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Syrien: KIRCHE IN NOT unterstützt Wiederaufbau nach Gefechten in Aleppo

Syrien: KIRCHE IN NOT unterstützt Wiederaufbau nach Gefechten in Aleppo

30.01.2026 aktuelles
Nach den jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen in der syrischen Millionenstadt Aleppo ist die Lage derzeit wieder ruhig. Dennoch sind viele Christen verunsichert; zahlreiche Familien haben ihr Zuhause verloren, und die seelischen Wunden sitzen tief. KIRCHE IN NOT unterstützt die Christen in Aleppo beim Wiederaufbau und bei der Rückkehr in ihre Häuser.

 

Die Gewalt war zum Jahreswechsel ausgebrochen, nachdem Einheiten einer kurdisch geführten Koalition zwei Stadtviertel Aleppos besetzt hatten und es zu Kämpfen mit Regierungstruppen kam. Zwar richteten sich die Auseinandersetzungen nicht gezielt gegen Christen, doch gerieten viele von ihnen zwischen die Fronten. „Viele christliche Häuser wurden niedergebrannt oder schwer beschädigt“, berichtet Marielle Boutros, Leiterin des Nahost-Büros von KIRCHE IN NOT in Beirut, das auch für Syrien zuständig ist.

Marielle Boutros, Projektkoordinatorin bei KIRCHE IN NOT für Libanon und Syrien.
Nach ersten Schätzungen seien rund 25 Wohnhäuser von Christen vollständig zerstört und etwa 350 weitere beschädigt worden. „Die christlichen Gemeinden erfassen derzeit die Schäden, um gezielt helfen zu können. Unser Ziel ist es, den Menschen die Rückkehr in ihre Häuser zu ermöglichen und das Zerstörte wieder aufzubauen“, so Boutros. Entsprechende Hilfsprojekte seien bereits in Vorbereitung und würden in enger Abstimmung mit den lokalen Kirchen umgesetzt.

 

„Die Psyche der Menschen ist noch lange nicht geheilt“

Neben materiellen Verlusten hat die Gewalt auch Todesopfer und Verletzte gefordert. Besonders schwer wiegen jedoch die seelischen Folgen. „Äußerlich ist vieles wieder normal: Geschäfte sind geöffnet, der Schulunterricht hat begonnen. Was noch lange nicht geheilt ist, ist die Psyche der Menschen“, erklärt Boutros. Die jüngsten Kämpfe hätten bei vielen Erinnerungen an den jahrelangen Bürgerkrieg wachgerufen – Traumata, die lange verdrängt gewesen seien.

Kinder in Syrien beten vor einer Ikone.
Umso schmerzhafter sei diese Entwicklung, da sich unter den Christen vor den erneuten Kämpfen wieder vorsichtige Hoffnung breitgemacht habe. „Bei meinem Besuch im Dezember spürte ich neuen Mut: Die Menschen begannen, wieder zu träumen, wollten investieren und ihr Land neu lieben – trotz aller Schwierigkeiten“, so Boutros. Diese Hoffnung sei nun erneut erschüttert worden.

 

„Menschen wollen nichts anderes als in Frieden leben“

Trotz der momentanen Ruhe bleibt die Lage im Land angespannt. Die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) kontrollieren weiterhin große Teile Nordostsyriens. Die stockenden Verhandlungen mit der neuen Regierung in Damaskus und militärische Bewegungen auf Städte wie Hassaké und Kamischli bereiten den Kirchen große Sorge.

Bewohner von Aleppo feierten im Dezember 2024 den Machtwechsel auf den Straßen der Stadt (© HiBa/KIRCHE IN NOT).
KIRCHE IN NOT ist auch im Nordosten Syriens mit zahlreichen Projekten präsent – dazu zählen die Unterstützung christlicher Schulen, Sommerlager für Kinder sowie Messstipendien für mittellose Priester. Das Hilfswerk steht in engem Kontakt mit den Gemeinden vor Ort und beobachtet die Entwicklung aufmerksam. „Es ist Zeit, dass Syrien ein neues Kapitel aufschlägt“, sagt Marielle Boutros. „Die Menschen – auch die Christen – wollen nichts anderes als in Frieden leben.“

Veranstaltungshinweis: Gast aus Syrien bei Jahresauftakt-Veranstaltung in Köln

Fadi Azar, Franziskanerpater aus Latakia (Syrien).
Am Samstag, 7. Februar 2026, laden wir zu unserer Jahresauftakt-Veranstaltung nach Köln ein. Das Programm beginnt ab 13:00 Uhr mit einem Mittagsimbiss im Maternushaus. Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Florian Ripka wird KIRCHE-IN-NOT-Mitarbeiter André Stiefenhofer die wichtigsten Ergebnisse der Studie „Religionsfreiheit weltweit“ vorstellen.

Anschließend gibt uns der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel, einen Einblick in seine Arbeit.

Nach einer Kaffeepause steht die aktuelle Situation in Syrien im Mittelpunkt. Dazu haben wir Pater Fadi Azar aus Latakia eingeladen. Mit ihm sprechen wir über die Frage „Syrien: Kirche unter Islamisten?“. Die Veranstaltung wird abgerundet durch einen Impuls von Pater Anton Lässer. Den Abschluss des Begegnungstages bildet um 18:30 Uhr eine heilige Messe im Kölner Dom.

Wir bitten um eine formlose Anmeldung im Münchner Büro, entweder per E-Mail: info@kirche-in-not.de oder Telefon: 089 – 64 24 88 80.

Unterstützen Sie den Einsatz der Kirche in Syrien mit Ihrer Spende:

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