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Nigeria: Weitere Morde an Christen

Nigeria: Weitere Morde an Christen

Beobachter kritisieren Untätigkeit von Regierung und Sicherheitsbehörden

25.08.2023 aktuelles
Im nigerianischen Bundesstaat Plateau haben extremistische Fulani-Nomaden 21 Christen getötet und über zehn schwer verletzt. Wie KIRCHE IN NOT von lokalen Quellen erfuhr, ereignete sich die Tat bereits am 10. August. Bewaffnete Fulani hätten in der Ortschaft Heipang etwa 40 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Jos Gebäude in Brand gesteckt, in denen sich vertriebene Christen aus benachbarten Regionen aufhielten.

 

Dem nigerianischen Journalisten Masara Kim zufolge hätten die Extremisten anschließend auf Menschen gezielt, die sich vor den Flammen in Sicherheit bringen wollten. Unter den Opfern hätten sich auch mehrere Säuglinge befunden. Kim hatte das Dorf wenige Tage nach der Tat besucht.

Menschen in Heipang/Nigeria werden nach den Übergriffen von Sicherheitskräften geschützt (© Foto: Masara Kim).
Er berichtete, dass es zahlreiche „Zeugen gebe, die gesehen haben, wie ihre Familienmitglieder ermordet wurden“. Dennoch sei es unwahrscheinlich, dass die Behörden die Täter identifizieren und zur Rechenschaft ziehen. Wie Kim berichtete, sei der bislang brutalste Übergriff in diesem Jahr am 15. und 16. Mai erfolgt. Damals hätten militante Fulani im Bezirk Mangu südöstlich von Jos über 200 Christen umgebracht.

 

Immer häufiger „systematische Tötungen“

Laut Polycarp Lubi, dem Vorsitzenden der „Christian Association“ (Christliche Vereinigung) im Bundesstaat Plateau, käme es in jüngster Zeit immer häufiger zu „systematischen Tötungen“. Diese hätten eine „lange Geschichte“ in dem Bundesstaat.

Die Verantwortlichen in Politik und bei den Sicherheitskräften seien selten bereit, „zu sagen, was vor sich geht“, kritisierte der Priester. Es gäbe kaum Verhaftungen von mutmaßlichen Tätern. Auch würden die Behörden nichts unternehmen, um Christen in der Region zu helfen, die durch Terroranschläge vertrieben wurden.

Ein bewaffneter Fulani-Hirte (© Secretariat of Nigeria (CSN) Directorate of Social Communications).
Der sogenannte „Middle Belt“, die Zentralregion Nigerias, wird seit vielen Jahren von Konflikten zwischen mehrheitlich muslimischen Fulani-Nomaden und christlichen Bauern erschüttert. Ursprünglich standen Land- und ethnische Konflikte im Vordergrund.

 

Projektpartner von KIRCHE IN NOT betonen, dass die Gewalt auch immer mehr eine religiöse Dimension hat. Es gibt Hinweise, wonach Fulani-Gruppen in Kontakt mit der dschihadistischen Terrormiliz „Boko Haram“ stehen.

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