Spenden
Schwester Gianna lächelt – selbst dann, wenn sie über die schwierigen Bedingungen ihrer Arbeit in Sierra Leone berichtet: Kein Strom, kein fließendes Wasser, keine sanitären Einrichtungen. Schwester Gianna stammt aus Polen und ist eine von drei Ordensfrauen der Kongregation der Schwestern vom Barmherzigen Jesus, die seit 2016 in Kambia im Nordwesten von Sierra Leone tätig sind.

 

Das westafrikanische Sierra Leone zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Folgen des Bürgerkrieges sind auch 21 Jahre nach dessen Ende noch überall spürbar. Nach dem Krieg kam Ebola und forderte rund 4000 Menschenleben, dann folgte die Corona-Pandemie.

Eine der Ordensfrauen mit Kindern. © Kirche in Not
Als Schwester Gianna ins Land kam, begann sie schon bald große Pläne zu schmieden: Die Ordensfrauen wollten einen Kindergarten und ein Zentrum für junge Menschen eröffnen. Denn das Bildungsniveau im Land ist niedrig; viele Kinder und Jugendliche können kaum lesen und schreiben. Mit Unterstützung von KIRCHE IN NOT (ACN) wurden Schwester Giannas Pläne nun Realität. Stolz zeigt sie das neu eröffnete Kinder- und Jugendzentrum. „Wir konnten dieses heruntergekommene Gebäude renovieren und hier sogar Toiletten einbauen, für viele Menschen hier eine Seltenheit.“

 

Täglich kommen hunderte Kinder hierher, machen Hausaufgaben und bekommen eine warme Mahlzeit. In den Kindergarten gehen etwa 100 Schützlinge – auch aus muslimischen Familien. Etwa elf Prozent der Einwohner Sierra Leones sind Christen, über 65 Prozent Muslime. „Viele Einwohner haben katholische Schulen besucht. Deshalb haben die meisten Eltern kein Problem damit, dass die Kinder mit dem Christentum in Berührung kommen“, berichtet Schwester Gianna. Am Sonntag schickten viele Eltern ihre Kinder schön angezogen zu den Ordensfrauen, um mit ihnen zu beten.

Schwester Gianna vor dem neuen „Zentrum der Göttlichen Barmherzigkeit“ in Kambia/Sierra Leone. © Kirche in Not
Um die Bevölkerung auch geistlich zu begleiten, haben die Schwestern zusätzlich ein „Zentrum der Göttlichen Barmherzigkeit“ neben dem Kindergarten errichtet. „Dort organisieren wir an den Wochenenden Einkehrtage. Wir wollen den Menschen helfen, im Glauben zu wachsen“, berichtet Schwester Gianna. „Diese Art der Evangelisierung funktioniert. Durch Worte können wir nicht viel evangelisieren, aber ich glaube, dass viele Menschen durch unser Vorbild möglicherweise in der Zukunft Christus nahekommen werden.“

Helfen:

Bitte unterstützen Sie den Einsatz der Ordensfrauen und die Arbeit der Kirche in Sierra Leone mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Sierra Leone

KIRCHE IN NOT-Film über den Bürgerkrieg in Sierra Leone: "Die Kraft der Vergebung"

Weitere Informationen

Pater Anton Lässer CP ist neuer Internationaler Geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT (ACN). Das Dikasterium für den Klerus folgte damit dem Vorschlag unseres Internationalen Präsidenten Mauro Kardinal Piacenza. Pater Anton nahm seine Arbeit in Königstein bereits am 17. April auf, für die er von der Gemeinschaft der Passionisten freigestellt wurde.

 

Anton Lässer wurde 1961 in Höchst (Vorarlberg) geboren und war nach seinem Studium der Betriebswirtschaft zunächst als Unternehmensberater tätig. 1992 begann er mit dem Studium der Theologie an der Theologischen Fakultät in Augsburg, das er 1999 mit einem Lizenziat in Dogmatik in Rom abschloss. Im gleichen Jahr wurde er zum Priester geweiht. Bereits während seiner theologischen Ausbildung begründete er die Radioinitiative „Radio Horeb“ und war Vorsitzender der Internationalen Christlichen Rundfunkgemeinschaft e.V.

Pater Anton Lässer, Internationaler Geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT
Nach Tätigkeiten als Kaplan und Pfarrprovisor in seiner österreichischen Heimat und dem Abschluss seines Doktoratsstudiums in Rom trat er 2007 in die Kongregation vom Leiden Jesu Christi (Passionisten) ein, in der er 2011 die Ewige Profess ablegte. Im selben Jahr wurde er Direktor des Überdiözesanen Priesterseminars Leopoldinum Heiligenkreuz. Im September 2017 wurde er Wallfahrtsrektor und Leiter des Passionistenklosters in Maria Schutz in Niederösterreich.

 

Dank unseres Präsidenten

Pater Anton folgt auf Pater Martin Barta. Der aus der Slowakei stammende Priester der Gemeinschaft „Werk Jesu des Hohepriesters – Familie Mariens“ hatte unserem Hilfswerk seit 2011 als Internationaler Geistlicher Assistent vorgestanden. In unserem aktuellen Rundbrief „Echo der Liebe“ dankt Kardinal Piacenza Pater Martin für die langjährige gute und fruchtbare Zusammenarbeit: „Danke, dass du uns auf die Wege jener Nächstenliebe geführt hast, die auf dem Halm des Glaubens Früchte bringt und den Wohlgeruch des Herrn verbreitet.“

KIRCHE IN NOT Deutschland wünscht Pater Anton und Pater Martin Gottes reichen Segen und die Gaben des Heiligen Geistes für Ihre neuen Aufgaben.

Pater Martin Barta – von 2011-2023 Internationaler Geistlicher Assistent von KIRCHE IN NOT (ACN)

Weitere Informationen

Nach den jüngsten Ausschreitungen im ostindischen Bundesstaat Manipur wächst die Angst vor weiteren Angriffen auf die christliche Minderheit. Laut dem emeritieren Bischof von Baruipur im Bundesstaat Westbengalen, Salvadore Lobo, hätten die Konflikte neben der ethnischen auch eine religiöse Komponente. Die seit fast zehn Jahren regierende Partei BJP sei zum Sprachrohr des Hindunationalismus geworden: „Das Prinzip der BJP ist es, zu spalten und herrschen“, erklärte der Bischof bei einem Besuch in der internationalen Zentrale von „Kirche in Not“ (ACN) in Königstein im Taunus.
Umgestürztes Kreuz nach einer christenfeindlichen Attacke im Bundesstaat Chhattisgarh (Archivbild). © Kirche in Not
Zielscheibe für Diskriminierung

 

Obwohl das Christentum seit fast zweitausend Jahren in Indien präsent sei, würden Christen von radikalen Hindus oft als nicht indisch dargestellt. Die Anti-Konversionsgesetze in einigen indischen Bundesstaaten würden oft als Deckmantel für die Diskriminierung von Christen missbraucht: „Bestimmte Gruppen beschuldigen zwar die Kirche, sie würde Gläubige abwerben. Aber die Kirche tut das nicht. In den vergangenen 30 Jahren hat die Zahl der Christen in Indien prozentual nicht zugenommen.“

 

Bischof Lobo führt die verbreiteten Ressentiments gegen Christen auch auf die unterschiedliche religiöse Praxis zurück: „Hindus und Muslime beten oft zu Hause in ihren Familien. Sie besuchen seltener ihre Tempel oder Moscheen. Da die christlichen Kirchen aber sonntags und manchmal sogar täglich voll sind, entsteht der Eindruck, dass wir Christen zahlreicher sind als in Wirklichkeit. Das macht uns zur Zielscheibe für Diskriminierung.“

Salvadore Lobo, emeritierter Bischof von Baruipur/Indien. © Kirche in Not
Soziale Arbeit der Kirchen wird geschätzt

 

Radikale Hindus werfen christlichen Missionaren vor, Menschen mit Lebensmitteln oder Geld zum Religionswechsel zu zwingen. Sie hätten aber keine Vorbehalte, die sozialen Einrichtungen der Kirche zu nutzen, betonte Lobo: „Ich habe vor Kurzem ein katholisches Krankenhaus in Bangaluru (Bangalore) in Südindien besucht. Dort werden 3000 Patienten behandelt. Die meisten von ihnen sind keine Christen. Unsere Krankenhäuser werden geschätzt. Dennoch wird den Christen vorgeworfen, mit solchen Einrichtungen Menschen abzuwerben.“

 

Der Blick auf die bevorstehenden indischen Parlamentswahlen im Jahr 2024 lasse befürchten, dass die antichristlichen Äußerungen wieder zunehmen. Die mangelnde Organisation der Oppositionsparteien könne zu einem erneuten Sieg der BJP führen, erklärte der Bischof, zumal die Regierung Erfolge im Bereich der Wirtschaftspolitik vorweisen könne.

Vandalismus in einer indischen Kirche.
Lobo betonte auch, dass die Situation von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden sei. In Westbengalen, seiner Wirkungsstätte, lebten die religiösen Gruppen friedlich miteinander: „Die meisten Nichtchristen werden in katholischen Schulen unterrichtet. Die Menschen respektieren die verschiedenen Religionen. Es gibt keine Probleme, wenigstens im Moment noch nicht.“

 

Mindestens 50 Tote, 23 000 Menschen auf der Flucht

 

Anfang Mai waren im Bundesstaat Manipur an der Grenze zu Myanmar bei gewaltsamen Demonstrationen mindestens 50 Menschen getötet wurden, mehr als 23 000 Menschen seien laut lokalen Medien geflohen. Auslöser waren Forderungen der hinduistischen Meitei-Volksgruppe, als „geschützter Stamm“ anerkannt zu werden; Gegner befürchten weitere Diskriminierungen im Sozial- und Arbeitsbereich.

 

Bei Demonstrationen sei es nach Berichten lokaler Beobachter zu Übergriffen auf überwiegend christliche Stammesgemeinschaften gekommen; auch mehrere Kirchen sollen niedergebrannt worden sein. Das indische Militär war mit mehreren tausend Kräften im Einsatz. Die Situation gilt mittlerweile als wieder unter Kontrolle.

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche im Indien und ihren Einsatz für benachteiligte Volksgruppen mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Indien

Indien: Dalits - die "unberührbaren" Christen

Weitere Informationen

Am Morgen des 11. Mai ist der koptisch-katholische Bischof Kyrillos William Samaan im Alter von 76 Jahren in einem Krankenhaus in Kairo verstorben. Dies teilten Familienangehörige unserem Hilfswerk KIRCHE IN NOT (ACN) mit.

 

Samaan leitete von 1990 bis 2021 die Eparchie Assiut, die größte koptisch-katholische Diözese in Ägypten, etwa 400 Kilometer südlich von Kairo. Im Laufe dieser Jahrzehnte wurde er zu einem guten Freund und Arbeitspartner von KIRCHE IN NOT. Er war mehrfach in der internationalen Zentrale des Hilfswerks in Königstein im Taunus und in zahlreichen der 23 Nationalbüros des Hilfswerks zu Gast. Auf vielen Veranstaltungen von KIRCHE IN NOT informierte er über die Lage der Christen in Ägypten, in Deutschland zuletzt bei einem Begegnungstag Anfang 2020. KIRCHE IN NOT hatte außerdem einen Besuch des Bischofs bei den Institutionen der Europäischen Union in Brüssel organisiert.

Bischof Kyrillos bei einer Taufe in seiner Diözese Assiut. © Kirche in Not
Zeiten großer politischer Spannungen erlebt

 

Kyrillos William Samaan wurde am 01. Oktober 1946 in der Nähe von Assiut in eine kinderreiche christliche Familie geboren. Vier seiner Geschwister ergriffen ebenfalls einen geistlichen Beruf. Sein Theologiestudium in Rom fiel in die Zeit der großen politischen Spannungen zwischen Ägypten und Israel. Samaan musste wieder in seine Heimat zurückkehren und fünf Jahre Militärdienst leisten, bevor er am 10. Juni 1974 zum Priester geweiht wurde.

 

In jüngerer Zeit half Bischof Kyrillos dabei, die koptisch-katholische Gemeinde in Ägypten durch die schwierigen Jahre des „Arabischen Frühlings“ zu führen, in denen es mehrfach zu Angriffen auf Christen kam. Er beklagte, dass Christen in Ägypten oft als Bürger zweiter Klasse angesehen würden und setzte sich für einen Dialog mit moderaten islamischen Kräften ein. Ein großes Anliegen war ihm auch die Ökumene. „Wir haben eine Mission zu erfüllen: inmitten einer Welt voller Gewalt Zeugen der Liebe Gottes zu sein“, sagte er auf einer Veranstaltung von KIRCHE IN NOT.

Kerzen in einer koptischen Kirche in Kairo (Ägypten).
Geschätzter Gesprächspartner

 

Samaan, der mehrere Sprachen fließend beherrschte, war international ein gefragter Gesprächspartner und Ratgeber. Erst im vergangenen Jahr hatte ihn Papst Franziskus zum Apostolischen Visitator für die koptisch-katholischen Gläubigen in den USA und Kanada ernannt.

 

Der Bevölkerungsanteil der Christen in Ägypten liegt zwischen zehn und 20 Prozent. Die Mehrheit von ihnen sind koptisch-orthodox. Eine kleine Minderheit gehört der koptisch-katholischen Kirche an, die in Einheit mit Rom steht. Erst am vergangenen Mittwoch hatte Papst Franziskus das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Tawadros II., bei seinem Rombesuch eingeladen, gemeinsam mit ihm bei der Generalaudienz zu den versammelten Menschen zu sprechen.

Bischof Kyrillos dankt KIRCHE IN NOT

Weitere Informationen

Nach der Präsidentenwahl in Nigeria zeigt sich der katholische Erzbischof von Kaduna, Matthew Man-Oso Ndagoso, in Bezug auf den designierten Präsidenten Bola Ahmed Tinubu hoffnungsvoll. „Er wird sich anders als der jetzige Präsident Muhammadu Buhari verhalten. Wir Katholiken hoffen, dass er in der Lage sein wird, eine neue Einstellung in unsere Politik einzubringen, von der wir alle profitieren können“, erklärte der Erzbischof auf einer vom weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) veranstalteten Online-Konferenz.
Matthew Man-Oso Ndagoso, Erzbischof von Kaduna. © Kirche in Not
Diesen Optimismus führt Ndagoso auf die Herkunft des Wahlsiegers zurück: Tinubu stamme aus dem Volk der Youruba, das vor allem im Südwesten Nigerias lebt. Die Mehrheit seien Muslime, so auch Tinubu. „Dort ist es aber üblich, dass Katholiken, Protestanten und Muslime in derselben Familie leben und gut miteinander auskommen. Außerdem ist Tinubus Frau eine praktizierende Christin, so dass wir zuversichtlich sind“, sagte der Erzbischof.

 

„Wir wollen fair und gerecht behandelt werden“

 

Nigerias Katholiken hofften, dass die Wahl des gemäßigten Muslims Tinubu ihre Sicherheit verbessert. Besonders die Christen in Nordnigeria, wo sie in der Minderheit sind und seit Jahren unter dschihadistischem Terror leiden, träumten von besseren Bedingungen nach den Wahlen. „Wir verlangen nichts Besonderes, wir wollen nur fair und gerecht behandelt werden. Das ist aktuell nicht der Fall“, resümierte Erzbischof Ndagoso.

Christen im Bundesstaat Kaduna protestieren gegen Gewalt durch Fulani-Nomaden. (Archivbild von 2019) © Kirche in Not
Der derzeitige Präsident Buhari, ein Angehöriger des mehrheitlich muslimischen Hirtenvolks der Fulani, wurde von Kirchenvertretern wiederholt beschuldigt, der Gewalt im Land weitgehend tatenlos zuzusehen. Das Land wird neben dschihadistischer Gewalt auch von ethnischen Spannungen, Bandenkriminalität sowie Landkämpfen zwischen Fulani-Nomaden und mehrheitlich christlichen Bauern erschüttert. Regelmäßig werden Priester und Ordensleute entführt und ermordet.

 

„Dialog des Lebens“

 

Trotz der Gewalt, die auch eine religiöse Komponente habe, lebten Christen und Muslime vor Ort harmonisch zusammen, betonte der Erzbischof: „Immer, wenn ich in eine Pfarrei gehe, besuche ich den örtlichen Imam, und andere Priester tun es genauso. Christen und Muslime leben zusammen, gehen auf den gleichen Markt, ihre Kinder besuchen die gleiche Schule. Sie leben zusammen, und das ist der Dialog des Lebens.“

Erzbischof Man-Oso Ndagoso während des Katholikentags 2022 in Stuttgart.
Nach den Wahlen Ende Februar in Nigeria war Bola Ahmed Tinubu zum Sieger erklärt worden. Er trat als Kandidat der Regierungspartei All Progressives Congress (APC) an. Die unterlegenen Kandidaten fochten das Ergebnis an und sprachen von einer „Scheinwahl“. Die richterliche Entscheidung steht noch aus. Der Amtsantritt des neuen Präsidenten soll am 29. Mai erfolgen. Die regierende APC hatte im Vorfeld mit der Tradition gebrochen, und statt eines Christen und eines Muslim zwei Muslime als Präsidentschaftskandidaten aufgestellt.
Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Nigeria mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Nigeria

Erzbischof Ndagoso:"Dank KIRCHE IN NOT konnte ich Priester und Bischof werden"

Weitere Informationen

Zwei Jahrzehnte nach Beginn des Irakkrieges, der zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein führte, sehen sich Christen im Irak noch immer als Bürger zweiter Klasse. Das betonte der syrisch-katholische Erzbischof Nathanael Nizar Wadih Semaan im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN): „Wir fordern eine Verfassung, die sich auf Menschlichkeit gründet – nicht auf Religion. Eine Verfassung, die auf einer bestimmten Religion basiert, bedeutet, dass man gemäß dieser Religion behandelt werden kann. Das wollen wir nicht. Wir wollen als irakische Bürger behandelt werden, weil wir Menschen dieses Landes sind.“
Erzbischof Nathanael Nizar Wadih Semaan
Nizar leitet die syrisch-katholische Eparchie Adiabene mit Sitz in Ankawa bei Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan. Der Erzbischof betonte, dass sich die Christen um gute Beziehungen zur Zentralregierung wie zur kurdischen Verwaltung bemühten: „Als Christen verlangen wir nichts Besonderes, wir wollen, dass unsere Menschenwürde genauso akzeptiert wird wie die aller anderen Iraker.“

 

Widersprüchliche Verfassung

 

Wie der von „Kirche in Not“ im Frühjahr 2023 auf Deutsch erschienene Bericht „Verfolgt und vergessen?“ erläutert, ist die aktuell gültige irakische Verfassung von 2005 widersprüchlich. Sie schützt zum einen die religiösen Rechte von Christen und anderen Minderheiten, zum anderem bestimmt sie den „Islam zur Staatsreligion und zu einer Quelle der Gesetzgebung“. Der Übertritt vom Islam zum Christentum ist nach wie vor gesetzlich verboten.

Papst Franziskus bei einem interreligiösen Treffen während seiner Irakreise im März 2021. © KIRCHE IN NOT
Christen fühlen sich nach wie vor in Eigentumsfragen, am Arbeitsplatz und bei öffentlichen Ämtern benachteiligt, wie Projektpartner von „Kirche in Not“ immer wieder betonen. Hinzu kommt die anhaltende Bedrohung durch Schläferzellen des „Islamischen Staates“ (IS), der Beobachtern zufolge insbesondere im ländlichen Irak und in Syrien eine sehr aktive Kraft darstellt.

 

Gleichzeitig hatte die irakische Regierung Schritte auf die Christen und anderen religiösen Minderheiten zugemacht. So ist zum Beispiel Weihnachten seit 2020 im Irak ein nationaler Feiertag. Politiker betonten immer wieder, dass die Christen wichtiger Bestandteil der irakischen Gesellschaft seien.

 

Folgen des Papstbesuchs noch immer spürbar

 

Große Bedeutung kam in diesem Zusammenhang auch dem Irak-Besuch von Papst Franziskus im März 2021 zu, betonte Erzbischof Nizar: „Er hat Hoffnung in unser Herz gepflanzt. Er hat uns das Gefühl gegeben, dass die katholische Kirche uns nicht vergessen hat.“ Die Auswirkungen des Besuchs seien noch immer spürbar.

Irakische Christen beim Gebet.
Die Zahl der Christen im Irak liegt Schätzungen von „Kirche in Not“ zufolge heute bei 150 000, im Jahr 2014 waren es noch etwa doppelt so viele. Damals begannen die Eroberungen des IS, die zu einem Völkermord an der christlichen Minderheit führte und Zehntausende zur Flucht zwang.

 

„Kirche in Not“ hatte damals die Versorgung der Vertriebenen im kurdischen Teil des Irak unterstützt und nach der Rückeroberung der vom IS besetzten Gebiete ein Aufbauprogramm für die zerstörten christlichen Ortschaften der Ninive-Ebene gestartet, so dass etwa die Hälfte der einstigen Bewohner zurückkehren konnte. „Ohne ,Kirche in Not’ wäre unsere Situation heute eine andere“, betonte Erzbischof Nizar. „Ihre Hilfe hat entscheidend dazu beigetragen, den Christen einen besseren Lebensstandard zu ermöglichen und ihnen zu helfen, dass sie im Irak bleiben können.“

Bitte unterstützen Sie das Überleben und die Arbeit der Kirche im Irak mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Irak

Ninive-Marshall-Plan für den Irak: Das größte Projekt in 75 Jahren KIRCHE IN NOT

Weitere Informationen

Papst Franziskus befindet sich aktuell im Krankenhaus; er leidet an einer Atemwegsinfektion, wie der Vatikan am Mittwochabend mitteilte. Italienische Medien berichteten, das medizinische Personal sei „sehr optimistisch“, dass der Papst schon zum Palmsonntag wieder im Vatikan sein könne.

Papst Franziskus (Foto: Pascal Huot_AMeCO).
Der Papst sei berührt von den vielen Nachrichten, die ihn derzeit erreichten, in denen ihm Menschen ihre Nähe bekundeten und ihm ihr Gebet zusicherten, erklärte Vatikansprecher Matteo Bruni. KIRCHE IN NOT (ACN) schließt sich gern dem Gebet für den Heiligen Vater an.
Gebet für Papst Franziskus:

Barmherziger Gott,

Dein Sohn Jesus hat auf seinem Kreuzweg

das Leid der Welt auf sich genommen.

Daran erinnern wir uns in diesen Tagen.

 

Wir beten für Papst Franziskus, der erkrankt ist.

Steh ihm bei und gib ihm Kraft, sein Kreuz zu tragen.

Schenke ihm Zuversicht und Trost.

Lass ihn die Nähe vieler Menschen spüren,

die jetzt für ihn beten.

 

Gib ihm Gesundheit,

damit er seinen Hirtendienst fortsetzen kann.

Dein Wille geschehe.

 

Mit Papst Franziskus sowie allen Kranken und Leidenden

schenke uns die Gewissheit:

Das Kreuz ist nicht das Ende.

Der österliche Sieg überstrahlt das Dunkel,

so bedrohend es auch scheinen mag.

 

Sei gepriesen in Zeit und Ewigkeit. Amen.

 

 

Kerzen für den Frieden: Papst Franziskus unterstützt Kampagne von KIRCHE IN NOT

Auswahl an Gebeten

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hat das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) zwei nigerianische Christinnen nach Rom eingeladen, wo sie unter anderem Papst Franziskus treffen werden. Das Hilfswerk möchte damit auf das Schicksal zahlreicher Frauen und Mädchen aus religiösen Minderheiten aufmerksam machen, die in zahlreichen Ländern von Terrorgruppen entführt, missbraucht, zwangsverheiratet und zur Konversion gezwungen werden.

 

Eine der jungen Frauen, die am Ende der Generalaudienz am 8. März Papst Franziskus begegnen wird, ist Maryamu Joseph. Sie stammt aus Bazza im Bundesstaat Adamawa im Nordosten Nigerias. Die heute 19-Jährige war neun Jahre lang in der Hand der Terrorgruppe Boko Haram. Erst im Juli 2022 gelang ihr die Flucht. Im Interview mit „Kirche in Not“ erzählt sie ihre Geschichte.

Maryamu Joseph war neun Jahre in der Gewalt von Boko Haram. © Kirche in Not
„Kirche in Not“: Maryamu, wie würden Sie beschreiben, was Sie durchgemacht haben?

Maryamu Joseph: Neun Jahre leben in Gefangenschaft, neun Jahre Folter, neun Jahre voller Qualen! Worte können dem nicht gerecht werden, was ich erlitten habe.

 

Wann und wo wurden Sie gefangen genommen?

Die Kämpfer von Boko Haram haben mein Dorf im Februar 2013 überfallen. Damals war ich sieben Jahre alt. Nach einem Massaker mit vielen Toten verschleppten sie 22 Christen. Drei Woche mussten wir laufen, bis wir am Ort unserer Gefangenschaft ankamen. Sie gaben mir einen muslimischen Namen: Aisha. Sie warnten uns, nicht wie Christen zu beten, sonst würden wir getötet. Als ich zehn war, wollten sie mich mit einem ihrer Chefs verheiraten, aber ich weigerte mich. Zur Strafe sperrten sie mich ein ganzes Jahr lang in einen Käfig. Einmal am Tag brachten sie mir etwas zu essen, und schoben es unter der Tür durch, ohne den Käfig ein einziges Mal zu öffnen.

Bewohner und Mitarbeiter des Traumazentrums der Diözese Maiduguri. © Kirche in Not
Später trafen Sie auch noch auf Familienangehörige…

Ja, im November 2019 nahmen sie zwei meiner Geschwister gefangen und brachten sie ebenfalls in das Lager. Sie töteten meinen Bruder direkt vor meinen Augen. Ein paar Tage später bekam ich schlimme Albträume und begann zu halluzinieren.

 

Wie ist Ihnen nach neun Jahren die Flucht gelungen?

Am 8. Juli 2022 war nachts alles ruhig im Lager. Alle schliefen, nur ich nicht und die Mitgefangenen, die mit mir in einer Hütte untergebracht waren. Wir beschlossen zu fliehen. Ich hatte Gewissensbisse wegen meiner jüngeren Schwester, die anderswo im Lager war. Aber ich stellte mir vor, den Rest meines Lebens gefangen bleiben zu müssen. Also musste ich gehen, egal was passierte. Wir schlichen uns aus dem Lager. Zwei Tage lang rannten wir, bis wir in die Stadt Maiduguri kamen. Ich brach ohnmächtig zusammen. Später wurde ich das Traumazentrum der Diözese Maiduguri gebracht.

Frauen stellen im Traumazentrum Handarbeiten her. © Kirche in Not
Welche Erfahrungen haben Sie im Traumazentrum gemacht?

Der Schmerz hat nachgelassen, seit ich in Maiduguri angekommen bin. Ich habe keine Halluzinationen mehr. Am Anfang konnte ich keine Männer in meiner Nähe ertragen. Mittlerweile habe ich gelernt, den Hass loszulassen. Ich bin nicht mehr so aggressiv wie am Anfang und verstehe mich gut mit meinen Therapeuten. Was meine Arbeit angeht, so möchte ich im Zentrum lernen, schöne Kleider, Taschen und Schuhe herzustellen.

 

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft?

Im Moment denke ich nicht darüber nach. Ich möchte von dem Schmerz und der Qual, die ich fühle, befreit werden. Bald werde ich wieder in die Schule gehen können. Später würde ich gern einmal Jura studieren, um wehrlose Menschen zu verteidigen. Ich würde mich riesig freuen, wenn mein Wunsch in Erfüllung gehen würde.

Das Traumazentrum der Diözese Maiduguri wurde mit Hilfe von „Kirche in Not“ gebaut. Dort können bis zu 40 traumatisierte Frauen und Mädchen psychologisch und seelsorgerisch betreut werden.

 

Auf das Schicksal entführter und missbrauchter Frauen und Mädchen in Nigeria, Pakistan, Ägypten, Irak und andernorts macht eine Fallstudie von „Kirche in Not“ mit dem Titel „Hört Ihre Schreie“ aufmerksam. Sie kann bestellt und heruntergeladen werden unter: https://www.kirche-in-not.de/shop/hoert-ihre-schreie-broschuere/

 

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Nigeria für Terroropfer mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Nigeria

„Hört ihre Schreie“: Christinnen weltweit bevorzugtes Ziel von Islamisten

Weitere Informationen

Einen Monat nach dem Erdbeben in Syrien und der Türkei hat das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) ein weiteres Hilfsprojekt gestartet. Im syrischen Aleppo zahlt „Kirche in Not“ Mietbeihilfen an rund 450 christliche Familien aus, die durch die Naturkatastrophe obdachlos geworden sind. „Kirche in Not“ arbeitet dabei mit dem Gemeinsamen Ausschuss der Kirchen in Aleppo zusammen, dem katholische, orthodoxe und protestantische Christen angehören.
Projektreferent Xavier Bisits im Gespräch mit Betroffenen des Erdbebens. © Kirche in Not
„Es geht im Moment vor allem darum, vorübergehende Unterkünfte für Familien zu mieten, die nicht mehr in ihre Häuser zurückkehren können, weil sie zerstört oder einsturzgefährdet sind“, erklärte der Projektreferent von „Kirche in Not“ für Syrien und den Libanon, Xavier Bisits. Nach ersten Untersuchungen seien in Aleppo hunderte Häuser nicht bewohnbar. Einige müssten abgerissen werden, andere könnten vielleicht in Stand gesetzt werden. Nach wie vor kampierten viele Menschen in Aleppo in ihren Autos oder auf dem Boden von Kirchen und Gemeindesälen, berichtete Bisits: „Die betroffenen Familien brauchen jetzt vor allem einen sicheren Ort.“ Viele seien durch infolge des Krieges und der Inflation mittellos.

 

Mieten für die ersten sechs bis zwölf Monate

 

Die lokalen Projektpartner suchen nun nach Wohnraum; „Kirche in Not“ wird für die ersten sechs bis zwölf Monate die Miete übernehmen. Die christlichen Kirchen in Aleppo haben darüber hinaus bereits ein Ingenieur-Komitee beauftragt, die Schäden an den Häusern von Gemeindemitgliedern zu erfassen und die Wiederaufbaukosten zu kalkulieren. „Kirche in Not“ wird auch dabei helfen.

Menschen in einer kirchlichen Notunterkunft in Aleppo. © Kirche in Not
Das Hilfswerk hatte bereits unmittelbar nach dem Beben Soforthilfen in Höhe von einer halben Million Euro zur Verfügung gestellt, damit Diözesen, Klöster und Pfarrgemeinden in besonders betroffenen Gebieten wie Aleppo oder Latakia die Überlebenden des Erdbebens mit Lebensmittel, Decken und weiteren Hilfsgütern versorgen können. Dabei kommt „Kirche in Not“ die jahrelange Zusammenarbeit mit den lokalen Kirchen zugute.

 

Die jetzt geleisteten Hilfen gehören zu den wenigen, die vor Ort ankommen. Bisits, der noch am Tag der Katastrophe in die Region gereist war, hatte kritisiert, dass es nach dem Erdbeben „fast keine Anzeichen für eine internationale Reaktion“ zur Hilfe in Nordsyrien gebe: „Die Welt darf Syrien nicht vergessen.“

Helfen Sie den Menschen in Syrien

Bitte unterstützen Sie „Kirche in Not“ bei der Organisation der materiellen Hilfe über die christlichen Gemeinden Syriens – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

 

Empfänger: KIRCHE IN NOT

LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02

BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Syrien

Erdbeben in Syrien: Kaum internationale Hilfe kommt an

Weitere Informationen

Zum Tod von Papst em. Benedikt XVI. veröffentlicht „Kirche in Not“ (ACN) Deutschland ein Gebetsblatt im Format DIN A6. Es eignet sich sowohl für das persönliche als auch das gemeinschaftliche Beten und kann ab sofort kostenlos beim Hilfswerk bestellt oder als digitale Version heruntergeladen werden.

 

„Wir sind Benedikt XVI. unendlich dankbar“, erklärte der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, Florian Ripka. „Joseph Ratzinger war unserem Hilfswerk schon in seiner Zeit als Kardinal sehr verbunden. Als Papst hat er ,Kirche in Not’ 2011 in den Rang einer Päpstlichen Stiftung erhoben und damit auf ein neues Fundament gestellt. Ohne Benedikt XVI. wären wir nicht das, wir heute sind.“

Titelseite des Gebetsblattes. © Grzegorz Galazka/Kirche in Not
Auch viele Wohltäter seien dem emeritierten Papst sehr verbunden. „Für sie und alle Menschen, die um Benedikt XVI. trauern, ist unser neues Gebet gedacht“, sagte Ripka. Wichtig sei ihm, dass das Gebet neben der Bitte für den verstorbenen Papst am Ende auch die ganze Kirche in den Blick nehme: „Als Päpstliche Stiftung stehen wir treu zum amtierenden Heiligen Vater. Unser Hilfswerk unterstützt den pastoralen Einsatz der ganzen Kirche, für die Benedikt XVI. ein Leben lang als ,Arbeiter im Weinberg des Herrn“ tätig war.“
Das Gebetsblatt für Papst em. Benedikt XVI. kann hier heruntergeladen werden: https://www.kirche-in-not.de/shop/gebet-fuer-papst-em-benedikt-xvi-download/

 

Kostenlose Bestellmöglichkeit der gedruckten Version unter: https://www.kirche-in-not.de/shop/gebet-fuer-papst-em-benedikt-xvi/; oder unter Angabe der Artikelnummer 10150 bei: KIRCHE IN NOT, Lorenzonistraße 62, 81545 München, Telefon: 089 – 64248880, Fax: 089 – 642488850, E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

Prof. Christoph Ohly über Papst Benedikt XVI. – Mitarbeiter der Wahrheit, Teil 2

Weitere Informationen

Die weltweite päpstliche Stiftung „Kirche in Not“ (international: Aid to the Church in Need ACN) nimmt mit tiefer Trauer und großer Dankbarkeit Abschied von Papst em. Benedikt XVI.. Er sei ein großer Freund und Förderer des Hilfswerks gewesen, erklärt der Präsident von „Kirche in Not“ (ACN), Mauro Kardinal Piacenza: „Das Lehramt von Papst Benedikt, der seine erste Enzyklika ,Deus caritas est’ der Nächstenliebe gewidmet hat, ist sehr wertvoll für ,Kirche in Not’ gewesen.“ Damit habe er die Mission des Hilfswerks gestärkt, dass sich „aufgrund seines Gründungscharismas ganz und gar mit der Nächstenliebe beschäftigt, um der leidenden Kirche zu helfen.“
Papst Benedikt XVI. Foto: Grzegorz Galazka
Auf Auslandsreisen hatte Benedikt XVI. den Einsatz des Hilfswerks für notleidende und bedrängte Christen kennengelernt. 2007 war er zum Beispiel bei einer Apostolischen Reise nach Brasilien zu Besuch in einem Drogenrehabilitationszentrum „Fazenda da Esperança“ (Hof der Hoffnung), unterstützt von „Kirche in Not.

 

ACN zur päpstlichen Stiftung erhoben

 

Papst Benedikt hat die Arbeit des internationalen katholischen Hilfswerks viele Jahre lang maßgeblich begleitet. Kardinal Piacenza erinnert daran, dass es Benedikt XVI. gewesen sei, der im Jahr 2011 „Kirche in Not“ in den Rang einer Päpstlichen Stiftung erhoben und einen umfassenden Modernisierungsprozess bei „Kirche in Not“ einleitet hatte. In dem Bestätigungsschreiben (Chirograph) hatte der Papst die Verdienste des Hilfswerks gewürdigt, „das die Kirche seit 65 Jahren überall dort begleitet, wo es an finanziellen Mitteln fehlt und oder es zu Verstößen gegen die Religionsfreiheit kommt, so dass die Ausübung des Evangelisierungsauftrages schwierig oder gar unmöglich wird.“ „Kirche in Not“ hat mit dieser Umwandlung zur Päpstlichen Stiftung ihre bis heute gültige Gestalt bekommen. Zum ersten Präsidenten ernannte Papst Benedikt XVI. Mauro Kardinal Piacenza.

Papst Benedikt XVI. 2007 auf der Fazenda da Esperança in Guaratingueta © Joaci Oliveira/ Kirche in Not
Papst war Unterstützer von ACN

 

Kardinal Joseph Ratzinger war der Arbeit von „Kirche in Not“ schon in seiner Zeit als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation verbunden. Schon im Jahr 2002 hatte er erklärt: „Ich unterstütze ,Kirche in Not’, weil ich weiß, dass da wirklich Dienst am Glauben getan wird. Manche meinen ja, man dürfe nur Soziales im engsten Sinne des Wortes unterstützen; was einer glaube, solle man jedem selbst überlassen. Aber in Wirklichkeit ist nichts wichtiger, als Gott zu den Menschen zu bringen, als ihnen zu Christus zu helfen, weil nur dann die Kräfte des Glaubens erwachen, die die entscheidende Art von Energie für die Weltgeschichte sind. ,Kirche in Not’ hilft der Not des Glaubens und tut damit das, was für unsere Welt am allermeisten nötig ist.“

Thomas Heine-Geldern, Geschäftsführender Präsident von „Kirche in Not“ International erklärt: „Diese Kraft des Glaubens, von der Papst Benedikt sprach, kann „Kirche in Not“ jedes Jahr in den Hunderttausenden von Spenden erleben, die es ermöglichen, die Kirche und den Glauben in der Welt zu stärken.“

 

Ein Papst, der sich für die Ausbildung junger Menschen einsetzt

 

Heine-Geldern erinnert zudem daran, wie sehr Papst Benedikt die Jugendlichen am Herzen lagen: „Auch dieses wichtige Anliegen hat er uns anvertraut durch die Betreuung, Verbreitung und Weiterentwicklung des Jugendkatechismus YOUCAT.“

- Joaseph Kardinal Ratzinger 2002
Zeitungsanzeige aus dem Jahr 2002 mit einem Zitat des damaligen Präfekten der Glaubenskongregation
Heute ist die YOUCAT-Stiftung fester Bestandteil von „Kirche in Not“. Sie unterstützt den Informations- und Verkündungsauftrag des Papstes. Im Vorwort des Jugendkatechismus wandte sich Papst Benedikt direkt an die Jugendlichen: „Ihr müsst wissen, was Ihr glaubt. Ihr müsst Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Herausforderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können.“

 

Christentum als Religion der Freiheit und der Liebe

 

Das bleibende Erbe des verstorbenen Papstes für die ganze Kirche sei „das Gefühl der Identität und Zugehörigkeit inmitten der Diktatur des Relativismus, der oft zum Fundamentalismus geworden ist“, erklärt Kardinal Piacenza. Benedikt XVI. habe den Gläubigen vermittelt, dass das Christentum ebenso Religion der Freiheit ebenso wie Religion der Liebe sei. „Er hat aufgezeigt, dass an der Basis vieler eingeforderter Rechte der Relativismus zu finden ist, und dass die Freiheit, wo sie von der Realität getrennt wird, sich selbst vernichtet.“

Papst Benedikt XVI. während einer Fernsehansprache im Jahr 2008.
Zusammen mit seiner Wertschätzung der Liturgie und des Gebetes habe der Papst damit Werte vermittelt, die auch in der Praxis von „Kirche in Not“ „das praktische Handeln der Hilfe unterstützen und die sein Ursprung sind“, sagt Kardinal Piacenza. Er ruft die Wohltäter des Hilfswerks dazu auf, für den verstorbenen Papst em. und die ganze Kirche zu beten und die Botschaft Benedikts XVI. in den Werken der Nächstenliebe weiterzutragen.

Papst Benedikt XVI. (KIRCHE IN NOT-Doku)

Weitere Informationen

KIRCHE IN NOT (ACN) nimmt mit großer Dankbarkeit Abschied von Papst em. Benedikt XVI. Er war ein großer Freund und Förderer unseres Hilfswerks, das er seit Jahrzehnten schätzte und 2011 in den Rang einer Päpstlichen Stiftung erhob. Der 1927 in Marktl am Inn geborene Joseph Ratzinger äußerte gegenüber seinem engsten Vertrauten Erzbischof Georg Gänswein in seinen letzten Stunden die Bitte für ihn zu beten.

 

Diesen Wunsch erfüllen wir gerne:

 

Allmächtiger Gott,
du bist der Herr der Kirche.
Durch die Nachfolger der Apostel führst du sie durch die Zeiten.

Wir vertrauen dir unseren verstorbenen Papst emeritus Benedikt XVI. an.
Als Mitarbeiter der Wahrheit hat er in Klugheit und Demut
die Schönheit des Glaubens, die Kraft selbstloser Liebe
und die Zuversicht christlicher Hoffnung verkündet.

Nimm deinen Diener auf in dein himmlisches Reich.
Vergilt ihm seinen treuen Hirtendienst.
Erfülle an ihm, worauf er gehofft, was er gelehrt und gepredigt hat.
Schenke ihm das ewige Leben.

Gott, steh deiner Kirche bei.
Gib ihr deinen Geist der Treue und der Wahrheit,
damit wir einst alle zur Vollendung gelangen in deiner Herrlichkeit.

Darum bitten wir durch deinen Sohn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.

Dieser Text ist ab 3. Januar bei uns als Gebetsblättchen erhältlich und kann hier bestellt werden:

Internet-Bestelldienst von KIRCHE IN NOT oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: 089 / 64 24 888 0
Fax: 089 / 64 24 888 50
E-Mail: kontakt@kirche-in-not.de

Papst Benedikt XVI. 2007 beim Besuch der Facenda da Espenca in Guaratingueta

Weitere Informationen