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Fußball-WM 2026: In jedem dritten Teilnehmerland ist die Religionsfreiheit bedroht

Fußball-WM 2026: In jedem dritten Teilnehmerland ist die Religionsfreiheit bedroht

15.06.2026 aktuelles
Während Millionen Menschen weltweit die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, erinnert KIRCHE IN NOT (ACN) daran, dass für viele Menschen aus den teilnehmenden Ländern ein grundlegendes Menschenrecht weiterhin nicht selbstverständlich ist: die Freiheit, den eigenen Glauben auszuüben.
Nach Angaben des Berichts „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT ist die Religions- oder Weltanschauungsfreiheit in 14 der 48 Teilnehmerländer der Fußball-Weltmeisterschaft  erheblich eingeschränkt. In drei dieser Staaten dokumentiert der Bericht religiöse Verfolgung, in elf weiteren schwere Formen der Diskriminierung.

 

Dieser Anteil von 30 Prozent der Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit entspricht in etwa dem weltweiten Befund des Berichts von KIRCHE IN NOT: Er stuft 62 von untersuchten 196 Ländern in die Kategorie „orange“ für Diskriminierung oder in die rote Kategorie für religiöse Verfolgung ein.

Auch in der Demokratischen Republik Kongo bleibt die Lage angespannt. Dort verschärfen anhaltende Gewalt und die Aktivitäten bewaffneter Gruppen im Osten des Landes seit Jahren die Situation für die Bevölkerung.

Weltkarte aus dem Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT.
Mexiko, eines der Gastgeberländer der Weltmeisterschaft, steht wiederum für eine andere Form der Bedrohung: Nicht staatliche Restriktionen, sondern organisierte Kriminalität und Drogenkartelle setzen dort kirchliche Mitarbeiter, Priester und Seelsorger zunehmend unter Druck.

 

Priester im WM-Gastgeberland Mexiko unter Druck

Besonders dramatisch stellt sich die Lage in Haiti dar. Bewaffnete Banden kontrollieren dort weite Teile des Landes und behindern wiederholt die Arbeit von Kirchen und religiösen Organisationen. Religiöse Verantwortungsträger waren in den vergangenen Jahren immer wieder Betroffene von Entführungen und Gewalt.

Weitere Teilnehmerländer mit Einschränkungen der Religionsfreiheit sind laut dem Bericht unter anderem Marokko, Tunesien, Algerien, Jordanien, Katar, Ägypten, die Türkei sowie Usbekistan. Religiöse Minderheiten, darunter Christen, Angehörige der Bahai-Religion und einzelne muslimische Gemeinschaften, sind dort weiterhin in unterschiedlichem Maße Diskriminierung sowie Einschränkungen bei der Ausübung und dem Bekenntnis ihres Glaubens ausgesetzt.

Ein Priester aus Venezuela spielt Fußball mit Kindern.
Ein Blick auf die Lage der Religionsfreiheit bei den Vorrundengegnern der deutschen Nationalmannschaft: Für Curaçao macht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ keine Angaben; für Ecuador sieht die Studie keine größeren Einschränkungen der Religionsfreiheit, auch wenn sich die allgemeine Sicherheitslage im Land verschlechtert hat.

 

Situation in Ländern der deutschen Vorrundengegner

Die Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire) hingegen stuft „Religionsfreiheit weltweit 2025“ als „unter Beobachtung“ ein. Das Verhältnis der Religionen ist dort weitgehend gut, allerdings verzeichnen radikalislamische Gruppen Zulauf. Menschen, die vom Islam oder von traditionellen Religionen zum Christentum konvertieren, müssen nach wie vor mit Anfeindungen rechnen, wenn ihr Glaubenswechsel öffentlich bekannt wird. Christliche wie muslimische Religionsvertreter setzen sich gemeinsam für Dialog und gegen radikale Strömungen ein, die es auch innerhalb der christlichen Konfessionen gibt.

Fußballmannschaft an der Katholischen Universität in Erbil (Irak).
„Die Weltmeisterschaft bringt Menschen aus allen Kulturen, Religionen und Nationen zusammen. Sie ist auch eine Gelegenheit, das Bewusstsein für die Herausforderungen zu schärfen, denen Millionen Menschen weltweit bei der Ausübung ihres Grundrechts auf Religions- oder Glaubensfreiheit weiterhin gegenüberstehen“, erklärte Marta Petrosillo, die Chefredakteurin von „Religionsfreiheit weltweit“.

 

Menschenrecht unter Druck, aber auch Hoffnungssignale

Zugleich verweist KIRCHE IN NOT auf Zeichen der Hoffnung. So sei die Nationalmannschaft des Irak ein Beispiel dafür, wie Menschen unterschiedlicher religiöser und ethnischer Herkunft gemeinsam auftreten können. Unter den Spielern befinden sich auch Christen – in einem Land, in dem ihr Bevölkerungsanteil inzwischen unter einem Prozent liegt. Petrosillo rief Regierungen weltweit dazu auf, Religionsfreiheit aktiv zu schützen: „Jeder Mensch muss seinen Glauben frei ausüben, wechseln oder teilen können – ohne Diskriminierung oder Verfolgung befürchten zu müssen.“

Der vollständige Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2025“ von KIRCHE IN NOT dokumentiert die Menschenrechtslage in 196 Ländern und für alle Religionen. Der Bericht erscheint alle zwei Jahre und ist online abrufbar unter: www.religionsfreiheit-weltweit.de.

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