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Ein Strahl der Hoffnung in Beirut

Ein Strahl der Hoffnung in Beirut

KIRCHE IN NOT hilft bei Verteilung von Lebensmittelpaketen

24.09.2020 aktuelles
Die Nachricht, dass die leeren Küchenschränke bald gefüllt sein würden, hat in der „Soziomedizinischen Interkommunitären Ambulanz im Beiruter Viertel Nabaa eine Welle der Begeisterung ausgelöst. Hier kommen, dank der Unterstützung durch KIRCHE IN NOT, Hilfsempfänger des Zentrums zusammen, um Lebensmittelpakete entgegenzunehmen.

 

Noch vor der Wirtschaftskrise im Libanon lebte die Familie von Bassima an der Armutsgrenze und konnte gerade so vom Gehalt ihres Mannes, eines Taxifahrers, leben. „Nun kann ich meine Kinder kaum ernähren“, so die 41-jährige dreifache Mutter.

Eine der Ausgabestellen der Lebensmittelpakete in Beirut.
Mehr als die Hälfte der libanesischen Bevölkerung lebt im Moment unter der Armutsgrenze; die Kaufkraft der nationalen Währung ist in weniger als einem Jahr um 80 Prozent gesunken.

 

Kaufkraft der Währung extrem gesunken

Bassima, die von ihrem jüngsten Kind, dem nach dem beliebten libanesischen Heiligen benannten dreijährigen Charbel, begleitet wird, berichtet: „Wenn ich in den Supermarkt ginge und das einfachste dieser Produkte kaufen würde, hätte ich nicht genug Bargeld übrig, um den Rest des Monats zu überleben. Heutzutage kann ich kaum noch etwas kaufen.“

Jedes Lebensmittelpaket für eine Familie besteht aus zwei Kisten und enthält Grundnahrungsmittel wie Linsen und Bohnen, Lebensmittel in Dosen und Speiseöl.

Bassima bringt ihr Lebensmittelpaket mit einem Kinderwagen nach Hause.
„Ich bin so dankbar, dass es dieses Zentrum gibt“, sagt Bassima, während sie, den kleinen Charbel neben sich, ihre Kisten in einen Kinderwagen verfrachtet, um sie so nach Hause zu bringen. „Die Sozialarbeiter und die Schwestern sind immer hier, um mir zuzuhören und mir zu helfen.“

 

Hilfe für mehr als 5800 Familien

786 Familien ist die Ausgabe der Lebensmittelpakete in der Ausgabestelle in Nabaa zugutegekommen. Insgesamt wird durch die von KIRCHE IN NOT in Zusammenarbeit mit CNEWA (Catholic Near East Welfare Association) und Caritas finanzierte Initiative mehr als 5800 bedürftigen Familien in mehreren Verteilungszentren in den von der katastrophalen Explosion vom 4. August betroffenen Gebieten Beiruts geholfen.

Aufräumarbeiten in Beirut (Foto: Maronitische Kirche Beirut).
„Es gibt so viele arme Menschen in der Gegend von Nabaa, so viele Nöte“, unterstreicht die Direktorin der Ambulanz, Schwester Marie Justine el Osta von den maronitischen Schwestern der Heiligen Familie.

 

„Kirche steht dem Volk zur Seite”

„Nach der Explosionskatastrophe steigen die Nöte. Die Menschen kämpfen darum, Tag für Tag zu leben, und mit jedem Tag wird alles noch teurer“, so beschreibt sie die schlimme Lage im Land, die die Mittelklasse in die Armut stürzt.

„Ich danke Gott dafür, dass er KIRCHE IN NOT geschickt hat, um uns zu helfen. Es ist ein Zeichen dafür, dass die Kirche unserem Volk in seinem Leid zur Seite steht. Ich hoffe auf eine künftige Zusammenarbeit und Hilfsprojekte“, sagt Schwester Marie Justine.

Helfer aus dem Libanon danken KIRCHE IN NOT für die Bereitstellung der Mittel für Lebensmittelpakete.
Als die 33-jährige Abeer hört, dass KIRCHE IN NOT und CNEWA päpstliche Organisationen sind, ruft sie aufgeregt: „Ich möchte Papst Franziskus wissen lassen, dass ich ihn so sehr liebe! Es ist ein Traum für mich, dorthin (in den Vatikan) zu gehen und ihn zu treffen.“

 

Nachdem er fast ein Jahr lang arbeitslos gewesen ist, eine Situation, die durch die Coronavirus bedingten Einschränkungen noch verschärft wurde, hat Abeers Mann nun Arbeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden. Die Trennung ist für die Familie schwer, denn Abeer kümmert sich nun allein um ihren vierjährigen Sohn im Libanon.

Rauchsäule über Beirut nach der Explosion am 4. August im Hafen der libanesischen Hauptstadt (Foto: Samer Nassif).
„Gott sei Dank hat er nun Arbeit“, sagt Abeer. Früher arbeitete Abeer als Putzhilfe in einer Schule. Dies war ihr Weg, mit für die Familie zu sorgen. Trotz eines Abschlusses in Hotelmanagement konnte sie keine Stelle in ihrem Bereich zu finden. „Manchmal muss man schwierige Zeiten durchmachen, nur um zu schätzen, was man hat“, so Abeer.

 

„Jesus ist barmherzig, wie er uns hilft. Unsere einzige Hilfe kommt von diesem Zentrum. Ich fühle mich hier so wohl. Mein Sohn erhält seine Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen. Die Schwestern hier sind wie ein Strahl der Hoffnung, denn es ist eine sehr schwere Zeit, die wir jetzt im Libanon erleiden.“

Die Wucht der Explosion vom 4. August in Beirut hat zu großen Schäden in der Stadt geführt, wie hier an einer Kirche.
Trotz ihrer Herausforderungen ist Abeer zuversichtlich: „Gott wird uns nie verlassen. Ich habe einen großen Glauben. Darum kann ich aufstehen. Und ich will meinen Glauben an meinen Sohn weitergeben“, sagt sie voller Überzeugung.

 

„Der Libanon ist am Boden. Wir gehen durch die schwierigste Zeit in der Geschichte des Landes“, unterstreicht Schwester Marie Justine. „Wir bitten – um der Menschlichkeit willen – um Solidarität mit dem Libanon. Wir bitten die ganze Welt, dass sie sich zusammentun und helfen möge.“

Um der notleidenden Bevölkerung in Beirut und anderen Regionen des Libanon zu können, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – entweder online oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Libanon

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