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Der deutsche Zweig von KIRCHE IN NOT hat das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrates erhalten. Die Auszeichnung wurde bei der Mitgliederversammlung des Vereins am 17. Mai in Bremen verliehen.

 

Im Vorfeld hatten unabhängige Wirtschaftsprüfer die Verwendung der Spendengelder bei KIRCHE IN NOT überprüft. Kriterien dabei waren unter anderem Transparenz sowie wirtschaftliche und sparsame Verwendung der Spendengelder.

Auch wurde unter die Lupe genommen, ob KIRCHE IN NOT die Spenden in Übereinstimmung mit ihren Satzungszwecken verwendet und ob die Grundsätze des Deutschen Spendenrats eingehalten werden. Mit dem Spendenzertifikat wird dokumentiert, dass KIRCHE IN NOT alle diese Punkte erfolgreich erfüllt.

Daniela Geue, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats, und Vorsitzender Wolfgang Stückemann verleihen das Spendenzertifikat an Kirche-in-Not-Geschäftsführer Florian Ripka (Bildmitte). © Jörg Sarbach
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung für geprüfte Transparenz. Sie ist eine Bestätigung unserer Arbeit für die verfolgte und notleidende Kirche wie für die Neuevangelisierung“, erklärte Florian Ripka, der Geschäftsführer von KIRCHE IN NOT Deutschland.

 

Das Hilfswerk erhalte keinen Cent an Kirchensteuermitteln oder aus staatlichen Töpfen. „Deshalb sind die Großherzigkeit und das Vertrauen der Wohltäter unser größtes Kapital“, erklärte Ripka. „Mit dem Spendenzertifikat belegen wir: Wer KIRCHE IN NOT unterstützt, kann es mit gutem Gewissen tun.“

Das Spendenzertifikat ist bereits der zweite Nachweis, mit der das Hilfswerk seine gewissenhafte Mittelverwendung dokumentiert.

Ihre Hilfe kommt an: Ordensschwestern und Kinder aus Aleppo/Syrien sagen danke für die Unterstützung von KIRCHE IN NOT.
Schon seit 1992 trägt KIRCHE IN NOT Deutschland das Spendensiegel des „Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen“ (DZI). Dies schließt eine jährliche intensive Prüfung durch DZI-Mitarbeiter ein.

Seit 2017 ist KIRCHE IN NOT zusätzlich Mitglied im Deutschen Spendenrat, dem aktuell 64 gemeinnützige Organisationen angehören.

Für die Träger des Spendenzertifikats finden ebenfalls regelmäßige Überprüfungen statt, bei denen externe Wirtschaftsprüfer die Qualitätskontrolle übernehmen.

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird 70 Jahre alt. Am 23. Mai 1949 wurde es vom Parlamentarischen Rat verkündet, vorangegangen waren Abstimmungen in den Länderparlamenten.

Das Grundgesetz war ein Meilenstein für den demokratischen Neuanfang in Deutschland. In Vergessenheit gerät dabei, dass viele Väter und Mütter des Grundgesetzes sich ausdrücklich zum Christentum bekannten und es zum Maßstab ihres Handelns machten.

Über das christliche Erbe der deutschen Demokratie und die Gefahren für das Grundgesetz sprach Volker Niggewöhner mit dem früheren Bundestagsabgeordneten Norbert Geis (80) aus Aschaffenburg. Er gehörte fast drei Jahrzehnte für die CSU dem Deutschen Bundestag an und war darüber hinaus auch langjähriges Vorstandsmitglied von KIRCHE IN NOT Deutschland.

Brandenburger Tor, Symbol der Deutschen Teilung und Einheit.
VOLKER NIGGEWÖHNER: Herr Geis, viele Väter und Mütter unserer Verfassung waren bekennende Christen, allen voran Konrad Adenauer, der Vorsitzende des Parlamentarischen Rates und erste Bundeskanzler. Wie „katholisch“ ist unser Grundgesetz?
NORBERT GEIS
: Das Grundgesetz hat ganz und gar christliche Wurzeln. Es ist deshalb nur ganz zu verstehen, wenn man auf dieser Basis steht und erkennt: Unsere christliche Kultur ist nach dem Zweiten Weltkrieg in diesem Grundgesetz verfasst zum Ausdruck gekommen. Es lässt sich ohne das Christentum nicht denken.

 

Was ist von diesem christlichen Geist heute noch übriggeblieben?
Das Grundgesetz hat nach wie vor mit seiner Präambel eine christliche Ausrichtung: „In der Verantwortung vor Gott und den Menschen …“ Nach der Wiedervereinigung wurde eine Verfassungskommission eingerichtet. Da gab es Bestrebungen, die Präambel zu ändern.

Die CDU/CSU-Fraktion, später auch Teile der SPD, haben dagegen erklärt: Nein, die Präambel mit dem Gottesbezug muss bleiben. Sie wurde nicht geändert. Es stellt sich aber die Frage: Wird diese Aussage auch in der praktischen Politik umgesetzt? Ist sie im alltäglichen Leben wiederzuerkennen? Wir werden immer mehr zu einer säkularisierten Gesellschaft, die Gott weit weggerückt hat, obwohl sie eigentlich nach einem Grundgesetz lebt und ihre staatliche Gestaltung hat, in dem Gott eine entscheidende Rolle spielt.

Pater Werenfried van Straaten, der Gründer von KIRCHE IN NOT, links) im Gespräch mit Bundeskanzler Konrad Adenauer.
Sehen Sie aktuelle Gefahren für das Grundgesetz?
Der Artikel 1 des Grundgesetzes, „die Würde des Menschen ist unantastbar“, ist Allgemeingut geworden. Aber schon bei der Freiheit und dem Recht auf Leben gibt es Probleme. Das Recht auf Leben ist nicht durchgesetzt für das ungeborene Leben, obwohl das Bundesverfassungsgericht entsprechend geurteilt hat. Da wurde das Grundgesetz nach meiner Auffassung in der Gesetzgebung nicht realisiert.

Ein gewaltiger Bruch ist auch in Bezug auf Artikel 6 des Grundgesetzes entstanden: Schutz von Ehe und Familie. Plötzlich ist die Ehe nicht mehr, wie in den vergangenen 2000 Jahren und noch früher, der Zusammenschluss von Mann und Frau auf Lebenszeit. Jetzt auf einmal gibt es die „Ehe für alle“. Das ist nach meiner Auffassung ein Bruch von Artikel 6 und damit des Grundgesetzes.

„Artikel 1 des Grundgesetzes ist Allgemeingut geworden”

Während für die Väter und Mütter des Grundgesetzes der Gottesbezug noch selbstverständlich war, ist das auf europäischer Ebene nach langen Debatten gescheitert. Wir stehen vor den Wahlen zum Europäischen Parlament. Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie für eine christliche Politik?
Ich würde eher von einer Politik nach christlichen Grundsätzen sprechen. Dafür sehe ich schon eine Chance. Die europäische Kultur ist christlich geprägt, und so ganz kann Europa nicht aus diesem Zusammenhang herausfallen.

Von Theodor Heuss stammt der Satz: „Die europäische Kultur ist auf drei Hügeln gebaut: der Akropolis in Athen, dem Kapitol in Rom und auf Golgota in Jerusalem.“ Wir müssen in Zukunft mehr darauf achten, das alle diese drei Element bewahrt bleiben. Da spielt das Christentum eine entscheidende Rolle.

Deshalb kommt es darauf an, dass genügend Frauen und Männer in die Parlamente kommen, die sich nach diesen Grundsätzen richten. Unsere christlichen Politiker müssen auch das Christentum leben.

Norbert Geis, langjähriger Abgeordneter im Bundestag.
Die Politik ist das eine. Was können die Christen noch tun, um in der Gesellschaft Gehör zu finden für christliche Werte?
Jeder von uns muss Zeugnis geben. Wir Katholiken müssen stärker für unsere Grundsätze eintreten. Wir dürfen keine Angst davor haben, wenn wir dafür auch einmal lächerlich gemacht und in den Dreck gezogen werden oder richtig Widerstand bekommen.

Wir müssen versuchen, das christliche Gedankengut in die Gesellschaft durch unser eigenes Leben und Handeln hineinzutragen, damit es auch in Zukunft unsere Kultur prägt. Dafür kann man nur beten.

- Theodor Heuss, erster Bundespräsident (1884-1963)
Sie waren viele Jahre Vorstandsmitglied bei KIRCHE IN NOT Deutschland. Wo sehen Sie katholische Vereinigungen und Hilfswerke heute gefordert?
Noch nie gab es in vielen Ländern weltweit eine solche Christenverfolgung wie derzeit. Dagegen muss Widerstand geleistet werden. Diese Aufgabe hat sich KIRCHE IN NOT gestellt. Durch die Hilfeleistungen in verschiedene gefährdete Regionen entsteht eine Rückwirkung auf unsere eigene Gesellschaft.

Hier kann KIRCHE IN NOT eine wichtige Rolle einnehmen, wie auch die anderen katholischen Vereinigungen. Ich erinnere nur daran, welche große Rolle die katholische Arbeiterschaft und katholische Denker bei der Entwicklung der Sozialen Marktwirtschaft gespielt haben.

Ich wünsche mir, dass Vereinigungen wie KIRCHE IN NOT durch ihre tätige Hilfe und ihr Zeugnis weltweit immer mehr in unsere säkularisierte Gesellschaft hineinwirken.

Wie wichtig die Pflege der Kultur auch auf dem sprachlichen Gebiet sein kann, davon konnten sich die Teilnehmer der gemeinsamen Wallfahrt von KIRCHE IN NOT und dem Institut für Kirchengeschichte von Böhmen-Mähren-Schlesien ein Bild machen.

 

Auf dem Programm standen wie bei den früheren Wallfahrten Besuche von Orten in Polen und Tschechien, deren alte deutsche Namen heute auch in Deutschland selbst kaum noch benutzt werden.

Dom in Königsberg (Kaliningrad) (Foto: Pixabay).
Mit Recht beklagen nicht nur deutsche Vertriebene in Deutschland und in Österreich, dass die deutschen Ortsnamen in Gebieten des Ostens nicht mehr verwendet werden. Das gilt nicht nur im Wintersport, wo heute Weltcup-Rennen nicht in Reichenberg, sondern in Liberec (Tschechische Republik) ausgetragen werden. Es setzt sich fort in vielen weiteren Gebieten.

 

Vor der Wende taten sich die meisten unserer östlichen Nachbarn schwer mit den deutschen Städtenamen in Ostmitteleuropa, vor allem dort, wo man die alteingesessene deutsche Bevölkerung vertrieben hatte. Man sprach lieber von Kaliningrad, Wroclaw und Sibiu anstatt von Königsberg, Breslau oder Hermannstadt.

Rathaus von Reichenberg (Liberec) in der Tschechischen Republik (Foto: pixabay).
Die Orientierung der Nachkriegskultur der Bundesrepublik Deutschland fast einseitig zum Westen hin tat ein Übriges, um alte deutsche Namen des Ostens in Vergessenheit geraten zu lassen. So schreiben heute auch renommierte Zeitungen nur von Bratislava und Ljubljana und setzen nur gelegentlich Preßburg und Laibach in Klammern.

 

Aus dem gebräuchlichen Sprachschatz verschwunden

Die Öffnung seit 1989 hat zwar im Osten wieder alte deutsche Namen hoffähig gemacht. Doch die sieben Jahrzehnte seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges brachten es mit sich, dass die alten deutschen Bezeichnungen heute aus dem gebräuchlichen Sprachschatz praktisch verschwunden sind.

Da schrieb eine katholische Nachrichtenagentur vom „Berg der heiligen Mutter im tschechischen Kraliky“. Aber wer erkennt dahinter noch den bekannten Muttergottesberg bei Grulich, einem einst bekannten Wallfahrtsort?

Blick auf die Wallfahrtskirche in Grulich (Kraliky).
Auch wenn der Autor dieser Zeilen nicht den gleichen Namen trüge wie die einst deutsche Stadt Grulich, würde er sich darüber empören, dass historische deutsche Namen aus Ignoranz verschwinden. Werden bald unsere Kochbücher Rezepte für Kaliningrader Klopse statt Königsberger Klopse anbieten?

 

Viele Touristen sind nur die heutigen Namen geläufig. Es ist fast ein Wunder, dass deutsche Italienurlauber noch von Mailand, Venedig und Neapel sprechen, nachdem andere Namen wie Thibein, Wiesenthein oder Weiden für Duino, Vicenza oder Udine längst der Vergangenheit angehören.

Königsberger Klopse (Foto: pixabay).
Es ist dagegen erfreulich, dass die Mehrzahl der Deutschen noch von Lüttich, Löwen und Kopenhagen spricht und höchstens snobistisch andere Namen benutzt. Die Frage wäre auch: Welche? Liège oder Luik, Louvain oder Leuwen?

 

Dieses Phänomen der Benennung alter historischer, im Sprachbereich alter Kulturen lange verwurzelten Ortsnamen trifft aber auch auf italienische Namen in jenen Ländern zu, die einst italienisch geprägt waren und deren Städtenamen uns über venezianische Kaufleute vermittelt wurden oder die im alten Österreich-Ungarn gebräuchlich waren.

Tallinn war früher unter Reval bekannt

Unsere Großeltern hatten in ihren Atlanten noch die Namen Fiume, Zara, Spalato oder Ragusa, ehe die kroatischen Namen Rijeka, Zadar, Split und Dubrovnik an ihre Stelle traten. Aber wer verbindet heute noch mit der bis 1808 selbstständigen Republik Ragusa das heutige Dubrovnik? Wer erkennt in Werner Bergengruens „Tod von Reval“ die estnische Hauptstadt Tallinn?

Tallinn (Reval), die Hauptstadt Estlands (Foto: pixabay).
Wie deutsche Kultur die Sprache Mittelost- und Nordosteuropas geprägt hat, tat dies die italienische Sprache in Südosteuropa und im Orient. Über den deutschen Handel mit Venedig kamen italienische Namen der Städte des Osmanischen Reiches, das von Bosnien bis Libyen reichte, nach Deutschland.

 

Städtenamen wie Aleppo und Kairo italienischen Ursprungs

Wir schreiben noch heute Städtenamen wie Aleppo und Kairo nach ihrer italienischen Bezeichnung, auch Orte in Albanien wie Durazzo und Skutari, deren albanische Namen sich erst langsam durchsetzen oder manchmal auch in ihrer slawischen oder griechischen Form auftauchen.

Selbst einen seit 2006 unabhängigen Staat dieser Region benennen wir mit dem italienischen Namen: Montenegro oder genauer: mit seinem venezianischen Namen, denn italienisch wäre Montenero.

Ordensschwester aus Montenegro.
Zur Entkrampfung und zum unbekümmerten Gebrauch deutscher Namen (wenn sie überhaupt noch bekannt sind!) kann ein Blick in die westlichen Nachbarländer beitragen. Viele historische Namen des Ostens sind Franzosen und Engländern nur in der alten deutschen Form bekannt, wenn dort wichtige europäische historische Ereignisse stattfanden.

 

Austerlitz ist bekannter als Slavkov u Brna

Der tschechische Name von Austerlitz ist Slavkov u Brna, aber gibt es eine Dreikaiserschlacht von Slavkov und den darauffolgenden Frieden von Bratislava? Auf dem Stadtplan von Paris taucht achtmal der Name Austerlitz auf, als rue, quai, gare, pont d’Austerlitz.

Es gibt sogar ein französisches Sprichwort: „C’est le soleil d’Austerlitz!“ Napoleon soll dieses Wort seinen Soldaten im brennenden Moskau 1812 zugerufen haben, um sie an den Sieg von 1805 zu erinnern.

St.-Markus-Kirche in Zagreb.
Die wenigen Ausnahmen von der Verdrängung deutscher Ortsnamen im Osten erfolgten neue nach rein kommerziellen Gesichtspunkten. Budweiser Bier, das Kasino in Marienbad oder die Karlsbader Oblaten konnten im Westen nicht erfolgreich unter den tschechischen Namen von Städten wie Česke Budějovice, Marianske Lazně oder Karlový Vary verkauft werden.

 

Bier aus Budweis statt aus Česke Budějovice

Später meldeten sich bereits im kommunistischen Osten Proteststimmen mit deutschen Namen zu Wort. So gab sich noch in kommunistischer Zeit eine slowenische Rock-Band bewusst und provokativ den Namen Laibach. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb nannten Juweliere ihre Läden „Agram-Gold“.

Ortsschild von Storcha (Sachsen).
Positiv ist, dass Deutschland im Verzeichnis der Telefonvorwahlen und Postleitzahlen mit gutem Beispiel vorangeht. Dort werden für das Gebiet der Sorben in der Ober- und Niederlausitz auch die sorbischen Namen angegeben wie Storcha und Baćoń, Wittichenau und Kulow.

 

Hoyerswerda heißt sorbisch Wojerecy, Bautzen wird auch mit der sorbischen Bezeichnung Budyšin genannt. Wie bei anderen großen Städten gelten auch für Cottbus, das sorbisch Chóśebuz heißt, je nach Straßen unterschiedliche Postleitzahlen, sodass hier auch alle Straßennamen auf Sorbisch verzeichnet sind.

Die Religionsfreiheit als Menschenrecht und seine Verletzungen standen im Mittelpunkt eines Informationsabends, zu dem KIRCHE IN NOT in die internationale Zentrale nach Königstein im Taunus eingeladen hatte. Zu Gast waren der Leiter des Friedenszentrums in Lahore in Pakistan, Pater James Channan OP, und der Vorsitzende des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD), Simon Jacob.
Der Experte für Religionsfreiheit und Menschenrechte bei KIRCHE IN NOT Deutschland, Berthold Pelster, bei einem Vortrag während der Veranstaltung.
Pater James Channan (2. von links) bei seinem Plädoyer für den interreligiösen Dialog. Mit im Bild Simon Jacob (2. v. r.), der Moderator des Gesprächs, Tobias Lehner von KIRCHE IN NOT Deutschland (rechts) und die Dolmetscherin des Abends.

Channan dankte unserem Hilfswerk für den Einsatz für die pakistanische Christin Asia Bibi, die nach ihrer Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe und später zum Tod im November 2018 vom Vorwurf der Gotteslästerung freigesprochen wurde.
„Es wurde in der pakistanischen Presse immer wieder berichtet, wie KIRCHE IN NOT Asia Bibi unterstützt. Wortmeldungen wie diese beeindrucken unsere Regierung. Sie weiß, dass sie das Problem der Verfolgung von Christen lösen muss“, sagte der Dominikanerpater. Im islamisch geprägten Pakistan stellen Blasphemiegesetze Beleidigungen des Propheten Mohammed unter schwere Strafen bis hin zur Hinrichtung. Diese Gesetze werden häufig missbraucht, um sich unliebsamer Personen mit falschen Anschuldigungen zu entledigen. Neben Asia Bibi sind 187 Christen davon betroffen.

Arbeiten eng zusammen: Der muslimische Imam Kobine Layama und Erzbischof Dieudonné Kardinal Nzapalainga.
Die wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilte pakistanische Katholikin Asia Bibi (Foto: British Pakistani Christian Association).
Blasphemiegesetze betreffen nicht nur Christen

Wenn ein Gemeindemitglied ungerecht verurteilt wird, führt dies dazu, dass sich ganze christliche Gemeinden verfolgt fühlen. Die Blasphemiegesetze treffen aber nicht nur Christen. Derzeit sitzen 633 Muslime und 21 Hindus wegen angeblicher Gotteslästerung im Gefängnis. Simon Jacob berichtete von seinen Erfahrungen, die er bei vielen Reisen in den Nahen Osten gesammelt hat: „Die meisten Menschen im Nahen Osten sehnen sich danach, ihre Religion frei ausüben zu können und frei wählen zu dürfen.“ Diese Freiheit werde aber vielerorts von einer extremistischen Minderheit massiv unterdrückt.
Jacob hält die Einführung der Scharia als Rechtsnorm einer Gesellschaft für problematisch. „Die Scharia mit ihren harten Strafmaßnahmen wie Handabhacken, Enthauptung oder Steinigung verbreitet in der Bevölkerung Angst und Schrecken. So wird die Freiheit der Gesellschaft ausgehebelt“, warnte Jacob.

„Oft eine Frage von Leben und Tod”

Außerdem widerspreche die Scharia elementaren Grundrechten wie der Gleichheit von Mann und Frau oder der Meinungs- und Pressefreiheit. Inzwischen seien vor allem junge Menschen in Ägypten und Syrien, im Libanon, Irak und Iran von der westlichen Idee der Menschenrechte inspiriert. Europa sei in dieser Hinsicht ihr Vorbild. Der Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT Deutschland, Berthold Pelster, wies in einem Vortrag darauf hin, dass Religionsfreiheit in einigen Ländern der Erde mehr als nur ein Konzept sei, sondern eine Frage von Leben und Tod.
Als Beispiel führte er die Zentralafrikanische Republik an. In dem Land kämpfen seit fünf Jahren Rebellengruppen um Macht und Rohstoffe. „In diesem Bürgerkrieg mit mehreren Tausend Todesopfern wird die Religion missbraucht, um die Kämpfer gegen die ,Feinde des Glaubens‘ aufzuhetzen“, berichtete Pelster.

„Interreligiöser Dialog kann Blutvergießen verhindern”

Wenn aber religiöse Führer miteinander in den Dialog treten, können sie viel Blutvergießen und Vertreibungen verhindern. Als Beispiel nannte Pelster Dieudonné Kardinal Nzapalainga, der als Erzbischof der Erzdiözese Bangui in der Zentralafrikanischen Republik das Gespräch mit der muslimischen Gemeinschaft sucht.

Das Beichtmobil von KIRCHE IN NOT steht in der Karwoche in den Innenstädten von Regensburg und Bamberg.

Am Montag, 26. März, ist der „fahrende Beichtstuhl” von 10:00 bis 18:00 Uhr auf dem Neupfarrplatz (gegenüber „Galeria Kaufhof“) in der Regensburger Altstadt aufgestellt.

Zwei Tage später, am Mittwoch, dem 28. März, steht das Beichtmobil von 10:00 bis 18:00 Uhr auf dem Maximiliansplatz im Zentrum von Bamberg. Der geistliche Assistent von KIRCHE IN NOT, Pater Hermann-Josef Hubka vom Orden der „Brüder vom gemeinsamen Leben“, steht dort allen Passanten unabhängig von Glaube und Weltanschauung für Gespräche und seelsorglichen Rat zur Verfügung.
Pater Hermann-Josef Hubka nimmt sich Zeit für Gespräche.
Das Beichtmobil ist in ganz Deutschland unterwegs, wie zum Beispiel hier in Kiel.

Katholische Christen können bei ihm außerdem das Sakrament der Versöhnung (Beichte) empfangen. Auf einem Büchertisch werden darüber hinaus Anregungen zum geistlichen Leben und Informationen über die Arbeit von KIRCHE IN NOT zu finden sein.

„Ein Moment des Innehaltens”

Bei dem „Beichtmobil“ handelt es sich um einen zum fahrenden Beichtstuhl umgebauten VW-Bus. Das im Mai 2013 eingeweihte Fahrzeug ist bereits das zweite seiner Art. Das Beichtmobil tourt durch Städte und Pfarrgemeinden; es ist bei kirchlichen Großveranstaltungen ebenso im Einsatz wie bei Handelsmessen und Stadtfesten.

Wie Pater Hermann-Josef Hubka erklärt, wolle KIRCHE IN NOT allen Menschen mit der Aktion einen Denkanstoß in der unmittelbaren Vorbereitung auf Ostern geben. „Oft reicht schon der Anblick des ‚Beichtmobils‘, und die Menschen denken über ihr Leben nach“, sagt er.

„Wenn uns das gelingt, haben wir schon viel erreicht: einen Moment des Innehaltens. Das tut allen gut – egal, ob wir katholisch, evangelisch, muslimischen Glaubens sind oder gar keiner Religionsgemeinschaft angehören.“

Mit dem Beichtmobil knüpft KIRCHE IN NOT an die Tradition der „Kapellenwagen“ an.

Mit diesen zu fahrenden Kirchen umgebauten Lkws hatte der Gründer des Hilfswerks, der niederländische Ordensmann Pater Werenfried van Straaten (1913-2003), nach dem Zweiten Weltkrieg mitgeholfen, die Seelsorge für heimatvertriebene Katholiken in Diasporagebieten sicherzustellen.

Schauen Sie gerne am 26. und 28. März in Regensburg und Bamberg vorbei. Pater Hermann-Josef freut sich auf Ihren Besuch und hat Zeit für Sie.

Der Regensburger Dom.
Das Beichtmobil kommt auch in Ihre Pfarrei

Das Beichtmobil von KIRCHE IN NOT kann von Pfarreien, Gemeinschaften und Initiativen kostenlos ausgeliehen werden.

Alles Weitere hierzu und die nächsten Einsatztermine können Sie telefonisch bei Pater Hermann-Josef Hubka, dem Geistlichen Assistenten von KIRCHE IN NOT Deutschland, erfragen. Telefon: 0 72 54 / 92 88 77.

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