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Syrien

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Aufgrund der sich zuspitzenden Lage für die Menschen in Syrien gibt KIRCHE IN NOT Deutschland eine neue Gebetskarte heraus.

 

Die Klappkarte im Format DIN A6 zeigt auf der Vorderseite die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“. Papst Franziskus hat die Ikone am 15. September, dem „Gedenktag der Schmerzen Mariens“, gesegnet.

Hoffnung auf den Wiederaufbau in Homs (Syrien).
Als Zeichen seiner Nähe und Verbundenheit wird die Ikone nun alle Diözesen Syriens besuchen. Gestaltet wurde sie vom griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die KIRCHE IN NOT zusammen mit den katholischen und orthodoxen Christen Syriens ins Leben gerufen hat.

 

Gebet für die Opfer und Betroffenen des Syrienkrieges

Ziel der Aktion ist es, den Hinterbliebenen von getöteten oder entführten Menschen geistlich beizustehen.

Der Fürbitte für die Opfer des Syrienkriegs und alle Leidenden in den Krisengebieten der Welt widmet sich auch das auf der Innenseite der Karte abgedruckte Gebet, das an die Schmerzensmutter Maria gerichtet ist. Es eignet sich sowohl für das persönliche wie das gemeinsame Gebet in der Gemeinde.

Ikone mit der seligen Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer.
„KIRCHE IN NOT verbindet von jeher materielle mit geistlicher Hilfe“, erklärte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka.

 

„Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, da viele Menschen in Syrien in neues unvorstellbares Leid gestürzt werden. Unsere Projektpartner bitten immer wieder um das Gebet. Wir wollen sie stärken und stützen, damit die Kirchen ihren Auftrag erfüllen können: Trösterin und Anlaufstelle für die leidende Bevölkerung zu sein.“

Bestellen Sie jetzt die neue Gebetskarte

Die neue Gebetskarte ist kostenlos erhältlich im Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de
„Es war nicht klug, den Truppenabzug einzuleiten. Es war klar, dass den Kurden niemand helfen würde. Jetzt werden sie alles verlieren, wie es bereits in Afrin geschehen ist.“

 

Jacques Behnan Hindo, der emeritierte syrisch-katholische Erzbischof von Hassaké-Nisibi, macht sich im Gespräch mit KIRCHE IN NOT keine Hoffnung, was die jüngste Invasion der Türkei im Nordosten Syriens angeht.

Jacques Behnan Hindo (rechts), emeritierter Erzbischof von Hassaké-Nisibi, feiert die heilige Messe.
Die Entscheidung von US-Präsident Trump, seine Truppen aus dem Nordosten Syriens abzuziehen, hat eine Reihe von Ereignissen in Gang gesetzt, von denen die türkische Offensive nur ein erstes Fanal sein könnte. Verlierer aber werden nicht nur die Kurden sein.

 

„Wir Christen werden die Konsequenzen tragen”

„Wie immer hat jede Kriegspartei ihre eigenen Interessen, aber wir Christen werden die Konsequenzen tragen“, sagt Hindo. Im Nordosten Syriens leben rund 30 000 bis 40 000 Christen verschiedener Konfessionen.

Trotz Einschränkungen waren sie unter dem Schutz kurdischer Truppen relativ sicher in der Region, die sich zwischen dem Euphrat und der Grenze zur Türkei und der irakisch-türkischen Grenze erstreckt. Die Kurden waren nicht zuletzt wichtige Partner im Kampf gegen den Terror des sogenannten „Islamischen Staates“.

In der Altstadt von Aleppo/Syrien.
Beides scheint nun unter türkischem Militärfeuer ausgelöscht. Nun, da die Kurden um ihr eigenes Überleben kämpfen, stehen die Christen wie die anderen Minderheiten, zum Beispiel die Jesiden, ohne Schutz da. Ein neuer Exodus sei vorprogrammiert, so Bischof Hindo.

 

„Ein neuer Exodus ist vorprogrammiert”

Hinzu komme jedoch noch eine weitere, weit gefährlichere Entwicklung. „Es wurde gemeldet, dass eines der Gefängnisse, in dem IS-Kämpfer festgehalten wurden, im Kampf getroffen wurde und weitgehend unbewacht ist. Die meisten von den Terroristen werden jetzt frei sein.

Das folgt einem Plan, Syrien zu zerstören – und nicht nur Syrien. Jetzt werden die Terroristen nach Europa kommen, durch die Türkei und mit der Unterstützung Saudi-Arabiens.“

Erzbischof Bashar Warda von Erbil (2. von rechts) verteilt Hilfsgüter, die KIRCHE IN NOT zur Verfügung gestellt hat.
Eine neue Flüchtlingswelle, die vor allem den Irak mit voller Härte trifft, befürchtet auch der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, der Hauptstadt der Region Kurdistan, Bashar Warda, ein langjähriger Projektpartner von KIRCHE IN NOT.

 

Steigende Zahl von vertriebenen Menschen aus Nordsyrien

„Wir bereiten uns auf eine neue Flüchtlingswelle vor. In Erbil haben wir in den vergangenen beiden Jahren schon eine steigende Zahl von Vertriebenen aus Nordsyrien festgestellt“, schreibt Warda in einer Erklärung, die dem Hilfswerk vorliegt.

„Wir hoffen und beten, dass sich die Regierung und die internationale Gemeinschaft sich nicht abwenden, sondern uns unterstützen, den Christen und den anderen unschuldigen Menschen zu beizustehen, welche Religion sie auch haben.“

Kind in einem Flüchtlingslager.
Erschwerend kommt hinzu, dass für viele Flüchtlinge nur der Irak die nächstgelegene Zufluchtsoption darstellt. Der Libanon, der seit Ausbruch des Syrienkriegs die höchste Zahl von Flüchtlingen aus Syrien aufgenommen hat, beginnt nun Berichten zufolge mit einem verstärkten Rückführungskurs.

 

Es droht die Ausrottung des Christentums in der Region

Warda befürchtet deshalb: „Sollten Christen keine ausreichende Versorgung im Nordirak finden, werden sie den Nahen Osten ganz verlassen.“

Einmal mehr ist die Gefahr der Auslöschung des Christentums in einer seiner Ursprungsregionen zum Greifen nah. Letztlich könnte die erneute Eskalation sogar einem der Hauptziele des IS doch noch zum Erfolg verhelfen, macht Warda deutlich: „Der Ausrottung des Christentums in der Region.“

Ein Mann betet in einer zerstörten Kirche in Syrien.
Offen bleibt, ob der Plan der Türkei, eine Sicherheitszone im Nordosten Syriens einzurichten, auf die Region begrenzt bleibt.

 

„Die Menschen leiden unsäglich”

Sollte der Konflikt auch auf den Nordwesten überschwappen, wäre unter anderem Aleppo betroffen, wo derzeit rund 30 000 Christen leben. „Das könnte der Anfang vom Ende sein“, erklärt der in Aleppo ansässige armenisch-katholische Priester Mesrob Lahian gegenüber KIRCHE IN NOT.

„Die politischen Interessen sind, wie seit Beginn des Syrienkrieges, unübersichtlich. Eins aber ist Fakt: Die Menschen leiden unsäglich, manchmal noch mehr als zu Beginn des Krieges“, erklärt Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.

- Erzbischof Bashar Warda
„Unser Hilfswerk hat in den vergangenen acht Kriegsjahren immer an der Seite der syrischen Christen gestanden. Wir werden sie auch jetzt nicht verlassen, während die Politik noch diskutiert, was jetzt zu tun ist.“

 

„Nächstenliebe fragt nicht nach einem Taufschein”

Nicht vergessen werden dürfe, dass die Kirchen oft die einzigen Anlaufstellen für die kriegsgeplagte Bevölkerung sind. Lebensmittel- und Medikamentenhilfen, Beiträge für Lebenshaltungskosten und Unterbringung von Flüchtlingen komme nicht exklusiv den Christen zugute, so Ripka.

„Nächstenliebe fragt nicht nach dem Taufschein. Sie fragt nach der konkreten Not. Und die ist jetzt nochmals unermesslich gestiegen.“

Am 15. September wurde in Rom und in zahlreichen christlichen Kirchen Syriens der im Syrienkrieg getöteten Christen gedacht und ein Zeichen des Trostes für die Hinterbliebenen gesetzt. Im Vatikan segnete Papst Franziskus eine Ikone, auf der die „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ zu sehen ist.

 

Gestaltet wurde sie von dem griechisch-orthodoxen Priester Spiridon Kabbasch aus Homs speziell für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“, die KIRCHE IN NOT gemeinsam mit den katholischen und orthodoxen Christen in Syrien auf den Weg gebracht hat.

Ziel der Aktion ist es, den syrischen Christen materiell und geistlich beizustehen – besonders den Menschen, deren Angehörige im Krieg getötet oder entführt worden sind.

Papst segnet die Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“. Neben dem Papst: Mauro Kardinal Piacenza, Präsident von KIRCHE IN NOT.
Bei der Segnung in Rom war auch der internationale Präsident von KIRCHE IN NOT, Mauro Kardinal Piacenza, der Ikonen-Künstler sowie Mitarbeiter des Hilfswerks anwesend. Papst Franziskus setzte mit der Segnung seine Unterstützung für die Solidaritätsaktion „Tröstet mein Volk“ fort.

 

Bereits am 15. August hatte der Heilige Vater beim Angelusgebet 6000 Rosenkränze gesegnet, die von christlichen Kunsthandwerkern aus Bethlehem und Damaskus hergestellt wurden. Im Dezember 2018 hatte der Papst beim Angelusgebet eine große Kerze entzündet und damit seine Teilnahme an der Gebetskampagne „Kerzen für den Frieden in Syrien“ ausgedrückt.

Der griechisch-orthodoxe Priester Spiridon Kabbasch beim Schreiben der Ikone.
„Der Heilige Vater hat erneut seine liebende Nähe zu den Menschen in einer Weltregion gezeigt, wo viele Tränen getrocknet werden müssen. Dafür sind wir sehr dankbar“, erklärte Mauro Kardinal Piacenza nach der Segnung. Diesen Menschen beizustehen, wisse sich KIRCHE IN NOT weiterhin verpflichtet.

 

Zeichen der Anteilnahme und des Trostes

Die vom Papst gesegneten Rosenkränze wurden am 15. September als Zeichen der besonderen Nähe des Papstes bei Gottesdiensten in katholischen und orthodoxen Kirchen Syriens an Hinterbliebene von Kriegsopfern verteilt.

Auch ein aus dem Heiligen Land stammendes Kreuz aus Olivenholz und Bibeln in arabischer Sprache, die von KIRCHE IN NOT gestiftet wurden, haben die Angehörigen als äußeres Zeichen der Anteilnahme und des Trostes erhalten.

Ein Priester verteilt in der melkitischen griechisch-katholischen Kathedrale in Homs die vom Papst gesegneten Rosenkränze an Angehörige von Kriegsopfern.
Neben den Gottesdiensten fanden an diesem Tag auch zahlreiche Prozessionen statt, bei denen hunderte Gläubige für ihre getöteten und entführten Mitchristen und ihre Familien gebetet haben. Die neue Ikone „Selige Jungfrau Maria, Schmerzensmutter und Trösterin der Syrer“ wird in den kommenden Wochen in allen 34 Diözesen Syriens zu Gast sein.
Auch 2019 fördert KIRCHE IN NOT mehr als vierzig christliche Ferieninitiativen – besonders in Weltregionen, in denen Christen unter Diskriminierung, Verfolgung oder Krieg leiden. Beispiele sind Ägypten, der Libanon, die Krim, die Republik Kongo oder die palästinensischen Gebiete.

 

Ein Schwerpunkt ist Syrien, wo unser Hilfswerk insgesamt 28 Sommerkurse für junge Menschen und Familien fördert. Von Juni bis September treffen sich Christen verschiedener Konfessionen aus den Diözesen Homs, Aleppo, Latakia und Damaskus, um Kraft zu tanken und Gemeinschaft zu erfahren. Die Sommerkurse haben auch eine wichtige seelsorgerische Funktion, denn viele Menschen sind durch Kriegserlebnisse traumatisiert.

Pfadfinderlager in Syrien,
Der griechisch-orthodoxe Priester Antoine Mukhallala ist gerade von einem Sommerkurs für Jugendliche mit Behinderung und ihre Familien zurückgekehrt.

 

Während des Dauerfeuers auf syrische Städte konnten diese Menschen nur noch unzureichend betreut werden, das Haus haben manche jahrelang nicht verlassen. Die Angehörigen mussten alles allein schultern. Die Sommerkurse sind für viele Familien ein Lichtstrahl für die Seele.

Lichtstrahl für die Seele

Besonders bewegt hat Mukhallala die Geschichte einer Witwe mit ihren beiden Töchtern, von denen eine, Jenny, Autistin ist.  „Die Mutter hat sehr gelitten. Ihr Mann wurde auf der Flucht getötet. Man brachte ihr seine Leiche mit aufgeschlitztem Hals,“, berichtet der Priester.

Antoine Mukhallala, griechisch-orthodoxer Priester aus Syrien.
In der folgenden Zeit habe sich die Frau komplett in ihre Trauer vergraben. Auch bei Treffen in der Kirchengemeinde habe sie nie über ihren Mann oder die autistische Tochter gesprochen.

 

„Das hat sich im Laufe des Sommercamps komplett geändert – vor allem, als sie erlebte, wie sich das Verhalten ihrer Tochter durch die aufmerksame Förderung änderte“, erzählt der Priester. „Sie blühte richtig auf, und am Ende des Feriencamps lud mich das Mädchen sogar ein, mit ihr zu tanzen.“

Teilnehmer des Sommercamps für Jugendliche mit Behinderung. In der Mitte Jenny und ihre Mutter.
Das habe die Mutter sehr bewegt: „Die Dunkelheit ihrer Seele verschwand. Man kann sagen, ihr Herz begann wieder zu schlagen.“ Am Ende des Ferienkurses habe ihm die Mutter gesagt: „Wäre es noch eine Woche länger gegangen, bin ich sicher: Dann hätte meine Jenny wieder angefangen zu sprechen.“

 

In seinen sieben Jahren als Priester habe Antoine Mukhallala bereits mehrere Sommercamps betreut, aber keines habe ihn so berührt wie dieses. „Ich danke Gott für die Verwandlung, die mit dieser Frau geschehen ist. Das wäre ohne die Wohltäter von KIRCHE IN  NOT nicht möglich gewesen.“

Zum ersten Mal spürte der junge Syrer Fadi Mora den Ruf Gottes gegen Ende seines Tourismusstudiums an einer kirchlichen Hochschule in Aleppo. Das war im Jahr 2010, noch vor dem Krieg.

 

„Das war eine wichtige Zeit in meinem Leben“, erzählt Fadi. „Vielleicht hatte Gott bereits daran gearbeitet, mich auf den Eintritt ins Priesterseminar vorzubereiten: Ich habe nämlich damals ein bisschen Französisch gelernt.“ Das Theologiestudium erfolgt nämlich ausschließlich in französischer Sprache – und zwar in der Küstenstadt Kasslik im Libanon. In Syrien gibt es derzeit kein Priesterseminar.

Fadi Mora (links) und Bischof Joseph Tobji.
Fadi stammt aus einer maronitisch-katholischen Familie. Der Glaube spielte immer eine entscheidende Rolle. „Die Familie war der erste grundlegende Ort für meinen Weg“, ist er überzeugt.

 

Seine Eltern waren Anfang der 2000er-Jahre aus Venezuela, wohin es sie aus beruflichen Gründen verschlagen hatte, nach Syrien zurückgekehrt, um ihren Kindern eine gute Ausbildung in der Heimat zu ermöglichen.

Nach dem Abschluss seines Studiums war für Fadi aus dem Ruf Gottes ein Drängen geworden. „Ich konnte nicht mehr widerstehen“, sagt er lächelnd. So ging er zu seinem Bischof. Der riet dem jungen Mann, zuerst seinen Militärdienst zu absolvieren und danach wiederzukommen.

Die Eltern von Fadi Mora.
Das war unumgänglich, denn Fadi fehlte das Geld, um sich aus den militärischen Verpflichtungen freizukaufen. Auch heute müssen junge Männer, die sich dem Dienst an der Waffe verweigert haben und nach Syrien zurückkehren, mindestens 8.000 US-Dollar zahlen.

 

Vor dem Krieg dauerte der Militärdienst 18 Monate bis zwei Jahre. Mit Kriegsausbruch wurde daraus eine unbestimmte, quälend lange und lebensgefährliche Zeit. So auch für Fadi. Sein Militärdienst begann im Dezember 2010 – nur vier Monate, bevor der Syrienkrieg begann.

Acht Jahre Militärdienst

Als er eingezogen wurde, hoffte er, bald fertig zu sein und ins Priesterseminar eintreten zu können. Der Krieg macht daraus acht Jahre. Die traumatischen Eindrücke dieser Zeit lassen sich nur erahnen. Fadi spricht wenig darüber, aber umso mehr über den Tag seiner Entlassung: „Am 31. Dezember 2018 endete meine Zeit beim Militär. Ich glaube, ich wurde nach diesen acht Jahren wiedergeboren!“

Maronitischer Gottesdienst in Damaskus.
Einer seiner ersten Wege nach der Rückkehr führte ihn wieder zum Bischof der katholisch-maronitischen Diözese in Aleppo. Der hieß nun Joseph Tobji, ein ehemaliger Jugendseelsorger. Er empfing den „neugeborenen“ ehemaligen Soldaten mit offenen Armen.

„Wir beten in unserer Diözese jeden Tag um geistliche Berufungen“, erklärt Tobji. „Es ist deshalb eine große Freude für uns alle, eine neue Berufung anzunehmen. Unsere Gebete sind erhört worden.“

Not des Krieges überall gegenwärtig

Der junge Bischof betreibt bei seiner Bischofskirche ein Zentrum, in dem notleidende Einwohner versorgt werden. Seine Kathedrale wurde Ende 2016 von Granaten schwer verwüstet und befindet sich derzeit mit Hilfe von KIRCHE IN NOT im Wiederaufbau.

Die Not des Krieges ist überall gegenwärtig. Dennoch betont Tobji: „Es gibt auch hoffnungsvolle Nachrichten: Ich habe gerade eine neue Pfarrei gegründet. Darüber hinaus haben wir jetzt mit Fadi einen angehenden Priester bekommen. Wir müssen über diese positiven Dinge sprechen, um die Hoffnung am Leben zu erhalten“.

Fadi (Bildmitte) mit Freunden aus der Pfarrrei.
Diese Hoffnung ist für Fadi zur Realität geworden: „Das Wort des Herrn, das ich empfangen habe, ist auch im Krieg nie verstummt.“ Mittlerweile hat Fadi mit der Vorbereitung auf den priesterlichen Dienst begonnen – eine schwierige Entscheidung, nicht nur angesichts der fehlenden Mittel für das Studium.

 

„Die jungen Seminaristen leben in einer überwiegend muslimischen Gesellschaft, die ihre Entscheidung nicht versteht“, erklärt Dr. Andrzej Halemba, der bei KIRCHE IN NOT für die Nahost-Hilfen zuständig ist. Unser Hilfswerk hat im vergangenen Jahr rund 14 000 Seminaristen weltweit unterstützt.

Bischof Joseph Tobji in der zerstörten maronitischen Kathedrale in Aleppo. Die Kirche wird derzeit mit Hilfe von KIRCHE IN NOT renoviert.
„Ohne das Gebet und die materielle Hilfe könnten Seminaristen wie Fadi ihrer Berufung nicht folgen“, ist Halemba überzeugt. „Es geht darum, diese Berufungen zu schützen und wachsen zu lassen, damit sie reiche Frucht bringen.“

 

Und für Fadis Bischof Joseph Tobji ist diese Berufung ein österliches Zeichen: „Das Weizenkorn, das der Herr gesät hat, hat auch den Krieg überdauert und ist jetzt aufgekeimt. Jetzt werden wir gute Bedingungen schaffen, damit es im Schoß der Kirche reifen kann.“

KIRCHE IN NOT trauert mit seinen Projektpartnern um die Todesopfer von zwei Gewaltakten: Am 12. Mai wurden bei einem Angriff auf die katholische Kirche in Dablo im Norden von Burkina Faso sechs Menschen getötet. Im nordsyrischen Ort Al-Sekelbiya kamen am selben Tag beim Raketenbeschuss einen griechisch-orthodoxen Unterrichtsklasse vier Kinder und eine Katechetin ums Leben.

 

Unter den sechs Getöteten beim terroristischen Angriff in Burkina Faso befindet sich auch der 34-jährige Priester Simeon Yampa, der gerade die heilige Messe feierte. KIRCHE IN NOT steht in engem Kontakt mit der Gemeinde von Dablo. 2013 hatte das Hilfswerk den Bau des dortigen Pfarrhauses und Gemeindezentrums unterstützt.

Lokale Ansprechpartner gaben gegenüber KIRCHE IN NOT an, dass die Angreifer die Kapelle betraten, als gerade das „Gloria“ zu Beginn der heiligen Messe gesungen wurde. Sie eröffneten sofort das Feuer. Fünf Menschen starben im Kugelhagel. Auch der Tabernakel wurde dreimal getroffen.

Särge mit den Opfern des Angriffes auf eine Kirche in Burkina Faso.
Simeon Yampa wollte die Messdiener in der Sakristei in Sicherheit bringen. Dort entdeckten ihn die Angreifer und erschossen ihn. Die überlebenden Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, Umhänge-Kreuze und liturgische Gegenstände vor dem Altar abzulegen. Den örtlichen Quellen zufolge hätten die Angreifer damit gedroht, wiederzukommen. Sollten bis dahin nicht alle Frauen verschleiert sein, würden sie getötet. Anschließend ließen die Terroristen die rund 120 Gottesdienstbesucher gehen und steckten die Kirche in Brand, ebenso ein Fahrzeug vor der Kirche und vor einem Gesundheitszentrum.

 

Christen im Visier der Islamisten

In Burkina Faso sind rund ein Viertel der rund 19 Millionen Einwohner christlichen Glaubens, ebenfalls ein Viertel folgt der Natur-Religion des Animismus. Die Bevölkerungsmehrheit ist muslimisch. Bislang galt das Zusammenleben der Religionen in dem Land als harmonisch. Über die Nachbarländer Mali und Niger gelangten islamistische Terrorgruppen ins Land. Sie verüben seit einigen Jahren Anschläge auf alle Bevölkerungsgruppen.

Nun scheinen vermehrt Christen im Visier der Islamisten zu stehen: So wurden seit Beginn des Jahres neben Simeon Yampa bereits zwei weitere Geistliche getötet, so zum Beispiel Ende April der Pastor einer protestantischen Gemeinde im Norden des Landes zusammen mit seinen beiden Söhnen und drei weiteren Gläubigen. Ein spanischstämmiger Salesianer-Missionar kam Mitte Februar bei einer Attacke auf eine Zollstation ums Leben. Ein weiterer katholischer Priester wurde an der Grenze zu Mali verschleppt; sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Trauer und Entsetzen bei der Beisetzung der Opfer eines Anschlags auf eine Kirche am 12. Mai in Burkina Faso.
„Dass wir nur drei Wochen nach den Oster-Anschlägen auf Sri Lanka schon wieder die Opfer eines Terroranschlages beklagen müssen, erfüllt uns mit tiefem Schmerz“, erklärte der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka.

 

„Es sind nicht nur politische oder wirtschaftliche Faktoren, die Christen zur Zielscheibe des Hasses und der Gewalt machen. Der Terror richtet sich immer gezielter gegen den Glauben und das pastorale Wirken der Kirche. Es ist höchste Zeit, beim ,Kampf gegen den Terror‛ auch diese Perspektive miteinzubeziehen.“

Christen als Zielscheibe des Hasses und der Gewalt

Ebenfalls am 12. Mai erreichte KIRCHE IN NOT die Nachricht, dass am Sonntagmorgen im nordsyrischen Ort Al-Sekelbiya nahe der Stadt Hama vier Kinder und eine Katechetin der griechisch-orthodoxen Gemeinde durch eine Rakete getötet wurden. Die Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren befanden sich gerade im Religionsunterricht.

Zahlreiche weitere Kinder wurden teilweise schwer verletzt. Die Hintergründe der Attacke sind bislang unklar. Offen ist auch, ob es sich um einen gezielten Beschuss handelt. Die Regionen Hama und Idlib sind aktuell Schauplatz einer erbitterten militärischen Offensive im Syrienkrieg. Lokale Kirchenvertreter bezeichneten die getöteten Kinder und die Katechetin als „Märtyrer“.

Trauer in Syrien: Angehörige der Opfer des Angriffs auf die griechisch-orthodoxe Gemeinde.
„Auch wenn die Umstände viele Fragen offen lassen, zeigt dieser Tod der unschuldigen Kinder einmal mehr: Dieser Krieg kennt keine Gewinner“, erklärte Ripka. „Die Menschen in Syrien leiden unermesslich. Die christliche Minderheit hat zudem viel zu wenige politische Fürsprecher, weder national noch international. Den Angehörigen, die ohnehin schon alles verloren haben, wurde jetzt auch noch das Liebste genommen – wie so vielen Familien in diesem brutalen Krieg.“

 

Mit beiden Schauplätzen – in Syrien wie in Burkina Faso – verbinde KIRCHE IN NOT eine intensive Beziehung der Hilfe und des Gebetes. „So unterschiedlich beide Ereignisse auch sind: Der 12. Mai war wieder ein blutiger Sonntag für die Christen. Dass es nach lateinischer Tradition der ,Sonntag des Guten Hirten‛ war, kann den Angehörigen in allem Schmerz ein Zeichen der Hoffnung sein: Der gute Hirte kennt die Seinen. Er wird seine Herde nicht verlassen, weder in Burkina Faso und Syrien noch in vielen Ländern der Welt, in denen Christen in Bedrängnis sind.“

„Weihnachten ist das Fest des Heimwehs nach unserem besseren Ich, nach dem Himmel, den wir vergeblich hier auf Erden suchen, und nach der Sorglosigkeit, die es nur im Himmel gibt.“

Das schrieb einmal Pater Werenfried van Straaten, der Gründer von KIRCHE IN NOT. Dieses „Heimweh“ wird besonders sichtbar in den Ländern, in denen Christen in Not und Bedrängnis leben. KIRCHE IN NOT begegnet bei der Projektarbeit in 149 Ländern der Welt Zeugnissen des Leids, aber auch großer Zuversicht, die aus der Kraft des Glaubens kommt. Wie sie auch unter widrigen Umständen Weihnachten feiern und welche Hoffnungen die Botschaft von der Geburt Christi in ihnen weckt, davon geben drei Personen aus Projektländern von KIRCHE IN NOT Auskunft.

Ukraine

Den Krieg für kurze Zeit vergessen

Weihnachten im Krieg, mitten in Europa: Die Kämpfe im Osten der Ukraine dauern schon fünf Jahre an. Neue Eskalationen, wie das aktuelle Ringen zwischen der Ukraine und Russland um die Oberhoheit im Asowschen Meer, erregen öffentliches Interesse. Die quälenden Monate des Krieges dazwischen tun es nicht.

„Dabei sterben hier jeden Tag Menschen. Ich habe so viele Menschen sterben sehen“, erzählt Volodymyr Zavadsky gegenüber KIRCHE IN NOT. Der 42-Jährige ist seit 2016 als ehrenamtlicher Helfer des „Christlichen Rettungsdienstes“ in der Hafenstadt Mariupol tätig. Ein Jahr lang lebte er als ziviler Helfer mit den Soldaten direkt an der Front. Den Rosenkranz trägt er seither offen an der militärischen Schutzkleidung: „Das Gebet ist mein Halt.“ Jetzt organisiert er zusammen mit einem Team von Priestern und Ehrenamtlichen Hilfslieferungen in die Kampfzonen. Er veranstaltet Kinderfreizeiten, Katechesen, Andachten, besucht alte und kranke Menschen und wirkt als Seelsorger für Soldaten und Zivilbevölkerung.


„Ihre Kindheit geht im Lärm der Granaten unter”

Sein ganzer Stolz ist ein Zentrum für 65 Kinder, das seine Organisation als Ersatz für die geschlossenen Schulen aufgebaut hat. „Ihre Kindheit geht im Lärm der Granaten unter. Sie müssen sich oft in Kellern verstecken. Viele haben verlernt zu weinen, aber ihre Seele tut es.“ So ist Weihnachten in der Ostukraine auch in diesem Jahr ein Fest ohne Festtagsfreude. „Die Menschen wissen gar nicht mehr, was Feiertage sind. Die Angst ist allgegenwärtig.“[ /P]

Der Angst zum Trotz organisieren Volodymyr und seine Mitstreiter eine Weihnachtsfeier für Kinder und alleinstehende Menschen nahe der Stadt Donezk. „Wir beginnen mit einer heiligen Messe, dann gibt es ein Krippenspiel für die Kinder – und natürlich darf auch ein gemeinsames Essen nicht fehlen“, erzählt Volodymyr. Dann sei der Krieg für ein paar kurze Augenblicke vergessen. „Die Menschen setzen ihre Hoffnung allein auf Gott.“ Eine Hoffnung, die auch dem jungen Helfer Kraft gibt für seine Mission im Kriegsgebiet: „Ich hoffe, dass unser Einsatz eines Tages Früchte der Liebe und des Friedens bringt.“

Darsteller eines Krippenspiels in der Ukraine.

Nigeria

Extraportion Reis als Weihnachtsfreude

„Weihnachten ist eine Zeit der Freude“, fasst Suzanna John (50) zusammen, was angesichts ihres Schicksals unglaublich klingt. Im Norden Nigerias sind die Kämpfer der islamistischen Terror-Einheit Boko Haram zwar weitgehend zurückgedrängt, aber die Folgen sind noch überall sichtbar – vor allem in den Schicksalen der Überlebenden.

So auch bei Suzanna John: 2015 überrannte Boko Haram ihr Heimatdorf. Ihr Mann wurde vor ihren Augen getötet, später auch zwei ihrer Söhne, als sie zu fliehen versuchten. Seit 2009 verloren über 20 000 Menschen durch den Terror ihr Leben, und über 1,8 Millionen wurden heimatlos. Auch Suzanna und ihre drei überlebenden Kinder gehören dazu.
„Zwei Wochen sind wir umhergeirrt, bis wir Maiduguri erreichten“, erzählt sie. An der dortigen Kathedrale St. Patrick fanden sie Aufnahme und werden seither durch das Bistum versorgt. Das Geld dafür stammt von KIRCHE IN NOT.

Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Holzkohle

„Von der Kirche haben wir eine Unterkunft bekommen und ein wenig Startkapital, damit ich an der Straße Holzkohle verkaufen kann. So kann ich wenigstens ein bisschen Geld für den Lebensunterhalt meiner Familie verdienen.“ Da das zum Überleben nicht reicht, bekommen sie und ihre Kinder Lebensmittelpakete.

Auf ein bescheidenes Weihnachtsessen richten sich auch Suzannas Pläne in diesen Tagen: „Wenn ich ein bisschen Geld übrig habe, werde ich eine Extraportion Reis kaufen. Das wird unser Festmahl sein.“ Falls nicht, sei das aber auch nicht schlimm: „Wir kommen immer mit dem aus, was wir haben. An Weihnachten ist der geistliche Inhalt wichtiger.“ Deshalb gehen Suzanna und ihre Familie in die Weihnachtsgottesdienste, „so wie wir es jeden Sonntag tun“. Ihre Gebete bei der heiligen Messe richten sich auf das Überleben ihrer Familie, denn die Unsicherheit im Land hält an.

„An Weihnachten ist der geistliche Inhalt wichtiger“

„Meine größte Hoffnung ist, dass wir eines Tages in unser Dorf zurückkehren können“, erzählt Suzanna. „Weihnachten ist das Fest des Friedens, und diesen Frieden brauchen die Menschen im Nordosten von Nigeria mehr denn je.“

Kind vor einer Krippe in Nigeria.
Diese Kirche in Nigeria wurde an Weihnachten 2012 von Boko Haram zerstört.

Syrien

An Weihnachten ein Hauch von Normalität
Jorlette Jose Krer (12) aus Aleppo vor dem Weihnachtsbaum.

Jorlette Jose Krer ist erst zwölf Jahre alt – hat aber bereits mehr hinter sich als mancher Erwachsener: den Tod des Vaters, eine Auswanderung und über sechs Jahre Kriegserlebnisse. Geboren wurde Jorlette in Venezuela. Doch als ihr Vater mit nur 49 Jahren starb, stand ihre Mutter, eine Syrerin, mittellos und ohne Unterstützung da.

Sie entschied sich 2012 notgedrungen zur Rückkehr in die Heimat, nach Aleppo. Doch dort tobte bereits der Krieg. „Ich konnte nie ohne Begleitung nach draußen oder Freunde treffen. Immer wieder gab es Schüsse und Granatenangriffe“, erzählt Jorlette. Ende 2016 endeten die erbitterten Kämpfe um Aleppo. Umso mehr genießt Jorlette jetzt jeden Hauch von Normalität, besonders an Weihnachten. „Ich gehe mit meiner Mutter und meiner älteren Schwester früh am Morgen in die heilige Messe. Am Nachmittag werde ich mich mit meinen Freundinnen in einem Café in der Innenstadt treffen und eine heiße Schokolade trinken. Ich habe sogar schon Geld dafür gespart“, erzählt sie.

Auf eine Tasse heißen Kakao gespart

Der Gabentisch unter dem Christbaum wird auch in diesem Jahr nur spärlich gedeckt sein. Doch das ist Jorlette nicht so wichtig: „Wir bekommen Hilfe von der Kirche. Dafür bin ich sehr dankbar.“ „Die Kirche” – das sind in Jorlettes Fall Schwester Annie Demerjian und ihre freiwilligen Helfer. KIRCHE IN NOT arbeitet seit vielen Jahren eng mit der Ordensfrau zusammen. Sie versorgt hunderte Familien in Aleppo. Das umfasst Mietbeihilfen, Lebensmittel, Medikamente und Unterstützung für die Stromversorgung.

Nach wie vor sitzen zahlreiche Familien in Aleppo im Dunkeln, denn die Infrastruktur ist weitgehend zerstört, und Stromgeneratoren sind teuer. Licht ins Dunkel gebracht haben die Kinder von Aleppo und anderen Städten Syriens zu Beginn des Advents: Über 50 000 Kinder entzündeten Kerzen, beteten für den Frieden und brachten ihre Zukunftsträume zum Ausdruck. Sogar Papst Franziskus schloss sich der Aktion an, die KIRCHE IN NOT ins Leben gerufen hat.

Beten für den Frieden in Syrien

Auch Jorlette hat mit ihrer Schule daran teilgenommen. Sie hat auch schon eine klare Vorstellung von ihrer Zukunft: „Ich möchte Wissenschaftlerin werden und in einem Labor arbeiten. Ich will die Welt entdecken,“ – eine Welt, in der hoffentlich Frieden herrschen wird.

Kinder zünden in der griechisch-orthodoxen Kathedrale in Homs Kerzen für den Frieden in Syrien an.
„In den vergangenen Jahren konnten wir nicht mehr so feiern wie früher. Es fiel uns schwer, die Wohnung weihnachtlich zu schmücken, während um uns herum Menschen starben“, sagt Majd Jahloum.

Die junge Christin kommt aus Homs. Doch seit sieben Jahren hat sie ihre Heimatstadt nicht mehr gesehen. Sie gehörte zu den ersten Vertriebenen des Syrienkriegs. Auch wenn er nicht mehr täglich die Schlagzeilen prägt, leiden die Menschen weiterhin. Zerstörung, Tod und Trauer sind allgegenwärtig. Viele Familien sind heimatlos geworden – darunter auch zahlreiche Christen.
Weihnachtsbaum in Homs.
Die Frauen der Familie Houdaib in Homs.
Melkitisch-katholische Kathedrale in Homs. Sie wurde während des Krieges zerstört, konnte aber mittlerweile mit Hilfe von KIRCHE IN NOT instand gesetzt werden (Foto: Ismael Martínez Sanchez/KIRCHE IN NOT).
Majd Jahloum (rechts) und weitere ehrenamtliche Helfer vor dem St.-Petrus-Zentrum in Marmarita
Blick in das Tal der Christen im Westen Syriens.

Herberge fanden viele von ihnen im sogenannten „Tal der Christen“ im Westen Syriens, etwa auf halbem Weg zwischen Homs und der Mittelmeerküste. Zu ihnen gehörte auch Majd und ihre Familie. „Als wir hier ankamen, stellten wir fest, dass hier sehr wohl mit Begeisterung Weihnachten gefeiert wird: Die Straßen sind geschmückt und beleuchtet, Weihnachtsbäume werden aufgestellt. So begannen auch wir, die Geburt Jesu wieder zu feiern“, erzählt Majd. Natürlich, fügt sie hinzu, sei Weihnachten nicht mehr so schön wie in der alten Heimat Homs.

Anlaufstelle für viele vertriebene Christen

Gerade an Weihnachten ist das Zentrum St. Petrus der melkitisch-katholischen Kirche in Marmarita, dem größten Ort im „Tal der Christen“, eine Anlaufstelle für viele Vertriebene. Majd hilft dort ehrenamtlich mit, Bedürftige erhalten dort Lebensmittel, Zuschüsse für die Miete – und vor allem ein offenes Ohr.

Zeit für ein Gespräch ist immer und das verändert manchmal sogar die Stimmung, weiß der zuständige Pfarrer von St. Peter, Walid Iskandafy: „Einige Menschen, die seit Jahren kein Weihnachten mehr feiern wollten, lassen sich von der Freude der Einheimischen anstecken.“

Weihnachten – auch in Syrien ein Fest der Familie

Weihnachten sei, wie überall auf der Welt, ein Fest der Familie. Im Nahen Osten umfasst diese jedoch einen großen Verwandtenkreis, auch Nachbarn und Freunde seien willkommen. So fänden auch die Kriegsflüchtlinge Anschluss. „Viele Familien ziehen von Haus zu Haus, schenken einander Süßigkeiten und wünschen einander frohe Weihnachten.“

Dass an Weihnachten die Familie wieder zusammen ist, hat in diesem Jahr für die Houdaibs einen ganz besonders hohen Stellenwert: Sie feiern dieses Jahr zum ersten Mal in ihrem notdürftig renovierten Haus in der Altstadt von Homs. Dort leben die meisten Angehörigen der christlichen Minderheit. Von 2012 bis 2014 konzentrierten sich die erbitterten Kämpfe vor allem auf dieses Viertel. Die Spuren sind noch überall sichtbar, Häuserruinen prägen das Straßenbild.

Weihnachten zwischen Häuserruinen

Doch auch hier findet sich in diesem Jahr bereits erstmals wieder ein „Weihnachtsbaum“, auch wenn er mit den Exemplaren in den Wohnzimmern hierzulande wenig zu tun hat: Es handelt sich um ein mit grünem Stoff bespanntes Drahtgestell, an dessen Spitze ein Stern prangt.

Bei ihnen wird es dieses Jahr noch keinen Weihnachtsbaum geben, erzählt Marwan, der Sohn der Familie Houdaib: „Die Bäume sind wegen der Wirtschaftskrise viel zu teuer.“ Doch das sei verkraftbar, fügt seine Mutter Evon hinzu. Viel wichtiger sei, dass ihr altes Haus bewohnbar und die Familie zusammen ist.

„Wichtig ist, dass die Familie zusammen ist”

„Wir verdanken es KIRCHE IN NOT, dass wir Weihnachten zu Hause sein können.“ Das Geld für die Instandsetzungsarbeiten stammt von KIRCHE IN NOT, das ein Wiederaufbauprogramm für Privathäuser und Kirchen in Homs gestartet hat.

Zu den bereits instandgesetzten Gotteshäusern gehört auch die melkitisch-katholische Kathedrale „Unsere Liebe Frau vom Frieden“. Dort werden die Houdaibs die Christmette besuchen. Erzbischof Jean Abdo Arbach freut sich, wieder viele bekannte Gesichter unter den Messbesuchern zu sehen.

Christmesse in der renovierten Kathedrale

Auch wenn die ersten Bewohner wieder zurückgekehrt seien: die Lage sei sehr schwierig und niemand könne absehen, wie sich der Krieg entwickelt.
Darauf konzentriert sich auch Arbachs Weihnachtswunsch: „Wir beten um Frieden für Syrien. Der Krieg muss enden. Ich wünsche, dass die Menschen aufeinander zugehen. Wenn wir zusammenstehen, wird es Frieden geben.“

Ein Junge aus Aleppo mit Kerze.
Der Ofen ist ihr ganzer Stolz
Nawal und Remond, ein älteres Geschwisterpaar, und ihr Leben in Homs (Syrien). Remond Ziade war 72 Jahre alt, als der Krieg 2011 nach Homs kam. Die syrische Stadt stand von Anfang an im Zentrum der Kämpfe.
„Hauptstadt der Revolution“ wurde Homs einst genannt, weil dort die ersten Straßenproteste im Zuge des Arabischen Frühlings stattfanden. Harte Unterdrückungsmaßnahmen der Regierung und erbitterter Widerstand der Rebellengruppen waren die Folge – mittendrin die Zivilbevölkerung.
Zentrum der Kämpfe waren die Altstadt und das angrenzende Viertel al-Hamidiya, wo besonders viele Christen leben. Remond und seine Schwester Nawal (74) gehören zu ihnen. Als ihre Nachbarn nach und nach flüchteten, blieben sie – zusammen mit einigen wenigen Dutzend meist älterer Menschen. Die Einschläge der Granaten kamen immer näher.
Maryam, Nawal und Remond aus Homs.
Nawal mit Heizölkanistern in der Küche.
Hoffnung in Homs: Der Wiederaufbau kommt langsam voran (Foto: Ismael Martínez Sánchez/KIRCHE IN NOT).
Zerstörte Häuser in Homs.
Weihnachtsbaum in Homs.
„Ein Wunder, dass wir noch leben”

Remond erzählt: „Eines Nachts wurden meine Schwester und ich vom Einschlag einer Mörsergranate aus dem Schlaf gerissen. Eine Zimmerdecke unserer Wohnung stürzte ein. Es ist ein Wunder, dass wir lebend davongekommen sind.“ Remond hat große Schwierigkeiten, die Wörter aneinanderzureihen. Die Folgen einer psychischen Erkrankung haben seine Sprech- und Bewegungsfähigkeit eingeschränkt – und die traumatischen Kriegsereignisse haben es noch schlimmer gemacht.

Nach dem nächtlichen Bombardement mussten auch die Geschwister ihre Habseligkeiten zusammenpacken und flüchten. Ein Jahr lang lebten sie in einer Notunterkunft außerhalb der Stadt.

„Unsere Wohnung war kaum bewohnbar”

Als sich 2014 die Kämpfe um Homs in ihrem Viertel nachgelassen hatten, hielt sie nichts mehr: „Wir kamen so schnell wie möglich zurück. Unsere Wohnung war kaum bewohnbar – aber es ist immerhin unser Zuhause“, sagt Nawal. Ein wenig Stolz schwingt dabei mit, denn „immerhin konnten wir Geschwister immer zusammenbleiben“. So wie das ganze Leben lang – keiner der beiden hat geheiratet.

So hausen sie nun seit vier Jahren in ihrer alten Wohnung, die zwar notdürftig geflickt, aber alles andere als wohnlich ist. Ganzer Stolz der Geschwister und Lebensmittelpunkt ist der Ofen mit dem langen Ofenrohr, der direkt durch die Zimmerdecke nach draußen führt. Der Ofen wird mit Heizöl betrieben, und das ist das Problem: Brennstoff ist knapp und sehr teuer. Der Heizkostenzuschuss der syrisch-katholischen Gemeinde kommt da gerade recht.

Das Geld dafür stammt von KIRCHE IN NOT, auch für die Lebensmittelpakete und die Medikamente, die Remond dringend braucht. „Diese Hilfen geben uns Kraft, weiter hierzublieben“, sagt seine Schwester Nawal.

Nawal und Maryam wärmen sich am Ofen.
„Ich gehe jeden Tag in die heilige Messe”

Sie erzählt davon, dass Religion und das Engagement in der Gemeinde seit jeher eine große Rolle für die Familie spielen. „Ich gehe jeden Tag in die heilige Messe. Wir sind ,Kinder der Kirche῾. Mein Vater und mein Onkel arbeiteten für den Erzbischof von Homs.“ Sorge macht der älteren Dame jedoch, dass ihre Kräfte nachlassen und sie das Haus nicht mehr so oft zu den kirchlichen Veranstaltungen verlassen könne.

„Ihr Einsatz ist unersetzlich”

Nach dem Tee zeigt Nawal weitere Zimmer ihrer Wohnung. Sie sind durchzogen von tiefen Rissen, verursacht von den Granateneinschlägen. Jetzt kommen neue Hilfen für die Renovierung – auch wieder mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT. „Ihr Einsatz ist unersetzlich, nicht nur wegen der finanziellen Hilfe, sondern auch weil Sie immer wieder vor Ort sind und kennenlernen möchten, wie wir leben“, erklärt Nawal.
Es klingelt an der Wohnungstür. Es ist Sara mit ihrer Tochter Maryam, ebenfalls Christen aus der Wohnung über den Ziades. Sie leisten den Geschwistern oft Gesellschaft. „Wir wissen, dass sie viel Zeit allein verbringen. Da kommen wir einfach ab und zu vorbei“, erzählt Sara. Letztlich sei diese Nachbarschaftshilfe auch ein Hauch von Normalität, trotz aller Narben des Krieges. „Wir wollen jetzt wieder die Werte und das Miteinander pflegen, das wird auch vor der Katastrophe des Krieges hatten.“

Von Josué Villalon und Tobias Lehner
Dank Ihnen, den Wohltätern von KIRCHE IN NOT, haben wir viele Kinder in Syrien retten können und damit ein Stück Zukunft der Kirche in diesem Land. Mara ist eins dieser Kinder. Sie bekam Milch, Mehl, Kleidung und Medikamente. Sie ist eins von 65.000 Kindern, denen wir mindestens einmal helfen konnten.

Wie immer lief diese Hilfe über die Kirche, die einzige noch halbwegs funktionierende Institution in Aleppo, Homs, Hama, Idlib und all den anderen Trümmerstädten im Schlachtfeld Syrien. Die Kirchen sind zerstört, die Menschen knien auf dem Schutt. Sie beten, beichten und danken Gott, dass sie leben.
Völlig zerstört: Blick aus der St.-Georg-Schule der griechisch-orthodoxen Kirche in Homs (Foto: Ismael Martínez Sánchez/KIRCHE IN NOT).
„Glauben bedeutet ein Leben aus dem Geist des Vertrauens“, schrieb Papst em. Benedikt XVI.

Wann gab es mehr Vertrauen, mehr Hoffnung, dass Gott seine Kinder nicht im Stich lassen möge?
Mara und die vielen anderen Kinder wissen nicht, dass KIRCHE IN NOT ihnen und ihren Familien in den letzten sechs Jahren mit fast 30 Millionen Euro und 700 Projekten geholfen hat und auch weiter helfen wird. Gerade jetzt ist es wichtig, den Wiederaufbau der Schulen, Kirchen und Ambulanzstationen anzupacken.

Im Libanon und in Jordanien und auch in Europa warten hunderttausende Christen darauf, nach Syrien heimkehren zu können. Ohne Häuser für die Kranken, ohne Schulen für die Kinder, ohne Räume für Gebet und andere Gemeindeaktivitäten wissen die Christen nicht, wo sie wohnen und leben sollen. Mutter Kirche wird ihre Anlaufstelle sein.

Ein Klassenraum in der völlig zerstörten St.-Georg-Schule der griechisch-orthodoxen Kirche in Homs (Foto: Ismael Martinez Sánchez/KIRCHE IN NOT) .
Millionen Kinder sind im Land auf der Flucht

Im Markusevangelium heißt es weiter, dass Jesus das Kind in seine Arme schloss und zu den Jüngern sprach: „Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf“ (Mk 9,37). Von den mehr als 13 Millionen vertriebenen Menschen sind sieben Millionen Kinder und Jugendliche, darunter hunderttausende Christen. Die Zukunft des Landes irrt umher.
Die Kirche will sie aufnehmen und ihnen Orientierung geben, mit materieller und geistlicher Hilfe. Denn, so Benedikt XVI. weiter, „Glaube bedeutet die Gewissheit, dass Gott es ist, der den Menschen die Zukunft gewährt.“ Die Kirche vor Ort hat jedoch keine Mittel. Das Herz ist voll, aber die Hände sind leer.

Wir sind auch Kirche und können die Hände füllen, damit die Gegenwart der Christen in Syrien, damit die Kinder aus den Trümmern eine Hoffnung haben.

Am ersten Adventssonntag hat Papst Franziskus beim Angelusgebet auf dem Petersplatz in Rom eine große Kerze im Gedenken an die syrischen Kinder entzündet, die besonders unter Krieg und Terror leiden. Er schloss sich damit der Advents-Aktion „Kerzen für den Frieden in Syrien“ an, mit der das weltweite katholische Hilfswerk KIRCHE IN NOT zu Gebet und Hilfe für Syrien aufruft.
Papst Franziskus mit der Friedenskerze beim Angelusgebet am 2. Dezember 2018.
Schwester Annie Demerjian überreicht Papst Franziskus die Friedenskerze.
„Diese Flammen der Hoffnung mögen die Dunkelheit des Krieges vertreiben“, sagte Franziskus laut Vatican News.

„Lasst uns beten und den Christen helfen, als Zeugen der Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung im Nahen Osten zu bleiben.“ Vor allem die Kinder in Syrien würden schon seit acht Jahren „vom Krieg gequält“, so der Papst.

Die Kerze, die Franziskus entzündete, zeigte rund 40 Porträtfotos von syrischen Kindern und Jugendlichen, das Logo von KIRCHE IN NOT und das Symbol der Adventsaktion: Eine Taube, deren Flügel eine Kinderhand bildet, und die Aufschrift „Frieden für die Kinder – Syrien 2018“ in englischer Sprache. Die Kerze wurde von einem Kunsthandwerker aus Damaskus angefertigt und von der Ordensfrau Schwester Annie Demerjian am Vortag dem Papst übergeben. Sie setzt sich in Damaskus und Aleppo für Kinder, alte und kranke Menschen ein. KIRCHE IN NOT unterstützt die Ordensfrau und ihr Team seit vielen Jahren.

Weihnachtsgeschenke für über 15 000 Kinder

Bereits in der Woche vor dem ersten Advent hatten sich mehr als 50 000 Kinder verschiedener Religionen an der Kerzenaktion beteiligt. In Schulen und Gemeindehäusern entzündeten sie Lichter, beteten um Frieden und malten Bilder mit ihren Zukunftshoffnungen. Die Aktion fand unter anderem in Damaskus, Aleppo und Homs statt – Städte, die besonders schwer vom Krieg betroffen sind.

KIRCHE IN NOT lädt Menschen weltweit dazu ein, sich dem Appell der syrischen Kinder anzuschließen und im Advent Lichter für den Frieden zu entzünden. Als Antwort auf die dramatische humanitäre Lage begleitet das Hilfswerk die Intitiative „Kerzen für den Frieden in Syrien“ mit einer internationalen Spendenaktion.

Die zugesagten Hilfen in Höhe von 15 Millionen Euro umfassen die Verteilung von Lebensmitteln, Medikamenten und Milchpulver für die Ernährung der Kinder, Mietbeihilfen, Heizöl-Zuschüsse, den Wiederaufbau zerstörter Häuser und Kirchen, seelsorgerische und psychologische Begleitung von Traumatisierten sowie Stipendien für Schüler und Studenten. In der Adventszeit unterstützt KIRCHE IN NOT außerdem die Herstellung und den Kauf von Weihnachtsgeschenken für über 15 000 syrische Kinder. Seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 hat das Hilfswerk Projekte für Syrien mit über 29 Millionen Euro unterstützt.

Es ist das zweite Weihnachten ohne Bombenhagel, aber der Frieden ist noch weit. Auch wenn in der syrischen Stadt Aleppo die Waffen schweigen: kaum eine Familie ohne Toten, kaum eine Familie ohne Sorge um Freunde und Verwandte in den nach wie vor umkämpften Gebieten. Die Hoffnung in Aleppo ist wieder zurückgekehrt, aber die Freude oft noch nicht.

Schwester Annie Demerjian und ihre Helfer sind Boten der Hoffnung, nicht nur zur Weihnachtszeit. Sie besuchen alte und kranke Menschen, verteilen Lebensmittel und finanzielle Hilfen, stellen Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche auf die Beine. Viele haben noch nie ein Weihnachten im Frieden erlebt
Kind mit einer Kerze bei einem Gottesdienst in Damaskus (Foto: Carole Al-Farah).
Krippe in der syrisch-katholischen Kirche in Aleppo (Syrien).

KIRCHE IN NOT unterstützt Schwester Annie seit Langem. Die Ordensfrau tut auch in diesem Jahr ihr Möglichstes, um den verbliebenen Christen in Aleppo ein frohes Weihnachtsfest zu bereiten. Ihre besondere Sorge gilt den Kindern. Viele von ihnen haben noch nie ein Weihnachten im Frieden erlebt.

Nicht alle Waren sind einfach zu bekommen

Bereits seit September arbeiten Schwester Annie und ihre Helfer für die Bescherung. Stifte, Hefte, Radiergummis, Bälle, Sticker, Spiele und Plüschtiere haben sie besorgt. Nicht alle Waren sind einfach zu bekommen.

Schwester Annie ist es wichtig, die Geschäfte vor Ort mit den Anschaffungen zu beauftragen. Denn es hängen Existenzen daran, erklärt sie: „Die Menschen sind dankbar, dass sie endlich wieder Arbeit haben und ihre Familie ernähren können.“

Auch Kleidung lässt sie vor Ort nähen. Und so werden an Weihnachten auch viele Kinder mit einer neuen warmen Jacke in die Weihnachtsmesse gehen können.

Mit viel Liebe ist auch die Geschenkübergabe organisiert: ein Christbaum, Lichter, bunte Luftballons schmücken den Gemeindesaal. Es ist ein buntes „Familientreffen“ der Christen – einer kleinen, aber lebendigen Minderheit in Aleppo.

Lachen erfüllt den Raum. Die Kinder spielen zwischen den Erwachsenen Verstecken. „Die Menschen sollen sich nicht wie Bettler vorkommen. Deswegen haben wir den Ausgaberaum festlich geschmückt. Es soll eine Begegnung von Mensch zu Mensch sein“, sagte Schwester Annie.

Kraft und Hoffnung

Ohne Unterstützung von KIRCHE IN NOT wäre das umfangreiche Weihnachtsprojekt nicht zu stemmen, davon ist die Ordensfrau überzeugt. „Dass ich den Menschen überhaupt etwas geben kann, ist für mich ein Wunder.“ Es ist ein Weihnachtswunder, dass den Kindern von Aleppo Kraft und Hoffnung schenkt.

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