Die Gewalt war zum Jahreswechsel ausgebrochen, nachdem Einheiten einer kurdisch geführten Koalition zwei Stadtviertel Aleppos besetzt hatten und es zu Kämpfen mit Regierungstruppen kam. Zwar richteten sich die Auseinandersetzungen nicht gezielt gegen Christen, doch gerieten viele von ihnen zwischen die Fronten. „Viele christliche Häuser wurden niedergebrannt oder schwer beschädigt“, berichtet Marielle Boutros, Leiterin des Nahost-Büros von KIRCHE IN NOT in Beirut, das auch für Syrien zuständig ist.
Neben materiellen Verlusten hat die Gewalt auch Todesopfer und Verletzte gefordert. Besonders schwer wiegen jedoch die seelischen Folgen. „Äußerlich ist vieles wieder normal: Geschäfte sind geöffnet, der Schulunterricht hat begonnen. Was noch lange nicht geheilt ist, ist die Psyche der Menschen“, erklärt Boutros. Die jüngsten Kämpfe hätten bei vielen Erinnerungen an den jahrelangen Bürgerkrieg wachgerufen – Traumata, die lange verdrängt gewesen seien.
Trotz der momentanen Ruhe bleibt die Lage im Land angespannt. Die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) kontrollieren weiterhin große Teile Nordostsyriens. Die stockenden Verhandlungen mit der neuen Regierung in Damaskus und militärische Bewegungen auf Städte wie Hassaké und Kamischli bereiten den Kirchen große Sorge.
Anschließend gibt uns der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel, einen Einblick in seine Arbeit.
Nach einer Kaffeepause steht die aktuelle Situation in Syrien im Mittelpunkt. Dazu haben wir Pater Fadi Azar aus Latakia eingeladen. Mit ihm sprechen wir über die Frage „Syrien: Kirche unter Islamisten?“. Die Veranstaltung wird abgerundet durch einen Impuls von Pater Anton Lässer. Den Abschluss des Begegnungstages bildet um 18:30 Uhr eine heilige Messe im Kölner Dom.
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