Pfingstsequenz

Komm herab, o Heil‘ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,
in der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Pfingstlitanei

Gieße deinen Geist aus
über Jung und Alt
über Mann und Frau
über Hoch und Niedrig
über Ost und West

Gieße dein Feuer aus
in das Herz der Menschen
in den Mund der Menschen
in die Augen der Menschen
in die Hände der Menschen

Sende deinen Atem nieder
über die, die glauben
über alle, die zweifeln
über alle, die lieben
über alle, die einsam sind

Gieße dein Feuer aus
über die Worte der Menschen
über das Schweigen der Menschen
über die Sprache der Menschen
über die Lieder der Menschen

Sende deinen Atem nieder
über alle, die Zukunft bauen
über alle, die das Gute bewahren
über die, die das Leben schützen
über alle, die Schönheit schaffen

Gieße deinen Geist aus
über die Häuser der Menschen
über die Städte der Menschen
über die Welt der Menschen
über alle Menschen guten Willens

Hier und jetzt
über uns
gieße deinen Geist aus

4.Nov 2008 14:14 · aktualisiert: 1.Jul 2009 11:28
KIN / S. Stein