere religiöse Minderheiten erforderlichen Hilfen wurden von der internationalen Gemeinschaft jedoch zu wenig gewährt, so der Bericht. Für den Wiederaufbau im Irak seien zum Beispiel von den USA umfangreiche Mittel zugesagt worden, die Auszahlung jedoch stockte.

KIRCHE IN NOT und weitere Organisationen setzen sich für die Wiederbesiedelung christlicher Dörfer in der Ninive-Ebene ein. Dort ist mittlerweile rund die Hälfte der ehemaligen Bewohner zurückgekehrt.

Bischof Oliver Dashe Doeme aus Maiduguri in Nigeria in einer durch Boko Haram zerstörten Kirche.
„Verfolgt und Vergessen?“ arbeitet ebenfalls heraus, dass sich in zahlreichen asiatischen Ländern die Situation für Christen und anderer religiöse Minderheiten deutlich verschärft hat. Die Anschläge am Ostersonntag auf Sri Lanka mit über 250 Toten und mehr als 500 Verletzen haben dies gezeigt.

 

Neben islamistischen Gruppen sind ein zunehmender Nationalismus und autoritäre Regime für das gewaltsame Vorgehen gegenüber Christen verantwortlich. In Indien sind allein 2017 über 450 antichristliche Überfälle gemeldet worden, die meist auf das Konto von nationalistischen Hindus gehen.

Florian Ripka, Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland (links), überreichte den Bericht an die Bundestagsabgeordneten Prof. Heribert Hirte (Mitte) und Michael Donth.

Bestellen Sie den neuen Bericht „Verfolgt und vergessen?“

Der Bericht „Verfolgt und Vergessen?“ ist für ein Euro (zuzüglich Versandkosten) erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
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