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Nach Ansicht von Bischof Antonio Juliasse Ferreira Sandramo aus Pemba reicht der Einsatz von Truppen allein nicht aus, um der zunehmenden islamistischen Gewalt in Mosambik entgegenzutreten. „Die militärische Lösung ist nicht einzige Lösung. Viele der jungen Terroristen stammen von hier; sie kennen das Terrain. Sie greifen nur dann an, wenn die staatlichen Truppen wieder weg sind“, erklärte der Bischof im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. Der 54-Jährige ist seit Mai 2022 im Amt. Sein Bistum Pemba umfasst nahezu die gesamte Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks. Die Region ist das Epizentrum einer seit Jahren anschwellenden Gewaltwelle, durch die nach Angaben lokaler Projektpartner rund 4000 Menschen getötet und eine Million vertrieben wurden.
Mosambik: Bischof Alberto Vera Aréjula in der zerstörten Missionsstation von Chipene. © Kirche in Not
Bischof Ferreira Sandramo forderte, dass der Staat die katholische Kirche und die anderen Religionsgemeinschaften stärker miteinbeziehen müsse. Es hätten bereits Treffen zwischen katholischer Kirche, anderen christlichen Konfessionen und Muslimen stattgefunden, um erste Schritte zur Stabilisierung der Region abzusprechen. „Man ist noch nicht offiziell an uns herangetreten, aber wir haben so viel beizutragen“, sagte der Bischof.

 

Kampf gegen Terror beginnt bei Armut und Korruption

 

Der Kampf gegen den Terror müsse damit beginnen, die grassierende Armut und Korruption in Mosambik zu beseitigen. „Wir sind umgeben von Korruption. Die wenigen freien Arbeitsstellen gehen in der Regel an wenige Privilegierte, die eine Verbindung zu den Entscheidungsträgern haben“, sagte Bischof Ferreira Sandramo. „Die jungen Leute spüren die Ungerechtigkeit und begehren dagegen auf.“

Versorgung von Binnenflüchtlingen in Mosambik.
Bei einem jüngsten Angriff Anfang September auf die Missionsstation von Chipene hatten islamistische Terroristen die italienischstämmige Ordensfrau Maria de Coppi (83) mit einem Kopfschuss umgebracht. Nur durch einen Zufall waren die meisten Schüler, die in der Missionsstation unterrichtet werden und teilweise dort untergebracht sind, beim Angriff abwesend oder konnten sich in Sicherheit bringen.

 

„Vergessen Sie uns nicht!“

 

Die Region um Chipene galt bis zu dem Anschlag als vergleichsweise sicher; zahlreiche Vertriebene aus weiter nördlich gelegenen Regionen hielten sich dort auf. Wie Bischof Ferreira Sandramo berichtete, gelte die getötete Schwester Maria de Coppi vom Orden der Comboni-Missionarinnen den Gläubigen vor Ort als Märtyrerin, weil sie sich ein Leben lang für die Menschen in Mosambik eingesetzt hat.

Dschihadistische Kämpfer in der Provinz Cabo Delgado.
Die neue Gewalteskalation hatte eine weitere Flüchtlingswelle von rund 100 000 Menschen ausgelöst. Der Hilfsbedarf sei überwältigend, sagte der Bischof und appellierte: „Angesichts des Kriegs in der Ukraine haben viele Organisationen unsere Region Cabo Delgado vergessen. Ich bitte Sie: Vergessen Sie uns nicht!“

 

Der Norden Mosambiks wird seit 2017 von islamistischen Truppen überrannt. Sie gelten als Splittergruppen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Ihr Vorgehen dürfte auch von wirtschaftlichen und politischen Zielen motiviert sein: Vor der Küste im Norden Mosambiks sind große Erdöl-Bohrungen in Vorbereitung – eines der größten Investitionsprojekte in Subsahara-Afrika. In jüngster Zeit gewinnt jedoch auch die religiöse Komponente eine immer stärkere Bedeutung, wie der jüngste Angriff auf die katholische Missionsstation zeigt.

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WEITERE INFORMATIONEN:

Am Samstag, 10. September, fand in Dachau der erste „Marsch für Märtyrer“ statt. Er wurde organisiert vom Verein „Selige Märtyrer von Dachau“ in Kooperation mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk KIRCHE IN NOT. Die Teilnehmer gingen den Weg der Häftlinge nach, den sie in der NS-Zeit vom Dachauer Bahnhof bis in das Konzentrationslager zurücklegen mussten.
Gedenken am ehemaligen Priesterblock Nr. 26
Nach einer geschichtlichen Einordnung und der Vorstellung des Vereins „Selige Märtyrer von Dachau“ durch die Vorsitzende Monika Volz berichtete KIRCHE IN NOT-Mitarbeiter Volker Niggewöhner über aktuelle Brennpunkte der Christenverfolgung und deren Hintergründe. An historischen Wegstationen erinnerten die Teilnehmer an Heilige und Selige, die im KZ Dachau interniert waren, und gedachten der weitgehend unbekannten Märtyrer der Gegenwart.

 

„Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit“

 

Der Marsch endete an der Stelle, wo sich im KZ Dachau die Kapelle des sogenannten Priesterblocks Nr. 26 befand. Dort verlasen die Organisatoren die Namen der bisher seliggesprochenen Häftlinge. Insgesamt waren 2.720 Geistlichen zwischen 1933 und 1945 in Dachau interniert. Bei einer Andacht in der Todesangst-Christi-Kapelle sangen die Teilnehmer den Hymnus „Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit“. Dieses Lied hatten die Lagerhäftlinge als Akt des Widerstandes immer wieder angestimmt. Damit wollten sie verdeutlichen, dass Jesus Christus für sie der wahre Herrscher war. Zum Abschluss beteten die Teilnehmer am Aschegrab im Gebiet des Krematoriums frei formulierte Fürbitten nach dem Vorbild der frühen Christen, die an den Märtyrergräbern in den römischen Katakomben um die Fürsprache der Glaubenszeugen baten.

Teilnehmerinnen auf dem „Marsch für Märtyrer“ in Dachau.
Monika Volk und Volker Niggewöhner stellten die Märtyrer von Dachau und moderne Glaubenszeugen vor.
Blick auf den Lagerplatz im KZ Dachau.
Andacht in der Todesangst-Christi-Kapelle in der KZ-Gedenkstätte Dachau.
Die Todesangst-Christi-Kapelle im ehemaligen KZ Dachau.
Der Eingang zum Häftlingslager im KZ Dachau
Die Veranstalter zogen ein positives Fazit. „Ich freue mich, dass auf unserem Marsch die innere Verbundenheit der Glaubenszeugen von gestern und heute deutlich geworden ist, so Monika Volz. Volker Niggewöhner ergänzte: „‘In allen Leidenden leidet der Menschensohn‘, hat der heilige Johannes Paul II. einmal gesagt. Unsere Solidarität mit den Verfolgten von heute und die Erinnerung an die Glaubenszeugen der Geschichte ist eine Ehrensache. Danke an alle, die in Dachau dieses Zeichen der Verbundenheit gesetzt haben.“
Eine polnische Pilgerin entzündet eine Kerze an der Gedenktafel für die polnischen Opfer im KZ-Dachau.

Prälat Prof. Helmut Moll über deutsche Märtyrer des 20. Jahrhunderts

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Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) unterstützt die Kirche in Pakistan bei ihrem Einsatz für die Flutopfer. Die schlimmsten Monsun-Überschwemmungen seit 30 Jahren hatten in den letzten Wochen große Teile des Landes verwüstet. Sechs Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, offiziell wurden bereits über 1.500 Todesopfer gemeldet. Die Soforthilfe fließt in die besonders stark von der Katastrophe betroffene Provinz Sindh mit den Diözesen Hyderabad und Karatschi.
Bischof Samson Shukardin von Hyderabad © Kirche in Not
Aus der Diözese Hyderabad berichtete Bischof Samson Shukardin dem Hilfswerk, dass alle 19 Pfarreien in den 22 Bezirken der Provinz Sindh von der Flut schwer betroffen seien. „Tausende von Familien sind von den Fluten umgeben, und Tausende Menschen sitzen am Straßenrand unter menschenunwürdigen Bedingungen“, beschrieb der Bischof die Lage. „Sie verfügen über keine Lebensmittel, kein sauberes Trinkwasser, keine Unterkünfte, keine Latrinen und keine Gesundheitseinrichtungen. Der Verzehr von verunreinigtem Wasser führt zu Krankheiten, und die Mückenplage verbreitet verschiedene Hautkrankheiten und Malaria in den von den jüngsten Überschwemmungen betroffenen Gemeinden.“

 

Viele Familien hätten Zuflucht in den Kirchen gesucht, da ihre Häuser vom Regenwasser überflutet worden waren; aber auch viele Kirchen seien überschwemmt und durch das Wasser schwer beschädigt worden.

Die Kirche hilft Flutopfern in der Region Sindh © KIRCHE IN NOT
Mit der Soforthilfe von „Kirche in Not“ werden in der Diözese Hyderabad als Reaktion auf diese Katastrophe Lebensmittelpakete für einen Monat gekauft, bedürftige Familien erhalten Bargeldzuschüsse, mobile Gesundheitsstationen und Notunterkünfte werden aufgebaut und Hygieneartikel wie Moskitonetze und Mückenschutzmittel besorgt. Zudem werden vom Wasser beschädigte Kirchengebäude renoviert, um die vom Wasser aus ihren Häusern vertriebenen Menschen aufnehmen zu können. Insgesamt kommt die Soforthilfe über 5.000 Familien zugute.

 

Weitere Hilfen sendet „Kirche in Not“ in die Diözese Karatschi. Dort finanziert das Bistum Lebensmittelpakete und Küchensets mit Grundnahrungsmitteln sowie Koch- und Reinigungsartikel für Familien, deren Häuser zerstört oder unbewohnbar geworden sind.

Bischof Shukardi dankt für die jahrelange Unterstützung von KIRCHE IN NOT:

Der Erzbischof von Karatschi, Benny Travis, beschrieb die Lage in seinem Bistum in einer Nachricht an „Kirche in Not“: „Die Menschen leben unter freiem Himmel, ihre Häuser sind beschädigt; die Überschwemmungen haben Straßenverbindungen unterbrochen, die Versorgungsketten für Waren sind stark gestört; die Gefahr des Ausbruchs von Krankheiten steht aufgrund des stehenden Wassers und der vorhergesagten weiteren Regenfälle unmittelbar bevor.“

 

Papst Franziskus hatte die internationale Gemeinschaft zu einer raschen Reaktion auf die Situation in Pakistan aufgerufen und der Bevölkerung seine Solidarität und seine Gebete zugesichert. Als päpstliche Stiftung folgt „Kirche in Not“ diesem Aufruf.

 

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Nach dem Mord an der italienischen Ordensfrau Maria de Coppi am Dienstagabend in einer Missionsstation im Norden Mosambiks befürchtet das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) nun eine regionale Ausweitung des Terrors. Die 83-jährige Comboni-Missionarin de Coppi war erschossen worden, als sie Schülerinnen während eines terroristischen Überfalls zu Hilfe eilte.

 

Der bei „Kirche in Not“ für Mosambik zuständige Projektreferent Ulrich Kny betonte, dass er die nun vom Terror betroffenen Diözesen noch Ende 2021 besucht habe. „Damals galt die Region noch als relativ sicher und beherbergte Tausende Binnenflüchtlinge aus dem weiter nördlich gelegenen Cabo Delgado“, erklärte er. „Seitdem hat sich die Situation enorm verschlechtert und wir müssen befürchten, dass sich der Terrorismus im gesamten Norden des Landes ausbreitet.“ Der Mord an der Ordensfrau sei eine neue Eskalationsstufe, die deutlich mache, dass die religiöse Komponente für die Terroristen immer wichtiger werde.

Ulrich Kny, Projektreferent für Mosambik bei „Kirche in Not“ (ACN) © KIRCHE IN NOT
Bisher seien die Ursachen für die Unruhen im Norden Mosambiks eher die vorherrschende soziale und wirtschaftliche Ungleichheit in der Region gewesen. Nun zeige sich, dass sich der Konflikt immer mehr religiös auflade. „Die ganze Region mit ihrem Ressourcenreichtum und dem bisher friedlichen Zusammenleben von Muslimen und Christen bietet eigentlich ein großes Entwicklungspotenzial“, meinte Kny. „Jedoch ist die Vernachlässigung und Verarmung großer Teile der Bevölkerung ein gefährlicher Nährboden für die Radikalisierung junger Menschen.“ Es müssten daher schnell Lösungen zur Entwicklungshilfe gefunden werden, die dem Konflikt die Grundlage entziehen.

 

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Mosambik: Islamische Milizen vertreiben 500.000 Menschen:

Mit einem 2,28 Millionen Dollar schweren Hilfspaket ermöglicht das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (international: ACN) den Schulbeginn in fast 200 libanesischen Schulen. Von der Unterstützung profitieren nach Angaben des Hilfswerks an die 30 000 Schüler und mehr als 6 000 Lehrer.

 

Aufgrund einer schweren Wirtschaftskrise wären viele Schulen im Libanon aus eigener Kraft nicht in der Lage gewesen, den Unterricht nach den Sommerferien wieder aufzunehmen. Bereits im vergangenen Schuljahr habe nach Informationen von „Kirche in Not“ jedes zehnte Kind den Schulbesuch abbrechen müssen, da seine Eltern die finanziellen Mittel nicht mehr hätten aufbringen können oder ausgewandert seien.

Philipp Ozores, Generalsekretär von „Kirche in Not“ (ACN) © Ilona Budzbon
Man sei davon überzeugt, dass der Fortbestand der christlichen Bevölkerung im Libanon davon abhänge, ob die Schulen geöffnet bleiben können, erklärte der Generalsekretär von „Kirche in Not“ (ACN), Philipp Ozores. „Die Unterstützung der Schulen ist eine wichtige Antwort auf die Krise, von der die libanesischen Christen heimgesucht werden“, sagte er. „In diesem Land findet der Religionsunterricht hauptsächlich in katholischen Schulen statt und nicht in Pfarreien. Wenn katholische Schulen und Lehrer aus Mangel an finanziellen Mitteln zu verschwinden beginnen, wird sich das demografische Gleichgewicht schnell verändern.“

 

Insgesamt besuchen im Libanon nach Angaben des Hilfswerks derzeit 185 000 christliche und muslimische Schüler im Alter zwischen sechs und 18 Jahren rund 250 katholische Schulen.

 

 

Der finanzielle Zusammenbruch des Landes habe es vielen Eltern unmöglich gemacht, die Schulgebühren zu zahlen. Auch halböffentliche Schulen befinden sich in großer Not, denn obwohl sie Anspruch auf staatliche Subventionen haben, hat der libanesische Staat in den letzten vier Jahren die Kosten nicht übernommen.

Kinder in einer von Ordensfrauen geleiteten Katholischen Schule im Libanon © Kirche in Not
„Viele Schulen sind bankrott, sie können es sich nicht leisten, Lehrer zu bezahlen, und kämpfen darum, die Mittel zu finden, um sich selbst zu erhalten. Das große Risiko besteht darin, dass katholische Schulen geschlossen werden müssen, was auch eine langfristige Katastrophe für das Zusammenleben der Religionen wäre, da diese Institutionen eine wichtige Rolle in den Beziehungen zwischen Christen und Muslimen im Libanon spielen“, erklärte Ozores.

 

Ein weiteres Problem für viele Schulen sei die Stromversorgung, die bereits seit Jahrzehnten instabil ist. Libanesische Schulen seien bei Ausfällen auf Generatoren angewiesen, was bereits vor der Finanzkrise große Kosten verursacht habe.

 

Die nun freigegebenen 2,28 Millionen US-Dollar kommen Projekten zugute, die Stipendien für Lehrer auszahlen, Hilfe für Familien mit Schülern gewähren, katholische Religionslehrer an öffentlichen Schulen unterstützen, für die Installation von Sonnenkollektoren an katholischen Schulen sorgen und Schulmaterialien für Schüler an 89 Schulen finanzieren.

Erzbischof Issam John Darwish berichtet über die Lage im Libanon nach der Explosaion von 2020:

„Bis 2020 diente der größte Teil der finanziellen Hilfe von „Kirche in Not“ (ACN) für den Libanon dazu, syrische Flüchtlinge unterstützen, aber jetzt sind es libanesische Christen, die unsere Hilfe brauchen“, fasst Ozores die Situation zusammen.
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Der deutsche Zweig des päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ (ACN) lädt am Sonntag, 18. September 2022, zu einem Gebets- und Solidaritätstag für verfolgte Christen in Augsburg ein. Ehrengast ist Wilfred Chikpa Anagbe, katholischer Bischof der Diözese Makurdi in Nigeria. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Bistum Augsburg statt; Bischof Dr. Bertram Meier unterstützt die Veranstaltung seit Langem.
Wilfred Chikpa Anagbe, Bischof von Makurdi (Nigeria).
Der Nachmittag beginnt um 14:30 Uhr im Haus Sankt Ulrich (Kappelberg 1, 86150 Augsburg). Florian Ripka, Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, wird zunächst ein Grußwort des Beauftragten der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Frank Schwabe, verlesen und in das Thema „Religionsfreiheit“ einführen. Anschließend werden in einem Vortrag die aktuell drängendsten Bedrohungslagen für die Religionsfreiheit weltweit dargestellt. Danach wird Bischof Anagbe über die bedrohliche Situation in Nigeria berichten. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas erlebt zurzeit ein umfassendes Staatsversagen, die Sicherheitslage ist katastrophal. Entführungen, Morde sowie blutige Anschläge auf Kirchen, Dörfer und öffentliche Einrichtungen sind an der Tagesordnung. Angriffe islamistischer Gruppen haben sich inzwischen der Hauptstadt Abuja angenähert.
Nigerianischer Menschenrechtler berichtet über die Lage in Nigeria:

Gegen 16:30 Uhr ziehen die Teilnehmer zum Augsburger Dom, wo um 17:00 Uhr eine Kreuzweg-Liturgie für die verfolgte Kirche gefeiert wird. Bischof Dr. Bertram Meier wird die ökumenische Gebetszeit leiten und eine Ansprache halten. Der Kreuzweg wird live auf dem christlichen Sender „Radio Horeb“ übertragen.

 

Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. „Kirche in Not“ bittet um eine formlose Anmeldung per E-Mail an: info@kirche-in-not.de oder telefonisch unter: 089 6424888-0.

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Mutter Teresa galt schon zu Lebzeiten als Engel der Sterbenden in Kalkutta und war in aller Welt bekannt. Ihre Seligsprechung 2003 und die Heiligsprechung 2016 haben den Grad der Verehrung noch einmal vermehrt.  Der Gründer von KIRCHE IN NOT, Pater Werenfried van Straaten, besuchte bereits 1959 Mutter Teresa in Indien und war einer der ersten, der sie und die Gemeinschaft der “Missionarinnen der Nächstenliebe” für die “Ärmsten der Armen” in ganz Europa bekannt machte. Heute gibt es wohl kaum jemanden, der diese “Heilige der Gosse”, wie man sie nannte, nicht kennt. Weit weniger bekannt sind jedoch Herkunft und Familie von Mutter Teresa. Der Kirchenhistoriker Rudolf Grulich stellt sie uns vor.
Mutter Teresa von Kalkutta auf einem überlebensgroßen Plakat in Pristina (Kosvo).
In zahlreichen Nachrufen und Biographien ist immer wieder von ihrem Heimatland Albanien die Rede, in das sie lange nicht zurückkehren konnte, solange dort die Kommunisten Albanien zum ersten atheistischen Land der Welt gemacht hatten. Mutter Teresa ist zwar Albanerin, stammt aber aus der heutigen Republik Mazedonien. Als sie 1910 geboren wurde, war ihre Geburtsstadt Skopje noch unter der osmanisch-türkischen Herrschaft des Sultans in Istanbul. Auf Türkisch hieß Skopje Üsküb. Unter dieser Bezeichnung finden wir die Stadt auch bei Karl May. Erst 1912 wurde sie nach dem Ersten Balkankrieg serbisch und gehörte nach dem Ersten Weltkrieg zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, das seit 1929 Jugoslawien hieß.

 

Heute ist Skopje die Hauptstadt der jungen Repu­blik Mazedonien, deren Staatssprache seit 1944 die jüngste slawische Literatursprache, Mazedonisch, ist. Die Familie des späteren „Engels der Sterbenden“ von Kalkutta war aber immer albanisch. Nicht nur auf dem Amselfeld (Kosovo), sondern auch in Mazedonien le­ben viele Albaner. Sie stellen heute mehr als ein Viertel der Bevölkerung Mazedoniens.  Auch die wenigen Katholiken Mazedoniens sind durchwegs Albaner, nur die Katholiken des byzantinischen Ritus bei Strumica sind Mazedonier. Skopje war in türkischer Zeit Sitz eines lateinischen Erzbischofs. Heute residiert dort ein Bischof, da der Titel des Erzbistums auf Belgrad überging. Als Gonxhe Bojaxhiu, so hieß Mutter Teresa als Mädchen, geboren, besuchte die zukünftige Gründerin der Mis­sionarinnen der Nächstenliebe in ihrer Heimatstadt serbische Schulen, da die Albaner im Jugoslawien der Zwischen­kriegszeit ohne Rechte waren. Ihr Vorname Gonxhe heißt Rosa, der türkische Familienname bedeutet Färber und kommt in ähnlicher Form auch im Bulgarischen und Serbischen vor.

- Hl. Mutter Teresa (1910-1997)
Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa.
Entgegen der üblichen Darstellung ihrer Biographien war die Fami­lie Mutter Teresas nicht arm. Vater Kole (Nikolaus) war ein weitgerei­ster Kaufmann, der außer albanisch und serbisch auch türkisch, italienisch und französisch sprach. Auf sei­nen Geschäftsreisen kam er bis Arabien und Ägypten. Die Familie war begütert und verköstigte täglich eine Reihe von Armen der Stadt. Der Vater starb schon im Jahre 1919, als Gonxhe erst neun Jahre alt war. Der ein­zige Sohn Lazar ging nach dem Tode des Vaters als Geschäftsmann in den neuen, erst 1912 entstandenen Staat Albanien, wohin ihm 1934 auch die Mutter Drana und die Schwester Age folgten. Gonxhe hatte bereits 1928 als 18jährige Skopje verlassen und war als Ordensnovizin unter ihren neuen Ordensnamen Teresa über Irland nach Indien gereist. Bei einer Volksmission, die kroatische und slowenische Jesuiten in Skopje abgehalten hatten, war die Berufung zur Missionarin in der jungen Rosa geweckt worden.

 

Während ihr Bruder Lazar 1939 im Gefolge der italienischen Be­setzung Albaniens nach Italien verschlagen wurde und wegen der Kriegsereignisse dort bis zu seinem Tode 1969 in Paler­mo blieb, mussten Mutter und Schwester in Albanien bleiben. Age war als Übersetzerin und Radiosprecherin in Tirana tätig. Beide Frauen erlebten die blutige kommunistische Verfolgung der Nachkriegs­zeit und die Erklärung Albaniens zum ersten atheisti­schen Land der Welt durch Enver Hoxha 1967. Die Mutter starb am 12. Juli 1972, die Schwester kurz dar­auf. Alle Versuche Mutter Teresas, über große Politi­ker wie J. F. Kennedy, de Gaulle, U Thant, lndira Gan­dhi u. a. eine Möglichkeit zu finden, Mutter und Schwe­ster noch einmal zu sehen, wurden damals von den Behörden in Tirana abgelehnt. Mutter Teresa durfte nicht einmal die albanische Gesandtschaft in Rom betreten, geschweige, dass sie empfangen worden wäre. Augenzeugen berichten, dass Mutter Teresa einmal Tränen in den Augen hatte, als sie vor der diplomatischen Vertretung Albaniens in Rom bereits am Eingang abgewiesen wurde, und zu ihrer Begleiterin sagte: „Es gibt in dieser Welt Mauern, die auch die Liebe nicht übersteigen kann.“

Geistlicher Begleiter über die Theologie der Mutter Teresa:

1985 berichtete der jugoslawische Diplomat Arso Mila­tovic in seinen Memoiren von Begegnungen mit Tere­sas Schwester Age. Einen Vorabdruck brachte im Fe­bruar 1985 die Zeitschrift „Duga“ in Zagreb, wo die Memoiren unter dem Titel „Fünf diplomatische Mis­sionen“ in zwei Bänden erschienen sind. Milatovic war von 1944 bis 1971 für Belgrad im diplomatischen Dienst in Italien, Bulgarien, Albanien, Rumänien und Polen tätig. Er schreibt in seinen Erinnerungen, dass die albanischen Behörden der jugoslawischen Botschaft als „Übersetzerin die Lehrerin Aga Bojadzieva“ abkommandierten, „eine Albanerin, aber jugoslawische Bürgerin. Aga Bodjadzie­va (so die serbokroatische Schreibweise des albani­schen Familiennamens Bojaxhiu) absolvierte die Lehrerinnenfachschule in Skopje. Sie ist“ – so Milatovic – „die leibliche Schwester von Mutter Teresa Gondja (albanisch: Gonxha), einer Ordensfrau in Indien, die den Friedensnobelpreis erhielt. Aga war einige Jahre Presse-Übersetzerin in unserer Bot­schaft in Tirana…, aber sie wurde 1962 verhaftet, weil sie nicht für die albanische Polizei arbeiten wollte. Spä­ter war sie im Lager Musequai interniert, wo sie auch starb.“

 

Milatovic schreibt weiter: „Eines Tages brach Aga in unserer Botschaft in Tränen aus, als sie eine Meldung aus ‘Zeri i populit’ (der albanischen Parteizeitung) übersetzte. Sie erklärte, dass sie wegen einer Freundin weine, die als Schwangere zum Tode verur­teilt und erschossen wurde. Als man sie in den Gefäng­nishof zur Hinrichtung führte, legte sie die Hände auf den Bauch und schrie: ‘Tötet mir nicht das Kind, es be­wegt sich schon, ich bin im sechsten Monat.’“

Missionarinnen der Nächstenliebe in Khartum (Sudan).
Der albanische Priester der Diözese Prizren (Amselfeld), Lush Gjergji, hat in seinen Büchern über Mutter Teresa viele interessante Details aus der Kindheit und Jugend der Verstorbenen gesammelt und auch bis dahin kaum bekannte alte Fotos veröffentlicht. Mutter Teresa pilgerte als Mädchen oft nach Letnica, den Wallfahrtsort der Diözese Prizren mit einer schwarzen Madonna. Seit der Apartheid, unter die Slobodan Milosevic die Albaner des Kosovo zwang, und den folgenden Krieg und der momentanen unsicheren politischen Situation ist es leider still geworden um das Amselfeld, wo es aber eine Niederlassung von Schwestern des Ordens von Mutter Teresa gibt.

 

Prof. Dr. Rudolf Grulich

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Rund ein halbes Jahr nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine zieht das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ eine erste Bilanz über die seither geleisteten Hilfen: Insgesamt gingen fünf Millionen Euro an die römisch- und die unierte griechisch-katholische Kirche in der Ukraine, um ihren Einsatz für die notleidende Bevölkerung zu unterstützen.

 

Lebensmittel- und Rohstoffknappheit verschärft sich weiter

 

„Wir stehen täglich im Kontakt mit Bischöfen, Priester und Ordensleuten in der ganzen Ukraine und wissen deshalb aus erster Hand, was am dringendsten benötigt wird“, sagte Magda Kaczmarek, die in der Zentrale von „Kirche in Not“ (international Aid to the Church in Need, ACN) die Hilfen für das Land organisiert. Sie hatte die Ukraine bereits im April besucht.

Projektreferentin Magda Kaczmarek (Mitte) besucht eine kirchliche Flüchtlingsunterkunft in der Westukraine. © KIRCHE IN NOT
„Der Schmerz der Menschen ist enorm“, schildert Kaczmarek ihre Eindrücke. „Die große Sorge gilt dem kommenden Winter. Aber bereits jetzt steigt die Angst, dass sich Lebensmittel- und Rohstoffknappheit bis Ende August noch weiter verschärfen wird.“ „Kirche in Not“ sei in der Lage, die Hilfen monatlich anzupassen.

 

Die seit Kriegsbeginn geleisteten Ukraine-Hilfen in Höhe von fünf Millionen Euro flossen in folgende Bereiche: 1,3 Millionen Euro hat „Kirche in Not“ unmittelbar nach Beginn der Invasion Diözesen und Eparchien zur Verfügung gestellt, um das Überleben und die Arbeit von Priestern und Ordensfrauen in Gemeinden, Heimen und Flüchtlingsunterkünften weiterhin zu gewährleisten.

 

Auch an pastorale Hilfe ist gedacht

 

800.000 Euro gingen in Form von Mess-Stipendien an Priester des lateinischen und des byzantinischen Ritus. Bei Mess-Stipendien handelt es sich um eine freiwillige Gabe für die Feier einer heiligen Messe, oft verbunden mit einem bestimmten Anliegen oder einem Gebetsgedenken für Verstorbene. Da die Priester in der Ukraine sehr wenig Einkommen haben, sind die Mess-Stipendien ein wichtiger Zuschuss für die täglichen Kosten und kommen auch pastoralen oder karitativen Initiativen zugute. So sind viele Geistliche seit Kriegsbeginn vermehrt viele Stunden auf schlecht befahrbaren und gefährlichen Straßen unterwegs, um Gemeindemitglieder in abgelegenen Regionen mit Lebensmitteln zu versorgen und geistlich zu betreuen.

Essenausgabe in einem Benediktinerinnenkloster in Nähe von Lwiw (Lemberg). © KIRCHE IN NOT
650.000 Euro hat „Kirche in Not“ bislang an Klöster, Pfarrgemeinden, Bildungs- und Exerzitienhäuser vor allem in der Westukraine gezahlt, die Binnenflüchtlinge aufgenommen und versorgt haben. Weitere 450.000 Euro gingen an Klöster vor allem weiblicher Ordensgemeinschaften, die sich schon vor Kriegsbeginn in schwerer finanzieller Notlage waren und jetzt ohne jegliche Einnahme dastehen.

 

Mitten im Krieg beginnt der Wiederaufbau

 

Auch wenn sich die Ukraine nach wie vor im Krieg befindet und ein Ende nicht absehbar ist, laufen in einigen Regionen schon die Aufräumarbeiten und Sanierungen an beschädigten Gebäuden an, damit die Kirche weiterhin für die Menschen da sein kann. Dafür hat „Kirche in Not“ bislang 1,1 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Ein Beispiel ist die Instandsetzung des römisch-katholischen Priesterseminars in Worsel am Stadtrand von Kiew. Es war in den ersten Kriegswochen von russischen Soldaten besetzt und geplündert worden.

 

Ein besonderer Bedarf herrscht in der Ukraine derzeit an Transportfahrzeugen. Nur so können Lebensmittel und Hilfsgüter im ganzen Land verteilt werden. „Kirche in Not“ hat mit 600.000 Euro die Anschaffung von 29 Fahrzeugen finanziert, mit denen kirchliche Mitarbeiter humanitäre Hilfe ausliefern können. 100.000 Euro flossen in kleinere pastorale Projekte, zum Beispiel kirchliche Medien- und Bildungsarbeit oder kleinere Anschaffungen für die Seelsorge.

Kirchliche Gedenkveranstaltung für gefallene Soldaten in der Nähe von Kiew. © KIRCHE IN NOT
Den Menschen in der Ukraine weiterhin Hoffnung geben

 

Die fünf Millionen Euro an Ukraine-Hilfen hat „Kirche in Not“ durch Spenden von Wohltätern aus 23 Ländern eingenommen, in denen das Hilfswerk mit eigenen Büros vertreten ist. Staatliche Zuschüsse oder Kirchensteuermittel erhält „Kirche in Not“ nicht.

 

Die Hilfen für die Arbeit der Kirche in der Ukraine gingen unvermindert weiter, teilte Projektreferentin Magda Kaczmarek mit: „Die größte Last für die kirchlichen Einrichtungen in der Ukraine sind aktuell die laufenden Kosten wie zum Beispiel für Strom und Wasser. Viele Klöster und Seminare haben ja hunderte von Flüchtlingen aufgenommen. Wir haben in den vergangenen Monaten geholfen und wir werden es weiterhin tun, denn wir müssen den Menschen in der Ukraine Hoffnung geben.“

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Die Not in Syrien und im Libanon habe zu einem Anstieg von Suiziden geführt; es häuften sich auch die Fälle von Missbrauch an Frauen und Kindern. Dies berichteten zwei Ordensfrauen gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“. „Es gibt viel Missbrauch aller Art, dem Kinder und Frauen zum Opfer fallen. Auch die Suizide häufen sich. Erst kürzlich hörten wir von einer Frau, die sich von einer Brücke stürzen wollte, weil sei ihre Kinder nicht mehr ernähren konnte“, sagte Schwester Annie Demerjian.

 

Schwester Annie ist eine langjährige Projektpartnerin von „Kirche in Not“; sie pendelt zwischen Syrien und dem Libanon, wo sie verschiedene karitative Projekte koordiniert. Ihre Mitschwester Helen Haigh lebt in England, ist aber dem Nahen Osten seit drei Jahrzehnten verbunden und war lange im Libanon tätig. Beide gehören der Kongregation der „Schwestern Jesu und Mariens“ an.

Schwester Annie Demerjian mit der Mitarbeiterin einer Näherei in Syrien. © KIRCHE IN NOT
Laut Schwester Helen hätten die Ordensfrauen in Syrien und dem Libanon einen Vorteil, um den Menschen beizustehen: „Wir Schwestern können uns an schwierige und gefährliche Orte begeben, da wir für niemanden eine Bedrohung darstellen.“ Nach über elf Jahren Krieg in Syrien und angesichts der anhaltenden Wirtschafts- und Politkrise im Libanon bewahrheite sich dies einmal mehr.

 

Frauen und Kinder bleiben allein zurück

 

Oft seien es die Frauen, die in der Misere zurückblieben, berichtet Schwester Annie gegenüber „Kirche in Not“. Im Libanon seien viele Männer auf der Suche nach Arbeit ins Ausland gegangen, um ihre Familie ernähren zu können. In Syrien seien sie vor dem Militärdienst geflüchtet, der Jahre dauere und oft unter unmenschlichen Bedingungen ablaufe.

 

Deshalb versuchten sie und ihre Mitschwestern gerade die Frauen zu stärken, so Schwester Annie: „Unsere Länder sind vollkommen von der Arbeit der Frauen abhängig. Wir müssten sie darauf vorbereiten, Risiken einzugehen und Führungspositionen zu übernehmen.“

Logo eines „Hope Center“ in Syrien. © KIRCHE IN NOT

Zentren der Hoffnung unterstützen Existenzgründungen

 

Die „Schwestern Jesu und Mariens“ unterstützen deshalb zurückgebliebene Frauen und ermutigen sie zu einer beruflichen Selbständigkeit. Dazu dienen unter anderem die von „Kirche in Not“ maßgeblich unterstützten „Hope Center“, die in den syrischen Städten Homs, Aleppo und Damaskus angesiedelt sind. Bald sollen auch Niederlassungen im Libanon eröffnet werden, hoffen die Schwestern.

 

In einem „Hope Center“ können sich Frauen wie Männer bei der Existenzgründung beraten lassen und Mikrokredite erhalten, um kleine Läden, Cafés oder andere Betriebe aufzubauen. Die Zentren vermitteln auch Arbeitsstellen und schulen junge Menschen. Damit soll eine weitere Abwanderung verhindert werden. „Diese Zentren der Hoffnung haben 750 Familien geholfen, neue Arbeit zu finden, und tausende Familien erhalten finanzielle Unterstützung“, berichtet Schwester Annie.

 

85 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze

 

Zusätzlich besuchen die Ordensfrauen und freiwillige Helfer in Syrien und im Libanon notleidende Familien oder alte und kranke Menschen. Sie bringen ihnen Lebensmittel oder Medikamente und haben ein offenes Ohr für sie, „denn die geistliche Hilfe ist noch wichtiger als die materielle“, zeigt sich Schwester Annie überzeugt.

Ordensschwestern in Syrien: Hilfe in Krieg, Not und Elend:

In Syrien etwa lebten 85 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, die Löhne reichten oft nicht einmal für eine Woche. „Vor dem Krieg sahen wir vereinzelt Kinder auf der Straße betteln. Heute sind es jeden Tag hunderte. Es gibt viele Organisationen, die Frauen helfen. Ich unterstütze an die 200 Frauen, aber was ist mit dem Rest?“, fragt die Ordensfrau.

 

Der Libanon und Syrien seien einst wichtige Leuchttürme der christlichen Präsenz im Nahen Osten gewesen, erklärten Schwester Helen und Schwester Annie. „Bitte helfen Sie, dass diese Länder wieder leuchten können. Hilfswerke wie ,Kirche in Not’ tun das, indem sie weiterhin an die christliche Präsenz im Nahen Osten glauben und den Menschen dort helfen.“

Unterstützen Sie den Einsatz der „Schwestern Jesu und Mariens“ für Frauen und notleidende Familien sowie den Einsatz der Kirche in Syrien und dem Libanon mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

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Auch gut einen Monat nach der Verwüstung einer katholischen Kirche in Guinea-Bissau ist die Verunsicherung bei den Christen des westafrikanischen Landes groß. „Es mag Personen geben, die mit unserem Glauben oder unserer Lebensweise nicht einverstanden sind. Aber wir müssen weiterhin an unserer Gemeinschaft mit allen Brüdern und Schwestern festhalten, unabhängig von Herkunft oder Religion“, erklärte Lucio Brentegani, der zurzeit als Administrator die Diözese Bafatá leitet. „Nichts und niemand“ könne die Christen von den übrigen Einwohnern Guinea-Bissaus spalten.

 

Bislang unbekannte Täter hatten am 2. Juli in der Kirche St. Elisabeth in Gabú im Nordosten des Landes unter anderem ein Kruzifix, eine Statue der heiligen Elisabeth und zwei Marienfiguren zertrümmert. Zudem richteten sie in der Kirche weitere Verwüstungen an. Die Kirche St. Elisabeth war erst im Juli 2021 nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet worden; das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hatte die Arbeiten an dem Gotteshaus maßgeblich unterstützt.

Die Kirche St. Elisabeth nach der Renovierung in Gabú (Guinea-Bissau)im Jahr 2021. © KIRCHE IN NOT

Erster Übergriff auf eine Kirche seit Menschengedenken

 

Der Vorfall erregt deshalb so große Aufmerksamkeit, weil es sich um den ersten bekannten Fall von Vandalismus auf eine Kirche in der jüngeren Geschichte Guinea-Bissaus handelt. Der Übergriff fällt außerdem in eine Zeit, in der Beobachter eine Zunahme des islamistischen Extremismus im Land feststellen. Bereits der jährlich erscheinende Bericht der US-Regierung zur Religionsfreiheit und die Dokumentation „Religionsfreiheit 2021“ von „Kirche in Not“ hatten vor einem wachsenden Extremismus in Guinea-Bissau und der gesamten Region gewarnt. Christen stellen in dem Land an der Atlantikküste eine Minderheit von rund 13 Prozent; knapp die Hälfte der Einwohner sind Muslime, 40 Prozent bekennen sich zu traditionellen afrikanischen Religionen. In der Region um Gabú, wo sich der Vorfall ereignete, sind 90 Prozent der Bevölkerung muslimischen Glaubens.

Umgestürzte und beschädigte Kircheneinrichtung nach der Attacke am 2. Juli. © KIRCHE IN NOT
Die Behörden hatten erklärt, die Verantwortlichen der Verwüstung ausfindig zu machen und vor Gericht stellen zu wollen. Diese Bemühungen scheinen bislang ergebnislos geblieben zu sein. Der Präsident von Guinea-Bissau, Umaro Sissoco Embaló, versuchte sichtlich, den Vorfall herunterzuspielen: „Eine Kirche wurde verwüstet, ist das so eine große Sache? Wie oft sind hier schon Moscheen ausgeraubt worden? Selbst im Vatikan oder in Mekka gibt es Fälle von Diebstahl.“

 

„Jede Instrumentalisierung von Religion verurteilen“

 

Vor einer „beunruhigenden Welle der Gewalt“, die von radikal-islamischen Gruppen in Westafrika ausgeht, hatten die Bischöfe der französischsprachigen Länder dieser Region, darunter auch Guinea-Bissau, schon im Jahr 2019 in einer gemeinsamen Erklärung gewarnt. Sie riefen alle religiösen Verantwortungsträger dazu auf, „zusammenzustehen, um jede Instrumentalisierung von Religion zu verurteilen.“

 

Auch der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“ wies darauf hin, dass in Guinea-Bissau „einige dschihadistische Terrorgruppen zunehmend in illgelale Aktivitäten verwickelt sind“. Dies habe sich bisher noch nicht in Gewalttaten gegen die nicht-muslimische Bevölkerung niedergeschlagen. „Es bleibt abzuwarten, ob die wachsende Präsenz radikaler Islamisten dies ändern wird“, so der Bericht.

Länderbericht zu Guinea-Bissau in der Dokumentation „Religionsfreiheit weltweit 2021“ von „Kirche in Not“: https://acninternational.org/religiousfreedomreport/de/reports/gw/

 

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„Wir sind hier sehr nah an der Front – zwanzig Kilometer, um genau zu sein. Es gibt Angriffe am Vormittag, am Nachmittag und in der Nacht.“ Das teilte der römisch-katholische Bischof Pawlo Honcaruk aus Charkiw im Osten der Ukraine dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ in einem Gespräch mit. Vor wenigen Tagen seien keinen Kilometer von seinem Aufenthaltsort entfernt Bomben eingeschlagen. Er sei wie viele Einwohner darauf gefasst, dass jeder Tag sein letzter sein könne: „Ich weiß, dass ich das Geschoss nicht hören werde, das mich trifft. Wenn ich also eine Explosion höre, heißt das, dass ich noch lebe. Wir sind auf einen plötzlichen Tod vorbereitet.“

 

Über die Hälfte der Einwohner sind aus Charkiw geflohen

 

In der zweitgrößten Stadt der Ukraine lebten vor Beginn des russischen Angriffskrieges etwa 1,7 Millionen Menschen, heute seien es noch 700.000, teilte der Bischof „Kirche in Not“ mit. Andere Städte wie Slowjansk oder Kramatorsk, die mitten im Kriegsgebiet liegen, seien nahezu menschenleer. Frauen und Kinder suchten Zuflucht bei Verwandten auf dem Land oder zögen weiter ins Landesinnere.

Ein zerstörtes Haus in Solotschiw bei Charkiw, in dem sich eine Kapelle befunden hatte. © KIRCHE IN NOT
In Charkiw seien schätzungsweise 15 Prozent der Wohngebäude und der Infrastruktur zerstört, sagte Bischof Honcharuk: „Manchmal haben die Menschen nur noch das, was sie am Leib tragen, weil alles verbrannt ist. Sie brauchen Kleidung, Schuhe und Medikamente. Es liegen so viele Aufgaben vor uns.“ Es herrsche einerseits ein Gefühl der Hilflosigkeit, andererseits versuchten die Einwohner die Normalität so lange wie möglich aufrecht zu erhalten: „Die Unternehmen, die in der Lage dazu sind, führen ihren Betrieb fort. Auch Krankenhäuser und die städtischen Versorgungsunternehmen arbeiten immer noch.“

 

Auch Schulen und Universitäten arbeiteten weiter; man könne an einigen Automaten noch Geld abheben. Polizei und Feuerwehr seien „vollständig funktionstüchtig“: Häufig seien 24 Stunden nach einem Angriff auf ein Haus oder eine Straße bereits alle Trümmerteile beseitigt.

Ein Priester verteilt an der römisch-katholischen Kathedrale von Kiew Lebensmittel. © KIRCHE IN NOT

„Zeichen der Nähe Gotte“ in einer hoffnungslosen Situation

 

Diese aufopferungsvolle Arbeit und den Zusammenhalt der Bevölkerung sieht der Bischof als „Zeichen der Nähe Gottes“. Auch Priester, Ordensleute und ehrenamtliche Helfer seien unermüdlich tätig: „Unsere Kirche lebt und ist aktiv. Sie steht den Menschen zur Seite, den Alten und den Kindern, genauso wie sie den Soldaten hilft, die unser Heimatland verteidigen.“ In Charkiw nähmen sich Mitarbeiter der Diözese und Ordensleute der Menschen an, die aus den zerstörten Dörfern nach wie vor nach Charkiw kommen, „obwohl die Stadt jeden Tag unter Beschuss steht“.

 

Angesichts der seit über fünf Monaten andauernden Kämpfe seien viele Menschen abgestumpft gegenüber den ständigen Gefahren, stellt Honcharuk fest: „Bei Beginn des Krieges haben die Menschen bei Luftangriffen die Schutzräume nicht verlassen. Viele blieben sogar dauerhaft dort. Ich bemerke, dass viele Menschen mutiger geworden sind. Die müde Psyche beginnt, das Gefühl der Gefahr zu unterdrücken.“

Die Kathedrale von Charkiw dient aktuell als Lager für Hilfsgüter. © KIRCHE IN NOT
Das täglich erfahrene Leid drohe auch ihn bisweilen zu überwältigen, sagte Bischof Honcharuk im Gespräch mit „Kirche in Not“: „Das Böse ist so groß und zynisch. Kriege lassen sich sehr leicht auslösen, aber wie kann man sie wieder beenden?“
„Kirche in Not“ hat seit Beginn des Ukraine-Krieges mehrere Hilfspakete aufgelegt, um die Arbeit von Priestern, Ordensfrauen und freiwilligen Helfern in Pfarreien, Flüchtlingslagern, Waisenhäusern und Altenheimen zu unterstützen. Helfen Sie den Menschen in der Ukraine mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

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In Pakistan würden nicht nur Mädchen christlichen Glaubens, sondern vereinzelt auch Jungen von radikalen Islamisten verschleppt und misshandelt. Darauf wies Erzbischof Sebastian Shaw aus Lahore gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ hin: „Manchmal werden auch Jungen entführt, sexuell missbraucht und oft hinterher getötet“. In der Mehrzahl der Fälle seien jedoch junge Frauen und Mädchen betroffen.

 

Entführungen und Zwangskonversionen von Minderjährigen aus religiösen Minderheiten seien ein ernstes Problem, das viele Familien in Pakistan betreffe. „Stellen Sie sich die Lage der Eltern vor, die ihre Kinder am Morgen in die Schule schicken und sie dann nie wieder sehen, weil sie entführt wurden“, schilderte Erzbischof. „Manchmal werden ihre Leichen gefunden, und die Eltern können sie beerdigen. In anderen Fällen bleibt ihnen nichts anderes übrig, als um ihre verschwundenen Kinder zu weinen.“ Oft ließen christliche Eltern ihre Kinder aus Angst nicht einmal im Garten spielen.

 

Mehrere hundert Fälle pro Jahr

 

Jährlich gebe es in Pakistan „mehrere hundert“ Fälle von Entführungen, sexuellen Übergriffen, Zwangskonversionen und -verheiratungen, sagte Shaw. Die Gewalt gegen Minderjährige sei nicht nur eine religiöse Angelegenheit, sondern „eine Frage der Menschenrechte.“ Er rief dazu auf, über diese Fälle zu berichten, denn sie würden von der Öffentlichkeit viel zu oft ignoriert.

Pakistanische Christen protestieren gegen die Entführung und Zwangsverheiratung junger Frauen. © KIRCHE IN NOT
Der Erzbischof dankte „Kirche in Not“ für die Unterstützung und bat um weitere Hilfen, um Entführungsfälle aufklären und Betroffenen juristisch und materiell beistehen zu können. „Die Aufklärungsversuche sind ein wichtiger Teil der Bemühungen, weitere Fälle zu verhindern.“

 

Seine Erzdiözese Lahore habe mehrere interreligiöse Gruppen ins Leben gerufen, um moderate Muslime auf die Problematik aufmerksam zu machen und gemeinsam an der Prävention zu arbeiten, sagte Shaw: „Für uns ist es wichtig, diese sozialen Probleme gemeinsam zu lösen. Es gibt Missverständnisse, die durch Dialog überwunden werden können.“

 

„Hört ihre Schreie“: Pakistan ist Brennpunktland

 

„Kirche in Not“ hat Fälle von Entführungen, Zwangskonversion und sexueller Ausbeutung christlicher Frauen und Mädchen im Bericht „Hört ihre Schreie“ dokumentiert, der Anfang des Jahres in deutscher Sprache erschienen ist. Pakistan gehört neben Mosambik, Nigeria, Ägypten, Syrien und dem Irak zu den Brennpunktländern.

Sebastian Shaw, Erzbischof von Lahore (Pakistan). © KIRCHE IN NOT
Unter Verweis auf die pakistanische „Bewegung für Solidarität und Frieden“ weist der Bericht darauf hin, „dass jedes Jahr bis zu 1000 junge christliche und hinduistische Frauen im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren entführt und zum Übertritt zum Islam gezwungen werden. Den Angaben zufolge gehörten 70 Prozent dem christlichen Glauben an.“ Es lägen regional sehr unterschiedliche Zahlen vor, die Dunkelziffer sei hoch.

 

Laut dem Bericht von „Kirche in Not“, „brachten Eltern zahlreiche Fälle zur Anzeige. Trotz Altersnachweisen mit Ausweispapieren scheiterten jedoch etliche Versuche seitens der Eltern, Zwangsverheiratungen zu verhindern.“ In jüngster Zeit haben pakistanische Gerichte nach langen Wartezeiten mehrfach auch zugunsten junger Frauen entscheiden, andere Verfahren stehen noch aus.

Der Bericht „Hört ihre Schreie. Entführung, Zwangskonversion und sexuelle Ausbeutung christlicher Frauen und Mädchen“ kann hier kostenlos bestellt werden: https://www.kirche-in-not.de/shop/hoert-ihre-schreie-broschuere/

 

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