Der Bevollmächtige des Barnabitenordens beim Heiligen Stuhl, Generalprokurator Pater José Carbajal, erklärte gegenüber „Kirche in Not“: „Unsere Mission war in der italienischen Botschaft in Kabul angesiedelt. Dort war Pater Caleses im Seelsorge-Einsatz für die Botschaftsmitarbeiter und Katholiken aus anderen diplomatischen Vertretungen. Für die anderen Ordensgemeinschaften, die in Afghanistan tätig waren, stellte unsere Mission einen Stützpunkt dar, an dem sich alle getroffen haben.“ Laut dem Päpstlichen Jahrbuch „Annuario Pontificio“ lebten 2020 rund 200 Katholiken in Afghanistan. Zwei Priester, sechs Ordensfrauen und zwei Ordensmänner waren dort tätig.
Bis zur Einnahme Kabuls durch die Taliban sei die Situation laut Carbajal „relativ ruhig“ gewesen. Trotz der kleinen Zahl von Gläubigen und diverser Einschränkungen habe es „ein ziemlich normales kirchliches Leben“ gegeben. „Es gab Momente der Krise, aber es ist immer gelungen, die missionarische Tätigkeit aufrechtzuerhalten“, sagte der Generalprokurator.
Mit der Machtübernahme durch die Taliban hat sich die Situation dramatisch verändert. „Fast alle Katholiken haben Afghanistan verlassen“, erklärte Pater Scalese nach seiner Ausreise. Die Taliban hatten die Hauptstadt Kabul am 15. August eingenommen. Bei einem Terroranschlag in der Nähe des Flughafens am 26. August waren 183 Menschen ums Leben gekommen.
„Zurzeit ist Gebet die einzige Hilfe, die wir leisten können“, sagte der Ordensmann. Er erinnerte daran, dass „unsere Mission in Afghanistan am 13. Oktober 2017, am Ende der Feiern zum hundertsten Jahrestag der Marienerscheinungen in Fatima, dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht wurde.“ Am Tag der Evakuierung hätten er und seine Mitreisenden „den Schutz der Muttergottes“ deutlich gespürt. Pater Scalese äußerte den Wunsch, „die Gottesmutter möge alle Menschen in Afghanistan beschützen.“
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In Maria Schoßberg wird die Schmerzhafte Muttergottes verehrt, die Mutter der sieben Schmerzen, die Sedembolestna, wie sie die Slowaken anrufen. Die Entstehung dieses später so bedeutenden Wallfahrtsortes ist eine ungewöhnliche Geschichte und beginnt mit einem Ehestreit, bei dem der Graf Emerich Czobor seine zankende Ehefrau Angelika kurzerhand samt ihrer Zofe aus der Kutsche warf und allein weiterfuhr. Die entsetzte Gräfin gelobte Besserung und versprach in ihrer Hilflosigkeit, der Gottesmutter eine Statue zu errichten, wenn sich der Graf wieder versöhne bzw. sie erst einmal aus der Einöde abhole. Der heißblütige Mann tat es und ließ den Kutscher bald umkehren, um die Damen zu holen.
Als er von dem Gelöbnis seiner Frau hörte, beauftragte er einen Schnitzer aus der Umgebung, aus dem Holz eines Birnbaumes ein Bild der Schmerzhaften Muttergottes zu schnitzen, das dann in einer dreieckigen und daher Triangel genannten Kapelle aufgestellt wurde. Das soll im Jahre 1464 geschehen sein. In dieser ersten Kapelle blieb die Statue fast 100 Jahre, ehe man sie wegen der Türkengefahr vorübergehend im nahen Schloß in Sicherheit brachte, dann aber nach der endgültigen Vertreibung der Türken aus Ungarn wieder in der Kapelle aufstellte.
Anfang des 18. Jahrhunderts mehrten sich in Schoßberg plötzlich die Gebetserhörungen. Es strömten so viele Verehrer Mariens herbei, dass die kirchlichen Behörden eine kanonische Untersuchung einleiteten, die damit endete, dass im Jahre 1732 der Reichsprimas des Königreiches Ungarn der Statue den Titel eines wahren Gnadenbildes zuerkannte. Damals, 1732, kamen allein bei zweihundert Prozessionen fünfundzwanzigtausend Pilger nach Maria Schoßberg. Die Wallfahrtsseelsorge wurde dem damals im ganzen Reich der Stephanskrone bedeutenden Orden der Pauliner übertragen (die z. B. noch heute Tschenstochau betreuen). 1733 begann der Orden mit dem Bau der großartigen Kirche, die 1764, nach 31 Jahren Bauzeit, vollendet wurde, also zum 300. Jahrestag des Gelübdes der Gräfin Angelika. Kaiserin Maria Theresia war damals oft in Schoßberg und beschenkte die Kirche. Doch schon 1786 hob ihr Sohn Kaiser Josef II. den Paulinerorden im ganzen Habsburgerreich auf. Die Wallfahrtskirche wurde nun Pfarrkirche und entging im Gegensatz zu vielen anderen dadurch der Zerstörung. Allerdings verschwanden damals die wertvolle Bibliothek und das Archiv mit Urkunden und Dokumenten zur Geschichte der Wallfahrt und der Gebetserhörungen.
In den letzten Jahren der kommunistischen Herrschaft erlebte die Wallfahrt auch hier einen Aufschwung. Am Fest der Sieben Schmerzen Mariens, am 15. Und 16. September 1984, kamen 50.000 Pilger, darunter 30.000 Jugendliche, die wesentliche Teile der Wallfahrt gestalteten. Diese begann am Samstagabend um 21 Uhr mit Kreuzweg und anschließendem Rosenkranz. Einzelne junge Menschen gaben zu jeder Kreuzwegstation und jedem Rosenkranzgebet Einführungen.Gebet, Gesang und stille Anbetung dauerten bis zum morgendlichen Jugendgottesdienst um 8.30 Uhr. Um 10.30 Uhr zelebrierte der damalige Bischof Julius Gabris von Tyrnau (Tmava) mit zahlreichen anderen Priestern das Pontifikalamt.
Bischof Gabris forderte damals in seiner Festpredigt die Slowaken auf, sich selbst, ihre Familien, Gemeinden und Diözesen möglichst täglich erneut der Muttergottes zu weihen, in Vorbereitung auf das Jubiläum des 1100. Todestages des heiligen Slawenapostels Methodius 1985. Dann – so hoffte der Bischof – werde Papst Johannes Paul II. selbst kommen und die Slowaken der Muttergottes weihen. Für diesen Papstbesuch sei während der Wallfahrt immer wieder gebetet worden, berichteten Augenzeugen.
Damals konnte der Papst noch nicht die Einladung annehmen und nach Maria Schoßberg kommen. Die erste Reise in die Tschechoslowakei war erst 1990 nach Prag, Velehrad und Preßburg möglich und dann 1995 auch nach Maria Schoßberg, wo nach der Wende die im Jahre 1950 vertriebenen Salesianer 40 Jahre später wieder in ihr Kloster zurückkehren konnten.
26 Jahre nach Johannes Paul II. wird nun Papst Franziskus am Fest der Schmerzen Mariens mit den Bischöfen des Landes am nationalen Wallfahrtsort beten und danach auf der Ebene vor der Basilika von den Sieben Schmerzen Mariens zum Volk sprechen.
Prof. Dr. Rudolf Grulich (aktualisiert von Volker Niggewöhner)
Als er 1990 nach der Wende zum ersten Mal ein ehemaliges Ostblockland besuchte, war dies die damalige Tschechoslowakei. Von Prag aus fuhr Johannes Paul II. damals zunächst ins mährische Velehrad, wo die Tradition und die Erinnerung an Cyrill und Method stets lebendig geblieben war, und machte mit seiner Visite in der slowakischen Hauptstadt Pressburg (Bratislava) deutlich, dass auch und gerade die kleinen Völker Osteuropas ihre Bedeutung haben. 1995 kam dann der Papst in das ostslowakische Kaschau (Košice), um die drei Kaschauer Märtyrer heilig zu sprechen. Es handelte sich dabei um drei Priester aus Polen, Kroatien und Siebenbürgen, die 1620 um ihres katholischen Glaubens willen ihr Leben hingegeben hatten. Auch 2003 wollte er durch zwei Seligsprechungen zeigen, dass alle Völker Zeugen für Christus stellten.
Erst 1978, kurz vor dem Beginn des Pontifikates des polnischen Papstes, erhielt die Slowakei eine eigene Kirchenprovinz. Am 10. Januar 1978 hatte Papst Paul VI. eine slowakische Kirchenprovinz errichtet, dessen neuem Metropolitansitz Tyrnau (Trnava) die fünf Diözesen Neutra (Nitra), Neusohl (Banska Bistrica), Zips (Spiš), Rosenau (Rožnava) und Kaschau (Košice) unterstellt waren. Die unierte Diözese Preschau (Prešov) blieb exemt und unterstand direkt dem Heiligen Stuhl.
Bis zur Entstehung der Tschechoslowakei 1918 gehörte die Slowakei unter dem Namen Oberungarn zum Reich der ungarischen Stephanskrone. Die Bistümer auf slowakischen Gebiet unterstanden den beiden ungarischen Metropolitansitzen Erlau (Eger) und Gran (Esztergom). Erlau war die kirchliche Metropole für die Bistümer Kaschau, Rosenau und Zips. Gran als dem kirchlichen Mittelpunkt ganz Ungarns und Sitz des Primas waren die Diözesen Neutra und Neusohl unterstellt, ferner die griechisch-katholische Eparchie Preschau (Prešov). Auf seit 1918 tschechoslowakischem Gebiet befand sich auch ein beträchtlicher Teil der Erzdiözese Gran, die in dem durch den Vertrag von Trianon verstümmelten Restungarn kein geschlossenes Diözesangebiet mehr hatte. Außerdem erstreckten sich Teile der nun in Rumänien liegenden Diözese Sathmar (Satu Mare) auf slowakisches Gebiet.
Wie in den anderen Gebieten des alten Ungarn, die nach dem Ersten Weltkrieg durch die neuen Grenzen von ihren alten kirchlichen Metropolen getrennt waren, kam es auch in der Slowakei nach 1918 zu keiner Regelung der Diözesangrenzen. Die Versuche der Prager Regierung bereits während der Ersten Tschechoslowakischen Republik (1918 – 1939) eine eigene slowakische Kirchenprovinz zu schaffen, hatten keinen Erfolg. 1922 errichtete Rom in Tyrnau eine Apostolische Administratur für den slowakischen Anteil der Erzdiözese Gran. Die Teile des Bistums Sathmar auf slowakischem Gebiet wurden der vorläufigen Jurisdiktion von Kaschau unterstellt. 1937 erklärte der Vatikan die Diözesen in der Slowakei für exemt, da sich die Regierung in Budapest jeder anderen Regelung widersetzte.
Wie in Böhmen und Mähren wurde auch in der Slowakei die Kirche in kommunistischer Zeit gewaltig unterdrückt, in gewissem Sinne sogar mehr als in Tschechien, da sich die Slowakei 1939 für selbstständig erklärt hatte und an der Spitze des Staates mit Monsignore Tiso bis 1945 ein katholischer Priester gestanden hatte. Er wurde nach dem Zweiten Weltkrieg auf Befehl von Eduard Beneš hingerichtet. Bis heute wird auch im Westen leichtfertig von der damaligen „klerofaschistischen“ Slowakei geredet, aber ein Politiker wie Beneš verherrlicht.
Die Slowakei war 1939 nicht nur von Deutschland und dem Vatikan anerkannt, sondern auch von der Sowjetunion und praktisch allen Staaten des Völkerbundes. Viele Slowaken verehren Tiso als Märtyrer. Trotz der kommunistischen Verfolgung wirkten sich aber die Maßnahmen des Staates in der Slowakei nicht so unheilvoll aus wie in Tschechien, da die Bevölkerung eine tiefreligiöse Einstellung hatte und der Staat auf diese entschiedene Haltung der Bewohner gelegentlich sogar Rücksicht nehmen musste. Aber es kamen Bischöfe und Priester ins Gefängnis. Seit 1950 waren alle slowakischen Diözesen vom Kontakt mit der Mutterkirche in Rom abgeschnitten. Die Orden wurden aufgehoben, die griechisch-katholische Kirche wie in der Ukraine aufgelöst bzw. zur „Rückkehr“ zur Orthodoxen Kirche gezwungen. Der Priesternachwuchs für alle Diözesen wurde gedrosselt, da es nur noch ein Seminar für die ganze Slowakei in Pressburg gab, über dessen Zugang und Eintritt der Staat die Kontrolle hatte. Jahre lang waren manche Diözesen nicht besetzt, da die Prager Regierung keine Zustimmung gab.
Weil die Slowakei ein mehrheitlich katholisches Land war und ist, wird sie oft mit Polen oder Kroatien verglichen. Dennoch zeigt sie eine konfessionelle Vielfalt, die sich zum Teil auch in der nationalen Bevölkerungsstruktur spiegelt. Neben slowakischen Lutheranern gibt es auch viele Kalviner unter der starken ungarischen Minderheit des Landes, die weit über eine halbe Million unter fünf Millionen Einwohnern beträgt. Die Bevorzugung der Protestanten von Seiten der Prager Regierung nach 1918 und die Benachteiligung der katholischen Slowaken war der Grund für das Erstarken der Katholischen Volkspartei in den Dreißiger Jahren.
Die verbliebenen Deutschen sind im Karpatendeutschen Verein zusammen geschlossen, der rund dreißig Ortsgruppen zählt. Der Hilfsbund der karpatendeutschen Katholiken in Stuttgart versucht ebenso wie die Landsmannschaft der Karpatendeutschen, diesen Deutschen zu helfen. Deutschstämmig war auch der slowakische Präsident Rudolf Schuster. Ein Drittel der nach 1945 vertriebenen 150.000 Karpatendeutschen war evangelisch.
Die Samtene Revolution von 1989 brachte auch der Kirche des Landes die Freiheit und der Slowakei die Unabhängigkeit auf friedlichem Wege. Im Gegensatz zur Tschechischen Republik oder anderen ehemals kommunistischen Staaten kann man von der Slowakei noch von einem mehrheitlich katholischen Land sprechen, das zeigen die Volkszählungsergebnisse. Der Nachwuchs in den Priesterseminaren und in den Ordensnoviziaten ist im Vergleich mit anderen Ländern ungewöhnlich hoch. Es sind wieder katholische Schulen entstanden, eine katholische Presse wurde ins Leben gerufen und neue Wege der Pastoral beschritten. 1995 errichtete der Papst eine zweite Kirchenprovinz Kaschau. Zu Pressburg-Tyrnau gehören nun die Bistümer Neusohl und Neutra, während Kaschau die Diözesen Rosenau und Zips unterstellt sind. Die unierte Eparchie Preschau blieb exemt, daneben wurde ein uniertes griechisch-katholisches Exarchat Kaschau gegründet. Papst Benedikt XVI. errichtete dann eine eigene griechisch-katholische Kirchenprovinz Preschau (Prešov) mit einem weiteren Exarchat Pressburg und ein neues römisch-katholisches Bistum Sillein (
Žilina).
Die Kirche stand beim Zerfall der Tschechoslowakei eindeutig auf Seiten der Unabhängigkeit des Landes, hatte aber immer wieder Probleme mit einzelnen Politikern. Seit dem Abgang Meciars hat sich die Beurteilung der slowakischen Politik im Ausland verbessert und wurde die Slowakei im Jahre 2004 Mitglied der Europäischen Union. Viele Probleme sind allerdings geblieben, die 2003 auch als Schatten über dem Papstbesuch standen. So war ein neues Abtreibungsgesetz im Parlament eingebracht worden, gegen das die Kirche ihre Stimme erheben musste. Deshalb war der Besuch einiger Abgeordneter, die sich für dieses Gesetz einsetzten, bei der Papstmesse von der Kirche unerwünscht. Andererseits hatte die Kommunistische Partei ihren Abgeordneten sogar verboten, an der Papstmesse teilzunehmen.
Wie 2003 in Kroatien kam der Papst in ein Land, das ihn freudig erwartete. Wer die Slowakei kennt, kann über volle Kirchen berichten, über junge Ordensleute und große Wallfahrten. Solche gibt es von nationaler Bedeutung nach Leutschau (Levoča) und Maria Schoßberg (Saštin), aber auch in allen Regionen des Landes. Auch das Ziel der Reise war Programm: Wenn der polnische Papst die kleinen Länder des Ostens besuchte, wollte er damit auch die Kirche der EU nach der Osterweiterung stärken.
Prof. Dr. Rudolf Grulich
Das Fest Mariä Namen wurde erstmals im 16. Jahrhundert in Spanien begangen, als 1513 die Diözese Cuenca von Rom die Erlaubnis erhielt, dieses Fest zu feiern, das sich anschließend in spanischen Nachbarbistümern verbreitete.
Bei allen anderen Heiligen ist ihr Todestag der Festtag. Nur Jesus Christus, seine Mutter Maria und Johannes der Täufer haben eigene Festtage zu Ehren ihres Namens. In einigen Ländern wird noch der Namenstag gefeiert und ist ein Tag, der sogar einen höheren Stellwert als der Geburtstag hat. In der Heiligen Schrift lesen wir vielfach von Namensgebungen, auch von Namensänderungen: aus Abram wird Abraham, aus Jakob Israel und aus Simon der Apostelfürst Petrus.
Ausdrücklich wird im Neuen Testament angeordnet, dass der Sohn von Zacharias und Elisabeth Johannes heißen solle und der vom Heiligen Geist in Maria empfangene Sohn Gottes Jesus. Wir feiern deshalb das Fest des Namens Jesu und wissen durch die Predigt der Apostel von der Kraft dieses Namens. So ist auch der Name seiner Mutter ein heiliger Name.
Es gibt zahlreiche Erklärungsversuche für den hebräischen Namen Mirjam beziehungsweise für Maria, aber keine Deutung ist sicher. Da er schon in Ägypten gebraucht wurde, so bedeutet er unter anderem “die von Gott Bevorzugte”, andere Deutungen sind “Stern des Meeres”, “Herrin”, “Schöne”. Als erste Trägerin dieses Namens begegnet uns im Alten Testament eine Mirjam als Schwester des Moses.
Wie andere Marienfeste, wie etwa das Rosenkranzfest am 7. Oktober oder Maria Schnee am 5. August, ist das Fest Mariä Namen mit der Anrufung Mariens als Hilfe der Christen gegen die Gefahr durch das türkische Heer verbunden.
Nach der siegreichen Schlacht bei Lepanto am 7. Oktober 1571 führte Pius V. das Rosenkranzfest ein. So wie der Sieg von Lepanto der Überlegenheit der Türken auf dem Mittelmeer ein Ende gemacht hatte, so brach der Sieg am 12. September 1683 bei Wien die Vormachtstellung der Osmanen zu Land.
Kaiser Leopold I. war damals mit dem Hof von seiner Hauptstadt nach Passau geflüchtet und besuchte als Beter Altötting. Hier hatte er 25 Jahre vorher, am 5. September 1658, als junger Kaiser sein Reich, das Heilige Römische Reich deutscher Nation, in der Gnadenkapelle der Muttergottes geweiht.
So kniete er in der Gnadenkapelle “allerdemütigst vor unserer lieben Frau, um von ihr der Himmels-Kayserin das neu angetretene Kaysertum zu Lehen zu nehmen und sich und seine untergebene Land und Leut unter den Schutz Mariae wider seine Feind bestermassen zu befehlen”. 25 Jahre später brauchten der Kaiser und das Reich diesen Schutz.
Am 15. August, also am Fest Mariä Himmelfahrt, zog der Polenkönig Johann III. Sobieski dem Kaiser zu Hilfe. Auf Rat von Markus von Aviano hatte ihm Kaiser Leopold den Oberbefehl übertragen. Dem siegreichen Heer der Christen wurde das Banner Mariens vorausgetragen. Im Jahre 2003 hat der polnische Papst Johannes Paul II. den Kapuzinerpater Markus von Aviano selig gesprochen, der 1683 Feldprediger des kaiserlichen Heeres war.
Um Frauen und junge Mädchen zu stärken und zu begleiten, unterstützt KIRCHE IN NOZ ein spezielles Hilfsprogramm. Christinnen erhalten Unterstützung bei Ausbildung und Studium, rechtliche Beratung und seelsorgerische Begleitung. In Kursen erwerben sie Fähigkeiten, wie sie sich vor Diskriminierung und Gewalt schützen können. Ein Ziel ist es auch, die jungen Frauen zu motivieren, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und sich weiterzubilden.
Um die Sicherheit der Frauen zu wahren und die Projektpartner vor Repressalien zu schützen, gibt KIRCHE IN NOT weder Orte noch Namen bekannt – auch alle Namen der Projektteilnehmerinnen sind geändert. Eine von ihnen ist die 20-jährige Samia. Sie lebt im Norden Pakistans mit ihren Eltern und vier Brüdern. Ihr Vater arbeitet in einer Fabrik, die Mutter ist Hausfrau.
Sie berichtet: „Meine Eltern haben mich immer ermahnt, niemals mit anderen Menschen über religiöse Unterschiede zu sprechen und jede Art von Diskriminierung zu ertragen.“ Sie und ihre Angehörigen leben ständig unter dem Druck, wegen Blasphemie oder anderer Vergehen angeklagt zu werden, sobald sie sich für ihre Rechte einsetzen.
Das habe sich nun geändert. „Das von KIRCHE IN NOT unterstützte Programm macht uns Frauen bewusst, welche Rechte wir haben“, sagt Samia. „Es ermutigt uns, stark zu bleiben sowie gegen Diskriminierung, Zwangskonversionen, Belästigungen und Gewalt zu kämpfen.“
Eine Freundin habe sie ermutigt, an dem Förderprogramm teilzunehmen, erzählt Ashia: „Ich habe an Beratungsgesprächen teilgenommen. Sie gaben mir Hoffnung, mit meinen Umständen fertig zu werden. Ich werde jetzt fleißig studieren und den Menschen zeigen, dass unser Herr immer bei uns ist, dass er uns Kraft gibt und uns beschützt.“
Typisch für die Situation vieler christlicher Frauen in Pakistan ist die Geschichte von Shazia. Wie die meisten Projektteilnehmerinnen ist sie Studentin und lebt am Rande einer pakistanischen Großstadt; weitere der geförderten Frauen arbeiten als Hausangestellte. Shazias Vater, ein Rikscha-Fahrer, war der Einzige, der für den Lebensunterhalt der Familie sorgen konnte. Unter größten Opfern ermöglichte die Familie es ihr, an der Universität Softwaretechnologie zu studieren.
Doch im zweiten Jahr musste sie ihr Studium abbrechen, weil das Geld fehlte. Sie begann, in einer Fabrik zu arbeiten. „Ich dachte, das ist mein Schicksal und so wird es immer bleiben“, erzählt Shazia. Als sie von dem Frauen-Förderprogramm hörte, keimte neue Hoffnung in ihr auf: „Ein Vortrag hat mir neue Motivation gegeben und mich bestärkt, dass selbst verzweifelte junge Menschen wie ich es schaffen können, positive Veränderungen herbeizuführen. Der Schlüssel dazu ist Bildung.“
„Ich war sehr verletzt, aber ich konnte darüber nicht mit meinen Eltern sprechen, weil sie aufgrund der schwierigen finanziellen Situation ohnehin schon sehr gelitten haben“, erinnert sich Nasreen. In dieser Zeit lernte sie das Team kennen, dass das Frauen-Förderprogramm leitet und erfuhr in dieser schwierigen Zeit Trost und Zukunftsperspektiven.
Schließlich besserte sich die Arbeitslage ihres Vaters wieder und er konnte das Schulgeld wieder zahlen. Aber es geht nicht nur um den finanziellen Aspekt. Auch die seelische Unterstützung und die Ermutigung in den Kursen sind sehr wichtig, wie Nasreen betont: „Ich bin KIRCHE IN NOT so dankbar, dass es mir eine große Veränderung in meinem Leben ermöglicht hat. Jetzt leuchtet ein Licht des Glaubens und der Hoffnung auf meinem Weg. Ich werde dieses Licht in Zukunft nicht durch irgendeine Art der Diskriminierung erlöschen lassen.“
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Wenig später meldeten sich die Entführer bei lokalen Kirchenvertretern und forderten Lösegeld. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um Kriminelle handelt oder um Angehörige von Rebellengruppen, die in der Provinz Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo kämpfen. Die Region wird seit Jahren von Milizen belagert. Es geht dabei um ethnische Konflikte und die Eroberung natürlicher Ressourcen. Zuletzt kam auch noch eine radikal-islamistische Strömung hinzu.
Im vergangenen Jahr äußerten sich die Bischöfe der Kirchenprovinz Bukavu alarmiert über die herrschenden Bedingungen: „Wir sind der Meinung, dass die Kämpfe […] möglicherweise als Vorwand benutzt werden, um eine Konspiration zwischen internen und externen Akteuren zu verschleiern.“ Diese zielte auf die „rücksichtlose Ausbeutung der natürlichen Ressourcen (Bergbau, Erdöl, Wald und Ackerland)“.
In einem Gespräch mit Vertretern von „Kirche in Not“ vor einigen Wochen verurteilte der Bischof von Butembo-Beni, Paluku Sekuli Melchisedech, schwere Menschenrechtsverletzungen durch Milizen und Kriminelle in der Region. „Bewaffnete Gruppen zerstören Schulen und Krankenhäuser. Lehrer und Schüler werden getötet. Sie töten sogar Patienten in ihren Krankenhausbetten. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Menschen getötet werden“, sagte der Bischof.
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Auch Ordensfrauen verschleppt
Wie der Kommunikationsbeauftragte mitteilte, gehören zu den zahlreichen Entführungsopfern auch kirchliche Mitarbeiter, zum Beispiel die Ordensschwester Eliane da Costa. Die Brasilianerin hielt sich vergangenen August in Mocímboa da Praia auf, als die Küstenstadt von Terroreinheiten erobert wurde. Dabei wurden auch dutzende Menschen verschleppt – unter ihnen auch die Ordensfrau zusammen mit einer ihrer Mitschwestern von der Kongregation der St. Josephsschwestern von Chambéry.
Vor den Augen der Familie die Kehle durchgeschnitten
Ein weiterer Schauplatz besonders blutiger Übergriffe war der Küstenort Mucojo im Distrikt Macomia. Dort lebt Mina, deren Geschichte Kwiriwi Fonseca besonders bewegt hat: „Eines Tages tauchten in dem Ort fünf Männer auf. Die Bewohner stellten fest, dass es sich um Angehörige der Terrormiliz Al-Shabaab handelte.“
Neue Generation von Kämpfern herangezogen
Fonseca zufolge zielten die Terroristen darauf ab, die verschleppten Kinder und Jugendlichen zu radikalisieren und zu folgsamen Kämpfern zu machen. „Die Kinder befinden sich schon ein oder zwei Jahre in ihrer Gewalt. Das ist eine lange Zeit. Am Ende übernehmen sie den Hass und die Bosheit ihrer Entführer. Das Zusammenleben kann sie zu den schlimmsten Terroristen machen.“
„Kirche in Not“ hat Soforthilfen für Mosambik zur Verfügung gestellt, damit Vertriebene in kirchlichen Einrichtungen untergebracht und versorgt werden können. Außerdem unterstützt das Hilfswerk den Lebensunterhalt von Priestern und Ordensfrauen in der Region, die Ausbildung und Schulung von Seminaristen und weitere Projekte, die mit den dringendsten Bedürfnissen des kirchlichen Lebens in Mosambik zu tun haben.
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Drei Kirchen zu ihrer Ehre gibt es in Österreich, eine davon im Wienerwald. Kaiser Otto III., in Freundschaft mit dem zweiten Bischof von Prag, dem hl. Adalbert verbunden, ließ Reliquien der hl. Corona nach Aachen bringen.
Dort ist die hl. Corona Patronin des Aachener Marienstifts, der Krönungskirche der deutschen Könige. Kaiser Karl. IV. schenkte dem Veitsdom in Prag 1355 weitere Reliquien, sodass die Corona-Verehrung auch in Böhmen nachweisbar ist. In Wien gibt es noch heute im 15. Bezirk die Apotheke zur heiligen Corona. Diese Heilige, die nicht nur bei Seuchen, sondern auch in Geldangelegenheiten angerufen wird, gab der Währung Österreichs bis 1924 den Namen „Krone“.
Im Römische Martyrologium lesen wir am 14. Mai: „In Syrien das Gedächtnis die heiligen Martyrer Victor und Corona unter Kaiser Antonius“. Weil Corona den unter den Qualen der Folterung leidenden Victor wegen seiner Standhaftigkeit beim Martyrium als einen Seligen pries und zwei Kronen vom Himmel fallen sah, eine für Victor und die andere für sich und weil sie dies den anderen mitteilte, wurde Victor enthauptet und sie brutal getötet. Man band ihren Körper an zwei niedergebeugte Palmen, sodass Corona beim Emporschnellen der Palmen zerrissen wurde.
Coronas Namenstag ist am 14. Mai. Bitten wir Gott, dass bis dahin auf die Fürsprache der hl. Corona die gleichnamige Seuche sich abschwächt oder gar ein Ende nimmt!
Prof. Rudolf Grulich, Kirchenhistoriker
Geistliche Angebote von KIRCHE IN NOT in Zeiten der Corona-Krise
Novene in Seuchenzeiten mit Anrufung der hl. Corona
Gebetsschätze von KIRCHE IN NOT
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Zeit: 11:00-12:00 Uhr
Ort: Tagungszentrum im Haus der Bundespressekonferenz (Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin)
KIRCHE IN NOT („Aid to the Church in Need“ – ACN) legt die Neuauflage seines Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ (RFR) vor. Dieser RFR-Bericht ist die einzige Studie einer katholischen Institution, die alle 196 Länder der Welt und alle Religionen umfasst.
Aufgrund der aktuellen Situation sind die Plätze für Pressevertreter im Tagungszentrum bereits besetzt. Die Pressekonferenz wird jedoch auch per Livestream übertragen. Onlineteilnehmer haben die Möglichkeit, via Chat Fragen zu stellen.
„Religionen werden für Friedensprozess immer wichtiger“
„Religionsfreiheit ist ein verbrieftes Menschenrecht. Dennoch werden Millionen Menschen aufgrund ihres Glaubens diskriminiert, ausgegrenzt und verfolgt. Am meisten leiden die Christen“, erklärt der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, Florian Ripka, zur bevorstehenden Veröffentlichung. Das Hilfswerk wolle Verstöße gegen die Religionsfreiheit in zahlreichen Weltregionen dokumentieren, aber auch Lichtblicke und Verbesserungen vorstellen.
„Religionsfreiheit weltweit“ erscheint in diesem Jahr zum 15. Mal. KIRCHE IN NOT legt den Bericht seit 1999 alle zwei Jahre vor. Insgesamt 30 Autoren, unabhängige Experten und Forschungsteams aus verschiedenen Kontinenten haben daran mitgewirkt.
Neben 196 Einzelberichten, die die Lage der Religionsfreiheit in 196 Ländern der Welt beschreiben und Vorkommnisse im Zeitraum 2018 bis 2021 dokumentieren, erhält der Bericht eine Weltkarte, auf der Länder nach dem Grad der dort herrschenden religiösen Verfolgung und Diskriminierung klassifiziert sind. Jedes Land wird dabei in eine der vier Kategorien eingeteilt: Situation verbessert, Situation unverändert, Situation verschlechtert, oder „unter Beobachtung“.
Dokumentation geht ab 20. April online
Die Neuauflage des Berichts „Religionsfreiheit weltweit“ ist ab dem 20. April abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.de. Aktuell ist dort noch der Bericht aus dem Jahr 2018 eingestellt. Am 20. April stellt KIRCHE IN NOT (ACN) International den Bericht auf einer digitalen Pressekonferenz vor, es folgen in den Tagen die 23 Länder, in denen das Hilfswerk Nationalbüros unterhält.
Für weitere Informationen, Anmeldungen und Fragen zur Pressekonferenz steht die Medienabteilung von KIRCHE IN NOT zur Verfügung: presse@kirche-in-not.de
Obwohl der Papst 1995 eigens nach Olmütz kam, um Sarkander heilig zu sprechen, ist er ein unbekannter Heiliger geblieben, sozusagen eines der „böhmischen Dörfer“ im Heiligenkalender der Kirche. In Mähren wurde er aber schon vor der Seligsprechung sehr verehrt: Es gibt Andachtsbilder, die Johannes Nepomuk im Kreise anderer Heiliger zeigen, die Johannes heißen: Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist, Johannes Chrysostomus und Johannes von Damaskus.
Johannes Sarkander stammt aus dem schlesischen Skotschau, das heute in Polen liegt. Dort wurde er 1576 geboren. Bei der Familie seines älteren Bruders Paul lebte Johannes Sarkander nach dem Tode seines Vaters in Freiberg bei Neutitschein (tschechisch Přibor). Als er sich 1597 an der Universität Olmütz einschrieb, vermelden die Annalen: Johannes Sarkander, ein Mährer aus Freiburg (Priborensis Moravus). Er studierte Theologie in Olmütz und Graz, ließ sich aber erst 1609 zum Priester weihen.
Solch ein Kosakentrupp von 4.000 Reitern zog Anfang Februar 1620 über Schlesien und Mähren nach Wien, wobei die Soldaten überall auf dem Weg plünderten. Am 6. Februar näherten sich diese Kosaken auch Holleschau, von wo aus ihnen Sarkander mit dem Schlosskaplan und seinen Gläubigen in einer feierlichen Prozession in Richtung Hullein entgegenzog.
Johannes Sarkander trug an der Spitze der Prozession eine Monstranz mit dem Allerheiligsten. Als die Soldaten die Prozession und den Priester mit der Monstranz sahen, stiegen sie von den Pferden und knieten nieder. Sie umritten dann Holleschau und sprengten bis Wien durch. Dieses Ereignis wurde Sarkander von den Protestanten zum Vorwurf gemacht. Sie behaupteten, er habe mit den Kosaken im Einverständnis gestanden, ja er habe sie bei seiner Reise nach Tschenstochau sogar angeworben.
Hier wurde er beim Verhör mehrfach gefoltert, damit er aussage, er habe die Kosaken geholt. Während der Haft und der Folter war auch der evangelische „Winterkönig“ Friedrich von der Pfalz in Olmütz. Unter anderem wurde von ihm beim Verhör am 18. Februar 1620 verlangt, das Beichtgeheimnis zu verletzen und die Inhalte der Beichten seines Herren von Lobkowicz bekannt zu geben.
Prof. Rudolf Grulich, Kirchenhistoriker
Am 26. Dezember 1751 geboren, lernte Klemens Maria in Znaim zunächst das Bäckerhandwerk. Doch fühlte er die Berufung zum Priester.
Er begann daraufhin zunächst in Wien mit dem Studium der Katholischen Theologie, das er dann in Rom fortsetzte. Dort trat er in die Kongregation der Redemptoristen ein. Nachdem zum Priester geweiht wurde, wirkte er in Warschau. Er war der erste Redemptorist nördlich der Alpen.
Foto oben: Erzbistum Wien.
Nach einer Audienz beim König, die ihm der Nuntius vermittelt hatte, war König Stanislaus August Poniatowski von den Zielen der Redemptoristen begeistert. Kurzerhand verbot er den beiden Priestern die Weiterreise und ließ sie in Warschau bleiben. Hofbauer und Hübl übernahmen die Seelsorge an der deutschen Nationalkirche St. Benno und entfalteten eine solch segensreiche Tätigkeit, dass die Redemptoristen in Polen “Bennoniten” genannt wurden.
Seit 1788 war er Generalvikar der Redemptoristen nördlich der Alpen. Von der polnischen Hauptstadt aus gründete er eine Niederlassung in Mitau, dem heutigen Jelgava in Lettland. Er gewann Novizen für die Kongregation, unter ihnen Deutsche, Franzosen und Litauer.
Doch im Jahr 1808 wurde dieser Eifer gestoppt: am 9. Juni unterzeichnete der König von Sachsen als Herzog von Warschau den Befehl Napoleons, “die Redemptoristenpriester ohne Verzug aus den Grenzen des Herzogtums Warschau zu entfernen”.
Hofbauer kam zunächst mit seinen Gefährten auf die Festung Küstrin. Doch er vergaß bei seinen Missionsreisen und nach seiner Niederlassung in Wien nie sein geliebtes Polen.
Wie von Warschau aus unternahm er auch von Wien eine rege Reisetätigkeit. Er war in Schwaben, Baden und im Wallis, in Altötting und Rom. Noch weiter reichte aber sein Briefwechsel.
Hofbauer gewann aber zahlreiche Schüler und nahm sie in die Kongregation auf, auch wenn der Kaiser dies erst am Todestag Hofbauers offiziell genehmigte. Viele seine Schüler kamen aus Böhmen und Mähren, wie Thaddäus Hübl oder Joseph Libotsky aus Prag. Dieser erhielt von Hofbauer als erster Redemporist in Wien das Kleid der Kongregation erhielt.
Aus ganz Deutschland kamen Schriftsteller und Intellektuelle zu ihm. In der Geistesgeschichte der katholischen Romantik spricht man sogar vom “Hofbauerkreis” in Wien. Manche von ihnen konvertierten zur katholischen Kirche.
Doch er erntete nicht mehr das, was er ausgesät hatte. Nach seinem Tode 1820 verbreitete sich dennoch die Kongregation. In Böhmen und Mähren betreute sie die großen Wallfahrtsorte wie Pribram, Philippsdorf und Grulich.
In der Zwischenkriegszeit entstand sogar eine eigene sudetendeutsche Vizeprovinz mit Sitz in Karlsbad. Ihr langjähriger Provinzial in der Vertreibung war Pater Augustin Reimann, der 1970 starb und in Würzburg begraben ist. Er gehört zu den großen Volksmissionaren der Nachkriegszeit und stand seit 1948 in engem Kontakt mit Pater Werenfried van Straaten.
Klemens Maria Hofbauer wurde 1888 selig- und 1909 heiliggesprochen. Er ist nicht nur der Patron Wiens, sondern wird außer in Warschau auch in der Erzdiözese Freiburg sehr verehrt, da er in Triberg im Schwarzwald Niederlassungen zu gründen versuchte.
Prof. Rudolf Grulich, Kirchenhistoriker
“Mein Erlöser, sollte denn der schreckliche Zeitpunkt herangerückt sein, wo Du kaum noch einige Christen findest, welche von dem Geiste des Glaubens belebt sind? Hast Du durch eine furchtbare Wirkung Deines Zornes uns Deines anbetungswürdigen Schutzes beraubt? Haben die Laster und das Sittenverderbnis Deiner Kinder Deine strafende Gerechtigkeit unwiderruflich herausgefordert? Du Stifter und Vollender unseres Glaubens! Wir beschwören Dich in der Bitterkeit unserer zerknirschten und gedemütigten Herzen, gestatte doch nicht, daß das schöne Licht des Glaubens in uns erlösche! Amen.”
Projektpartner ist der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Warda, der einer der Gastgeber von Papst Franziskus sein wird. Warda erklärte: „Die Katholische Universität Erbil ist ein Leuchtturm und ein Symbol der Hoffnung. Die Hilfe ist ein starkes Zeichen der Solidarität mit den Christen und allen anderen Minderheiten in der Region.“
Die CUE ist die einzige Hochschule des Irak, die von der katholischen Kirche getragen wird. Sie bietet mehrere Studiengänge an, unter anderem Architektur und Bauingenieurwesen. Aktuell sind 170 Personen an der Universität immatrikuliert, die Erzdiözese Erbil plant aber einen weiteren Ausbau der Studienplätze. Die Studentenschaft besteht zu 54 Prozent aus Frauen und 46 Prozent Männern. 72 Prozent von ihnen sind Christen, 10 Prozent Muslime und 18 Prozent Jesiden. Die meisten Studenten sind Binnenvertriebene und Flüchtlinge aus allen Teilen des Irak. Viele von ihnen sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
„An der Katholischen Universität von Erbil lernen junge Menschen unterschiedlichen Glaubens, miteinander zu leben und zu arbeiten. Deshalb unterstützt das Projekt aus unserer Sicht die Botschaft von Papst Franziskus zum sozialen Zusammenhalt und zur Versöhnung“, erklärte der Geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Dr. Thomas Heine-Geldern. Im kurdischen Teil des Irak halte, wie im ganzen Land, die Unsicherheit nach wie vor an. Schuld daran sei auch die angespannte wirtschaftliche Lage, so Heine-Geldern: „Die Katholische Universität von Erbil ist ein entscheidendes Projekt, um die Christen zum Bleiben zu ermutigen. Wenn junge Christen die Möglichkeit haben, eine gute Ausbildung zu bekommen, werden sie nicht emigrieren.“
„Kirche in Not“ hat bereits erhebliche Anstrengungen für die christliche Minderheit im Irak unternommen: Nach der Vertreibung von über 100 000 Christen aus der Ninive-Ebene hat das Hilfswerk die Versorgung der Geflüchteten in der Region Erbil unterstützt. Nach dem militärischen Sieg über den „Islamischen Staat“ förderte es den Wiederaufbau zerstörter Wohngebäude in den Ortschaften der Ninive-Ebene. Rund die Hälfte der vertriebenen Familien konnte zurückkehren. Aktuell finanziert „Kirche in Not“ die Instandsetzung kirchlicher Kindergärten, Gemeindezentren und Gotteshäuser. Unter ihnen befindet sich auch die Al-Tahira-Kirche in Karakosch, die Papst Franziskus am 7. März besuchen wird. Das neue Stipendienprogramm schlage ein weiteres Kapitel der Hilfe für den Irak auf, erklärte „Kirche in Not“-Präsident Heine-Geldern: „Jetzt ist es wieder an der Zeit, ein für uns sehr ehrgeiziges Projekt zu starten, um in die jungen Leute zu investieren.“
Papst Franziskus besucht von 5. bis 8. März den Irak. Unter anderem wird der Papst in Erbil eine heilige Messe feiern und der Gemeinde in Karakosch (Bagheda) einen Besuch abstatten. Zur offiziellen Delegation der Papstreise gehört auch die Projektdirektorin von „Kirche in Not“ (ACN) International, Regina Lynch.
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Verwendungszweck: Irak
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